mini|Meyer-Orgel in Siebeneichen (1847) Eduard Meyer (* 19. Juli 1806Kümmerle: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik, Band 2. 1890, S. 268; † 4. Dezember 1889) war ein deutscher Orgelbauer im Königreich Hannover.

Leben (Friedrich) Eduard Meyer wurde als Sohn des Hoforgelbauers Ernst Wilhelm Meyer und seiner Frau Christiane Meyer geb. Jochmus in dem Jahr geboren, als sein Vater sich in Hannover niederließ. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Carl Wilhelm (* 6. September 1808; † 5. Januar 1882) leitete er ab 1838 die väterliche Werkstatt in Hannover und teilte sich mit ihm die Aufgaben: Während Eduard für das künstlerische Konzept verantwortlich war, übernahm Carl Wilhelm die technische Planung und die Ausstattung.Müller: Orgeldenkmalpflege. 2003, S. 60. Eduard war der eigentliche Geschäftsnachfolger seines berühmten Vaters und nahm auch nach außen dessen Stelle ein.Axel Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992, S. 25. Stärkster Konkurrent der Meyer-Werkstatt war bis 1833 Christian Bethmann, danach Philipp Furtwängler aus Elze.Vogel: Orgeln in Niedersachsen. 1997, S. 84. Während Letzterer in großer Anzahl produzierte und stilistisch eher progressiv ausgerichtet war, baute Meyer seine frühromantischen Werke traditionell und in Kontinuität zum spätbarocken Orgelbau.reformiert-celle.de: 1870 musste die Werkstatt geschlossen werden,Vogel: Orgeln in Niedersachsen. 1997, S. 300. nachdem aus ihr etwa 100 Orgelneubauten hervorgegangen waren.Axel Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992, S. 26.

