Brunnthal ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis München. Sie erstreckt sich auf der Münchner Schotterebene südlich der Landeshauptstadt München am Hofoldinger Forst.
Überregional bekannt ist der Ort durch das im Gemeindegebiet befindliche Autobahnkreuz München-Süd, das früher als „Brunnthal-Dreieck“ bezeichnet wurde.
Geographie Die Gemeinde erstreckt sich auf einer Höhe von 577 und 607 m über NHN auf der Münchner Schotterebene am Hofoldinger Forst.
Die Gemarkung Brunnthal (098665) umfasst 17,764 km² und hat 2997 Einwohner.Gemarkung Brunnthal (Brunnthal), Bayern, abgerufen am 16. November 2025.
Gemeindegliederung Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Brunnthal, Kirchstockach mit Neukirchstockach, Waldbrunn und der Gudrunsiedlung, Otterloh sowie Hofolding und Faistenhaar sind die in den Rodungsinseln des Deisenhofener bzw. Hofoldinger Forstes gelegenen Siedlungsschwerpunkte.
Natur Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Landschaftsschutzgebiet LSG Hofoldinger und Höhenkirchner Forst (LSG-00198.01) Landschaftsschutzgebiet LSG Deisenhofener Forst (LSG-00113.01)
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Brunnthal findet zum ersten Male im Jahr 1073 in einer Schenkungsliste des Kaisers Heinrich IV. an das Kloster Rott am Inn Erwähnung. Die Klöster Rott, Weihenstephan und Schäftlarn übten geistliche Grundherrschaften vom Hochmittelalter bis zur Säkularisation 1803 aus. Die Gemeinde gehörte zum Landgericht Wolfratshausen. Der heutige Gemeindeteil Hofolding war Bestandteil der kurfürstlichen Hofmark Grünwald. Brunnthal und Hofolding wurden im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 selbständige politische Gemeinden.
Eingemeindungen mini|hochkant|St. Nikolaus in Brunnthal Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Hofolding eingegliedert. Mit der Eingemeindung eines Teils des Hofoldinger Forstes zum 1. Januar 2011 erhöhte sich die Fläche des Gemeindegebietes um 11,16 km².Information der Gemeinde Sauerlach zur Eingemeindung des Hofoldinger Forstes
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3265 auf 5546 um 2281 Einwohner bzw. um 69,9 %.
Religionen Die katholische Pfarrei Brunnthal wurde aus den bisherigen Kuratien Brunnthal und Hofolding-Faistenhaar gebildet. Katholische Kirchen und Kapellen stehen in Brunnthal (Sankt Nikolaus), Hofolding (Heilig Kreuz und Marienkapelle), Faistenhaar (Sankt Peter und Paul) und Kirchstockach (Sankt Georg). Seit der Zusammenlegung des Pfarrverbandes Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit der Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal am 1. September 2012 wird die Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal durch Pfarrer Anton Wolf aus Höhenkirchen betreut. Pater Marek Bula OMI, der die Pfarrei St. Nikolaus Brunnthal von 2008 bis 2012 betreute, wechselte in den Pfarrverband Erdweg. Der Ortsteil Otterloh wird von der Pfarrei Sauerlach betreut. Die Gemeinde Brunnthal hat keine eigene evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und wird durch die Kreuz-Christi-Kirchengemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn betreut.
Gewerbe Bekannt ist Brunnthal außerdem durch das Gewerbegebiet „Brunnthal Nord“, in dem sich viele mittelständische Betriebe angesiedelt haben. Dort befindet sich auch ein Betriebshof der Firma Busbetrieb Josef Ettenhuber. Des Weiteren beherbergt das Gewerbegebiet unter anderem ein IKEA-Möbelhaus, einen Hagebau-Markt und einen Metro-Großhandel, wobei jedoch die Filialen der Fa. IKEA und Hagebau sich teilweise auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Taufkirchen befinden; die Gemeindegrenze verläuft hier direkt durch deren Märkte.Bebauungsplan der Gemeinde Taufkirchen vom 4. März 2011. Des Weiteren ist die börsennotierte SFC Energy AG hier mit dem Hauptsitz ansässig.
Infrastruktur Brunnthal wird durch sechs Regionalbuslinien des MVV erschlossen.
Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen Brunnthal, Zusestraße – Ottobrunn – Neuperlach Süd (U S) Ettenhuber Riemerling, Altenheim – Ottobrunn (S) – Hohenbrunn Ettenhuber Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – Hofolding – Faistenhaar Ettenhuber Winning – Unterhaching (S) – St.-Quirin-Platz (U) – Giesing (U S) Ettenhuber Neuperlach Süd (U S) – Brunnthal Nord – Deisenhofen (S) – Höllriegelskreuth (S) Geldhauser Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – Sauerlach (S) Ettenhuber
Politik mini|alternativtext=Rathaus Brunnthal|Rathaus Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2002 Stefan Kern (CSU). Seit Mai 2008 bekleidet er dieses Amt hauptamtlich.
Gemeinderat +Gesamt 20 Sitze ab 2020, davor 16 Sitze CSUPWBGrüneUWBSPD20261043212020104321201483122
Wappen
Baudenkmäler
Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Kurz Ehemalige Fabrikantenvilla in der Flurstraße 25 Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Faschl Ehemaliger Einfirsthof, sogenannt Beim Schelshorn Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Weber Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, sogenannt Beim Winkl
Bodendenkmäler
Kulturelle Aktivitäten Zum Kulturprogramm in der Gemeinde gehört seit 2009 eine Außenstelle der Musikschule Sauerlach-Brunnthal, die am 26. April 2013 in Hofolding einen neuen Musikraum eröffnet hat, der im Beisein des Bürgermeisters durch den Pfarrer Anton Wolf eingeweiht wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur Das Gewerbegebiet Brunnthal Nord umfasst ca. 27 ha. und liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 471 in unmittelbarer Nähe der Autobahnen A8 und A99. Zusätzlich besteht ein kleineres Gewerbegebiet in Hofolding.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Dennis Lippert (1996–2019), Motorradrennfahrer
Ehrenbürger Geistlicher Rat Pfr. Franz Georg Schubert, langjähriger Kurat von Brunnthal (* 14. September 1930; † 8. September 2017) Geistlicher Rat Pfr. Fritz Alt, StD, langjähriger Kurat von Hofolding (* 19. April 1929; † 24. Dezember 2007) Horst-Josef Ellenbrücker, Gründungsmitglied des Schützenvereins Ernst Portenlänger, Gemeinderat 1966–2020 Christian Schleich, Gemeinderat 1972–2020, Dritter BürgermeisterSüddeutsche Zeitung vom 20. April 2020
Weblinks
Gemeindeverwaltung (PDF; 1,66 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis München Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)