Sitia ( ) ist eine Gemeinde (Δήμος, Dimos) im Osten des Regionalbezirks Lasithi auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta. Die Insel bildet eine der 13 Regionen Griechenlands.
Die eigentliche Stadt Sitia, die auch Sitz der Gemeinde ist, ist nach Ierapetra und Agios Nikolaos mit 9348 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Regionalbezirk Lasithi, der ehemaligen Präfektur Lasithi. Als Gemeinde hat Sitia 19.720 Einwohner (Stand 2011).
Geografie Geografische Lage Sitia ist das bäuerliche Zentrum der durch ausgedehnten Olivenanbau geprägten Region in der Präfektur Lasithi. Touristische Angebote sind vorrangig auf die Hafenpromenade begrenzt, weshalb die Stadt als einer der wenigen größeren Orte auf Kreta ihr typisches Gepräge erhalten konnte. Der auf einer Hochebene über der Stadt gelegene neue internationale Flughafen Sitia, der im Sommer 2004 seiner Bestimmung übergeben werden sollte, wird mittlerweile von vielen europäischen Flughäfen angeflogen.
Sitia ist Endpunkt der Europastraße 75.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Sitia ist in vier Gemeindebezirke gegliedert. Dies sind die bis 2010 bestehenden selbstständigen Gemeinden Itanos, Lefki und Sitia sowie der neue Gemeindebezirk Analipsi. Die lokale Selbstverwaltung wird durch einen Stadtbezirk (gr. dimotiki kinotita), nämlich Sitia, und 29 Ortsgemeinschaften topikes kinotites ausgeübt. Im November 2011 wurden vier Ortsgemeinschaften aus der Gemeinde Ierapetra nach Sitia eingemeindet, aber zunächst keinem der Gemeindebezirke zugeordnet.Griechisches Gesetzesblatt vom 9. November 2011 (ΦΕΚ A239/09.11.2011) PD 105 PDF Online (griechisch) In der nachfolgenden Tabelle sind außerdem Siedlungen mit über 400 Einwohnern verzeichnet (Einwohnerzahlen aus dem Ergebnis der Volkszählung 2011). Gemeindebezirk Itanos – Δημοτική Ενότητα Ιτάνου – 2.108 Ortsgemeinschaft Karydi – Τοπική Κοινότητα Καρυδίου – 86 Ortsgemeinschaft Palekastro – Τοπική Κοινότητα Παλαικάστρου – 1.275 Palekastro – Παλαίκαστρον – 953 Ortsgemeinschaft Zakros – Τοπική Κοινότητα Ζάκρου – 747 Zakros – Ζάκρος – 640 Gemeindebezirk Lefki – Δημοτική Ενότητα Λεύκης – 1.697 Ortsgemeinschaft Agia Triada – Τοπική Κοινότητα Αγίας Τριάδος – 77 Ortsgemeinschaft Apidia – Τοπική Κοινότητα Απιδίων – 342 Ortsgemeinschaft Armeni – Τοπική Κοινότητα Αρμένων – 322 Ortsgemeinschaft Chandras – Τοπική Κοινότητα Χανδρά – 226 Ortsgemeinschaft Pannagiannades – Τοπική Κοινότητα Παππαγιαννάδων – 268 Ortsgemeinschaft Ziros – Τοπική Κοινότητα Ζίρου – 462 Gemeindebezirk Analipsi – Δημοτική Ενότητα Ανάληψης – 1.402 (seit November 2011)Griechisches Gesetzesblatt vom 14. April 2014 (ΦΕΚ A 93/14.04.2014) PDF Online S. 1556 (griechisch) Ortsgemeinschaft Chrysopigi – Τοπική Κοινότητα Χρυσοπηγής – 190 Ortsgemeinschaft Lithines – Τοπική Κοινότητα Λιθινών – 346 Ortsgemeinschaft Pefki – Τοπική Κοινότητα Πεύκων – 763 Ortsgemeinschaft Perivolakia – Τοπική Κοινότητα Περιβολακίων – 103 Gemeindebezirk Sitia – Δημοτική Ενότητα Σητείας – 14.513 Stadtbezirk Sitia – Δημοτική Κοινότητα Σητείας – 9.912 Sitia – 9.348 Ortsgemeinschaft Agios Georgios – Τοπική Κοινότητα Αγίου Γεωργίου Σητείας – 182 Ortsgemeinschaft Achladia – Τοπική Κοινότητα Αχλαδίων – 274 Ortsgemeinschaft Chamezi – Τοπική Κοινότητα