Vera Broido (geboren 7. September 1907 in Sankt Petersburg; gestorben 11. Februar 2004 bei Stevenage ) war eine russisch-britische Schriftstellerin.

Leben Vera hatte während der Zarenzeit zusammen mit ihrer Mutter Eva Lwowna Broido drei Jahre im sibirischen Exil verbracht, in Moskau und Sankt Petersburg Krieg und Revolution erlebt, und lebte ab 1920 in der russisch-jüdischen Gemeinde in Berlin. 1925 ging sie für einige Zeit nach Paris an die Sorbonne. Wichtiger war ihr jedoch das Studium der Malerei bei Alexandra Exter und das Charlestontanzen bei Stanislawskis Sohn.

Um 1930 kehrte sie nach Berlin zurück. Hier verkehrte sie in der Berliner Bohème und begann eine langjährige Menage-à-trois mit dem Dadaisten Raoul Hausmann und seiner Frau Hedwig Mankiewitz.August Sander machte 1929 Fotografien von Raoul Hausmann, unter anderem eines mit Hedwig Mankiewitz und Vera Broido, siehe hier in der Sammlung des MoMA. Sie wurde seine Muse und das Modell seiner berühmten Serie von Aktfotos.Andreas Haus, Raoul Hausmann - Kamerafotografien 1927–1957, Schirmer/Mosel, München 1979, Abbildungen auf S. 18–33. Im März 1933 begleitete sie die beiden nach Ibiza. Häufig als Flucht nach der Machtergreifung Hitlers interpretiert,Z.B. Haus 1979, S. 46 und Gegen den kalten Blick der Welt. Raoul Hausmann – Fotografien 1927−1933, hrsg. von Hildegund Arnanshauser und Monika Faber, Österreichisches Fotoarchiv im Museum moderner Kunst, Wien 1986, S. 29, 167. spricht Broido in ihren Erinnerungen allerdings von einem Sommerurlaub.Broido 2004, S. 185. Für die Hausmanns wurde die Insel zum Exil (bis 1936). Broido aber entschied sich im August 1934 Raoul Hausmann zu verlassen,Vera Broido, Tochter der Revolution 2004, S. 182. konnte jedoch wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht zurück nach Berlin und emigrierte nach England.

1941 heiratete sie Norman Cohn und fünf Jahre später wurde ihr Sohn Nik Cohn geboren. https://www.nytimes.com/2011/12/04/magazine/nik-cohn-fever-dream.html?_r=1&pagewanted=3&ref=rockmusic

Sie unterstützte mit ihren Sprachkenntnissen Norman Cohn bei dessen Recherchen zur Frühgeschichte der Protokolle der Weisen von Zion.Michael Hagemeister: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ vor Gericht. Der Berner Prozess 1933–1937 und die „antisemitische Internationale“. Zürich : Chronos, 2017, ISBN 978-3-0340-1385-7, S. 521

Werke Russische Kindheit, 1933 Apostles into Terrorists: Women and the Revolutionary Movement in the Russia of Alexander II, 1977 Lenin and the Mensheviks, 1987 Daughter of Revolution: a Russian Girlhood Remembered, 1988, Deutsch: Tochter der Revolution. Erinnerungen, aus dem Englischen von Jürgen Schneider, Edition Nautilus, Hamburg 2004

Einzelnachweise

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