Diese Liste stellt die rechtliche Situation zu Nichtraucherschutz / Rauchverboten in verschiedenen Ländern dar.
Rauchverbote in Europa Belgien
Ab dem 1. Januar 2007 galt in Belgien ein beschränktes Rauchverbot in Restaurants. Raucherräume durften eingerichtet werden, sofern mindestens die Hälfte aller Innenplätze rauchfrei blieb. Es gab Ausnahmeregelungen für Bars, Bistros und ähnliche Gasthäuser, in denen geraucht werden durfte.
Ein Urteil des belgischen Verfassungsgerichtes hob die Ausnahmen mit Wirkung vom 1. Juli 2011 als nicht verfassungsgemäß auf. Es wurde eine Verzerrung der Konkurrenz bemängelt und festgestellt, dass die Regierung nicht nachweisen konnte, dass den Gaststätten durch ein Rauchverbot Nachteile entstünden. Damit wurde die gesamte Gastronomie rauchfrei.Belgium expands smoking ban to all cafes, casinos.
Bulgarien
Ein im Mai 2009 verabschiedetes Gesetz (Regierung Stanischew), das das Rauchverbot in allen geschlossenen öffentlichen Plätzen vorsah, sollte am 1. Juni 2010 in Kraft treten,Пълна забрана за пушене в малките заведения от лятото, Vollständiges Rauchverbot in kleinen Lokalen ab Sommer 2011 aber die folgende Regierung Borissow I schwächte die Gesetzesvorschriften derart ab, dass Bars und Restaurants, deren Fläche weniger als 100 m² beträgt, weiter das Rauchen erlauben durften, während die größeren eine Abteilung für Raucher einrichten mussten.НС отмени тоталната забрана за пушене на обществени места, Das Narodno Sabranie hob das vollständige Rauchverbot in öffentlichen Räumen auf Zwei Jahre später verabschiedete dieselbe parlamentarische Mehrheit (GERB) ein Gesetz, das das Rauchen auch in Bars, Restaurants und Diskotheken ausnahmslos verbietet und am 1. Juni 2012 in Kraft trat.Пушенето на закрито ще бъде забранено, спорно е дали ще се спазва, Das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Plätzen wird verboten Am 12. Dezember 2013 stimmte das bulgarische Parlament gegen die Lockerung des Rauchverbotes. In: Standart News, Bulgarien, 12. Dezember 2013.
Dänemark
In Dänemark ist seit April 2007 der Tabakkonsum in allen öffentlichen Einrichtungen und an allen Arbeitsplätzen des öffentlichen Dienstes verboten. Für Arbeitsplätze im privaten Gewerbe gelten strengere Vorschriften als bisher; ein vollständiges Rauchverbot gibt es dort allerdings vorerst nicht. In Kneipen, Speise- und Ausschankstätten mit einer Größe von 40 Quadratmetern oder mehr ist das Rauchen seit dem 15. August 2007 nicht mehr gestattet. Ausnahmen bilden spezielle Raucherzimmer und -kabinen. Seit dem Fahrplanwechsel am 7. Januar 2007 ist zudem in allen Zügen der Dänischen Staatsbahnen das Rauchen untersagt. Zum befürchteten Kneipensterben ist es nicht gekommen: Seit der Einführung des Rauchverbots in Gaststätten am 1. September 2007 verbuchten die Schankwirte eine Umsatzsteigerung von acht Prozent. vom 31. März 2008, abgerufen am 15. Februar 2010.
Deutschland
In Deutschland ist Gesundheitsschutz Ländersache; es gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Allen gemein ist jedoch das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Bundesländern Saarland, Bayern und Nordrhein-Westfalen, die zusammen ca. 40 Prozent der deutschen Bevölkerung stellen, gelten strenge Rauchverbote ohne Ausnahmen für die Gastronomie. In den restlichen 13 Bundesländern existieren vergleichsweise großzügige Ausnahmen für Nebenräume von Lokalen und für Einraumgaststätten mit weniger als 75 m² Fläche, in denen keine aufwändig zubereiteten Speisen angeboten werden und Minderjährige keinen Zutritt haben. Nichtraucherverbände weisen auf den großen Einfluss der Tabaklobby auf die Politik hin; so war Deutschland der einzige EU-Mitgliedsstaat, der noch bis Juli 2020 großflächige Tabakwerbung auf Plakaten im öffentlichen Raum erlaubt hatte.
