Hohenburg ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach in der Planungsregion Oberpfalz-Nord und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Die Gemeinde befindet sich am südlichen Rand des Landkreises Amberg-Sulzbach an der Lauterach.
Gemeindegliederung Es gibt 23 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
mini|hochkant=1.3|Blick auf Hohenburg (von Richtung Kastl)
Es gibt die Gemarkungen Adertshausen, Allersburg, Egelsheim, Hohenburg, Mendorferbuch, Ransbach, Thonhausen (nur Gemarkungsteil 0) und Taubenbacher Forst (nur Gemarkungsteil 1).
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die Burg wurde um das Jahr 1000 in der damaligen Nordmark von den Grafen von Hohenburg als Grenzgrafschaft erbaut. Urkundlich erstmals aufgetreten ist Ernst von Hohenburg im Jahr 1080. Die verwitwete Mechthild von Hohenburg heiratete 1212 den Markgrafen Dipold V. von Vohburg aus dem Geschlecht des Grafen Dipold von Giengen. Aus dieser Verbindung gingen vier Söhne hervor, von denen Berthold der Vormund des letzten Staufers Konradin war. Alle vier Brüder starben 1256/57 in sizilianischen Kerkern. Nach dem Aussterben der Markgrafen von Hohenburg gelangte das Herrschaftsgebiet an das Hochstift Regensburg. Die ehemalige Reichsherrschaft des Hochstiftes Regensburg wurde 1803 zusammen mit der Freien Reichsstadt Regensburg säkularisiert und fiel an das Fürstentum Regensburg des Fürstprimas von Dalberg. Mit dem Pariser Vertrag von 1810 kam der Ort zu Bayern. Die Burg, deren Überreste noch vorhanden sind, verlor ab dem 17. Jahrhundert endgültig an Bedeutung und war langsam dem Verfall preisgegeben.
Der bei der Burg entstandene Marktort wurde 1383 erstmals erwähnt und stand im Zusammenhang mit dem 1390 erwähnten Eisenhammer. Der Hammer wurde vom Wasser der Lauterach betrieben. An diesen erinnert heute noch der Ortsteil Hammermühle und die hier befindliche Hammermühlstraße. Das Gebäude Hammermühlstraße 32 ist unter der Aktennummer D-3-71-129-18 als denkmalgeschütztes Baudenkmal von Hammermühle verzeichnet. Die Siedlung wurde im Mittelalter mit einer Ringmauer befestigt.
Ein dünnbesiedeltes Gebiet zwischen Hohenfels und Hohenburg wurde ab 1939 im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht als Truppenübungsplatz genutzt. Die Bewohner von 60 Orten wurden umgesiedelt. Seit 1951 und nach einer Erweiterung nach Westen befindet sich dort der Truppenübungsplatz Hohenfels der US Army.
Kreiszugehörigkeit Die ursprünglich zum Bezirksamt, ab 1939 zum Landkreis Parsberg gehörende Gemeinde wurde am 1. Januar 1963 in den Landkreis Amberg umgegliedert. Damit hatte der Landkreis Amberg 64 Gemeinden.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Adertshausen, Egelsheim und Mendorferbuch eingegliedert, am 1. Juli des gleichen Jahres folgten aus dem Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Allersburg sowie Teile von Ransbach und Thonhausen. Am 1. September 2015 erfolgte die Auflösung des gemeindefreien Gebiets Hirschwald. Dabei wurde ein Teil in die Gemeinde Hohenburg eingegliedert. (PDF), aufgerufen am 1. September 2015.
Religionen In der Gemeinde existieren die drei katholischen Pfarreien Hohenburg, Allersburg und Adertshausen-Mendorferbuch.
