mini|Georg Koppmann Georg Adolph Emil Koppmann (* 15. Juli 1842 in Hamburg; † 4. Juli 1909Anzeige in: Hamburger Fremdenblatt. 6. Juli 1909, S. 4, (Digitalisat) ebenda)Rolf Müller, Rüdiger Wagner: Hamburg heute und gestern. Verlag „Das Topographikon“, Hamburg 1982, ISBN 3-920953-19-3. war ein deutscher Berufsfotograf, der für seine Hamburger Stadtansichten bekannt ist.
Leben mini|Höfe hinter der Lembkentwiete (1877) mini|Sandtorhafen und Speicherstadt (um 1894) mini|Neue Elbbrücke (1894) Georg Koppmann betrieb sein fotografisches Gewerbe in Hamburg. Er bezog im Dezember 1865 das fotografische Atelier im Haus Neuer Wall 38,Geschäftliche Nachrichten. Feier aus Anlass des 40 jährigen Bestehens (Oktober) 1905. In: Der Photograph, 14. Jahrgang 1905, Nr. 41, S. 163. das von 1860 bis 1865 von dem Portraitmaler und Fotografen Carl von Wieland genutzt worden war. Die Zusammenarbeit mit Georg August Wilhelm Seiffarth begann am Anfang JanuarDeclarationen im Firmen-Bureau. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. 7. Januar 1866, S. , (Digitalisat) und endete im April 1866.Declarationen im Firmen-Bureau. In: Staats- und gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. 15. April 1866, S. , (Digitalisat) Koppmann fotografierte das am 8. Oktober 1866Tagesbericht. Nachdem am Sonnabend … In: Hamburger Nachrichten. 8 Oktober 1866, S. 4, ([ https://www.europeana.eu/de/item/9200338/BibliographicResource_3000117638113?page=4#annotations Digitalisat]) als Monitor bezeichnete amerikanische Kriegsschiff „Miantonomoh“ gegenüber von Neumühlen liegend.Das Panzerschiff „Miantonomoh“ … In: Die Reform. 20. Oktober 1866, S. 1, (Digitalisat) Auf der Dritten Ausstellung für photographische Arbeiten im November/Dezember 1868 in Hamburg präsentierte Koppmann mehrere Aufnahmen der Nicolaikirche und von „landschaftlichen Partien“ aus Flottbek.Local-Bericht. Photographische Ausstellung III. In: Die Reform. 22. November 1868, S. , (Digitalisat) Ab 1870 war Koppmanns Atelier für 25 Jahre im Haus Neuer Wall 5.Die Angaben erschließen sich aus Einträgen in den entsprechenden Hamburger Adressbüchern.
Als wegen des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Kriegs im August 1870 Aufträge ausblieben, verließ er vorübergehend Hamburg und suchte auswärts Arbeit.Ludwig Hoerner, S. 76.Stadtarchiv Hildesheim, Nr. 424 V46 sowie Aufzeichnungen von Georg Koppmann, Hamburg, um 1909, in: Mappe Koppmann. Staatsarchiv Hamburg. Zu der Zeit hatte der Hildesheimer Senator Hermann Roemer auf seinen Reisen durch Deutschland beobachtet, dass es überall, insbesondere in Berlin, nicht jedoch in Hildesheim, großformatige Fotografien mit Stadtansichten zu kaufen gab. Im Schriftverkehr zwischen Roemer und dem Hildesheimer Verleger Gerstenberg setzte sich Roemer persönlich für Aufnahmen von Hildesheim ein. Einer der beiden Herren hatte dabei „wohl zufällig“ Georg Koppmann kennengelernt.Koppmann hatte bereits auf einer Ausstellung 1869 in Altona Aufnahmen von „Kirchen Hamburgs und Altonas, Mausoleum des Herrn Baron von Schröder, architektonische und landwirtschaftliche Aufnahmen“ präsentiert. Koppmann war daher für die Qualität seiner Gebäudeaufnahmen bereits bekannt, weshalb man sich wohl nicht „zufällig“ getroffen hatte. Als Georg Koppmann gegen Ende 1870 in Braunschweig arbeitete, erhielt er so den Auftrag zur Herstellung einer Bildreihe über Hildesheim.
Der Verlag der Gebrüder Gerstenberg bot zu Weihnachten 1871 in einem Inserat insgesamt 20 Ansichten von Kirchen und Profanbauten an.Neuigkeiten im photographischen Kunsthandel. Blatt 1–3 Dom (innere u. äussere Ansicht), Bl. 4, 5, 6a und 6b Michaeliskirche (innere Ansichten), 7. u. 8. Godehardkirche, 9. Andreaskirche, 10.–12. Marktplatz, 13.–16. Bürgerhaus, 17. Hohewegstraße, 18. Straße am Andreaskirchhof, 19. Königl. Andreaneum. In: Dr. E. Hornig (Hrsg.): Photographische Korrespondenz, 9. Jahrgang 1872, S. 162. „Ganz neue Originalaufnahmen […] von einer Trefflichkeit der Ausführung, wie auch nur annähernd Aehnliches bisher nicht vorhanden war“, konnten als Einzelaufnahme auf Karton erworben werden. Diese Fotografien knüpften an die bis dahin übliche Tradition an, Stahlstich- und Lithografie-Serien von Sehenswürdigkeiten als Kunstblätter und Reiseerinnerungen zu kaufen.
