Die Liste von Rocker-Begriffen sammelt verschiedene Begriffe, Slogans und Abkürzungen aus dem Bereich Rocker, „Motorcycle clubs“ und Onepercenter.

Allgemein Angehörige der Biker- und Rocker-Subkultur verwenden eine besondere Sprache, die in „Opposition zur dominanten Kultur“ steht. Ihr spezieller Sprachstil dient der Abgrenzung von anderen Subkulturen und der Verständigung innerhalb der eigenen Szene. Dabei ist die Rockersprache stark von Anglizismen aus dem Ursprungsland Amerika geprägt. Der eher jugendlich orientierte Sprachstil entwickelte sich aus der Halbstarken­szene der 1950er Jahre und wird in den Medien bisweilen als „ärmlich“ und „primitiv“ charakterisiert, was wohl auch mit der allgemein negativen Berichterstattung über die Rockerszene in Verbindung steht. Soziolinguistisch handelt es sich um einen Kommunikationsstil, der insbesondere in den 1970ern und 1980ern als sehr direkt und klar beschrieben wurde. Die Rockersprache ist sehr expressiv, unverblümt und konkret beschreibend. Sie gilt als wegweisend für die Sprache anderer westlicher Subkulturen, die ebenfalls Anglizismen verwendeten.

In der folgenden Liste werden Ausdrücke berücksichtigt, die in aus der Rockerszene stammenden Literatur und Medien erklärt und verwendet werden (zum Beispiel Ulrich Detrois: Höllenritt. Ein deutscher Hells Angel packt aus), aber auch Medienberichte werden berücksichtigt. Nicht berücksichtigt wurden solche Wendungen, die in den allgemeinen (Jugend-)Sprachgebrauch übergegangen sind.Zum Beispiel: „einen Geist machen = fliehen“. In: Titus Simon: Raufhändel und Randale. Beltz Juventa, 1996, ISBN 3-7799-0255-9, S. 161.

Zahlenkürzel

1%: Onepercenter 7: Gremium MC 12: Lobo MC 13: M für Motorrad, men of mayhem oder Marihuana; ehemals Nummerncode des deutschen Bones MC 15: Outlaws MC 16: Pagan’s Motorcycle Club 18: Road Runners MC 19: Satudarah MC 20: Trust MC 21: Blue Angels MC 24: Black Devils MC 26: Boozefighters MC 44: Devils Diciples 62: Freebiker, siehe Rocker 74: verweist auf die 74 cubic inches einer Harley-Davidson 81: Hells Angels 84: verweist auf die 84 cubic inches eines Shovelhead- oder eines Evolution-Motors 98: Iron Horses MC 99%: Rocker und Biker, die sich nicht zu den Onepercentern zählen 184: Red Devils 313: Cavemen MC 618: Freeway Rider’s MC 666: Zahl des Tieres, auf Patches weit verbreitet, keine spezielle Bedeutung 1312: A.C.A.B.

A A.C.A.B.: „All Cops Are Bastards“, beliebter Patch den Adler machen: seitliches Abspreizen bei einer Leibesvisitation durch die Polizei Neues Wörterbuch der Szenensprachen der Duden-Redaktion, abgerufen am 15. Februar 2016. Ansage: eine Art Strafe beziehungsweise Ultimatum, das befolgt werden muss Apehanger: wörtlich ‚Affenschaukel‘, hoher und breiter Lenker, insbesondere bei früheren Choppern Associate: Verbündeter außerhalb des Clubs, kann Mitglied eines anderen Clubs, aber auch ein Unbeteiligter sein AWO: Abkürzung für Awtowelo, später Simson, Motorradmarke aus Suhl, in den Anfangsjahren für die Sowjetunion produziert, war äußerst beliebt bei Rockern aus der DDR.

B B.A.B.: „Born Again Biker“, jemand, der nach einer Pause wieder Motorrad fährt Back Door: der hinterste (und meistens erfahrenste) Fahrer einer Gruppe Back Marker: in einer Gruppe der letzte Fahrer, der das Ende des Korsos markiert Backpatch: Rückenaufnäher Back Warmer: eine Frau auf dem Soziussitz Bar and Shield: „Streifen und Schild“, verweist auf das Firmenemblem von Harley-Davidson Belt: Antriebsriemen Big Twin: Zweizylindermotor der Harley Billy Bike: Chopper, den Dennis Hopper in Easy Rider fährt Biker: internationale Bezeichnung für die im deutschsprachigen Raum als Rocker bekannte Subkultur Black Seven: alternativ auch Black7, eine Eigenbezeichnung des Gremium MC Blood-Rally: Ausfahrt zum gemeinsamen Blutspenden Bolt-on Bike: etwa ‚Dranschrauber-Motorrad‘, ein Motorrad, an dem wenig selbst geleistet werden mussBikers News. März 3/2012, S. 53. Bobber: umgebautes Geländemotorrad, ein Vorläufer des Choppers Bottomrocker: Schriftzug unter dem Center Crest; meistens, aber nicht bei allen Clubs das jeweilige Chapter Brother, Bro, Bruder: Selbstbezeichnung unter Clubmitgliedern Buckle: Gürtelschnalle Burnout: ein Hinterreifen wird solange durchgedreht, bis er abgebrannt ist, beliebter Stunt auf Bikertreffen, zum Teil als Wettbewerb umgesetzt

