Der Große Preis von Südafrika 1975 (offiziell XXI Lucky Strike Grand Prix of South Africa) fand am 1. März auf dem Kyalami Grand Prix Circuit in Midrand statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1975.

Berichte Hintergrund Zwischen dem Großen Preis von Brasilien und dem nächsten WM-Lauf in Südafrika lag eine Pause von rund einem Monat. Während dieser Zeit hatte die Scuderia Ferrari das neue Modell 312T fertig entwickelt und in zwei Exemplaren für die Stammfahrer Niki Lauda und Clay Regazzoni hergestellt. Die Premiere dieses Wagens, der als Besonderheit ein quer eingebautes Getriebe aufwies, wurde von der Fachwelt mit Spannung erwartet.

Das bisherige Lola-Kundenteam Embassy Racing brachte erstmals den Lola T371 an den Start, der ab dem folgenden Rennen in Spanien die Bezeichnung Hill GH1 tragen sollte und somit definitionsgemäß als die erste Eigenkonstruktion des Teams galt. Da Graham Hill während des Trainings verunglückte und infolgedessen nicht am Rennen teilnehmen konnte, absolvierte sein Teamkollege Rolf Stommelen den ersten Renneinsatz des neuen Fahrzeugs. Das March-Werksteam stellte ebenfalls einen neuen Wagen vor, den 751, der von Werksfahrer Vittorio Brambilla pilotiert wurde. Der zuvor eingesetzte 741 wurde für Lella Lombardi zur Verfügung gestellt, die somit erstmals nach ihrer Nichtqualifikation beim Großen Preis von Großbritannien 1974 eine weitere Chance erhielt, an einem Grand Prix teilzunehmen.

Bei Shadow hatte man ein zweites Exemplar des DN5 hergestellt, sodass nun beide Werksfahrer mit dem neuen Wagen antreten konnten. Im Team B.R.M. wurde Mike Wilds durch Bob Evans ersetzt, der somit zu seinem Grand-Prix-Debüt kam.

Traditionsgemäß bereicherten einige einheimische Gaststarter das Teilnehmerfeld des Südafrika-GP. Es handelte sich dabei um Eddie Keizan, Dave Charlton und Ian Scheckter, die bereits zuvor als Gelegenheitsfahrer in Erscheinung getreten waren sowie um Guy Tunmer, der an diesem Wochenende seine einzige Grand-Prix-Teilnahme absolvierte.

In der Fahrerwertung führte Emerson Fittipaldi mit sechs Punkten vor Carlos Pace und mit acht Punkten vor James Hunt. In der Konstrukteurswertung führte McLaren-Ford mit zwei Punkten vor Brabham-Ford und mit acht Punkten vor Hesketh-Ford.

Mit Mario Andretti (einmal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Die aufgrund starker Leistungen beim Finalrennen der Saison 1974 bereits im Vorfeld der neuen Saison als sehr konkurrenzfähig eingestuften Brabham von Pace und Carlos Reutemann wurden nach ihrem Doppelsieg in Brasilien ihrer Favoritenrolle erneut gerecht, indem sie nach dem Training die erste Startreihe belegten. Lauda qualifizierte sich im neuen Ferrari für den dritten Startplatz neben Jody Scheckter im Tyrrell.

Titelverteidiger Emerson Fittipaldi erreichte lediglich den elften Startplatz und Jean-Pierre Jarier, der bei den beiden vorangegangenen Läufen jeweils die Pole-Position errungen hatte, belegte Rang 13. Mit Lella Lombardi qualifizierte sich zum ersten Mal seit Maria Teresa de Filippis beim Großen Preis von Italien 1958 eine Frau für einen Grand Prix. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 10. Dezember 2011)

Rennen Pace übernahm die Führung vor den ebenfalls gut gestarteten Scheckter und Ronnie Peterson. Es folgten Reutemann, Patrick Depailler, Regazzoni, Emerson Fittipaldi und Lauda.

In der dritten Runde übernahm Lokalmatador Jody Scheckter zur Freude der Zuschauer die Führung, während Reutemann den dritten Platz einnahm, indem er Peterson überholte. Dieser fiel im Laufe der folgenden Runden aussichtslos zurück.

Als sich bei Pace Bremsprobleme bemerkbar machten, ließ er seinen Teamkollegen Reutemann passieren und fiel wenig später auch hinter Depailler, Emerson Fittipaldi und Regazzoni zurück. Die dadurch hergestellte Reihenfolge blieb daraufhin für etwa 20 Runden konstant. Dann fiel Fittipaldi aus dieser Spitzengruppe heraus, da er mit Fehlzündungen in seinem Motor zu kämpfen hatte. Infolgedessen musste er insgesamt sieben Boxenstopps einlegen, wodurch er hoffnungslos zurückfiel und am Ende des Rennens aufgrund einer zu geringen zurückgelegten Distanz nicht gewertet wurde.

