Im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz wurden seit der Gründung im Jahre 1946 verschiedene Gebietsreformen durchgeführt. Betroffen waren oder sind die Städte und Gemeinden, die Verbandsgemeinden, die Landkreise oder die ehemaligen Regierungsbezirke.
Erste Änderungsphase (1967 bis 1979) Regierungsbezirke Am 7. Juni 1969 wurde der Regierungsbezirk Montabaur aufgelöst und in den Regierungsbezirk Koblenz eingegliedert. Am selben Tag wurden die Regierungsbezirke Pfalz und Rheinhessen zum neuen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz zusammengelegt. Der Regierungsbezirk Trier blieb nahezu unverändert. Am 1. Januar 2000 wurden schließlich alle Regierungsbezirke aufgelöst.
Verbandsgemeinden In den ehemals zur Rheinprovinz gehörigen Regierungsbezirken Koblenz und Trier gab es seit 1927 die aus den preußischen Bürgermeistereien entstandenen Ämter, in denen mehrere eigenständige Gemeinden verwaltungsmäßig zusammenschlossen waren. Die anderen Bezirke, die ehemals hessisch oder bayerisch waren, kannten so etwas nicht.
Im Rahmen der Funktional- und Gebietsreform wurden die Verbandsgemeinden geschaffen. Dafür wurden die 132 Ämter in den Regierungsbezirken Koblenz und Trier zum 1. Oktober 1968 in Verbandsgemeinden umgewandelt. In den übrigen Regierungsbezirken gab es zunächst bis zum 31. Dezember 1971 freiwillige Zusammenschlüsse, dadurch entstanden die Verbandsgemeinden Altenglan, Dudenhofen, Grünstadt-Land, Hahnstätten, Hochspeyer, Höhr-Grenzhausen, Kirchheimbolanden, Kusel, Landstuhl, Lauterecken, Offenbach an der Queich, Otterbach, Otterberg, Ramstein-Miesenbach, Ransbach-Baumbach, Rodalben, Schönenberg-Kübelberg, Waldmohr, Wirges und Wolfstein. Die übrigen Verbandsgemeinden wurden durch zwei Landesgesetze zum 22. April 1972 hin gebildet, ferner wurden auch einige der schon bestehenden Verbandsgemeinden verändert.
Änderungen auf Kreisebene Landkreis Ahrweiler Der Landkreis Ahrweiler blieb nahezu unverändert. Am 7. November 1970 wurde er um die Gemeinden Brenk, Burgbrohl, Engeln, Galenberg, Glees, Hohenleimbach, Kempenich, Niederlützingen, Spessart, Wassenach, Wehr und Weibern (Teil der Verbandsgemeinde Brohltal) aus dem aufgelösten Landkreis Mayen vergrößert, gab aber gleichzeitig die Gemeinde Nohn an den Landkreis Daun ab.
Sitz der Kreisverwaltung ist die 1969 durch Fusion der beiden Nachbarstädte Ahrweiler und Bad Neuenahr sowie vier weiterer Gemeinden gebildete verbandsfreie Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Der Landkreis Altenkirchen (Westerwald) erlebte nur eine geringfügige Änderung: Am 7. November 1970 wurde die Gemeinde Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis eingegliedert, dafür aber ein Gebietsteil der Gemeinde Rott an den Landkreis Neuwied abgegeben.
Landkreis Alzey-Worms Der Landkreis Alzey-Worms wurde am 7. Juni 1969 neu gebildet. Er umfasste alle nicht nach Worms eingegliederten Gemeinden des Landkreises Worms, den Landkreis Alzey bis auf die Gemeinden Frei-Laubersheim, Fürfeld, Neu-Bamberg und Tiefenthal sowie die Gemeinde Mauchenheim aus dem Landkreis Kirchheimbolanden. Am 16. März 1974 wurden die Gemeinden Dorn-Dürkheim und Wolfsheim an den Landkreis Mainz-Bingen abgetreten.
Landkreis Bad Dürkheim Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 7. Juni 1969 neu errichtet. Er umfasst den größten Teil des Landkreises Frankenthal (Pfalz) und die meisten Gemeinden des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Ferner erhielt er die Gemeinde Rodenbach aus dem Landkreis Kirchheimbolanden, die aber am gleichen Tag in die neue Gemeinde Ebertsheim aufging. Am 16. März 1974 wurde der Landkreis leicht verkleinert, als Duttweiler Stadtteil von Neustadt an der Weinstraße wurde.