C Cafe Racer: britisches Serienmotorrad, welches weitgehend umgebaut wurde, um an eine Rennmaschine zu erinnern; wird durch den Namen mit dem Ace Cafe in Verbindung gebracht Captain America: der Chopper, den Peter Fonda in Easy Rider fährt Center crest, Center patch: zentrales Logo eines Clubs Chaps: lederne Beinkleider ohne Gesäß, die zum Schutz einer darunter getragenen Hose dienen Chapter: Ortsgruppen des jeweiligen Clubs, bei den Hells Angels Charter genannt Charity-Run: Runs, die wohltätigen Zwecken dienen Chopper: klassisches Motorrad, das in der Rocker-Subkultur Verwendung findet Clubhaus: Jedes Chapter bzw. Charter besitzt ein eigenes Clubhaus, Treff- und Sammelpunkt des Clubs. Colour, auch Color: engl. für ‚Farben‘, verweist auf den Aufnäher auf der Rückseite einer Kutte, die Farben sind bei jedem Club unterschiedlich, in der Regel dreiteilig Cruiser: Motorradbauart ohne Verkleidung Custombike: Oberbegriff für ein speziell auf die Wünsche des Besitzers angefertigtes oder umgebautes Motorrad cut-off: Bezeichnung für die Kutte, basiert auf dem Abschneiden (engl. cut off) der Ärmel; in den ´70er Jahren auch Choppe genannt (to chop off ‚Abhacken‘/Abschneiden der Ärmel; vergleiche Chopper für ein Motorrad, an dem ursprünglich alles Überflüssige entfernt, „abgehackt“ wurde)

D Dashboard: Armaturenbrett, das bei der Harley und weiteren Motorradherstellern auf den beiden Tankhälften angebracht ist DFFL: „Dope Forever, Forever Loaded“ (dt. etwa ‚Drogen für immer, für immer drauf‘), Verherrlichung des Drogenkonsums Dragbar: Kurzer, nahezu gerader Lenker, hauptsächlich im Motorsport oder bei Custombikes Drag Bike: spezielle Rennmotorräder für Beschleunigungsrennen Dragpipe: Gerader Auspuff ohne Schalldämpfer Dranschrauber: oft abschätzige Bezeichnung für Schrauber, die Bolt-ons verwenden oder ihre Motorräder nicht sachgemäß reparieren können Drive-By: Feindlicher, meist gewalttätiger Angriff auf ein Chapter (Charter bei den Hells Angels), oft basierend auf Rivalitäten zwischen verfeindeten MCs Durchfahrverbot: manche Clubs verbieten ihren Konkurrenten das Durchfahren „ihres Territoriums“ ohne vorherige Anmeldung

E Einprozenter: deutsche Bezeichnung für Onepercenter Eisernes Kreuz: beliebtes Aufnähermotiv Evolution, Evo: Harley-Davidson-Motor

F …FF…: die beiden F verweisen als Abkürzung zweimal auf „Forever“, anstelle der drei Punkte wird der Clubname eingesetzt, zum Beispiel „AFFA = Angels Forever, Forever Angels“ für die Hells Angels oder BFFB = Bandidos Forever, Forever Bandidos Fender: Schutzblech First Lady: Frau/Freundin des Presidenten Fishtail: fischschwanzförmiger Auspuff Flathead, Flat: Harley-Davidson-Motor Freebiker: Biker, der keinem Club angehört Fullcolour, Fullmember: Vollmitglied Fulldresser: Motorrad mit ausladender Verkleidung, meist mit Hartschalenkoffern und Topcase FTW: „Forever two Wheels“, „Fuck the World“ oder „for the Win“, beliebte Patches

G GBNF: „gone, but not forgotten“ (dt. etwa ‚gestorben, aber nicht vergessen‘) – als Erinnerung an verstorbene Mitglieder Gebietsanspruch: Manche Clubs stellen Gebietsansprüche, das heißt, sie dulden in ihrer Nachbarschaft keinen anderen Club.

