rahmenlos|250px|rechts mini|BlackBerry-Smartphones (Priv, Passport, Bold) mini|Blackberry Q10 mini|Blackberry Z10 mini|Logo von OnwardMobility mini|BlackBerry Z30 mini|Damaliger US-Präsident Barack Obama mit seinem BlackBerry im Holster BlackBerry (Aussprache , für Brombeere) war der Markenname für Smartphones der kanadischen Firma Blackberry Limited (vorher Research in Motion, kurz RIM). Charakteristisch war die physische Tastatur, die in fast allen Modellen Anwendung fand. Ursprünglich entwickelte Blackberry die Geräte-Hardware und das Betriebssystem BlackBerry OS selbst und vertrieb sie inklusive des BlackBerry Enterprise Server als umfassende und sichere Kommunikationslösung. Der im Zentrum stehende „Hub“ bündelte Nachrichten wie Anrufe, SMS, E-Mails, Tweets etc. Ab 2016 wurden die Geräte in Lizenz entwickelt und hergestellt; sie basierten auf Android, das von der Firma BlackBerry gehärtet wurde. 2022 stellte Blackberry Entwicklung, Produktion und Verkauf von Mobiltelefonen ein.
Geschichte 1999 brachte RIM das erste Gerät mit der Bezeichnung Blackberry 850 auf den Markt. Als erstes, noch nicht ausgereiftesColin Duwe: RIM BlackBerry 5810 Wireless Handheld. zdnet.de, 20. November 2002. Blackberry-Smartphone gilt das 2002 vorgestellte Nachfolgemodell Blackberry 5810 mit einem integrierten Mobiltelefon. mini|Blackberry 7290 aus dem Jahr 2004
Blackberry entwickelte im Verlauf unterschiedliche Smartphones auf Basis des hauseigenen Betriebssystems Blackberry OS, darunter die populären Baureihen Bold und Curve. Das Unternehmen konzentrierte sich auf Geschäftskunden, erweiterte im Verlauf allerdings die Funktionalität, um das Segment der Privatanwender für sich zu gewinnen.
Im Oktober 2011 stellte Blackberry auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz das neue Betriebssystem Blackberry 10 vor, das von damals aktuellen Modellen wie dem Blackberry Q10, Classic, Z10 oder Passport genutzt wurde. Vorige OS-Versionen werden demnach als LegacyOS bezeichnet. Ende 2014 wurde der Amazon Appstore für alle Blackberry-10-Geräte zur Verfügung gestellt, worüber die bei Amazon zur Verfügung stehenden Android-Apps installiert werden konnten. Da die Geräte als sog. Arbeitstiere für das Büro ausgelegt waren, hatten sie eine niedrige Prozessorleistung und keinen 3D-Grafikprozessor, was etwa doppelt so lange Akkulaufzeiten wie bei anderen Herstellern ermöglichte, allerdings keine aufwendigen 3D-Spiele erlaubte.
Das Unternehmen verpasste 2008 die Entwicklung weg von der Tastatur zum Touchscreen. Infolgedessen brachen Anfang 2011 die Handyverkäufe ein und die Firma BlackBerry erlebte in den Folgejahren dramatische Umsatzeinbrüche. 2013 übernahm John Chen den Vorstandsvorsitz und richtete das Geschäft auf Software und Dienstleistungen aus. In diesem Rahmen trennte sich Blackberry 2016 von der eigenen Smartphoneentwicklung und -fertigung und lizenzierte die Geräte nur noch, um Kosten zu sparen. Somit wurde BlackBerry im Bereich Smartphones zum reinen Softwareanbieter. Chen erklärte 2016 in einem Interview, dass es auch in Zukunft Smartphones der Marke Blackberry mit Tastatur geben werde.
Ein Jahr später veröffentlichte Blackberry mit dem Modell PRIV das erste eigene Smartphone mit Android-System. BlackBerry härtete Soft- und Hardware, um einige der sichersten Android-Smartphones auf dem Markt anbieten zu können.
Im Februar 2020 kündigte Blackberry Mobile bzw. die TCL Corporation, die seit 2016 BlackBerry-Smartphones in Lizenz produzierte und vertrieb, an, keine weiteren BlackBerry-Geräte mehr herzustellen. Viele Analysten gingen daraufhin von einem Ende der Marke aus. Doch im August 2020 wurde angekündigt, dass das US-amerikanische Startup-Unternehmen OnwardMobility neuer Lizenznehmer der Markenrechte für BlackBerry-Smartphones werde. OnwardMobility kündigte an, in Kooperation mit Blackberry und Foxconn ein 5G-BlackBerry-Smartphone mit Flagship-Ausstattung auf den Markt zu bringen. Das Erscheinen war ursprünglich für das erste Halbjahr 2021 geplant, doch im Januar 2022 gab OnwardMobility bekannt, das Smartphone erst im Jahr 2022 auf den Markt bringen zu wollen. Gründe dafür waren die nach wie vor vorherrschende weltweite Pandemie sowie Lieferverzögerungen bei Rohstoffen und Lieferanten. Im Februar 2022 gab OnwardMobility bekannt, seinen Betrieb und die Entwicklung eines neuen Blackberry-Smartphones einzustellen.
Funktion Die wesentliche Funktion eines Legacy Blackberry-Smartphones besteht darin, mobil E-Mails als Push-Dienst empfangen und senden zu können. Darüber hinaus bieten Blackberrys die üblichen Smartphone-Funktionen, wie Adressbuch, Kalender, Instant-Messenger (WhatsApp oder der eingestellte Blackberry Messenger), Aufgaben-, Erledigungs-Listen etc. und zusätzlich Handy-Funktionen wie Telefonie, SMS, MMS und Web-Browsing. Im Unterschied zu einem traditionellen PDA muss sich der Blackberry-Benutzer nicht um die Synchronisierung der Daten kümmern.
