miniatur|hochkant=1.5|Rhöndorfer Marienkapelle (2021) thumb|Chor der Marienkapelle (2016) Die katholische Marienkapelle in Rhöndorf, einem Ortsteil der Stadt Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, ist ein barocker Bruchsteinbau von 1714. Sie liegt inmitten der Rhöndorfer Straße (Hausnummer 37a). Die Kapelle steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.

Geschichte Die Kapelle hat einen Vorgängerbau, dessen Entstehungszeit angesichts einer auf 1624 datierten Glocke vor diesem Jahr vermutet wird. Dieses Heiligenhäuschen wurde 1689 durch die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. zerstört. An anderer Stelle entstand 1714 (Grundsteinlegung am 2. Mai) die neue Rhöndorfer Kapelle, deren Grundstück vom Grafen Wilhelm Franz Johann Bertram von Nesselrode – damaliger Propst in Oberpleis – gestiftet wurde. An der Durchführung des Baus beteiligten sich, zum Teil auch finanziell, einige Rhöndorfer Bürger. Die feierliche Einweihung der Kapelle, die den Namen Mariae Heimsuchung trug, fand am 8. Juni 1716 statt. 1728 wurde an der Ostseite ein barockes Wegekreuz errichtet.Karl Günter Werber: Kreuze am Weg (= Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e. V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef, Heft 1). Bad Honnef 1968, S. 6.

Mit dem Bau der neuen Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung 1903 bis 1905 verlor die Kapelle an Bedeutung. Seit dem Ausbau der Rhöndorfer Straße im Jahre 1907 steht sie inmitten der Fahrbahn und bildet damit eine Verkehrsinsel.Honnefer Volkszeitung, 18. Juli 1907, S. 2 (zeitpunkt.nrw) Im August 1921 wurde an der Südseite der Kapelle ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs geschaffen.Honnefer Volkszeitung, 15. August 1921, S. 2 (zeitpunkt.nrw) 1935 erfolgte eine umfassende Sanierung des GebäudesHonnefer Volkszeitung, 11. Januar 1935, S. 5 (zeitpunkt.nrw), eine weitere unter teilweiser Leitung des Landeskonservators 1950/51.Honnefer Volkszeitung, 29. April 1950, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 2. Juli 1951, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Die Verkehrsinsel um die Kapelle wurde 1952 durch die Schaffung gärtnerischer Anlagen an der Eingangs- und der Chorseite ausgebaut.Honnefer Volkszeitung, 30. April 1952, S. 3 (zeitpunkt.nrw) Zu weiteren Renovierungen der Marienkapelle kam es 1953/54 (Turmuhr und Altar)Honnefer Volkszeitung, 19. März 1953, S. 5 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 3. Juni 1954, S. 5 (zeitpunkt.nrw) und 1970.Honnefer Volkszeitung, 29. Dezember 1970, S. 2 (zeitpunkt.nrw) Seit 1982 werden dort wieder gelegentliche Gottesdienste abgehalten. Die Eintragung der Kapelle in die Denkmalliste der Stadt Bad Honnef erfolgte am 16. April 1992.

An der Außenseite der Kapelle befand sich ab 1835 die aus der Abteikirche von Heisterbach stammende Grabplatte von Heinrich von Drachenfels († 1530), des letzten Burggrafen von Drachenfels, bis sie 1903 an die Turmseite der Pfarrkirche verlegt wurde.

Architektur miniatur|Innenraum der Kapelle Die Kapelle ist ein schlicht gehaltener, dreiseitig geschlossener verputzter Bruchsteinbau, dem ein von einem schmiedeeisernen Kreuz – mit der Darstellung eines Brunnens, der den Familiennamen Pütz des Erstellers symbolisiert – bekrönter Dachreiter aufgesetzt ist. Außen finden sich auch ein Stifterwappen der Grafen von Nesselrode sowie eine Turmuhr von 1761. Der Chor der Kapelle weist eine Rippenwölbung auf, das Langhaus wird von einer Flachtonne bedeckt. Der barocke Altar, der noch aus der Entstehungszeit stammt, nimmt das Marienbildnis auf. Dem bergischen Kurfürsten Johann Wilhelm und seiner zweiten Frau ist dort ein Ehewappen gewidmet, rechts Pfalz-Neuburg, links Medici.

Gedenksteine Vor dem Chor der Kapelle erinnert ein Gedenkstein aus dem Jahre 1921 an die Gefallenen des Ersten und seit Mai 1954 auch eine Ehrentafel aus Bronze an die 35 Gefallenen des Zweiten Weltkriegs aus Rhöndorf.Ehrentafel für Rhöndorfer Gefallene, Honnefer Volkszeitung, 20. Mai 1954

Literatur Karl Günter Werber: Die Rhöndorfer Kapelle (PDF; 3,7 MB). In: Horizont. Kirchenzeitung für den Pfarrverband Bad Honnef, Dezember 2009, S. 5/6. Heinz Firmenich (neu bearbeitet von Karl Günter Werber): Stadt Bad Honnef (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz: Rheinische Kunststätten, Heft 12). 3., neu bearbeitete Auflage, Neusser Druckerei und Verlag, Neuss 1987, ISBN 3-88094-541-1, S. 14/15. Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Gesamtherstellung J. P. Bachem, Köln 1954, S. 67–72. Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler des Siegkreises. Druck und Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1907, S. 90. (=Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5, Abt. 4, S. 790) (Unveränderter Nachdruck Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-32120-2) (Internet Archive)

Weblinks

Einzelnachweise Denkmalliste der Stadt Bad Honnef, Nummer A 162 Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf.

Bad Honnef, Rhondorf Rhöndorf Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Bad Honnef Kategorie:Gemarkung Honnef Rhondorf, Marienkapelle Kategorie:Barockbauwerk in Nordrhein-Westfalen Rhondorf