miniatur|Wandmalerei an der Südfassade des Kemptener Rathauses miniatur|Römische Hausfrau mit Wohnhaus am Eingang der Lindenbergschule miniatur|Römischer Reiter am Eingang der Lindenbergschule in Kempten
Franz Weiß (* 5. Mai 1903 in München; † 1. Juni 1981 in Kempten (Allgäu)) war ein Maler, der hauptsächlich im Allgäuer Raum und in München tätig war. Der vielseitig begabte Künstler war auch Fassaden- und Innengestalter, entwarf plastische Dekorationen und Werbegrafiken.
Leben Nachdem Franz Weiß in München studiert und in einem Atelier gearbeitet hatte, zog er im Jahr 1923 nach Kempten, behielt aber lange noch ein Atelier in München. Weiß trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.567.037).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/47620287 Von 1939 bis 1944 nahm er mit sieben Ölgemälden an der nationalsozialistischen Großen Deutschen Kunstausstellung teil, die er alle für je 6.000 bis 10.000 RM verkaufte, u. a. an Adolf Hitler, Hermann Esser und Hermann Giesler.Große Deutsche Kunstausstellung 1937–1944, Website des Zentralinstituts für Kunstgeschichte (ZI) in München mit Suchergebnissen zu Franz Weiß, online unter gdk-research.de Weiß stützte das NS-Regime propagandistisch durch die Ausschmückung von Staats-, Partei- und Wehrmachtsbauten sowie kommunalen und privaten Gebäuden mit Gemälden und Fresken, unter anderem in der Ordensburg Sonthofen. Zudem zeichnete er verantwortlich für die graphische Gestaltung von Plakaten und Einladungen von NS-Veranstaltungen und Grußkarten für Rüstungsfirmen. Weiß fertigte eine Überblickskarte des Führersperrgebiets Obersalzberg an. Werke von Weiß werden bis heute in auf NS-Devotionalien spezialisierten Auktionshäusern gehandelt. Andererseits ist aber auch oppositionelles Verhalten belegt; Weiß gründete 1936 eine Tarnfirma, um seinem jüdischen Freund Siegfried Kluger aus Ulm zu helfen.Bericht der Kommission für Erinnerungskultur für die Sitzung des Stadtrates Kempten (Allgäu) am 23.04.2026, S. 23 u. 24.
Ende der 1940er Jahre entwarf Weiß auf Wunsch des Allgäuer Brauhauses ein Etikett mit dem Brauch der Gassenschänken, auf dem ein typischer Allgäuer Bub mit Lederhose das Bier im Steinkrug heim trägt. Dieses Etikett prägt seit 1950 die Biermarke Allgäuer Büble und wird auch 70 Jahre später von der Brauerei als Markenzeichen eingesetzt, auf Bierdeckeln, Plakaten und Gasthausschildern.Dr. Willi Vachenauer in Kreisbote Kempten: Heute fast vergessen - Der schaffensreiche Kunstmaler Franz Weiß hat nicht nur in Kempten viele Spuren hinterlassen, 12. Februar 2020 Ebenfalls ab Ende der 1940er Jahre entwarf er lange Zeit die Plakate für die Allgäuer Festwoche.
Neben dieser Arbeit prägte er das Stadtbild Kemptens, aber auch anderer Städte wie Bad Wörishofen und Füssen mit Fassadenmalereien. In Kempten kann man noch heute an zahlreichen Häusern, z. B. an Neubauten in der Bahnhofstraße, am Hildegardplatz, in der Gerberstraße, der Bäckerstraße oder am Schumacherring von ihm gestaltete Malereien sehen. Am Schwabenweg schuf er z. B. die Bildnisse der Sieben Schwaben. Er malte auch das Bild von Heinrich von Kempten auf dem Kemptener Rathaus. In der Lindenbergschule gestaltete er das Atrium mit Szenen aus dem römischen Kempten. Die Ausmalung der Innenräume des Müßiggengelzunfthauses stammt ebenfalls von ihm. Franz Weiß arbeitete 1954 an der Innenrenovierung und Neugestaltung des Stadttheaters in Kempten mit. Er entwarf die aufwendige Deckenrosette und übermalte den ramponierten Theatervorhang mit dem Tanz der Musen von Franz Sales Lochbihler. Weiß gestaltete auch den Kornhaussaal.
Neben Kempten arbeitete er auch in München, Wangen, Füssen, Immenstadt und in Bad Wörishofen.
Franz Weiß starb im Jahr 1981 in Kempten. Bis kurz vor seinem Tod war er künstlerisch tätig. Im Laufe seines Berufslebens bildete er zahlreiche Lehrlinge aus, von denen die meisten selbst künstlerisch oder als Restauratoren tätig wurden, z. B. der Maler und Karikaturist Manfred Küchle, der den „Balthes“ für die Allgäuer Zeitung zeichnet.
Die Stadt Kempten (Allgäu) ehrte Franz Weiß 1986 durch die Benennung einer Straße im Stadtteil Rothkreuz nach dem Maler.
Ausstellungen 1943 Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München
Weblinks
Einzelnachweise
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