H Hakenkreuz: früher beliebtes Aufnähermotiv, wird heute auf Grund seiner politischen Brisanz, in Deutschland auch wegen seiner Strafbarkeit, kaum noch eingesetzt Hangaround, auch Hanger oder Hänger: Unterste Stufe der Mitgliedschaft. Bezeichnet üblicherweise Personen, die auf dem Clubgelände geduldet werden, aber weder Prospects noch Vollmitglieder sind. Hangman: referiert auf die Rolle des Sergeants bei der Durchführung von Sanktionen

I IG: Interessengemeinschaft, kein Club im eigentlichen Sinne, aber eine Gemeinschaft von Motorradfahrern Independent Biker: unabhängiger Biker

J Jamboree: Motorradtreffen Joghurtbecher: abfällige Bezeichnung für vollverkleidete (meist japanische) Sportmotorräder Junior: heute nicht mehr üblicher Mitgliedsstatus für jugendliche Interessierte, wurde wie der Prospect-Status auf der Kutte markiert

K Kickdown: Antriebsschub im oberen Drehzahlbereich Kinderbalken: abfällige Bezeichnung für den Junior-Zusatz auf der Kutte Knucklehead: Harley-Motor Kutte: ärmellose Jacke mit Club-Insignien Kuttenpflicht: Pflicht die Kutte bei Ausfahrten mit dem Motorrad zu tragen, kann auch zeitlich begrenzt sein Kuttentaufe: Einweihen einer Kutte (auch Kuttenweihe)

L Lowrider: langes, flaches Motorrad L.H.R. Loyalty Honour Respect LE MC: Law Enforcement Motorcycle Club, Motorradclubs deren Mitglieder (Member) fast ausschließlich aus Angehörigen von Strafverfolgungsbehörden besteht (z. B. Blue Knights)

M Malteserkreuz: Spitzname des Eisernen Kreuzes, resultiert aus einer oftmals falschen Bezeichnung beziehungsweise Verwechslung Mama: leicht verfügbare Frau MC: Abkürzung für „Motorcycle club“ Member: Mitglied MF: Motorradfreunde MFG: Motorradfahrgemeinschaft MIG: Motorradinteressengemeinschaft Mother-Chapter: das erste Chapter eines Clubs MTC: Motorrad Touring Club

N Naked Bike: Motorräder ohne Teil- oder Vollverkleidung Nomads: Nomads gehören keinem Chapter bzw. Charter an, weil sie entweder ständig auf Reisen sind oder ihr zuständiger Mutterclub zu weit entfernt ist

O Offizier: mit Führungsaufgaben betraute Mitglieder eines Clubs old lady: feste Freundin oder auch Ehefrau eines Rockers oder Bikers. OMC: Abkürzung für outlaw motorcycle club oder one-percenter motorcycle club OMG: Abkürzung für Outlaw Motorcycle Gang Onepercenter: Selbstbezeichnung OUT: Status eines ehemaligen Vollmitglieds, der wegen Verstoßes gegen die Clubregeln ausgeschlossen wurde out in bad standing: Status eines ehemaligen Vollmitglieds, der dem Club geschadet hat und nun als „vogelfrei“ gilt out in good standing: Status eines ehemaligen Vollmitglieds, das sich im Guten vom Club getrennt hat Outlaw: oft gebrauchtes Synonym für Rocker, kann aber auch auf den Outlaws MC referieren O.F.O.B.: One family one brotherhood

P Partyplanung Ost: regelmäßig stattfindendes Treffen, auf dem Ostclubs in Deutschland gemeinsame Termine festlegen Patch: engl. Aufnäher, wird auf der Kutte getragen, meist in den Clubfarben Panhead: Harley-Motor Patch-over: Übertritt eines Chapters (Charters bei den Hells Angels) zu einem anderen Club Poker-Run: Run, auf dem nach Pokerregeln Punkte verdient werden können President/Präsident: Chef eines Chapters bzw. Charters, einige Clubs unterhalten auch Nationalpräsidenten Presidenten-Rally: in den 1980ern bis 1998 durchgeführtes Treffen, bei dem unter den Clubs Termine abgesprochen wurde Probationary, Probe: Mitglied auf Probe Property of…: dt. ‚Besitz von…‘, spezieller Backpatch für Ehefrauen und feste Freundinnen eines ClubsGangland Staffel 2, Episode 3: Biker Wars. Prospect: Anwärter, noch kein vollwertiges Mitglied des Clubs, muss in der Regel Frondienste für Vollmitglieder übernehmen. Die Dauer des Status variiert von Club zu Club. Prospect Chapter: ein Chapter, das lediglich aus Prospects besteht, wird meist verwendet, wenn ein gesamter Club wechseln möchte puppet-club, in etwa ‚Marionettenclub‘, verächtliche Bezeichnung für Supporter-ClubsTom Barker: One Percent Biker Clubs – A Description. In: Trends in Organized Crime. Nr. 9, Springer, New York, September 2005, S. 101–112.

R Rally: größeres Motorradtreffen