Finnland
Seit 1995 ist das Rauchen in Finnland an Arbeitsplätzen verboten. Seit Juli 2007 gilt ein generelles Rauchverbot für kleinere Lokale, nach Ablauf der Übergangsfrist von zwei Jahren gilt dies seit Juli 2009 auch für größere Lokale. Eine Ausnahme gibt es nur für speziell abgeschlossene Raucherräume, in denen keine Speisen und Getränke konsumiert werden dürfen. Der Großteil der Lokale verzichtet allerdings auf einen solchen Raum und verbietet das Rauchen komplett.Finland, Health system review (PDF; 1,5 MB)
Frankreich
In Frankreich wurde im Januar 1991 das Loi 91-32 du 10 janvier 1991 relative à la lutte contre le tabagisme et l'alcoolisme („Loi Évin“) verabschiedet.www.legifrance.gouv.fr, siehe auch :fr:Législation sur le tabac en France oder :en:Smoking in France.
Seit dem 1. Februar 2007 gilt ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Räumen. Seitdem drohen Rauchern Geldstrafen, sollten sie in öffentlichen Einrichtungen – Behörden, Schulen, Schwimmbädern, Bibliotheken, Postämtern oder Museen – oder an öffentlichen Orten mit Publikumsverkehr wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Metrostationen rauchen.
mini|Standardisiertes Verkaufsschild («Carotte») von Tabakläden in Frankreich
Am 1. Januar 2008 wurde das Rauchverbot auch auf die gesamte Gastronomie inklusive aller Restaurants, Bars, Cafés, Casinos und Diskotheken ausgedehnt. Ausnahmen für die traditionellen Tabakverkaufsstellen, die zugleich Bars sind, gibt es nicht. Die Geldstrafe für Übertretungen beträgt 68 Euro für den Raucher und 135 Euro für den Betreiber der Lokalität.
Nach Umfragen stehen 70 bis 80 % der Franzosen hinter dem Rauchverbot; bei vielen hat sich die Einstellung gegenüber dem Rauchen stark geändert. Noch in den 1990er Jahren wurde das „Loi Évin“ genannte Anti-Rauch-Gesetz von 1991, das die Schaffung rauchfreier Zonen in den Restaurants forderte, vielfach ignoriert; aufgrund des geänderten Bewusstseins der Bevölkerung und sinkender Raucherzahlen (begünstigt durch die hohe Tabaksteuer in Frankreich) wurde das Rauchverbot weitgehend reibungsfrei durchgesetzt.
Im April 2015 wurde in Frankreich von der Nationalversammlung ein Verbot des Rauchens in Automobilen neben unter 18-jährigen Mitfahrern beschlossen,Article L3512-9 du Code de la santé publique außerdem ein Verkaufsverbot für Tabakwaren in der Nähe von Schulen und die einheitlich-neutrale Zigarettenschachtel mit nur kleinem Markennamen (ab Mai 2016).Frankreich führt neutrale Zigarettenschachtel ein, ORF.at, 3. April 2015.
Zum 29. Juni 2025 wurde das Rauchverbot auf alle Parks, Strände und das Umfeld von Schulen ausgeweitet, bei einer Strafandrohung von 135 €.France 24, www.france24.com (französisch).
Griechenland
In Griechenland gilt seit dem 1. September 2010 ein absolutes Rauchverbot in Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden, Büros und im Transportwesen sowie Restaurants und Lokalen.
Ein erstes Gesetz, das am 1. Juli 2009 in Kraft trat, sah noch mehrere Ausnahmeregelungen vor (Einraumgaststätten bis 75 m², Raucherräume etc.). Mangels Koordination in der öffentlichen Verwaltung wurde es aber niemals umgesetzt.
Irland
In Irland gibt es seit dem 29. März 2004 ein generelles Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen und an allen Arbeitsplätzen, also auch in allen Pubs und Restaurants.„Verstöße nur auf der Damentoilette“ In: Stern. 4. Januar 2008. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 3000 Euro.
Die Einführung wurde von einer umfassenden Gesundheitskampagne begleitet, in deren Verlauf es Rauchern durch staatlich unterstützte Hilfsmaßnahmen leichter gemacht werden sollte, den Ausstieg zu schaffen. Innerhalb weniger Monate erhöhte sich die Akzeptanz für das Rauchverbot auf 80 %, und vielfach wurde das Gesetz als das beste der damals im Amt befindlichen Regierung gelobt. Der Gesundheitsminister wurde aufgrund seiner hohen Popularitätswerte in der Folge der Einführung sogar als künftiger Taoiseach (Premierminister) gehandelt. Irland war das erste Land der Welt mit einem landesweiten Nichtraucherschutz.
