Pentax ist ein Markenname der Ricoh Imaging K.K. (jap. , Rikō Imējingu Kabushiki-gaisha) für Fotokameras, Objektive und andere optische Produkte. Das zugehörige japanische Unternehmen war bis 2008 die Pentax K.K. (, Pentakkusu Kabushiki-gaisha, engl. Pentax Corporation; vormals: Asahi Optical K.K.), die Fotoapparate, Überwachungstechnik und optische Vorrichtungen für die Medizintechnik sowie hochwertige Ferngläser und astronomische Teleskope und Okulare herstellte. Der Name Pentax war aus den Bezeichnungen Pentaprisma und Contax abgeleitet worden und gehörte ursprünglich dem ostdeutschen VEB Zeiss Ikon, der ihn 1957 an Asahi Optical verkaufte.[ „90 Jahre Pentax – 9 Jahrzehnte Innovationen“], fotomagazin.de, abgerufen am 21. Oktober 2011. Im Jahr 2008 wurde die Pentax Corporation vom japanischen Konzern Hoya übernommen und existiert seitdem nicht mehr als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen. Die Entwicklung und Herstellung optischer Produkte unter dem bekannten Markennamen Pentax blieben unter dem Dach der Hoya K.K. aber erhalten. Im Jahr 2011 wurde von dieser die Fotosparte mit der Marke Pentax an den Elektronik- und Bürotechnikkonzern Ricoh weiterverkauft.Ricoh Establishes PENTAX RICOH IMAGING COMPANY, LTD. offizielle Mitteilung von Ricoh; abgerufen am 16. Oktober 2011. Die Medizintechniksparte (Pentax Medical) verblieb bei der Hoya-Group.
Firmengeschichte mini|Asahiflex I mini|1957, Asahi Pentax mini|1957, Asahi Pentax, Ansicht von oben mini|Asahi Pentax Spotmatic (Internationale Version), 1964–1974,knippsen.blogspot.com vom 21. April 2014, Pentax Spotmatic SP, abgerufen am 25. Oktober 2020.Stückzahl 4 Millionenkamerakult.de vom 7. August 2020, Pentax Spotmatic F Test / Review, abgerufen am 25. Oktober 2020. mini|DSLR Pentax K-7 mit dem als Kit angebotenen smc DA 18-55 mm 1:3,5 – 5,6 WR
1919 entstand die Asahi Kōgaku Kōgyō Goshi-gaisha () (dt. etwa: Optikwerke Asahi KG, engl. Asahi Optical Joint Stock Co.). Diese stellte zunächst Brillengläser, ab 1933 auch Linsen und Objektive für Kameras her. 1938 wurde die Unternehmensform in eine Kabushiki Kaisha, zu Asahi Kōgaku Kōgyō Kabushiki-gaisha (, engl. Asahi Optical Co., Ltd.), geändert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestand ein großer Teil des Auftragsvolumens aus optischen Geräten für militärische Zwecke. Nach dem Kriegsende wurde Asahi Kōgaku Kōgyō K.K. von den Siegermächten aufgelöst, erhielt aber im Jahr 1948 die Erlaubnis zur Neugründung. Die Firma nahm ihre Vorkriegsaktivitäten wieder auf und stellte Ferngläser und Fotoobjektive für Konishiroku und Chiyoda Kōgaku Seikō her – die Vorgänger von Konica und Minolta. Ab 1952 folgten Fotoapparate, speziell Spiegelreflexkameras (zunächst: Asahiflex), die ab 1957 unter der Bezeichnung Asahi Pentax (in Nordamerika auch unter Honeywell Pentax) vermarktet wurden. Eine der ersten Spiegelreflexkameras mit TTL-Belichtungsmessung, auch Innenmessung, die Asahi Pentax Spotmatic, kam im Jahr 1964 auf den Markt. Später trat der Schriftzug des Namensteils Asahi auf den Kameragehäusen immer mehr in den Hintergrund, bis letztlich nur noch Pentax übrigblieb. 2002 fand schließlich auch eine Umbenennung des Firmennamens von Asahi Optical Co. zu Pentax Co. statt.
Eine Blütezeit hatte die Fotomarke (Asahi) Pentax insbesondere in den 1960er bis 1980er Jahren; später verlor sie vor allem im Zusammenhang mit der Einführung und Weiterentwicklung der Autofokustechnik Marktanteile etwa an Minolta (heute zu Sony) sowie an Nikon und Canon, die gegenwärtig die Verkaufszahlen für kompakte Fotoapparate und digitale Spiegelreflexkameras dominieren. Im Jahr 2010 hatte Pentax im weltweiten Digitalkamera-Markt nur noch einen Anteil von 1,5 Prozent und stand damit auf Platz 10 aller Anbieter (1. Canon 19 % – 2. Sony 17,9 % – 3. Nikon 12,6 %; nur für DSLR: 1. Canon 44,5 % – 2. Nikon 29,8 % – 3. Sony 11,9 %; Pentax ?).Sony, Nikon Narrow Gap to Canon With New Digital Camera Models, bloomberg.com, abgerufen am 22. Oktober 2011.