Koppmann stellte Landschafts- und Architekturaufnahmen und Alben mit Reproduktionen von Stahlstichen auf der Weltausstellung in Wien 1873 aus. Im Katalog gab er einen Umsatz für 1871 von 8.000 Talern an.
Vermutlich war Koppmann auch in Erfurt tätig, wie aus der Veröffentlichung eines Albums zu schließen ist. Auch in Köln muss er sich aufgehalten haben, denn der Architekt August Hartel gab 1886 ein Buch über alte und neuere Architekturen Kölns mit 28 Fotografien von Koppmann heraus.Ein Exemplar dieses Bands befindet sich in der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln.
1874 wurde Koppmann von der Hamburgischen Baudeputation beauftragt, die Häuser, Gebäude und deren Umgebung auf der „Kehrwieder-Wandrahm-Insel“ fotografisch zu dokumentieren. Dieses Gebiet war als Freihafengelände vorgesehen. Hier sollten Importgüter zollfrei gelagert, veredelt und verarbeitet werden können. Dazu hatte sich Hamburg dem Deutschen Zollverein 1881 angeschlossen. Koppmann verwendete daher später den Titel „Hamburg vor dem Zollanschluß“. Da mit dem Abriss der alten Häuser und Gebäude auch die Umsiedlung von nahezu 20.000 Menschen verbunden war, wurde von der Baudeputation beschönigend von „Niederlegung“ gesprochen, was Koppmann später in den Titeln von Mappenwerken übernahm. Zur Schaffung von Gebäuden mit ausreichender Lagerkapazität im Freihafengelände entstand ab 1885 die Speicherstadt.
Vermutlich erstmals im Januar 1880 zeigte Koppmann öffentlich seine Aufnahmen von Gebäuden, als er vor den Mitgliedern des Vereins für Hamburgische Geschichte „ältere Hamburger Ansichten“ vorstellte.Anzeige: Verein für Hamburgische Geschichte. In: Hamburgischer Correspondent. 17. Januar 1880, S. 8, (Digitalisat) Im September 1880 fand in Hamburg eine Generalversammlung aller deutschen Geschichts- und Altertumsvereine statt. Im Rahmen einer Ausstellung mit Hamburgensien u. a. mit Stadtansichten präsentierte Koppmann 80 Blätter,General-Versammlung des Gesammt-Vereins des … In: Hamburgischer Correspondent. 8. September 1880, S. 9, (Digitalisat) wobei es sich möglicherweise um Reproduktionen von Ansichten aus den Jahren 1558 bis 1856 handelte, die er Weihnachten 1886 als „Alt-Hamburg“ Mappe mit 100 Blättern verkaufte.Weihnachts-Rundschau VI. In: Hamburgischer Correspondent. 18. Dezember 1886, Morgen-Ausgabe, S. 12, (Digitalisat) Kurz vor Weihnachten 1883 wurde die Mappe, die im Verlag W. Maucke Söhne erschien, zum Kauf angeboten.Anzeige: 36 photographische Aufnahmen In: Hamburgischer Correspondent. 29. November 1883, Morgen-Ausgabe, S. 7, (Digitalisat) Genau ein Jahr später erschien die zweite Serie von 36 Aufnahmen im Dezember 1884. Der Autor eines kurzen Zeitungsartikels wies auf den Sammelcharakter als Hamburgensien hin. Da der Preis mit 140 Mark recht hoch war, wurde auch eine monatliche Lieferung als Abonnement angeboten.Büchertisch. Im Verlag von W. Maucke Söhne … In: Die Reform. 5. Dezember 1884, S. , (Digitalisat) Zu wesentlich günstigeren Kosten, nämlich 12 Mark erschien zur selben Zeit „Hamburg vor dem Zollanschluß.“ Die Mappe enthielt Photographien im Cabinetformat. Im Sommer 1887 brachte der Verlag Otto Meissner ein „Album hamburgischer Ansichten“ heraus.Tagesbericht. Ein Album hamburgischer Ansichten. In: Hamburger Fremdenblatt. 15. Juli 1887, Erste Beilage, S. , (Digitalisat) Es enthielt 32 Aufnahmen im Format Großfolio. Der angegebene Preis von 30 Mark war günstig. Zu Weihnachten 1889 brachten G. Koppmann & Co, Strumper & Co und Carl Griese in einem gemeinsamen Verlag ein „Erinnerungswerk an die diesjährige Gewerbe-Ausstellung“ als Mappenwerk heraus. Zunächst wurden 10 Aufnahmen von Innenräumen und Garten angeboten, später kamen auch noch Außenaufnahmen dazu.Tagesbericht. Ein schönes Erinnerungswerk … In: Hamburger Fremdenblatt. 10. Dezember 1889, Erste Beilage, S. , (Digitalisat)
