Marielle Thompson (* 15. Juni 1992 in North Vancouver, British Columbia) ist eine kanadische Freestyle-Skierin. Sie ist auf die Disziplin Skicross spezialisiert. Zu ihren größten Erfolgen gehören der dreimalige Gewinn der Weltcup-Disziplinenwertung, der Olympiasieg im Jahr 2014 und der Weltmeistertitel im Jahr 2019. Ihr jüngerer Bruder Broderick Thompson war alpiner Skirennläufer.
Biografie Zu Beginn ihrer Sportkarriere versuchte sich Thompson als alpine Skirennläuferin, doch sie bestritt lediglich einige FIS-Rennen zu Beginn des Jahres 2008; bestes Ergebnis war ein 24. Platz. Daraufhin wechselte sie zum Skicross. 2010 fand sie durch den Sieg in der Gesamtwertung des Nor-Am-Cups und den zweiten Platz bei den kanadischen Meisterschaften Aufnahme in der Nationalmannschaft. Ihr Debüt im Weltcup hatte sie am 18. Dezember 2010: In Innichen fuhr sie auf den 21. Platz und gewann sogleich die ersten Weltcuppunkte. Das beste Ergebnis in ihrer Premierensaison war ein 7. Platz, bei den Weltmeisterschaften 2011 in Deer Valley fuhr sie auf den 15. Platz. Zum Saisonabschluss wurde sie kanadische Meisterin.
Am 17. Dezember 2011 gelang Thompson mit Platz 3 in Innichen die erste Weltcup-Podestplatzierung, den ersten Weltcupsieg feierte sie am 3. Februar 2012 in Blue Mountain. Mit insgesamt sechs Podestplätzen, darunter zwei weiteren Siegen in Branäs und Grindelwald, entschied sie die Skicross-Weltcupwertung der Saison 2011/12 für sich. Thompson konnte zu Beginn der Saison 2012/13 zunächst nicht an die Leistungen des Vorwinters anknüpfen. Erst im Februar gelang ihr in Sotschi wieder ein Podestplatz. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Voss gewann sie die Silbermedaille, bei den Juniorenweltmeisterschaften 2013 in Chiesa in Valmalenco die Goldmedaille.
Im Winter 2013/14 stand Thompson sechsmal auf dem Podest eines Weltcuprennens, davon dreimal als Siegerin (in Nakiska, Val Thorens und La Plagne). Die Disziplinenwertung entschied sie im letzten Rennen der Saison knapp für sich, als sie noch an der Schweizerin Fanny Smith vorbeizog. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gewann sie die Goldmedaille, vor Kelsey Serwa und Anna Holmlund. In der ersten Hälfte der Saison 2014/15 war Thompson weiterhin überlegen. Sie gewann in Nakiska und zweimal in Val Thorens. Bei den Weltmeisterschaften 2015 am Kreischberg wurde sie lediglich Achte; sie hatte sich während des Rennens eine Knieverletzung zugezogen und musste die Saison vorzeitig beenden. Im Winter 2015/16 gewann sie vier Weltcuprennen im Montafon, am Watles sowie in Nakiska und Idre. Zusammen mit zwei zweiten Plätzen reichte dies für den zweiten Rang in der Disziplinenwertung.
Thompson dominierte die Saison 2016/17 fast nach Belieben. Sie gewann sieben Weltcuprennen in Val Thorens und Arosa, im Montafon und am Watles sowie in Idre, Sunny Valley und Blue Mountain. Mit großem Vorsprung entschied sie zum dritten Mal die Disziplinenwertung für sich. Hingegen reichte es bei den Weltmeisterschaften 2017 in der Sierra Nevada nur zu Platz 5. Im Trainingslager in Saas-Fee stürzte sie schwer und zog sich dabei einen Kreuzbandriss sowie einen Innenbandriss zu. Rechtzeitig zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang war sie wieder fit. Dort stellte sie in der Qualifikation die Bestzeit auf, schied aber in der ersten Runde aus.
