Air Australia Airways war eine australische Billigfluggesellschaft. Ab dem 12. November 2011 war Air Australia Airways der Handelsname der bis dahin als Strategic Airlines firmierenden, in Brisbane niedergelassenen Strategic Airlines Pty Ltd. Die Ursprünge der Firma gehen auf die Anfang der 1990er Jahre gegründete Air Charter Logistics und spätere Strategic Aviation Pty Ltd. zurück, die als Händler für Luftfracht und Charterflüge tätig war. Mit dem Einstieg von Michael James im Jahr 2002 expandierte die Gesellschaft und begann 2005 im Auftrag der australischen Streitkräfte Flüge durchzuführen. 2009 erhielt die Gesellschaft ihre eigene Flugbetriebsgenehmigung und startete als Chartergesellschaft. Daneben errichtete sie ein zweites Standbein durch Gründung eines europäischen Ablegers und Stationierung von Flugzeugen in Frankreich sowie später in Luxemburg.

Unmittelbar nach der Betriebsaufnahme wagte sich der australische Teil mit ersten Linienflügen auf den Markt und wurde zur Full-Service-Gesellschaft. Wegen anhaltender finanzieller Probleme änderte Strategic Airlines Ende 2011 das Konzept und reorganisierte sich als Billigfluggesellschaft. Dabei nahm die Gesellschaft den neuen Namen Air Australia an. Die Mutter Strategic Aviation Group sowie die weiterhin unverändert im Chartergeschäft aktive europäische Niederlassung behielten den alten Auftritt bei. Die einzelnen Gesellschaften der Gruppe hatten keine eigene Webpräsenz, sondern nutzten die Homepage von Air Australia.

Am 17. Februar 2012 stellte Air Australia den Flugbetrieb kurzfristig ein und meldete umgehend zusammen mit der Air Australia Group of Companies – offiziell Strategic Aviation Group – Insolvenz an. Zur Air Australia Group of Companies gehörten neben der Fluggesellschaft Air Australia eigene Zulieferer, aktiv zum Beispiel im Catering oder in der Wartung. Einzig die europäische Niederlassung, an der die Strategic Aviation Group 49 Prozent der Anteile hielt, war vom Konkurs der Muttergesellschaft nicht betroffen, musste jedoch nach der Kündigung eines wichtigen Chartervertrags im Herbst 2012 ebenfalls Insolvenz anmelden.

Geschichte Anfangsjahre als Broker und Militärcharter mini|hochkant=0.8|Logo der Strategic Airlines Air Australia hatte ihren Ursprung in dem in Hamilton bei Brisbane ansässigen Broker für Luftfracht und Charterflüge Strategic Aviation Pty Ltd.Hamza Bendemra: Heading off an aviation tailspin. In: BusinessSpectator. 20. Februar 2012, zuletzt abgerufen am 2. März 2013. In Hamilton befand sich auch bis zur Insolvenz im Jahr 2012 der Sitz von Air Australia. Strategic Aviation wurde 1993 – vormals Air Charter Logistics – durch Shaun Aisen gegründet, der bis 2011 im Unternehmen tätig war.The Senate (Parlament of Australia): Foreign Affairs, Defence and Trade References Committee: Defence’s request for tender for aviation contracts. Commonwealth of Australia, Canberra 2011, ISBN 978-1-74229-472-8 (PDF), siehe Chapter 2, S. 9–17: Background to the 2010 tender process. (PDF, jeweils zuletzt abgerufen am 2. März 2013) 2002 wurde Michael James Anteilseigner an Strategic Aviation und bis Februar 2011 brachte er alle Anteile an dem Unternehmen in seinen Besitz. James war zuvor bei Ansett Australia – bis zu deren Bankrott – als Check-in-Angestellter beschäftigt und hatte niemals eine Hochschule abgeschlossen. Der zu diesem Zeitpunkt noch sehr junge Queensländer begann nach seinem Einstieg bei Strategic Aviation das Unternehmen stetig zu erweitern., abgerufen am 3. Mai 2012 So bewarb sich Strategic unter seiner Federführung um einen von den australischen Streitkräften ausgeschriebenen Transportvertrag von Soldaten und Fracht zwischen Australien und dem Nahen Osten. Strategic gewann 2005 die Ausschreibung und setzte auf den Strecken einen von der portugiesischen HiFly betriebenen und von australischen Crews geflogenen Airbus A330-300 ein. Der zeitlich befristete Vertrag wurde mehrmals verlängert.

mini|Der von HiFly für Strategic eingesetzte Airbus A330-300 CS-TMT im Mai 2007 in Canberra. Zur Jahresmitte 2007 äußerten ehemalige Mitarbeiter starke Zweifel an der Sicherheit des Flugbetriebes bei Strategic Aviation. Sowohl die zuständigen Behörden als auch Strategic Aviation selbst wiesen die Anschuldigungen zurück.Nonee Walsh: Troop transport company failing aviation safety standards, former staff say. ABC online, The 7.30 Report, 7. Dezember 2007, zuletzt abgerufen am 26. Februar 2013.