Landkreis Bad Kreuznach Der Landkreis Bad Kreuznach (der bis zur Kreisreform Landkreis Kreuznach hieß) wurde nur in den Außengrenzen verändert. Per 7. Juni 1969 kamen die Gemeinden Frei-Laubersheim, Fürfeld, Neu-Bamberg und Tiefenthal aus dem Landkreis Alzey, die Gemeinden Biebelsheim, Bosenheim, Hackenheim, Ippesheim, Pfaffen-Schwabenheim, Planig, Pleitersheim und Volxheim aus dem Landkreis Bingen, die Gemeinden Becherbach (Pfalz), Gangloff, Roth, Reiffelbach und Schmittweiler aus dem Landkreis Kusel und die Gemeinden Altenbamberg, Callbach, Duchroth, Ebernburg, Feilbingert, Hallgarten, Hochstätten, Lettweiler, Oberhausen an der Nahe, Odernheim am Glan und Rehborn aus dem Landkreis Rockenhausen hinzu. Ferner wechselte die Gemeinde Kirnsulzbach aus dem Landkreis Birkenfeld nach Bad Kreuznach, wurde aber am gleichen Tag nach Kirn eingemeindet. Dafür verlor der Landkreis die Gemeinden Bingerbrück (und damit den Anschluss zum Rhein), Münster-Sarmsheim, Waldalgesheim und Weiler bei Bingerbrück an den Landkreis Mainz-Bingen, die Gemeinden Hoppstädten und Medard an den Landkreis Kusel und einen Gebietsteil der Gemeinde Daxweiler an den Rhein-Hunsrück-Kreis. Zum 7. November 1970 kamen noch die Gemeinden Bruschied, Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis hinzu, während Genheim an die Gemeinde Waldalgesheim im Landkreis Mainz-Bingen verloren ging.
Landkreis Bernkastel-Wittlich Nachdem der Landkreis Wittlich bereits am 7. Juni 1969 Gebietsteile der Gemeinden Bengel und Reil an den Landkreis Cochem-Zell abtrat, ging dieser (ohne Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld, Spangdahlem und Steinborn) am 7. November 1970 im neuen Landkreis Bernkastel-Wittlich auf. Er erhielt außerdem den alten Landkreis Bernkastel, aber ohne Allenbach, Asbach, Bruchweiler, Hellertshausen, Kempfeld, Schauren, Sensweiler und Wirschweiler-Langweiler und die Gemeinden der Verbandsgemeinde Rhaunen (Bollenbach, Gösenroth, Hausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Lindenschied, Oberkirn, Rhaunen, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach, Weitersbach und Woppenroth). Auch ein Gebietsteil der Gemeinde Hontheim wurde an den Kreis Cochem-Zell abgegeben. Dafür kamen Beuren, Irmenach und Lötzbeuren aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, Breit, Büdlich, Heidenburg und Trittenheim aus dem Landkreis Trier-Saarburg sowie die Stadt Traben-Trarbach und der Gemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg und Thalkleinich, die die Verbandsgemeinde Enkirch bildeten, aus dem Landkreis Zell hinzu.
Landkreis Birkenfeld Am 7. Juni 1969 wurde der ehemals zum Großherzogtum Oldenburg gehörige Landkreis Birkenfeld in seinen Außengrenzen verändert. Er verlor die Gemeinden Buborn, Deimberg, Grumbach, Hausweiler, Herren-Sulzbach, Homberg, Kappeln, Kirrweiler, Langweiler, Merzweiler, Niederalben, Niedereisenbach, Offenbach am Glan, Pfeffelbach, Reichweiler, Ruthweiler, Thallichtenberg, Unterjeckenbach und Wiesweiler an den Landkreis Kusel und die Gemeinde Kirnsulzbach an die Stadt Kirn im Landkreis Bad Kreuznach. Gleichzeitig kamen aber die Gemeinden Asbach, Bollenbach, Gösenroth, Hausen, Hellertshausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Oberkirn, Rhaunen, Schauren, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach und Weitersbach (Verbandsgemeinde Rhaunen) sowie Allenbach, Bruchweiler, Kempfeld, Sensweiler und Wirschweiler-Langweiler aus dem Landkreis Bernkastel zum Landkreis Birkenfeld, ebenso die Gemeinde Börfink-Muhl aus dem Landkreis Trier. Letztere verlor jedoch am 7. November 1970 den Ortsteil Muhl, der an die Gemeinde Neuhütten im Landkreis Trier-Saarburg ging.
Landkreis Bitburg-Prüm Der Landkreis Bitburg-Prüm entstand am 7. November 1970 aus dem bereits am 7. Juni 1969 um die bisher zum Landkreis Trier gehörigen Gemeinden Menningen und Minden vergrößerten Landkreis Bitburg und dem Landkreis Prüm, jedoch ohne Birresborn, Densborn, Duppach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Hallschlag, Kerschenbach, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln, die an den Landkreis Daun gingen. Dafür erhielt er die Gemeinden Gransdorf, Oberkail, Seinsfeld, Spangdahlem und Steinborn aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich sowie die Gemeinden Eisenach, Gilzem und Orenhofen aus dem Landkreis Trier-Saarburg.
