mini|Wilhelm-Spaeth-Straße mini|Der Pleyweisser – Darstellung einer handwerklichen Szene aus dem 17. Jh. auf einem Sgraffito in der Hinteren Bleiweißstraße, um 1959

Bleiweiß ist ein südöstlich der Nürnberger Altstadt gelegener Stadtteil und als Distrikt 111 Teil des statistischen Bezirks 11 (Glockenhof). Das Bleiweißviertel ist heute ein Prototyp moderner Stadtbebauung.

Lage Im Bereich der heutigen Lichtenhofstraße 4–8 in Nürnberg befand sich die Einöde Bleiweiß. Sie ist der Siedlungskern des Bleiweißviertels.W. Fischer-Pache: Bleiweißviertel, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 149. Dieses liegt in Glockenhof, östlich der Allersberger Straße, zwischen Schweigger-, Holzgarten- und Wodanstraße.

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1449 als „Haus, zu dem eußern Galgenhoff, da man ünslit innen aussmelcz“ erstmals schriftlich erwähnt. Bleiweiß war also schon damals eine Schmelzhütte, 1450 heißt es von ihr, dass sie „ein gering smelzhutten“ ist. 1599 wurde sie als „pleÿweißhütten“ bezeichnet. Seit dem 17. Jahrhundert siedelten sich dort die Bleiweißer an.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 14ff.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bleiweiß aus einem Gut. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber von den brandenburg-ansbachischen Oberämtern Schwabach und Burgthann bestritten wurde. Grundherr war der Nürnberger Eigenherr von Geuder.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 102. Es gab zwei Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 413.

Von 1797 bis 1808 unterstand Bleiweiß dem Justiz- und Kammeramt Burgthann. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gleißhammer und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gleißhammer zugeordnet. 1899 wurde Bleiweiß mit Gleißhammer nach Nürnberg eingemeindet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 238f.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1824 1836 1840 1861 1871 1885Einwohner 22 25 31 29 27 319 1341HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836 und 1885 als Wohngebäude. 3 2 4 4 88Quelle

Religion Bleiweiß ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Lorenz (Nürnberg) gepfarrt, ab dem 19. Jahrhundert war St. Peter (Nürnberg) zuständig, gegenwärtig gehört Bleiweiß zur Gustav-Adolf-Gedächtniskirche (Nürnberg). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Herz Jesu (Nürnberg) gepfarrt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 15.

Infrastruktur Bei der Sanierung, die 1990 ihren Abschluss fand, wurde die Hälfte der Gebäude abgerissen. Dabei hat man einen Kindergarten, ein Jugendfreizeitheim, eine Altentagesstätte, ein Garagenhaus und Clubräume für Vereine gebaut. Der Kulturtreff Bleiweiß besteht seit 1988 und gehört zu den elf städtischen Kulturläden in Nürnberg. Im Gegensatz zu anderen Kulturläden besitzt der Kulturtreff Bleiweiß keine eigenen Veranstaltungsräume, sondern nutzt den Seniorentreff Bleiweiß in der Hinteren Bleiweißstraße 15 und das Jugendzentrum Quibble (Kreisjugendring Nbg.- Stadt) in der Augustenstraße 25 für seine Angebote. Der Kulturtreff Bleiweiß wurde mittlerweile in das Kultur- und Bildungszentrum Südpunkt integriert.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1449