mini|IdZ-Demonstration. Der Soldat trägt allerdings nicht das komplette System. Die Ausrüstung besteht aus der alten Splitterschutzweste, dem Tragesystem und aus der Splitterschutzbrille EPS 21. Im Vordergrund auf dem Tisch liegen das Fernglas Vector IV und die Digitalkamera. mini|Nahansicht. Hier trägt der Soldat die alte Splitterschutzweste, das Tragesystem und die Restlichtverstärkerbrille Lucie. Die Waffe ist eine MP7.

Infanterist der Zukunft (IdZ) ist ein deutsches Modernisierungsprojekt für die Infanterie, das in der NATO unter dem Schlagwort Future Soldier läuft und der Verbesserung der persönlichen Gefechtsausrüstung der Infanterie in der Bundeswehr dient. Die herstellerseitige Gesamtsystemverantwortung liegt bei der Rheinmetall Defence Electronics aus Bremen. Aktueller Systemstand ist Infanterist der Zukunft – Erweitertes System Konstruktionsstand Very High Readiness Joint Task Force 2023.

Gründe und Planungsziele Seit dem Ende des Kalten Krieges haben sich die Aufgaben der Bundeswehr von der reinen Verteidigung des Staatsgebietes der Bundesrepublik Deutschland und der verbündeten Staaten hin zu internationalen Einsätzen mit und ohne UN-Mandat gewandelt.

Die Ausrüstung eines Soldaten unterteilt sich in persönliche Gefechtsausrüstung mit Handwaffen und Waffenanbauteilen, Schutzausrüstung, Aufklärungs- und Orientierungsausrüstung und Feld- und Biwakausrüstung.

Die Integration handelsüblicher Komponenten und bereits eingeführter Ausstattung soll langfristig Kosten sparen.

Ziele Steigerung von Durchsetzungsvermögen eigener Überlebensfähigkeit Führungsvermögen Beweglichkeit Durchhaltevermögen

Komponenten Infanterist der Zukunft mini|Vorgängermodell des PDA beim Feldtest im Kosovo

Das Programm „Infanterist der Zukunft“ macht moderne Techniken und Materialien für die persönliche Ausrüstung des Soldaten nutzbar. Die Bestandteile sind modular in Ausrüstungsschichten aufgebaut, um sie der Einsatzsituation anzupassen. Das Basissystem BS setzt sich aus Ausstattung, Bekleidung und dem Gewehr G36 zusammen. Mit dem IdZ-2 wird das System neu entwickelt. Nach dem Abschluss von Vorserientests ist eine Beschaffung von 4000 IdZ-2-Einzelausstattungen geplant.IdZ-ES – State of the Art? Hardthöhenkurier Dies weist je nach Zusammenstellung ein Gewicht zwischen 57 und 66 Kilogramm für die gesamte Ausrüstung auf.

1A Ausstattung Infanterist Schutzweste, Inf Trageausstattung, Inf Trinksystem 2-Liter-Wassersack mit Trinkschlauch, Schutzbrille, Laser, Staub Gehörschutz Sprechsatz, Kombi Funkgerät, UHF, Inf Schnittstellenrechner, Inf ABC-Schutzbekleidung, Inf Strahlendosimeter, Niedrigstrahlung

1B Zusatzausstattung Nahbereichsverteidigungswaffe HK MP7 Le. Maschinengewehr HK MG4 Gewehr gr. Reichweite G82 Modul Treffgenauigkeitserhöhung PzF3 Digitalkamera Abschussgerät 40 mm AG36 1,5 kg WBG – Handwaffen Stativ, antimagnetisch

1C Ausst. Jäger/1D Ausst. Geb.Jäger/1E Ausst. Fsch.Jäger Netzteil Ladegerät, Batterie, Schnittstellenrechner Ladestation, Blockbatterie Laserlichtmodul, Satz BiV-Fernrohr* BiV-Gerät NSA 80 Trageausstattung, Ergänzungssatz Laserentfernungsmesser, BT BiV-Brille Leica

Diese Ausstattung soll an alle Soldaten mit Gefechtsauftrag ausgegeben werden; Zusatzausstattung der Gebirgsjäger wird ein Höhenmesser. Bei 1C existiert zusätzlich der Einbausatz Dingo, Fuchs, LKW; bei 1D der Einbausatz BV-206, LKW; bei 1E der Einbausatz ESK, LKW.

(BiV Bildverstärker als Nachtsichtgerät durch Restlichtverstärkung)

Tragesystem Das modulare Tragesystem besteht aus einer Trageweste mit Rückenteil und zwei Vorderteilen und ersetzt das bisher übliche Koppeltragegestell. Taschen für Munition oder andere Ausrüstungsgegenstände können an die Trageweste angeschlauft werden. Auf dem Rückenteil lassen sich mit Reißverschlüssen zwei Taschen als sogenannte Daypacks mit je zehn Litern Fassungsvermögen befestigen. Zusätzlich umfasst die Ausrüstung einen Zwei-Liter-Wassersack mit Trinkschlauch Camelbak. Die Ausrüstung wird dabei in Ausrüstungsschichten angeordnet. Das Tragesystem ist jedoch nicht an den bei der Truppe eingeführten großen Rucksack oder den kleinen Gefechtsrucksack adaptiert und kann nicht mit diesen zusammen getragen werden.