Pentax produzierte zeitweise an rund zehn Standorten in Japan, Hongkong, Taiwan, Vietnam und auf den Philippinen; beschäftigt wurden dabei noch 2007 weltweit etwa 6000 Mitarbeiter. Das europäische Hauptquartier war 1966 gegründet worden und lange Zeit in Hamburg ansässig.
Seit November 2007 war die Pentax Corporation nicht mehr an der Tokioter Börse notiert; ab dem 31. März 2008 war Pentax dann ein Teil des japanischen Konzerns Hoya K.K. Der Markenname Pentax blieb nach der Übernahme für alle Fotoapparate, Endoskope, CCTV, Messtechnik etc. erhalten. Im Oktober 2009 zog das europäische Pentax-Hauptquartier für das Imaging-(Kamera-)Geschäft von Hamburg nach Paris um.Das Pentax-Hauptquartier zieht von Hamburg nach Paris, digitalkamera.de
Im Juli 2011 wurde bekannt, dass die Hoya-Group die Fotosparte (einschließlich der Divisionen Security Systems und Sport Optics) unter der Marke Pentax für umgerechnet rund 85 Millionen Euro an Ricoh weiterverkauft. Die Medizintechniksparte sollte allerdings bei Hoya verbleiben.Pentax an Ricoh verkauft. heise.de, 1. Juli 2011. Zum 1. Oktober 2011 wurde die Übernahme durch Ricoh vollzogen. Die dazu neu etablierte Firma heißt PENTAX RICOH IMAGING COMPANY, LTD., mit etwa 1900 Mitarbeitern und dem Hauptsitz in Tokio. Sie übernimmt die Planungsfunktion für Kameras und Objektive, Produktionsstätten, Liegenschaften und die weltweite Distribution von den vorherigen Gesellschaften.PENTAX Imaging Systems GmbH wird PENTAX RICOH IMAGING DEUTSCHLAND GmbH bei pentax.de Die deutsche Niederlassung für das Geschäft mit Kameras und Objektiven hat ihren Sitz nach wie vor in Hamburg und firmiert seit Oktober 2011 unter dem Namen Pentax Ricoh Imaging Deutschland GmbH., Pentax.de, abgerufen am 11. November 2011.
Zum 1. August 2013 wurde der Firmenname in RICOH IMAGING COMPANY, LTD. geändert, entsprechend haben sich die diversen Niederlassungen umbenannt. Der Markenname PENTAX soll in Zukunft weiter für Spiegelreflexkameras, andere Systemkameras mit Wechselobjektiven sowie für Ferngläser verwendet werden, während unter anderem Kompaktkameras künftig unter dem Label RICOH herausgebracht werden.Company name change, Pentax.jp, abgerufen am 3. Juli 2013.Änderung des Firmennamens, Pentax.de, abgerufen am 3. Juli 2013.
Fototechnik mini|Die Pentax 6×7 war 1969 die erste Mittelformatkamera der Marke.
1952 entstand mit der Asahiflex I die erste japanische Spiegelreflexkamera. Das Nachfolgemodell, Asahiflex IIB aus dem Jahr 1954 verfügte erstmals über einen automatischen Rückschwingspiegel. 1957 führte Pentax als erstes japanisches Unternehmen in der Asahi Pentax ein fest eingebautes Pentaprisma ein, das den Lichtschachtsucher ablöste. Gleichzeitig erfolgte der Anschluss der passenden Takumar-Objektive seitdem über ein M42-Gewinde (vorher M37).
1964 präsentierte Pentax die Spotmatic, die als eine der weltweit ersten Kameras eine Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL) ermöglichte und so – nach der ersten Kamera überhaupt mit Innenmessung, der ebenfalls japanischen Topcon RE SuperMarco Antonetto, Claudio Russo: Topcon Story. Nassa Watch Gallery, ISBN 88-87161-00-3, S. 67. – am Markt wesentlich zum Durchbruch der Spiegelreflexkameras sowie der japanischen Kameraindustrie beitrug. Asahi Pentax konnte damit auf den Exportmärkten schnell Fuß fassen und zu einem der großen Anbieter aufsteigen. Unter den professionellen Fotografen fand die Mittelformatkamera Pentax 6×7 aus dem Jahr 1969 viel Aufmerksamkeit. Sie orientierte sich an der Konstruktion einer Kleinbild-Spiegelreflexkamera und bot einen Wechselsucher (Suchereinblick auf Augenhöhe und Belichtungsmessung nur mit dem Pentaprismen-Sucher). Zwar musste man auf ein Wechselmagazin verzichten, konnte dafür aber nahezu ebenso schnell wie mit dem Kleinbild arbeiten.