Bei den Freestyle-Skiing-Weltmeisterschaften 2019 in Park City gewann Thompson die Goldmedaille.
Erfolge
Olympische Spiele Sotschi 2014: 1. Skicross Pyeongchang 2018: 17. Skicross Peking 2022: 2. Skicross Mailand-Cortina 2026: 14. Skicross Weltmeisterschaften Deer Valley 2011: 15. Skicross Voss 2013: 2. Skicross Kreischberg 2015: 8. Skicross Sierra Nevada 2017: 5. Skicross Park City 2019: 1. Skicross Idre 2021: 11. Skicross Bakuriani 2023: 2. Skicross Team, 4. Skicross Weltcupwertungen Saison Gesamt Skicross Platz Punkte Platz Punkte 2010/11 50. 17 16. 192 2011/12 3. 59 1. 590 2012/13 36. 30 7. 302 2013/14 4. 69 1. 755 2014/15 34. 27,27 8. 300 2015/16 6. 61,42 2. 737 2016/17 3. 74,23 1. 965 2018/19 8. 59,64 3. 656 2019/20 6. 64,45 3. 709 2020/21 - - 3. 475 2021/22 - - 3. 549 2022/23 - - 3. 664 2023/24 - - 1. 1077 2024/25 - - 6. 744
Weltcupsiege Thompson errang im Weltcup bisher 75 Podestplätze, davon 36 Siege: Nr. Datum Ort Land 1 3. Februar 2012 Blue Mountain Kanada 2 3. März 2012 Branäs Schweden 3 10. März 2012 Grindelwald Schweiz 4 7. Dezember 2013 Nakiska Kanada 5 17. Januar 2014 Val Thorens Frankreich 6 23. März 2014 La Plagne Frankreich 7 6. Dezember 2014 Nakiska Kanada 8 9. Januar 2015 Val Thorens Frankreich 9 10. Januar 2015 Val Thorens Frankreich 10 5. Dezember 2015 Montafon Österreich 11 17. Januar 2016 Watles Italien 12 23. Januar 2016 Nakiska Kanada 13 14. Februar 2016 Idre Schweden 14 9. Dezember 2016 Val Thorens Frankreich 15 13. Dezember 2016 Arosa Schweiz 16 17. Dezember 2016 Montafon Österreich 17 15. Januar 2017 Watles Italien 18 12. Februar 2017 Idre Schweden 19 25. Februar 2017 Sunny Valley Russland 20 5. März 2017 Blue Mountain Kanada 21 17. März 2019 Veysonnaz Schweiz 22 14. Dezember 2019 Montafon Österreich 23 17. Dezember 2019 Arosa Schweiz 24 1. Februar 2020 Megève Frankreich 25 14. Dezember 2021 Arosa Schweiz 26 28. Januar 2024 St. Moritz Schweiz 27 3. Februar 2024 Alleghe Italien 28 10. Februar 2024 Bakuriani Georgien 29 11. Februar 2024 Bakuriani Georgien 30 16. März 2024 Veysonnaz Schweiz 31 23. März 2024 Idre Schweden 32 12. Dezember 2024 Val Thorens Frankreich 33 17. Dezember 2024 Arosa Schweiz 34 1. Februar 2025 Veysonnaz Schweiz 35 2. Februar 2025 Veysonnaz Schweiz 36 8. Februar 2025 Val di Fassa Italien
Nor-Am Cup Saison 2009/10: 1. Skicross-Disziplinenwertung 16 Podestplätze, davon 12 Siege
Juniorenweltmeisterschaften Chiesa in Valmalenco 2013: 1. Skicross
Weitere Erfolge Winter-X-Games 2012: 5. Skicross 5 Podestplätze, davon 4 Siege im Europacup 5 Podestplätze im South American Cup, davon 3 Siege 4 kanadische Meistertitel (2011, 2012, 2014, 2016)
Weblinks Website von Marielle Thompson (englisch) (Freestyle) (Alpin) Profil X-Games
Einzelnachweise
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