Wandlung zur Fluggesellschaft mini|Flugzeug vom Typ A330-200 in der ursprünglichen Bemalung Im Oktober 2008 ließ Strategic Aviation verlautbaren, sich als Full-Charter-Gesellschaft unter dem Namen Strategic Airlines aufzustellen und in den Charterverkehr für Langstreckenflugzeuge einzusteigen. Dazu sollte Ende 2009 der Betrieb mit Flugzeugen vom Typ Airbus A330-300 aufgenommen (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013) und damit im ersten Jahr rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Flugzeuge sollten laut dem damaligen Executive-Direktor Michael James mit Sitzen in der Business-Class, Economy-Plus-Class und Economy-Class bestückt werden. (PDF; 100 kB) (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

Die Planung wurde jedoch modifiziert und so sollte neben dem Airbus A330 auch der kleinere Airbus A320 betrieben werden. Zu diesem Zweck wurde im April 2009 eine Absichtserklärung über den Kauf von zwei gebrauchten Airbus A320-200 unterzeichnet, wobei die Flugzeuge im Juni oder Juli einsatzbereit und somit zu einem vorgezogenen Starttermin den Grundstock der Flotte bilden sollten. (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013) Anstatt des geplanten Airbus A330-300 wurde ebenfalls im April ein Leasingvertrag über einen kleineren Airbus A330-200 unterzeichnet, aus den Beständen von Swiss International Air Lines. Das Flugzeug sollte Ende Juni zur Flotte stoßen, im Oktober in Betrieb gehen und zunächst den von der HiFly geleasten Airbus A330-300 auf den Militärcharterrouten in den Nahen Osten ersetzen. (PDF; 57 kB) (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

Ebenfalls im Frühjahr 2009 wurde der Plan verfolgt, neben der australischen Muttergesellschaft einen Ableger in Frankreich aufzubauen. Strategic begründete den Schritt damit, dass durch den Bankrott einiger europäischer Fluggesellschaften, allen voran die französischen Chartergesellschaft New Axis Airways, eine kleine Marktlücke im Charter- und Wet-Lease-Bereich entstanden sei, die nun durch Strategic Airlines France gefüllt werden könne. Dazu wurde mit der Leasinggesellschaft AerCap ein Leasingvertrag über zwei Flugzeuge vom Typ Airbus A320-200 geschlossen, die mit jeweils 174 Sitzen in der Economy-Class bestückt wurden. Zudem wurde eine Flugbetriebslizenz bei der französischen Behörde beantragt und geplant, mit einem Flugzeug zur Jahresmitte den Flugbetrieb aufzunehmen, wobei das zweite kurz danach die Flotte erweitern sollte. (PDF; 58 kB) (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

Ein erster Kunde von Strategic Airlines wurde im Mai Solomon Airlines. Strategic schloss einen Vertrag, mit dem ab August 2009 jeweils jeden Montag, Mittwoch und Freitag ein Retourflug mit einem Airbus A320 von Brisbane nach Honiara auf den Salomonen durchgeführt wurde. (PDF; 57 kB) (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