Jody Scheckter gewann sein Heimrennen vor Reutemann, Depailler, Pace und Lauda. Da Regazzoni sieben Runden vor Schluss aufgrund von technischen Problemen ausfiel, erhielt Jochen Mass den letzten WM-Punkt des Tages.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 007 4 5 Lotus 72E 6 7 Brabham BT44B 8 9 March 751 10 March 741 11 Ferrari 312T Ferrari 015 3.0 F12 12 14 BRM P201 BRM P200 3.0 V12 16 Shadow DN5 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 17 18 Surtees TS16 20 Williams FW03 21 Williams FW02 22 Lola T370 23 Lola T371 24 Hesketh 308 27 Parnelli VPJ4 28 Penske PC1 30 Copersucar FD01 Lucky Strike Racing 31 McLaren M23 Lexington Racing 32 Tyrrell 007 Team Gunston 33 Lotus 72A 34 Lotus 72E

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:16,41 193,357 km/h 1 2 1:16,48 193,180 km/h 2 3 1:16,64 192,777 km/h 3 4 1:16,83 192,300 km/h 4 5 1:16,83 192,300 km/h 5 6 1:16,89 192,150 km/h 6 7 1:17,05 191,751 km/h 7 8 1:17,14 191,527 km/h 8 9 1:17,16 191,477 km/h 9 10 1:17,17 191,453 km/h 10 11 1:17,22 191,329 km/h 11 12 1:17,30 191,131 km/h 12 13 1:17,32 191,081 km/h 13 14 1:17,47 190,711 km/h 14 15 1:17,53 190,564 km/h 15 16 1:17,79 189,927 km/h 16 17 1:18,01 189,391 km/h 17 18 1:18,28 188,738 km/h 18 19 1:18,36 188,545 km/h 19 20 1:18,51 188,185 km/h 20 21 1:18,68 187,778 km/h 21 22 1:19,01 186,994 km/h 22 23 1:19,15 186,663 km/h 23 24 1:19,17 186,616 km/h 24 25 1:19,52 185,795 km/h 25 26 1:19,68 185,422 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Wilson Fittipaldi und Hill an der Qualifikation. 1:19,73 185,305 km/h – DNQ 1:21,45 181,392 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 78 0 1:43:16,90 3 1:18,51 (8.) 2 78 0 + 3,74 2 1:18,73 (7.) 3 78 0 + 16,92 5 1:18,78 (8.) 4 78 0 + 17,31 1 1:17,20 (11.) 5 78 0 + 28,64 4 1:18,92 (67.) 6 78 0 + 1:03,64 16 1:18,67 (3.) 7 78 0 + 1:12,91 14 1:19,32 (74.) 8 77 0 + 1 Runde 18 1:18,04 (5.) 9 77 0 + 1 Runde 19 1:19,79 (63.) 10 77 1 + 1 Runde 8 1:18,76 (2.) 11 76 0 + 2 Runden 25 1:20,09 (50.) 12 76 0 + 2 Runden 21 1:17,76 (3.) 13 76 0 + 2 Runden 22 1:20,73 (48.) 14 76 0 + 2 Runden 20 1:18,32 (2.) 15 76 0 + 2 Runden 24 1:19,28 (3.) 16 71 0 DNF 9 1:18,48 (71.) 17 70 0 DNF 6 1:19,35 (5.) – 69 0 + 9 Runden 23 1:18,10 (3.) – 65 7 + 13 Runden 11 1:18,57 (64.) – 55 0 DNF 17 1:19,24 (9.) – 53 1 DNF 12 1:19,08 (51.) – 37 0 DNF 13 1:18,73 (2.) – 23 0 DNF 26 1:22,22 (2.) – 22 0 DNF 15 1:19,51 (6.) – 19 0 DNF 10 1:18,50 (2.) – 16 0 DNF 7 1:19,88 (11.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams. Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten fünf aus den letzten sechs Rennen.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Ford 15 2 Brabham-Ford 12 3 Brabham-Ford 104Tyrrell-Ford 95Hesketh-Ford 76Ferrari 67Tyrrell-Ford 68Ferrari 5 9 McLaren-Ford 5 10 Penske-Ford 0 11 Parnelli-Ford 012Lola-Ford 013Lotus-Ford 014March-Ford 015Shadow-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte16Lola-Ford 017Surtees-Ford 018Lotus-Ford 019Williams-Ford 0 20 Lotus-Ford 021Copersucar-Ford 022Lotus-Ford 023McLaren-Ford 024B.R.M. 0–Williams-Ford 0–B.R.M. 0 – Shadow-Ford 0–Tyrrell-Ford 0–March-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 192 163 114 8 5 76 0 7 08 0 Pos. Konstrukteur Punkte 9 010 0 11 012 0 13 014 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

Südafrika Kategorie:Sportveranstaltung in der City of Johannesburg Metropolitan Municipality #1975 Kategorie:Kyalami Grand Prix Circuit