G. Koppmann & Co stellte die zahlreichen Aufnahmen, die er u. a. im Auftrage der Baudeputation von Hamburg gemacht hatte, unterschiedlich zusammen und bot sie zum Verkauf an: Zu Weihnachten 1886 bot er ein Mappe von 20 Aufnahmen im Cabinetformat aus der I.(=1883) und II.(=1884) Serie ohne Titel an.Anzeige: Zum Weihnachtsfeste sind zu empfehlen. In: Hamburger Fremdenblatt. 19. Dezember 1886, S. , (Digitalisat) Aufgrund des gleichen Preises handelte es sich möglicherweise um eine Mappe, die zwei Jahre zuvor unter dem Namen „Hamburg vor dem Zollanschluß“ angeboten worden war. Im Sommer 1890 wurden mit zahlreichen Anzeigen seine „Hamburger Ansichten“ beworben,Anzeige in: Hamburger Fremdenblatt. 18. Juni 1890, S. , (Digitalisat) zu Weihnachten ein „Album-Hamburg“ mit 32 Aufnahmen, das der Verlag Otto Meissner aufgelegt hatte, und zu Weihnachten 1895 bedachte die Winterhuder Brauerei ihr Kunden mit einem Album „Alt- und Neu-Hamburg“.Hamburger Neuigkeiten. Alt- und Neu-Hamburg … In: Hamburger Echo. 29. Dezember 1895, S. , (Digitalisat)
Dem Anschein nach hatte Koppmann verschiedene Motive in höheren Stückzahlen aufgelegt, so dass im Februar 1885 Lagerbestände abgebaut werden mussten. Er zeigte daher den „Ausverkauf von Photographien“ an, wobei es sich um Ansichten von Braunschweig, Hildesheim, Kassel, Leipzig etc. handelte.Anzeige: Ausverkauf von Photographien. In: Hamburger Fremdenblatt. 22. Februar 1885, S. , (Digitalisat) Eine vergleichbare Aktion erfolgte auch Ende Januar 1887, wobei er u. a. „Mehrere tausend Blatt: „Hamburger Ansichten“ …“ anzeigte.Anzeige: Ausverkauf in: Hamburgischer Correspondent. 30. Januar 1887, Morgen-Ausgabe, S. 5, (Digitalisat) Auch im März 1892 wurde Vergleichbares wiederholt, als er in mehreren Anzeigen „Photographien, Hamburger Ansichten und Architekturen von „Neu- und Alt-Cöln““ unter der Überschrift „Ausverkauf“ zu herabgesetzten Preisen anbot.Anzeige in: Hamburgischer Correspondent. 6. März 1892, Morgen-Ausgabe, S. 15, (Digitalisat)
Die zahlreichen Verkäufe und mehrfachen Auflagen von Aufnahmen lassen sich mit dem Umstand erklären, dass Koppmann für seinen Auftrag für die Baudeputation kein Honorar erhalten oder vereinbart hatte. Auch die Baudeputation beteiligte sich kurzzeitig an der „Vermarktung“. Einem Zeitungsbericht zufolge war es dem Oberingenieur in der Bau-Deputation (Hamburg) Franz Andreas Meyer zu verdanken, einen festen Kreis von Abonnenten für eine Mappe mit 36 Aufnahmen der niederzulegenden Stadtteile zu gewinnen.Tages-Neuigkeiten. Photographien aus dem Abbruchviertel. In: Hamburgischer Correspondent. 29. November 1883, Morgen-Ausgabe, S. 9, (Digitalisat)
Ende April 1891 wurde G. Koppmann & Co von der Baupolizei beauftragt, Aufnahmen von der Brandruine des am Sandthorquai gelegenen Lagerhauses Nr. 28 zu machen.Tagesbericht. Die Ruine des Blockes M … In: Hamburger Fremdenblatt. 24. April 1891, S. , (Digitalisat) Ende Mai 1894 wurde der Kapitän W. Voß, der mit seinem Ballon „Excelsior“ Reisen unternahm, abgelichtet.Hamburger Neuigkeiten. Vom Viktoria-Garten in Barmbek … In: Hamburger Echo. 29. Mai 1894, S. , (Digitalisat) Im Jahr 1900 beteiligte sich Koppmann mit 32 Aufnahmen an der Präsentation des Hamburger Friedhofs Ohlsdorf auf der Pariser Weltausstellung, wo Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes und der Hamburger Senat mit einem Grand Prix ausgezeichnet wurden.Barbara Scharf: Der Ohlsdorfer Friedhof im Spiegelbild großer Ausstellungen. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte, Band 78 (1992), S. 135 f. (Fotografien ab S. 141 , Digitalisat)