mini|Die drei verbliebenen Boeing 737-200 von OzJet wurden nach der Einstellung des Flugbetriebes in der Nacht auf den 20. Mai 2009 in Perth stillgelegt. Die PSO-Strecke von Perth nach Derby wurde daraufhin im Unterauftrag durch Alliance Airlines bedient. Die zweite von OzJet bediente Strecke nach Bali wurde nicht weiter bedient, wodurch hunderte Reisende strandeten. Am 29. Juni wurde die Übernahme der insolventen australischen Billigfluggesellschaft OzJet bekanntgegeben. OzJet hatte einst eine Pionierrolle in der Billigflugbranche Australiens eingenommen, war jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste den Flugbetrieb mit den verbleibenden drei überalterten Boeing 737-200 ab Perth in der Nacht auf den 20. Mai 2009 einstellen und Konkurs anmelden. Die Fluggesellschaft flog zu diesem Zeitpunkt lediglich von Perth nach Bali und Derby. Während die erste Route durch den Konkurs wegfiel, wurde auf der – von der Regierung ausgeschriebenen – Strecke zwischen Perth und Derby der Verkehr ersatzweise von Alliance Airlines mit einer Fokker 100 durchgeführt.perthnow.com.au 19. Mai 2009 (Zuletzt abgerufen: 15. Juni 2020)travelweekly.com.au: 21. Mai 2009 (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013) Strategic Airlines einigte sich mit den Gläubigern und den Angestellten der Airline, übernahm neben der Gesellschaft aber nur 20 bis 30 der zuletzt 60 Angestellten bei OzJet, nicht jedoch die Flugzeuge. Die in der Folge entlassenen Angestellten erhielten jedoch von Strategic ihre ausstehenden Gehälter. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.travelweekly.com.au: 29. Juni 2009 (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013) Der damalige Flugplan wurde auf der einzigen Strecke von Perth zur RAAF Curtin bei Derby zunächst beibehalten, wobei zunächst die im Wet-Lease betriebenen Fokker 100 der Alliance Airlines weiter genutzt wurden. Strategic Airlines sah zwar vor, im September 2009 diese durch eigene Airbus A320 zu ersetzen, der Ersatz verzögerte sich allerdings bis ins Jahr 2010 hinein. (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012) Die Strecke war für Strategic deshalb interessant, da sie in einem Ausschreibungsverfahren an OzJet vergeben worden war. Mit der Entscheidung konnte das Programm der Gesellschaft zwar um eine erste Linienflugverbindung bereichert werden, was aber eine Entfernung vom ursprünglichen Modell der Charterfluggesellschaft bedeutete.airliners.de: 9. Oktober 2009 (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013)

Im Juli 2009 wurde das erste Flugzeug in Strategic-Bemalung präsentiert: Der bis auf weiteres einzige Airbus A330-200 der Gesellschaft mit dem Kennzeichen VH-SSA landete dazu auf dem Heimatflughafen Brisbane und wurde anschließend vorgestellt. Einige Airbus A320 sollten in Kürze folgen, Flugbetriebsaufnahme war im September. (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

mini|A320-200 VH-YQA in Perth. Das Flugzeug wurde mit dem Namen „The Kimberley“ versehen. Die anderen Airbus A320 in der Flotte erhielten keinen Namen. Am 14. August erhielt der französische Ableger das Air Operators Certificate (AOC) von der französischen Behörde und am Folgetag wurde der Flugbetrieb mit einer Airbus A320 aufgenommen. Dieser wurde jedoch zunächst auf der entgegengesetzten Seite der Weltkugel eingesetzt, für Solomon Airlines zwischen Brisbane und Honiara. Beim Flugzeug wurde dafür der Strategic-Schriftzug auf dem Rumpf durch den einfachen Namen des Kunden ersetzt sowie die Wingtips mit der Flagge der Salomonen versehen. Der Rest des Flugzeuge behielt seine Strategic-Airlines-Bemalung. Das zweite Flugzeug wurde nach der Flugbetriebsaufnahme in Europa eingesetzt. (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)

Die australischen Behörden erteilten ihrerseits Strategic Airlines am 29. September 2009 die Zulassung, womit der australische Teil sein bislang einziges Flugzeug, den Airbus A330-200 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen VH-SSA, in Betrieb nehmen konnte; die A320-200 waren noch nicht wie ursprünglich geplant einsatzbereit. Der Großraumjet wurde bis zum Ende des Vertrages 2010 für den Militärcharterdienst zwischen Australien und dem Nahen Osten eingesetzt und war durch die damit verbundene Auslastung nur für wenige andere Charterzwecke verfügbar. Durch den Betrieb eines eigenen Flugzeuges auf der Strecke konnte der bislang von HiFly betriebene Airbus zurückgegeben werden. Die beiden vorgesehenen Airbus A320 sollten kurz danach zum Aufbau des geplanten Wet-Lease und Charterbetriebes sowie der Strecke Derby–Perth dienen. (Zuletzt abgerufen: 3. Mai 2012)airlinesanddestinations.com: Strategic Airlines Wins Australian Air Operator’s Certificate. 29. September 2009 (Zuletzt abgerufen: 24. Februar 2013) mini|Ein Strategic-A320 von den Weihnachtsinseln im Anflug auf Darwin.