Χαμεζίου – 253 Ortsgemeinschaft Exo Mouliana – Τοπική Κοινότητα Έξω Μουλιανών – 247 Ortsgemeinschaft Krya – Τοπική Κοινότητα Κρυών – 128 Ortsgemeinschaft Lastros – Τοπική Κοινότητα Λάστρου – 157 Ortsgemeinschaft Maronia – Τοπική Κοινότητα Μαρωνίας – 152 Ortsgemeinschaft Myrsinis – Τοπική Κοινότητα Μυρσίνης – 147 Ortsgemeinschaft Piskokefalo – Τοπική Κοινότητα Πισκοκεφάλου – 781 Piskokefalo – Πισκοκέφαλο – 642 Ortsgemeinschaft Presos – Τοπική Κοινότητα Πραισού – 56 Ortsgemeinschaft Roussa Ekklisia – Τοπική Κοινότητα Ρούσσας Εκκλησίας – 213 Ortsgemeinschaft Sfaka – Τοπική Κοινότητα Σφάκας – 322 Ortsgemeinschaft Skopi – Τοπική Κοινότητα Σκοπής – 774 Skopi – Σκοπή – 553 Ortsgemeinschaft Stavromenos – Τοπική Κοινότητα Σταυρωμένου – 161 Ortsgemeinschaft Tourloti – Τοπική Κοινότητα Τουρλωτής – 420
Geschichte miniatur|Hafen von Sitia Archäologische Funde belegen eine Besiedelung seit etwa 1050 v. Chr. Laut Diogenes Laertios war Sitia die Heimatstadt des Myson, eines der Sieben Weisen. Ausgrabungen in der Umgebung (Agia Fotia, Praisos) belegen eine Besiedelung der Bucht in minoischer und hellenistischer Zeit. Venezianer legten die Stadt an, was sich noch heute in den rechtwinklig angeordneten Straßenführungen zeigt. Nachdem Stadt und Festung im 17. Jahrhundert zerstört wurden, begann ein Neuaufbau erst wieder Mitte des 19. Jahrhunderts.
Berühmtester Sohn der Stadt ist der Dichter Vitsentzos Kornaros, der den Versroman Erotokritos verfasste. Das Werk gilt als bedeutendstes der frühneuzeitlichen kretischen Literatur.
Sehenswürdigkeiten Museen miniatur|Stadtansicht vom Hafen Zu den Sehenswürdigkeiten zählt das Archäologische Museum Sitia, wo Funde aus den Ausgrabungsstätten Ostkretas gezeigt werden. Vom Neolithikum bis zur römischen Zeit werden Objekte ausgestellt, hauptsächlich auch aus Kato Zakros. Das bekannteste Ausstellungsstück des Museums ist der Kouros von Palaikastro.
Die venezianische Kastellburg Kasarma (auch Casarma), ursprünglich von Kreuzfahrern errichtet, um- und ausgebaut während der venezianischen Besetzung der Insel, wurde 1651 von seinen Besitzern zerstört, um es nicht in die Hände der Türken fallen zu lassen. Diese erbauten die jetzige Festung auf den Ruinen der venezianischen Burg. Sie liegt am höchsten Punkt der Stadt.
Das Folklore-Museum zeigt traditionelle Haushaltsgeräte und Arbeitswerkzeuge sowie Erzeugnisse aus heimischer Handwerksproduktion.
Archäologische Stätten der Gemeinde Achladia (minoische Villa) Agios Georgios (minoische Villa) Chamaizi (minoisches Haus) Diaskari (spätminoische Siedlung) Itanos (minoische/dorische Hafenstadt) Kato Zakros (minoischer Palast) Kloster Toplou Roussolakkos (minoische Stadt) Petras (minoischer Palast) Petsophas (minoisches Gipfelheiligtum) Prinias (minoisches Gipfelheiligtum) Platyskinos (Tholosgrab) Praisos (eteokretische Stadt) Trypitos (hellenistische Stadt) Xerokambos (hellenistische Siedlung) Zakros (minoische Villa) Zou (minoische Villa)
Naturschauplätze in der Umgebung Palmenstrand von Vai Chandras-Hochebene
Belege
Weblinks
Informationen des griechischen Kulturministeriums zu dem Archäologischen Museum Sitia Informationen bei ostkreta.de Sittia and Paleocastro (englisch)
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