BlackBerry-Geräte bis BlackBerry OS 7.1 mussten zwingend über die BIS-Option angebunden sein, um eine Datenverbindung aufzubauen. Für Geschäftskunden steht der BES (BlackBerry Enterprise Server, ab Version 12 BlackBerry Enterprise Services) zur Verfügung, der on-premises oder in der Cloud eingerichtet wird und die Kommunikation über das BlackBerry Network Operation Center (NOC) aufbaut. BlackBerry führte mit Version 12.6 ein Rebranding durch. Der Hersteller bietet nun an, alle mobilen Endpunkte über die hauseigene Serversoftware und das NOC verwalten zu können. Seitdem wird für das EMM System der Name Unified Endpoint Manager (UEM) genutzt.
Bei den Blackberry-Geräten werden E-Mails, Kalendereinträge, Notizen und Adressbucheinträge per Push-Dienst vom Blackberry NOC auf das Smartphone übertragen. Das Gerät wird demnach immer auf dem aktuellen Stand gehalten, solange eine Datenverbindung besteht. Gleichzeitig ermöglicht es die sofortige Benachrichtigung und Zustellung bei neuen E-Mails und Terminen in Echtzeit. Eine weitere wichtige Funktion ergibt sich aus dem Mobile Data System (MDS), der es ermöglicht, auch andere Daten aus dem Firmennetzwerk – aus ERP-Systemen, Datenbanken etc. – auf dem Blackberry zugänglich zu machen. So lassen sich etwa Preis- oder Lagerinformationen abrufen, Bestellvorgänge auslösen oder Kundendaten verändern.
Die Blackberry-Technik hält die zu übertragende Datenmenge bewusst klein: Der Blackberry Enterprise Server (BES) bereitet alle Daten speziell auf, komprimiert sie und gibt sie dann portionsweise an das Endgerät aus. Erst wenn der Nutzer mehr Daten braucht, werden sie vom Gerät angefordert. Die Anforderung erfolgt, ohne dass der Anwender es merkt oder warten muss. So können MByte-große Dateien (wie z. B. PDF- oder Office-Dateien) trotz GPRS- oder EDGE-Verbindung (beispielsweise in der Bahn) schnell geöffnet werden: Der BES öffnet auf Anforderung den Anhang, wandelt ihn in eine textorientierte Datei um und schickt sie bündelweise zum Client. Via POP3-Protokoll würde der Server die gesamte Datei unverändert zum Client schicken: D. h. der Nutzer kann erst dann die Datei öffnen, wenn sie vollständig heruntergeladen ist; der Nutzer benötigte ein leistungsstarkes Endgerät, um größere Dateien auch entsprechend verarbeiten zu können. Zudem ist jeder Datenverkehr vom Server aus dem Unternehmensnetzwerk heraus zum Smartphone und zurück verschlüsselt. Die Original-Blackberry-Geräte können zusätzlich so eingestellt werden, dass sie den Geräteinhalt nicht nur via Passwort sichern, sondern ihn auch noch verschlüsseln.
Der Blackberry-Dienst lässt sich auf älteren Geräten (vor der Einführung von OS 10) nur mit einer speziellen BIS-Option nutzen, die beim Mobilfunkbetreiber extra für die Mobilfunkkarte gebucht werden muss. Diese sogenannte „Blackberry-Option“ beinhaltet eine Grundgebühr und eine Gebühr für das beauftragte Datenvolumen. Für den Blackberry-Push-Dienst, bei ungefähr 500 E-Mails im Monat und Kalendernutzung von etwa 100 Einträgen pro Woche, wird kaum mehr als 1 MB im Monat verbraucht.
Seit Blackberry OS 7.0 ist die Software DocumentsToGo von DataViz Bestandteil des Betriebssystems; damit lassen sich Dokumente und Dateianhänge auch nativ betrachten. Die Editierfunktion von Office-Dokumenten ist dadurch ebenfalls möglich. Die Software ermöglicht beispielsweise das Erstellen von Microsoft-Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien.
Seit dem 4. Januar 2022 werden die OS 7.1 und 10 von Blackberry nicht mehr unterstützt. Es wird wegen des „End of Life“ dieser OS keine Online-Updates mehr geben.Ende einer Smartphone-Ara, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 5. Januar 2022
Typische Funktionen
Zu den typischen Funktionen von Blackberry-Smartphones zählen: typisches Design (meist in Schwarz; Form und Tasten angelehnt an Brombeeren) BlackBerry-Logo auf der Rückseite Physische QWERTY/QWERTZ-Tastatur oder BlackBerry-Touchscreen-Tastatur-App für schnelles Tippen Benachrichtigungslicht als visuelle Benachrichtigung für Nachrichten, Anrufe und Akkustand BlackBerry-typische Klingeltöne und Benachrichtigungstöne BlackBerry-Betriebssystem (Blackberry OS oder Blackberry 10) bzw. adaptierte Version von Android (Betriebssystem) Lange Akkulaufzeit E-Mail-Funktion in der App BlackBerry Hub zur zentralen Verwaltung aller E-Mails, Anrufe, Nachrichten und von sozialen Netzwerken Blackberry Messenger bzw. BlackBerry Messenger Enterprise als Instant-Messaging-Dienst Unterschiedliche Sicherheitsfeatures wie sicheres, verschlüsseltes Betriebssystem, Fingerabdruckscanner, Verschlüsselung, Sicherheitsapps Verwaltungssoftware für den Computer (BlackBerry Link) Meist globale Konnektivität Langlebiges Design Spiele, wie z. B.: BlackBerry BrickBraker oder BlackBerry Word Mole
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