Evangelische Christen gehören zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rieden.Evang.-Luth. Kirchengemeinde Rieden
Einwohnerentwicklung 1961: 1616 Einwohner, davon in Hohenburg 712, in Allersburg 180, in Adertshausen 162, in Egelsheim 120, in Mendorferbuch 247 und aus Ransbach 160 1970: 1601 Einwohner, davon in Hohenburg 712, in Allersburg 189, in Adertshausen 169, in Egelsheim 130, in Mendorferbuch 256 und aus Ransbach 145 1987: 1003 Einwohner (Ortsteil Hohenburg) 1991: 1634 Einwohner 1995: 1661 Einwohner 2000: 1681 Einwohner 2005: 1715 Einwohner 2010: 1626 Einwohner 2015: 1573 Einwohner 2025: 1641 Einwohner
Politik
mini|hochkant|„Schwarzes Rathaus“ in Hohenburg
Bürgermeister –1978: Josef Senft 1978–1990: Siegfried Härtl (FW) 1990–2014: Gerhard Schärl (CSU/FW) 2014–2026: Florian Junkes (CSU) 2026–: Robert Jung (UWG) Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 löste Robert Jung (57,9 %) den amtierenden Bürgermeister Florian Junkes (42,1 %) ab.
Gemeinderat Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 haben von den 1352 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Hohenburg 1052 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 77,8 % lag.
Wappen
Fahne Rot-Weiß-Schwarz
Städtepartnerschaften Seit 2010 besteht eine Städtepartnerschaft zu Sokolac in Bosnien-Herzegowina.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten von Hohenburg gehören das Rathaus und die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere am Marktplatz.
Hoch über dem Ort befindet sich auf dem Schloßberg im Gebiet des Truppenübungsplatzes Hohenfels die Burgruine Hohenburg. Sie gehört allerdings zur Nachbargemeinde Hohenfels im direkt benachbarten Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Wallfahrtskirche Stettkirchen, die etwa einen Kilometer südöstlich von Hohenburg liegt.
Im Dachstuhl eines alten Hauses in Hohenburg befindet sich eine Wochenstube der in Deutschland extrem seltenen Großen Hufeisennase.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsdaten Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 99 und im Bereich Handel und Verkehr 19 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 57 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 689. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1073 ha, davon waren 820 ha Ackerfläche.
Industrie- und Gewerbepark In Hohenburg befindet sich ein kleines Gewerbegebiet, in dem sich unter anderem ein Spengler, ein Schreiner und ein Geigenbauer angesiedelt haben. Im Ortsteil Aicha in der Gemarkung Adertshausen ging ein Industriepark aus einem aufgelassenen Munitionsdepot der Bundeswehr hervor. Dort befinden sich einige Industrieunternehmen sowie die Feuerbestattung und ein Urnenwald.Website der Feuerbestattung Hohenburg
Solarpark Hohenburg Im August 2005 beschloss der Marktgemeinderat die Gründung einer Gesellschaft (Gesellschaft Solarpark Hohenburg GmbH) für die Errichtung einer Photovoltaikanlage im Industriepark.
Verkehr Durch Hohenburg führt die Staatsstraße 2235, die die Lauterach zweimal quert. Anbindung an die A 6, Anschlussstelle Amberg-West, über Ursensollen, 14 Kilometer Anbindung an die A 93, Anschlussstelle Schwandorf-Süd, über Schmidmühlen ca. 30 km Anbindung an die A 3, Anschlussstelle Neumarkt-Ost, über Utzenhofen ca. 25 km
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Kindergärten: Hohenburg und Mendorferbuch Grundschule Hohenburg
Feuerwehren Freiwillige Feuerwehr Hohenburg (Stützpunktfeuerwehr der Gemeinde Hohenburg) Freiwillige Feuerwehr Mendorferbuch-Egelsheim Freiwillige Feuerwehr Ransbach Freiwillige Feuerwehr Allersburg-Berghausen Freiwillige Feuerwehr Adertshausen
Söhne und Töchter der Gemeinde Thomas Ried (1773–1827), römisch-katholischer Theologe, Historiker und Domkapitular Maria Moritz (1892–1957), hessische Politikerin (KPD) und MdL Friedrich Heimler (1942–2018), römisch-katholischer Ordensgeistlicher und Bischof von Cruz Alta
Weblinks
Markt Hohenburg Werner Robl: Unbekanntes mittelalterliches Hohenburg Miszellen zur Hohenburger Geschichte, März 2018
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Amberg-Sulzbach Kategorie:Markt in der Oberpfalz Kategorie:Gemeindegründung 1818