Maiersdorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Hohe Wand im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ). Bis Ende 1970 war Maiersdorf eine eigenständige Gemeinde.

Geografie Maiersdorf befindet sich in der Neue Welt genannten Senke unterhalb der Hohen Wand und ist der Hauptort der Gemeinde. Zur Ortschaft zählen auch die Lagen Haslinger, Postl, Hohe Wand und Wanddörfl sowie mehrere Schutzhütten und Gasthäuser.

Geschichte Maiersdorf hat eine Siedlungsgeschichte bis in die Jungsteinzeit zurück. Schützende Höhlen im Kalkstock der Hohen Wand sind nicht weit. Es gibt mehr als 200 Höhlen in der Wand. Eine bekanntere ist die Schwarzgrabenhöhle, auch „Soldatenloch“ genannt. Der Name bezeichnet die Funktion als Fluchtort in kriegerischen Auseinandersetzungen etwa in den napoleonischen Kriegen oder zuletzt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Hohe Wand Frontgebiet war. Die Klufthöhle liegt im Felssturzgelände der Hohen Wand oberhalb der Maiersdorfer Hutweide, ist nicht touristisch erschlossen und ein Rückzugsort für Tiere. In den 1920er Jahren wurden dort vom Franz Mühlhofer Knochenwerkzeuge sowie die Knochen der Beutetiere der steinzeitlichen Jäger wie Höhlenbär, Höhlenlöwe, Höhlenhyäne, Mammut, Riesenhirsch, Wollnashorn, Rentier, Eisfuchs oder Schneehase gefunden.Exponate zu Höhlenforschung / Mühlbauer u. a. im Alpin- und Heimatmuseum im Wiener Neustädter Haus im Naturpark Da aus der Höhle im Zuge der Österreichischen Höhlendüngeraktion 2,4 Tonnen Erde zur Gewinnung von künstlichem Dünger zur Zeit des Ersten Weltkriegs entfernt wurde, sind fundierte wissenschaftliche Analysen nicht mehr möglich.

mini|links|Neue Welt bei Maiersdorf im Bereich der „Leberäcker“ Im Süden von Maiersdorf liegt der Kienberg (650 m), über dessen Bergrücken die Gemeindegrenze zu Willendorf verläuft. Auf der nördlichen Seite des Bergs gibt es mehrere Geländestufen, die als menschlich angelegte Terrassen identifiziert wurden. Bei Grabungen 1990 wurden die Funde vorwiegend als späturnenfelderzeitlich, vereinzelt auch als jungneolithisch und älterhallstädtisch (Kalenderberg-Kutlur) eingestuft. Vielfach wurden Stücke von Platten- und Raffinade(kupfer)schlacke gefunden, die von einer Schmiedewerkstatt stammen dürften. Der gipfelnahe Bereich der Höhensiedlung am Kienberg dürfte im 10./9. Jh. v. Chr. bewohnt gewesen sein. Eine tieferliegende Siedlungsterrasse könnte ältereisenzeitlich (8./7. Jh. v. Chr.) sein. Eine bis jetzt kaum faßbare jungneolithische / älterkupferzeitliche (4./3. Jt. v. Chr.) Höhensiedlung wird vermutet. Am Fuße des Berges ist eine Anzahl von Pingen im Wald feststellbar, die beim Kupferabbau in der Bronzezeit entstanden sein könnten. Etwa in der Mitte zwischen Maiersdorf und Netting gibt es die Leberwiesen und Leberäcker. Der Flurname verweist auf alte Hügelgräber, die aber seit langem der Erde gleich gemacht sind.

Ein besonderes Stück aus der Mittleren Bronzezeit (1600–1300 v. Chr.) ist der „Prunkdolch von Maiersdorf“. Aus welchem Fundzusammenhang die Bronzearbeit stammt, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Der Dolch wurde 1892 vom Naturhistorischen Museum aus dem Nachlass eines kaiserlichen Gesandten erworben und könnte als Opfergabe in ein Quellheiligtum in Maiersdorf gelangt sein. Die exakte Verarbeitung und feine Ritzverzierungen zeichnen den Prunkdolch aus.Prunkdolch Bild. flickr.com, abgerufen am 4. Oktober 2025

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Maiersdorf ein Bäcker, ein Fleischer, ein Friseur, drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, ein Holzhändler, ein Kaffeehaus, ein Schmied, ein Schneider, ein Schuster, eine Sparkasse, zwei Tischler und einige Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, S. 345

Mit 1. Jänner 1971 wurden im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin selbständigen Gemeinden Maiersdorf und Stollhof fusioniert und bilden seit damals die Gemeinde Hohe Wand.

Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Maiersdorf Pfarrkirche Maiersdorf, eine romanische Saalkirche aus dem 12. Jahrhundert Wiener Neustädter Haus, ein 1926–1928 errichteter Natursteinbau mit einem „Alpin- und Heimatmuseum“ „Dorfmuseum der Familie Helperstorfer“ in Maiersdorf am Fuß der Hohen Wand Naturpark Hohe Wand Maiersdorfer Hutweide – eine der letzten traditionellen Hutweiden in Niederösterreich, die zwischen Ort und Hoher Wand liegt.Musikvideo mit Drehort Maiersdorfer Hutweide.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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