mini|Die ersten Drei des Rennens 1966 (v. l. n. r.): Erhard Hancke, Siegfried Köhler und Wolfgang Schmelzer. Berlin–Angermünde–Berlin ist ein Eintagesrennen in Deutschland und später in der DDR, das bis 1990 auf der Straße und seit 2022 als Gravelchallenge ausgetragen führt. Es führt von Berlin nach Angermünde und zurück nach Berlin. Die Streckenlänge variiert zwischen 150 und über 200 Kilometern.
Geschichte Die erste Austragung von Berlin–Angermünde–Berlin fand 1909 statt.Im Radsportmuseum von Sportjournalist Werner Ruttkus in Zossen belegen frühe Dokumente das Startjahr 1910. In einer Ausgabe von 1950 sprach das Neue Deutschland bereits von einer traditionellen Radfernfahrt. Das Rennen fand in der Regel im April als Saisoneröffnungsrennen statt. 1962 und 1987 wurde das Rennen nicht ausgetragen – 1962 wurde es kurzfristig zur besseren Bekämpfung der in Berlin sowie teilweise im Bezirk Frankfurt (Oder) aufgetretenen infektiösen Darmerkrankungen abgesagt, 1987 fiel es auf Grund von Straßenschäden aus.
Die Streckenlänge variierte zwischen 150 und über 200 Kilometern. 1969 wurden, nach einer kurzfristig notwendigen Umleitung, sogar 240 Kilometer, statt der ursprünglich geplanten 210 Kilometer gefahren. Ein Jahr später wurde das Rennen auf Grund der schlechten Straßenverhältnisse auf einem 2,3 Kilometer langen Rundkurs auf der Rigaer Straße ausgetragen. Die Gesamtdistanz betrug lediglich 115 Kilometer.
1950 führte die Strecke beispielsweise auf 206 Kilometern über Bernau, Biesenthal, Eberswalde, Tornow, Hohenfinow, Falkenberg, Bad Freienwalde, Schiffmühle, Neuenhagen, Oderberg und Neukünkendorf nach Angermünde und zurück.
Mehrmals hatte das Rennen internationale Beteiligung. So fuhr 1967 die Friedensfahrtauswahl Kubas mit, 1969 waren polnische Fahrer am Start und 1990 gewann der Niederländer David Pots vor Erik Zabel.
1950 hatte das Rennen den Beinamen Großer Preis der Märkischen Volksstimme. Ab 1957 trug das Rennen zu Ehren des 1956 tödlich verunglückten Radrennfahrers Erich Schulz den Namenszusatz Erich-Schulz-Gedenkrennen und wurde unter diesem Namen 32 Mal ausgetragen. Zu Ehren des 1956 tödlich verunglückten Erich Schulz stiftete die BSG Post Berlin einen Wanderpokal für die beste Mannschaft.
Neuaustragung als Gravelchallenge Seit 2022 wird der Radklassiker als Langstreckenprüfung durch den Radsportverein RSV Steppenwolf auf Schotter und Kopfsteinpflaster wieder ausgetragen. Dabei treten die Fahrerinnen und Fahrer zu den 300 km mit rund 80 km auf Kopfsteinpflaster auf dem Gravelbike an. Die Strecke startet in Bernau bei Berlin und führt zum Marktplatz nach Angermünde und zurück.
Palmarès
Literatur Siegerliste In: Berliner Radsport, Nr. 5, Mai 2010, S. 3
Weblinks
Einzelnachweise/Anmerkungen Berlin–Angermünde–Berlin. In: Illustrierter Radsport-Express, Express-Verlag, 31. Mai 1949, S. 170. Berlin–Angermünde–Berlin. In: Neues Deutschland, 20. Mai 1950, S. 6. Friedensfahrt-Aspiranten bewährten sich. In: Berliner Zeitung, 6. April 1954, Jahrgang 10, Ausgabe 81, S. 5. Ohne Friedensfahrer-„Potte“ Wahl. In: Radsportwoche, 5. Jahrgang, Nr. 15, 9. April 1957, S. 3. Das Rennen fand in diesem Jahr kurzfristig ohne die Friedensfahrt-Kandidaten statt, da ihr Material von der letzten Station aus Bulgarien nicht rechtzeitig eintraf. I. Auswahlrennen nicht am 15. April! In: Radsport-Woche, 10. Jahrgang, Nr. 15, 10. April 1962, S. 3. Chefs auch vor dem Velodrom. In: Der Radsportler, Nr. 17, 29. April 1966, S. 3. Die Trophäe bleibt in Berlin. In: Der Radsportler, Nr. 17, 28. April 1967, S. 4. Eleven glänzten auf langer Distanz. In: Der Radsportler, Nr. 16, 19. April 1968, S. 4. Fünf Mann rüsteten zum Endspurt: Appler gewann ihn vor Knispler. In: Der Radsportler, 18. April 1969, S. 4. Axels famose Leistung. In: Der Radsportler, 3. April-Heft 1970, S. 3. Jürgen Fischer: Aus Rostock kommen flugs 120 Sandsäcke. In: Neues Deutschland, 28./29. März 1987, S. 15.
Kategorie:Radsportwettbewerb in der DDR Kategorie:Radsportwettbewerb in Berlin Kategorie:Sportveranstaltung in Angermünde Kategorie:Ehemaliges Straßenradrennen Kategorie:Letzte Veranstaltung 1990