1971 führte Pentax zwei weitere Neuerungen ein: Die erste Spiegelreflexkamera mit TTL-Belichtungsautomatik (Pentax Electro Spotmatic) sowie die Mehrschichtvergütung Super Multi Coating (SMC), durch welche die Reflexion des Lichtes von vier Prozent (bei einer unvergüteten Glas-Luft-Grenzfläche) auf 0,2 Prozent reduziert wurde. So wurden Abbildungsleistung und Brillanz der Pentax-Objektive erhöht.
K-Bajonett
mini|K-Bajonett an einer K-5 mini|smc PENTAX-FA* 1:4,5 300 mm an einer PENTAX MX
1975 führte Pentax die Kameras K2, KM und KX und die SMC PENTAX-Objektive der K-Serie mit Objektivbajonett ein. Die ein Jahr später eingeführte, preiswerte und robuste Pentax K1000 wurde über 2,5 Millionen Mal verkauft. Sehr erfolgreich waren auch die zwischen 1976 und 1980 eingeführten Modelle MX, MV, ME und ME Super der kompakten M-Serie, zu der entsprechend kompakte SMC PENTAX-M-Objektive eingeführt wurden. Die Kombination der Zeitautomat-Kamera MV mit einem flachbauenden 40er-Objektiv galt jahrzehntelang als kleinstes und leichtestes Spiegelreflex-System im vollwertigen Kleinbildformat. 1980 führte Pentax die Kleinbild-Systemkamera mit Wechselsucher Pentax LX ein. Diese Kamera wurde bis ins Jahr 2000 hergestellt und weist als Besonderheit eine Belichtungsmessung während der Aufnahme und in der Filmebene auf. 1981 stellte Pentax mit der Pentax ME-F die erste Spiegelreflexkamera mit TTL-Autofokus vor (Die erste Kleinbild-Sucherkamera mit Autofokus stellte Konica 1977 mit der C35-AF vor). Die ME-F arbeitet mit einem System, bei dem sich der AF-Motor im Objektiv befindet (so wie heute bei Canon). Ebenfalls hochmodern war 1983 der Kleinbild-SLR-Multiautomat Pentax Super A und die zugehörigen SMC PENTAX-A-Objektive.
Das K-Bajonett kann als Nachfolger des universellen M42-Anschlusssystems bezeichnet werden; es wurde von Beginn an großzügig lizenziert, so dass es auch von zahlreichen anderen Herstellern eingesetzt wurde. Bei der Entwicklung wurde u. a. auf einfache Adaptierungsmöglichkeit für ältere Objektive mit M42-Schraubanschluss geachtet. Trotz aller Weiterentwicklungen – wie der Einführung von Kameras mit Autofokusantrieb, der elektrischen Übertragung von Objektivparametern und der Einführung von Objektiven mit Ultraschall-Autofokus – blieb das K-Bajonett weitgehend kompatibel, so dass auch älteste Objektive zumindest mit manueller Bedienung und Belichtungsmessung an aktuellen digitalen Kameramodellen betrieben werden können.
Einige Anbieter haben eigene Erweiterungen des K-Bajonetts entwickelt, die in Einzelfällen zu Inkompatibilitäten führen können. So führt der Einsatz einiger Ricoh-Objektive an Pentax-Kameras mit Autofokusantrieb zu einem Verklemmen, so dass Kamera und Objektiv nicht mehr ohne Werkzeug zu trennen sind.
Zum gehobenen Qualitätssegment der neueren Pentax SLR-Objektive gehören die besonders kompakten, teilweise handgefertigten Modellreihen FA- & DA Limited sowie die gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichteten und mit Ultraschall-Autofokusmotor (SDM) ausgestatteten DA*/DFA*-Objektive. Die Kürzel WR (weather resistant) und AW (all weather) kennzeichnen ebenfalls wetterfest abgedichtete Objektive. Im Vergleich zu früheren Modellserien von Pentax sowie gegenüber den marktführenden Anbietern ist das heutige Sortiment an Wechselobjektiven für DSLR weniger breit gefächert. Dafür sind aktuelle Pentax-DSLR-Kameras mit allen älteren K-Bajonett-Objektivserien seit 1975 rückwärtskompatibel – teilweise allerdings mit Funktionseinschränkungen etwa bei Belichtungsmessung und Blendensteuerung.
Pentax Auto 110
mini|Pentax Auto 110