Am 1. Januar 2007 wurde der Landkreis Bitburg-Prüm in Eifelkreis Bitburg-Prüm umbenannt.
Landkreis Cochem-Zell Der Landkreis Cochem-Zell wurde am 7. Juni 1969 aus dem Landkreis Cochem und dem größten Teil des Landkreises Zell (Mosel) neu gebildet. Vom Landkreis Zell nicht in den neuen Landkreis kamen die Stadt Traben-Trarbach und die Verbandsgemeinde Enkirch, der die Gemeinden Burg, Enkirch, Starkenburg, Thalkleinich angehörten, sowie die Gemeinden Bärenbach, Belg, Beuren, Büchenbeuren, Hahn, Hirschfeld (Hunsrück), Irmenach, Lautzenhausen, Lötzbeuren, Niedersohren, Niederweiler, Raversbeuren, Rödelhausen, Sohren, Wahlenau und Würrich, also die Verbandsgemeinde Büchenbeuren ohne Altlay. Gleichzeitig wurden jedoch Gebietsteile von Bengel und Reil (Landkreis Wittlich) eingegliedert. Am 7. November 1970 kam ein Gebietsteil der Gemeinde Hontheim (Landkreis Bernkastel-Wittlich) hinzu, dafür wurde die Gemeinde Mastershausen an den Rhein-Hunsrück-Kreis abgegeben. Die letzte Veränderung erfolgte am 22. April 1972, als Gebietsteile der Gemeinde Burgen (Landkreis Mayen-Koblenz) dem Kreisgebiet zugeschlagen wurden.
Landkreis Daun Der Landkreis Daun wurde am 7. November 1970 vergrößert: Er erhielt die Gemeinden Arbach, Bereborn, Berenbach, Bodenbach, Bongard, Borler, Brück, Drees, Gelenberg, Gunderath, Höchstberg, Horperath, Kaperich, Kelberg, Kirsbach, Kötterichen, Kolverath, Lirstal, Mannebach, Mosbruch, Nitz, Oberelz, Reimerath, Retterath, Sassen, Uersfeld, Ueß und Welcherath (Teil der Verbandsgemeinde Kelberg) aus dem alten Landkreis Mayen, die Gemeinden Birresborn, Densborn, Duppach, Kopp, Mürlenbach, Oos, Hallschlag, Kerschenbach, Ormont, Reuth, Scheid, Schönfeld, Schüller, Stadtkyll und Steffeln aus dem alten Landkreis Prüm sowie die Gemeinde Nohn aus dem Landkreis Ahrweiler.
Seit dem 1. Januar 2007 heißt der Landkreis Daun Landkreis Vulkaneifel.
Donnersbergkreis Der Donnersbergkreis entstand am 7. Juni 1969 neu. Er umfasst den Landkreis Kirchheimbolanden bis auf Mauchenheim und die nach Ebertsheim eingemeindete Ortschaft Rodenbach sowie den Landkreis Rockenhausen bis auf Altenbamberg, Callbach, Duchroth, Ebernburg, Feilbingert, Hallgarten, Hochstätten, Lettweiler, Oberhausen an der Nahe, Odernheim am Glan, Rehborn (an den Landkreis Bad Kreuznach) und Neuhemsbach (an den Landkreis Kaiserslautern). Am 22. April 1972 verlor der Kreis die Gemeinde Sembach an den Landkreis Kaiserslautern, am 16. März 1974 gewann er die Gemeinden Rathskirchen, Reichsthal und Seelen vom Landkreis Kusel hinzu.
Landkreis Germersheim Der Landkreis Germersheim erlebte nur eine Veränderung: Am 16. März 1974 verlor er die Gemeinde Hayna an den Landkreis Landau-Bad Bergzabern, sie trat einen Tag später der Gemeinde Herxheim bei.
Landkreis Kaiserslautern Der Landkreis Kaiserslautern wuchs am 7. Juni 1969 um die Gemeinden Albersbach, Frankelbach und Kollweiler aus dem Landkreis Kusel sowie die Gemeinde Neuhemsbach aus dem Landkreis Rockenhausen, verlor aber gleichzeitig die Gemeinden Bettenhausen, Gimsbach, Matzenbach und Nanzdietschweiler an den Landkreis Kusel und einige weitere Gemeinden an die inmitten des Kreises gelegene Stadt Kaiserslautern. Am 22. April 1972 wechselte die Gemeinde Obernheim-Kirchenarnbach in den Landkreis Pirmasens, dafür kamen die Gemeinde Sembach aus dem Donnersbergkreis, die Gemeinde Miesau aus dem Landkreis Kusel, die gleichzeitig in die neue Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau aufging, die Gemeinde Schopp aus dem Landkreis Pirmasens und die Gemeinden Lambsborn, Langwieden und Martinshöhe aus dem Landkreis Zweibrücken hinzu.
Landkreis Kusel