mini|Einer der Informationsstände bei der Ortsbildmesse 2016 in Kirchberg ob der Donau. Die Stände sind einheitlich gestaltet und geben Gemeinden, Vereinen und Verbänden die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Ortsbildmesse ist eine Veranstaltungsreihe des Landesverbandes der Dorf- und Stadtentwicklungsvereine in Oberösterreich.

Initiative der OÖ. Landesregierung Das Konzept der Ortsbildmessen wurde ursprünglich in Niederösterreich entwickelt und ab 1985 mit jährlichen Veranstaltungen u. a. in Großweikersdorf, Drosendorf, Neustadtl an der Donau und Hainburg an der Donau umgesetzt.

Die erste oberösterreichische Ortsbildmesse wurde auf Initiative des Landes Oberösterreich 1991 in Viechtwang, einem Dorf in der Marktgemeinde Scharnstein abgehalten. Den Dorf- und Stadtentwicklungsgemeinden und den Dorf- und Stadtentwicklungsvereinen wird kostenlos ein Ausstellungsstand zur Verfügung gestellt. Ein kulturelles Begleitprogramm sowie die Präsentation der regionalen Wirtschaft und Vereine tragen dazu bei, dass die Besucherzahl beachtlich ist. 1991 und 1993 wurde im Rahmen der Ortsbildmessen gemeinsam mit einer Kreditinstitutsgruppe der OÖ. Dorfentwicklungspreis vergeben. Weitere Initiativen sind ein- bis zweimal jährlich abgehaltene Vereins- und Regionstreffen, Workshops sowie ein seit 2005 alle zwei Jahre durchgeführter Wettbewerb der Ideen.

Liste der Ortsbildmessen Folgende oberösterreichischen Gemeinden erhielten bisher den Auftrag, eine Ortsbildmesse auszurichten:

Ort Datum Gegend Scharnstein (Viechtwang) 31. Mai – 1. Juni 1991 Traunviertel–Almtal Großraming Traunviertel–Ennstal Pupping 9.–11. September 1994 Hausruckviertel–Eferding Neukirchen am Walde 16./17. September 1995 Mühlviertel-West Neufelden Mühlviertel-West Raab Innviertel-Nord/Sauwald Steinbach an der Steyr Traunviertel–Steyrtal Eferding Hausruckviertel–Eferding Zwettl an der Rodl Mühlviertel-Nord Braunau am Inn Innviertel-West/Inntal Schwanenstadt Hausruckviertel–Agertal Grieskirchen Hausruckviertel–Grieskirchen Hagenberg im Mühlkreis 24.–26. September 2004 Mühlviertel-Ost Aspach Innviertel-West Hinterstoder Traunviertel–Steyrtal Kleinraming (bei Sankt Ulrich bei Steyr) Traunviertel–Ennstal Schenkenfelden Mühlviertel-Nord Schärding Innviertel-Nord/Inntal Vöcklamarkt (Schmidham) Hausruckviertel–Vöcklatal St. Wolfgang im Salzkammergut Traunviertel–Wolfgangsee Perg Mühlviertel-Ost/Machland Grieskirchen Hausruckviertel–Grieskirchen Engelhartszell Innviertel Gmunden Traunviertel–Salzkammergut Kirchberg ob der Donau Oberes Mühlviertel Natternbach Hausruckviertel Moosbach Innviertel Ternberg 8. September 2019 Traunviertel–Ennstal Freistadt 12. September 2021 St. Marienkirchen 11. September 2022 Hausruckviertel Eitzing 17. September 2023 Innviertel Wolfern 8. September 2024Traunviertel Frankenburg am Hausruck 21. September 2025HausruckviertelKleinzell im Mühlkreis 13. September 2026Mühlviertel

Dorfentwicklungsgemeinden Dorf an der Pram war 1986 die erste oberösterreichische Gemeinde, die einen Dorfentwicklungsverein nach Vorbildern in Bayern und in Niederösterreich gründete, es folgte Jetzingerdorf in der Gemeinde St. Roman. Erste Großveranstaltung zur Thematik war eine Dorferneuerungsenquete am 8. November 1988 in der Stadthalle Enns. Die Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung in die Dorferneuerungskonzepte erwies sich zunächst als schwierig. Teil der Konzepte, die wissenschaftlich von einem Institut der Universität Graz unter der Leitung von Franz Riepl begleitet und politisch von Helmut Kukacka und später von den Landesräten Josef Pühringer, Christoph Leitl, Josef Fill und Viktor Sigl forciert wurden, waren Dorfabende, Exkursionen und Ausstellungen. 1992 wurde vom Landeshauptmann erstmals der neugeschaffene Titel Konsulent für Dorf- und Stadtentwicklung verliehen.

Verband der Dorf- und Stadtentwicklungsvereine Am 23. September 2006 wurde in Hallstatt der Landesverband der Dorf- und Stadtentwicklungsvereine gegründet, der seither als Veranstalter der oberösterreichischen Ortsbildmessen auftritt. Zu den Zielen des Verbandes, dem zwischenzeitlich mehr als einhundert oberösterreichische Dorf- und Stadtentwicklungsvereine beigetreten sind, zählen die Vertretung der Interessen des ländlichen Raumes in Oberösterreich insbesondere im Rahmen der Dorf- und Stadtentwicklung, die Suche nach neuen Wegen zur Lösung kommunaler Probleme, die Zusammenarbeit mit Organisationen, die in Oberösterreich auf nationaler oder internationaler Ebene mit dem ländlichen Raum befasst sind, die Unterstützung des ländlichen Raumes durch Beratungs- und Schulungstätigkeit sowie die Information und Förderung von Gespräch, Erfahrungsaustausch und gemeinsamem Handeln seiner Mitglieder insbesondere durch die Veranstaltung von Ortsbildmessen.

Konsulent für Dorf- und Stadtentwicklung Die bereits 1992 erstmals verliehene Landesauszeichnung Konsulent für Dorf- und Stadtentwicklung wurde 2011 wiederbelebt und an folgende Personen im Rahmen der Ortsbildmesse verliehen, die sich für dieses Thema besonders verdient gemacht haben:

1992 Juliane Grubelnik (Viechtwang in Scharnstein)

2011 Günther Voggeneder (Naarn im Machlande) Johann Höglinger (Kirchberg ob der Donau) Gottfried Eiblmeier (Moosbach) Maria Mair (Schmidham in Vöcklamarkt) Angelika Diesenreiter (Hinterstoder) Edeltraud Felbermayr (Schleißheim) Rudolf Gumpoldsberger (Ternberg) Max Felbauer † (Kleinraming in Sankt Ulrich) Karl Herndler (Gaspoltshofgen) Claudia Ortner (Rottenbach)

Literatur Liebenswertes Oberösterreich – 25 Jahre Dorf- und Stadtentwicklung – Die Ortsbildmessen 1991 bis 2011 Broschüre (PDF; 10,1 MB)

Weblinks

Liebenswertes Oberösterreich – Homepage des Landesverbandes der Dorf- und Stadtentwicklungsverein in Oberösterreich

Einzelnachweise

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