Das Rauchen in geschlossener Gesellschaft ist in Irland nach wie vor erlaubt, weshalb sich viele Pubs anfangs als „geschlossene Gesellschaft“ ausgaben, um die Rauchverbote zu umgehen. Das ist inzwischen jedoch nur noch sehr selten anzutreffen.
Die strikte Anti-Rauch-Politik hat dazu geführt, dass insgesamt weniger Iren rauchen, der Prozentsatz ist zwischen 2004 und 2013 von 27 % auf 21,5 % gefallen. Der Raucheranteil unter Jugendlichen ist im gleichen Zeitraum bei leichten Schwankungen stabil geblieben. (PDF), In: Health Service Executive, abgerufen am 14. August 2014.
Island
In Island ist das Rauchen seit dem 1. Juni 2007 in allen Restaurants und Cafés sowie in öffentlichen Gebäuden verboten. Die Fährverbindungen von Dänemark bzw. Norwegen nach Island haben mittlerweile meistens Nichtraucherkabinen.
Italien
mini|200px|Rauchverbot in einem italienischen Restaurant
In Italien ist das Rauchen seit dem 12. Dezember 2004 in allen Regionalzügen und Fernzügen untersagt. Grenzüberschreitende Züge, in denen sich Raucherabteile befinden, fallen – wie in der Schweiz – ebenfalls unter das nationale Rauchverbot, sobald sie sich auf italienischem Boden befinden und italienische Bahnhöfe anfahren; ausgenommen sind lediglich Fernzüge im Transit.
Ein Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden und in Gaststätten, Bars, Cafés und Kneipen gilt seit dem 10. Januar 2005, wobei den Gastronomen die Abtrennung/Einrichtung eines Raucherbereichs mit separater Lüftung möglich ist – unabhängig vom Speiseangebot und der Größe des Etablissements. Die Abtrennung einer Raucherzone soll maximal der Hälfte der Fläche des Gastbereichs entsprechen. Die Inanspruchnahme dieser Zusatzregelung wurde vom italienischen Gesetzgeber durch die Rahmenbedingungen erschwert, gemäß derer der hermetische Abschluss der Abtrennung vom Nichtraucherbereich bei automatisch verschließbaren Durchgängen, Luftzirkulations- und Entlüftungstechniken erfüllt werden muss, was sich für normale Kneipiers betriebswirtschaftlich nicht rechnet.
Wer in öffentlichen Gebäuden raucht, muss bei Zuwiderhandlungen mit Strafen zwischen 27,50 und 275 Euro rechnen. Die Strafe kann verdoppelt werden, wenn in Gegenwart von Schwangeren oder Kindern bis zu 12 Jahren geraucht wird.
In ihren eigenen Gewerbebetrieben wurden alle italienischen Gastronomen und deren Konzessionsstellvertreter per gesetzlicher Regelung mit Hilfspolizeikompetenz ausgestattet, die sie berechtigt und zugleich persönlich haftend verpflichtet, die Einhaltung des Rauchverbots zu kontrollieren. Eine Nichterfüllung ihrer Pflicht, rauchende Gäste auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen und vom Rauchen abzuhalten, kann bis zu 2200 Euro Geldstrafe nach sich ziehen. Wenn ein Gastronom es mehrfach unterlässt, einen rauchenden Gast anzuzeigen, droht ihm der Entzug seiner Konzession. Dabei handelt es sich um die zurzeit restriktivste Regelung in Europa.
Ein Jahr nach Einführung der neuen Rauchverbotsregelungen gingen die Zigarettenverkäufe erheblich zurück und mit steigender Akzeptanz in der Bevölkerung gilt das verschärfte Rauchverbot als das erfolgreichste Gesetz, das die Regierung Berlusconi in ihren beiden letzten Amtsperioden verabschiedet hat. Einer Studie zufolge ist bereits im ersten Jahr nach der Einführung die Zahl der Herzinfarkte in der Region Rom deutlich gesunken, bei den 35- bis 64-Jährigen um 11 %, bei den 65- bis 75-Jährigen um 8 %. Eine Studie, welche die Bevölkerung der Toskana umfasste, fand jedoch heraus, dass die Ergebnisse je nach Verwendung der statistischen Modelle stark divergierten und die Effekte des Passivrauchens in anderen Studien wahrscheinlich überschätzt wurden.
In Mailand ist seit 1. Januar 2025 das Rauchen auf der Straße nur noch in isolierten Raucherbereichen erlaubt.
Ab 1. April 2026 ist Rauchen auf den Badestränden der Stadt Rom verboten. Auch andere Gemeinden Italiens führen ein ähnliches Verbot ein.
Kroatien