Schutz Splitter-, Staub-, UV- und Laser-Schutzbrille EPS21 Beschusshemmende Weste als modulare Schutzweste mit Stichschutz und einlegbaren Keramikplatten der Schutzklasse IV .308, Gewicht zwischen 10,5 und 12 Kilogramm Schutz gegen atomare, biologische und chemische Waffen

Führungshilfsmittel mini|Das ursprünglich vorgesehene, nicht beschaffte Wärmebildzielgerät AN/PAS-13 von Raytheon für das HK G365-fache Vergrößerung, 10-fach möglich UHF-Gruppenfunkgerät für Sprach- und Datenfunk Sennheiser-In-Ear-Headset mit integriertem Impuls-Schallschutz Global Positioning System Personal Digital Assistant EADS-NaviPad (PDA) mit digitaler Kartensoftware und Digitalkompass Digitalkamera

Fernglas Vectronix (ehem. Leica Geosystems) Vector IV mit Laserentfernungsmesser und Digitalkompass Nachtsicht- und Wärmebildgerät Restlichtverstärkerbrille Lucie, Restlichtverstärkerfernrohr BIG 35 Wärmebildzielgerät HuntIR von AIM Infrarot-Module (Bild rechts zeigt das ursprünglich vorgesehene, nicht beschaffte Modell von Raytheon)

BiV-Brille LUCIE Jeder Infanterist soll mit einer Restlichtverstärkerbrille Lucie ausgestattet werden. Die Brille kann am Helm befestigt oder mit Kopftragegestell getragen werden. Durch eine Reichweite von 15 cm bis 250 m soll sie sicheres Bewegen, Lesen von Texten sowie die Bedienung von Ausrüstungsgegenständen auf kürzeste Entfernung ermöglichen. Die verwendete HyperGen XD-4 wiegt 360 Gramm; sie hat eine Einsatzdauer von mehr als 60 Stunden mit einer 1,5-V-AA-(Mignon)-Monozelle und einen Betriebsbereich von −30 °C bis +45 °C. Des Weiteren wird sie in Verbindung mit dem Laserlichtmodul als Zielsystem im unsichtbaren Bereich eingesetzt.

BiV-Fero, leicht Die Gruppe wird mit zwei Restlichtverstärkerfernrohren BIG 35 für die Gruppen-Zielfernrohrschützen ausgestattet werden, um Beobachtungsentfernungen von bis zu 800 Metern zu erreichen. Das Gerät ist mit einer BiV-Röhre ausgestattet, wiegt 840 Gramm und besitzt eine Einsatzdauer von mehr als 30 Stunden mit einem Batteriesatz von zwei 1,5-V-AA-Monozellen. Werden Lithium-Ionen-Akkus verwendet, steigt die Einsatzdauer auf 100 Stunden.

Nachtsichtaufsatz NSA80 Der NSA80 als Zielhilfsmittel für das Gewehr G36 soll achtmal in der Gruppe eingesetzt werden. Es ist baugleich mit dem BiV-Fero, leicht, der optische Einblick ist formgeändert. Für den Einsatz als Zielhilfsmittel wird das durch das BiV-Fero erzeugte Bild vor die Tagesoptik der Waffe gespiegelt. Der Schütze nutzt für den Feuerkampf weiterhin die Markierungen der jeweiligen Strichplatte. Das BiV-Zielgerät muss entsprechend der Optronik des G36 justiert werden.

Wärmebildzielgerät Die bisher nur bei schweren Waffen genutzten Wärmebildgeräte (WBG) sollen auch in der Infanteriegruppe Verwendung finden. Dies ist durch die Verwendung von ungekühlten WBG möglich. So sollen die kürzere Reichweite und die Mängel der Restlichtverstärkertechnologie ausgeglichen werden, da mit BiV-Geräten nicht in dunklen Bereichen beobachtet werden kann. Die Infanteriegruppe soll mit zwei dieser WBG ausgestattet sein, die sowohl Zielgeräte auf Waffen als auch Beobachtungsgeräte zum Einsatz auf Stativen sein sollen. Es handelt sich um Geräte vom Typ TWS AN/PAS-13 A(V) mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm und einer Optik mit einem Sehfeld von 3 Grad bzw. 10 Grad. Das Gerät arbeitet im ersten thermischen Fenster, also der Wellenlänge 3,4–4,2 µm; die Stromversorgung erfolgt durch Akkus, die eine Einsatzdauer von mehr als acht Stunden gewährleisten. Für den Einsatz als Beobachtungsgerät wird das erzeugte Bild umgewandelt und auf einem externen Display angezeigt.