Werkliste Kursivschreibung gibt an, dass die Orgel nicht oder nur noch das historische Gehäuse erhalten ist. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale und ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand oder zu Besonderheiten.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen1834BrockumEv. KircheI/P91910 wurden durch eine nicht dokumentierte Werkstatt 3 Register erweitert, ein Register wurde entfernt. 1966 durch Hans Wolf um ein Rückpositiv erweitert und 1971 in diesem Zustand an die Kirchengemeinde Scholen verkauft, wo die Orgel noch heute in Betrieb ist. 1840 Heiligenloh Ev. Pfarrkirche Heiligenloh II/P 14 Sieben Register erhaltenOrgel in Heiligenloh, abgerufen am 2. Mai 2026. 1841 Celle St. Ludwig 160x160px II/P 31 Zusammen mit dem Bruder Carl Wilhelm; mehrfach umgebaut, 1998 Rekonstruktion durch Martin ter Haseborg; einige Register erhaltenOrgel in Celle, St. Ludwig (PDF-Datei; 388 kB), abgerufen am 2. Mai 2026. → Orgel 1837–1842 Bergen an der Dumme Pauluskirche II/P 16 Nach Plänen (1837) und mithilfe seines Vaters, verzögert durch den Kirchenbrand 1840; 1917 Abgabe der Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken; 1949 Austausch des Salicional 8′ durch Emil Hammer; 1968/69 Renovierung der Orgel und 1986 Restaurierung der beiden Pedalzungen durch Albrecht Frerichs; 1992 Restaurierung durch Martin Hillebrand; weitgehend erhalten (14 Register)NOMINE e. V.: Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992. 1842 Jesteburg St. Martin 160x160px I/P 10 1978 Restaurierung durch Martin Haspelmath 1843 Drakenburg St. Johannis der Täufer I/P 10 Unter Einbeziehung älterer Orgelteile aus St. Martin zu Nienburg (1562); Renovierung 1977; 4 Register von 1562 und 4 von Meyer erhalten, 2 Register von 1977Michael Christian Müller, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege: Orgeldenkmalpflege. Grundlagen und Methoden am Beispiel des Landkreises Nienburg/Weser. Niemeyer, Hameln 2003, ISBN 3-8271-8029-5, S. 73. 1843 Hodenhagen St. Thomas und Maria zentriert|160x160px I/P 9 1981–1983 Restaurierung durch Martin HaspelmathTopp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 158. 1844 Helgoland St. Nicolai 160x160px II/P 14 1945 zerstört.Gerald Drebes: Die Helgoländer Vorkriegsorgel von Ernst Wilhelm Meyer & Söhne (1844). In: Ars Organi. Jg. 68, 2020, S. 186–188 (online). 1845 Klein Berkel St. Johannis II/P 12 1845 Wustrow (Wendland) St. Laurentius I/P 1915 durch Orgel der Firma P. Furtwängler & Hammer ersetzt (II/P/19); Prospekt von Meyer erhalten1847SiebeneichenSt. Johannis 160x160pxII/P19Gehäuse, Windladen und ca. 75 % des Pfeifenwerkes original erhalten. Sanierung (Restaurierung) steht bevor.um 1848 Grohnde Ev.-ref. Kirche II/P 18 Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 210, 238. 1849 Walsrode Stadtkirche 160x160px II/P 26 1972–1974 Restaurierung durch Martin Haspelmath; weitgehend erhaltenTopp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 96 f. 1849 Celle Reformierte Kirche II/P 12 (14) Unter Einbeziehung von Registern aus dem 18. Jahrhundert; zum großen Teil erhalten 1850 Intschede St. Michaelis 160x160px II/P 16 1984 Restaurierung durch Martin Haspelmath, 2010 grundlegende Restaurierung durch Orgelbau Jörg Bentebente-orgelbau.de: Orgel in Intschede; weitgehend erhaltenTopp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 171 f. 1851 Wahrenholz St.-Nicolai-und-Catharinen-Kirche zentriert|160x160px II/P 16 umgebaut erhalten 1851 Brünnighausen Ev.-luth. Kirche II/P 14 Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 224.1850–1852 Mellendorf St. Georg II/P 11 1956 ersetzt1850–1853 Lüneburg St. Johannis, große Orgel zentriert|160x160px III/P 51 Umdisponierung, Erweiterung des Tonumfangs, neue Klaviaturen und Windladen; sechs Register ganz und sechs teilweise von Meyer erhalten → Orgeln von St. Johannis (Lüneburg) 1853 Eldingen Marienkirche 160x160px II/P 16 Mitte des 20. Jahrhunderts einschneidende Umbauarbeiten; letzte Restaurierung 2012 durch Orgelbauwerkstatt Udo Feopentow; erhalten mit RekonstruktionenNOMINE e. V.: Orgel in Eldingen, abgerufen am 2. Mai 2026. 1854 Rehburg-Loccum Kloster Loccum 1854 Rehburg Friederikenkapelle I/P 8 1979 Restaurierung durch Martin HaspelmathTopp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 145. 1854 Handorf St. Marien II/P 19 1954 klangliche Umgestaltung etlicher Register durch Alfred Führer; 1987/88 Restaurierung auf den ursprünglichen Zustand durch dieselbe Firma; weitgehend erhaltenSiehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 481–504. 1855 Eschede Johanneskirche 160x160px II/P 15 Prospekt seit 1977 in der Lutherkirche (Soltau) erhalten 1856 Barskamp St.-Vitus-Kirche II/P 17 Zum großen Teil erhalten1855–1856 Hannover Marktkirche III/P 46 Unter Einbeziehung älterer Register, u. a. von Christian Vater, 1943/44 zerstörtorgel-information.de: Die Orgeln der Marktkirche in Hannover, abgerufen am 2. Mai 2026. 1856 Predöhl (Lemgow) Hohe Kirche 160x160px II/P 17 Bis auf zwei Register original erhaltenNOMINE e. V.: Orgel in Lemgow, abgerufen am 2. Mai 2026.Siehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 785–813. 1856–1857 Drennhausen Marienkirche 160x160px II/P 16 Vollständig erhaltenSiehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 248–272. 1857 Husum (bei Nienburg) Ev.-luth. Jacobi-Kirche 160x160px II/P 15 Am 5. Juni 1856 Gutachten zu Meyers Kostenvoranschlag durch den Hoforganisten Enckhausen in Hannover, der Verbesserungen forderte; 2000 Überarbeitung durch Jörg Bentebente-orgelbau.de: Orgel in Husum, abgerufen am 2. Mai 2026. 1858 Eddesse St. Bernward I/P 10 1959 ersetzt, aber 4 Register in Neubau übernommen 1859 Wunstorf St. Cosmas und Damian zentriert|160x160px III/P 37 Größte erhaltene Meyer-Orgel; 1939/1940 eingreifende Umdisponierung durch die Firma Emil Hammer Orgelbau; zum großen Teil erhaltenOrgelatlas Ostwestfalen-Lippe: Orgel in Wunstorf, abgerufen am 2. Mai 2026., 22 Register original und zwei weitere in Teilen erhalten → Orgel 1860 Wennigsen (Deister) Kloster Wennigsen, Klosterkirche 1861 Marienwerder (Hannover) Kloster Marienwerder, Klosterkirche 160x160px 1861 Odagsen St. Pankratius 160x160px II/P 15 ErhaltenTopp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 132, 225. 1863 Sievershausen (Lehrte) St. Martin II/P Unter Verwendung eines Gehäuses von 1800; 1905 und 1939 umgebaut, 1970 stillgelegtKirchengemeindelexikon: 1864Müden (Örtze)St. Laurentiuszentriert|160x160pxII/P17Besonderheit, eine zu- und abschaltbare Kopplung des oberen Manuals an ein Keyboard mit 176 Orgelregistern 1865 Barsinghausen Kloster Barsinghausen, Klosterkirche Nicht erhalten 1865 Stederdorf (Peine) St. Petrus II/P 13 1961 Renovierungsumbau durch Lothar Wetzel mit Umdisponierung1865–1866 Ebstorf Klosterkirche II/P 20 NOMINE e. V.: Orgel in Ebstorf, abgerufen am 2. Mai 2026. 1866 Natendorf Kirche zu Natendorf 160x160px 1867 Rehburg St. Martini 160x160px II/P 15 Am 30. Oktober 1865 Kostenvoranschlag durch Meyer; am 12. Mai 1866 Vertrag mit Meyer, der zwei weitere Register umfasste; 1986 Restaurierung durch Martin Haspelmath;Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 187. nachdem die Kirchendecke abgesackt war und bereits auf der Orgel auflag, musste die komplette Einrichtung ausgebaut und die Kirche gesichert werden; 2000 technische Sanierung und klangliche Instandsetzung durch Orgelbau Bente; 12 Register erhaltenbente-orgelbau.de: Orgel in Rehburg, abgerufen am 2. Mai 2026. 1869 Mariensee Klosterkirche St. Marien zentriert|160x160px II/P 16 restauriert 1995

Literatur

Einzelnachweise

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