Komponenten Infanterist der Zukunft Erweitertes System (IdZ-ES) Gladius mini|Angehöriger des KSK mit Ops-Core FAST Helm Hauptauftragnehmer für die zweite Realisierungsphase ist das Unternehmen Rheinmetall Defence Electronics (Bremen). Der Auftrag für die Modernisierung der infanteristischen Bundeswehr-Ausstattung erging 2006 an Rheinmetall.

IdZ-ES besteht aus rund 20 Ausstattungskomponenten in den drei Kernbereichen:

Bekleidung, Schutz- und Trageausstattung (BST) Waffen, Optik und Optronik (WOO) Command, Control, Computers, Communications and Information (C4I).

Die bisherige Schutzweste wird durch eine weichballistische SK1-Schutzweste mit integriertem Belüftungssystem abgelöst, die Schutz vor Pistolengeschossen bis 9 Millimeter bietet. In das modulare Tragegestell können hartballistische Schutzplatten der Schutzklasse 4 integriert werden.

Am zum System gehörenden Ops-Core FAST Ballistic Helmet, einem Gefechtshelm mit einem Gewicht von 1328 Gramm in Gr. M, L, können verschiedene Anbauteile angebracht werden beispielsweise Lampen. Der neue Helm wiegt bei gleicher Schutzwirkung 20 Prozent weniger als der bisherige. Im Helmdisplay erkennt jeder Einzelschütze mit einem Auge die Positionen aller Gruppenmitglieder.

Das Nacre-Headset, ein individuell angepasster Innenohr-Sprechsatz, erlaubt leises Sprechen und verzichtet auf ein Mikro. Die Sprachsignale werden über den Innenohrknochen aufgenommen. Das Headset dient gleichzeitig als Gehörschutz, der bei zu hoher Geräuschbelastung automatisch abriegelt. Bei Bedarf können Umgebungsgeräusche verstärkt werden. Push-to-talk-Tasten (PTT) ermöglichen Funk, ohne den Blick von der Optik oder die Hand von der Waffe zu nehmen.

Das Tragegestell beinhaltet den „Elektronischen Rücken“ mit Systemrechner, Funkgerät, GPS-Empfänger und Akkus. Der tragbare Führungsrechner ermöglicht den Zugriff auf den Soldaten, um den „Network Centric Warfare“ zu führen, mit dem Vorteil, dass der Soldat weniger durch Eigenbeschuss gefährdet ist. Das Bedien- und Anzeigegerät (BAG) ist ein ergonomisch geformtes Griffstück, das über einen Acht-Wege-Schalter sowie Tasten für Auswahl und Abbruch zur Steuerung des Kernrechners verfügt. Auch Gruppen- und Führungsfunkgerät können über diesen bedient werden. Das System zeigt die aktuelle Position eigener Kräfte, den eigenen Standort mit Bewegungsrichtung sowie die Blickrichtung in der digitalen Lagekarte. So erhält jeder Soldat Lageinformationen, Bewegungsbefehle und Meldungen der Gruppenmitglieder.

Gruppenführer und Stellvertreter verfügen über einen „Tragbaren Führungsrechner“ (TFR). Dieser dient der Lagedarstellung und hilft dem Führer bei Planung und Überwachung des Gefechts. Über das Gruppenfahrzeug SPz Puma oder GTK Boxer lässt sich das Führungsinfosystem Heer nutzen.

Ergebnisse des Laserentfernungsmessers „Moskito“ können per Knopfdruck über Bluetooth zum Kernrechner übertragen werden. Die Daten können an die Gruppe übermittelt, und im BAG sowie Helmdisplay abgerufen werden. Sie können zudem an die übergeordnete Führung weitergegeben werden, oder als Zielmeldung für Artillerie oder Mörser, um Steilfeuer abzurufen.

Das Sturmgewehr G36 wurde im Kampfwert mit der Zieloptik (ZO) 4x30 und dem Reflexvisier Red Dot Small Arms (RSA-S) gesteigert. Diese sitzen auf einer niedrigen Picatinny-Schiene. Die sehr robuste und lichtstarke Zieloptik ZO 4x30 hat ein doppelt so großes Sehfeld wie die alte. Ein Nachtsichtvorsatz (NSV) IRV-600 von Carl-Zeiss Optronics (jetzt Hensoldt) mit einem Gewicht von 1.090 Gramm incl. Batterien lässt sich adaptieren, ohne dass der Restlichtverstärker auf die Waffe eingeschossen werden muss. Alternativ auch ein 390 g schwerer Nachtsichtvorsatz bis 100 Meter vom Typ Dragon-C des Herstellers Qioptiq.

Die modulare Bekleidung ist für alle Klimazonen und Temperaturen von −32 °C bis +45 °C geeignet und ermöglicht eine individuelle Anpassung. Dazu gehört auch Wollunterwäsche von Woolpower für den Winter der Klimazonen trocken-kalt und feucht-kalt sowie Baumwoll-Kunstfaserunterwäsche für die Klimazonen feucht-kalt Sommer bis trocken-heiß.