Gerichshain ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Machern im Landkreis Leipzig. mini|Kirche Gerichshain
Geografie Lage Gerichshain liegt etwa 2,5 Kilometer nordöstlich von Brandis in der Leipziger Tieflandsbucht. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 1,2 Kilometer nahezu in Ost-West-Richtung. Westlich schließt sich unmittelbar das Gewerbegebiet an.Durch den Ort verläuft die Bahnstrecke Leipzig–Dresden mit dem Haltepunkt Gerichshain. Die Bundesstraße 6 Leipzig–Wurzen führte bis vor wenigen Jahren direkt durch den Ort, bis sie zur Entlastung der Anwohner aus der Ortslage heraus nach Norden verlegt wurde. Über die Staatsstraße 45 besteht Anschluss an das südlich gelegene Brandis, über die herabgestufte B 6 erreicht man westlich Borsdorf.
Nachbarorte
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Gerungishain datiert aus dem 1350. Der frühe Ortsname lässt sich Aufzeichnungen zufolge auf den Bischof Gerung von Meißen zurückführen. Die Endung „-hain“ lässt auf die Rodung des Siedlungsstandortes schließen – die in der Nähe liegenden Ortschaften Ammelshain, Altenhain, Albrechtshain u. a. lassen diesen Schluss zu.Gerichshain war bis 1516 Leipziger Amtsdorf. Bis es Herzog Georg von Sachsen im Jahr 1512 seinem Hofmeister dem Ritter Rudolf von Bünau auf Brandis für 575 Gulden verkaufte.Vor der Reformation um 1539 bis 1930 war Gerichshain Filialkirche von Brandis. Seit 1932 ist es Filialkirche von Borsdorf. Der Ortsteil Posthausen (1551 Vorwerk des Ritterguts Brandis), ist seit 1752 nach Gerichshain gepfarrt. Nach 1945 war die kirchliche Organisation entsprechend der politischen Situation häufigen Wechseln unterworfen, meist jedoch mit Borsdorf verbunden. Seit 2001 existiert die Kirchgemeinde Gerichshain-Althen – eine Schwestergemeinde der Kirchgemeinde Borsdorf-Zweenfurth. 1784–85 wurde die Kirche errichtet.
Gerichshain lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Leipzig. Posthausen gehörte zeitweise zum Kreisamt Leipzig bzw. zum Erbamt Grimma.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f. Ab 1856 gehörten beide Orte zum Gerichtsamt Brandis und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Grimma. 1837 erhielt Gerichshain Eisenbahnanschluss an der ersten deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden. 1838 wurde beim östlich gelegenen Posthausen eine Güterladestelle eingerichtet – zeitweise auch Güterbahnhof –, der Güterbahnhof wurde 1998 geschlossen und folgend abgebaut.vgl. , abgerufen am 1. November 2010
Am 1. März 1994 wurde die Gemeinde Gerichshain mit ihrem Ortsteil Posthausen (bis vor 1880 eine eigene Gemeinde, dann nach Gerichshain eingemeindet) ebenso wie die Gemeinde Püchau nach Machern eingemeindet. Die Gemeinde Gerichshain hatte eine Fläche von 10,05 km².Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Verzeichnis der Gemeinden im Freistaat Sachsen mit Angaben zur Fläche und Bevölkerung per 31. Dezember 1990, S. 51
Sehenswürdigkeiten
Die Kirche Gerichshain in der Ortsmitte hat ihr barockes Erscheinungsbild seit dem Jahr 1785, als die Nachfolgerin des abgerissenen Gotteshauses erbaut wurde. Zu ihren Besonderheiten gehören eine hochwertige Trampeli-Orgel von 1803, eine historische, in Stein gehauene Sonnenuhr an der Turm-Rückseite sowie zwei mittelalterliche Glocken.
In Gerichshain ansässige Wirtschaftsunternehmen
Müller Buchbinderei GmbH
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahlvgl. 1551 34 besessene Mann, 2 Häusler, 25 Inwohner1764 52 besessene Mann, 3 Häusler, 14½ Hufen1803 3131828 3601834 3761855 448 Jahr Einwohnerzahl1871 4761880 5581890 4881900 7311905 8321910 851 Jahr Einwohnerzahl1925 9961929 9961933 10551939 10251946 12811950 1271 Jahr Einwohnerzahl1951 12811964 10491990 9251997 1630
Literatur
Die Parochie Gerichshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 307–316 (Digitalisat)
Weblinks
Aus der Chronik Gerichshain
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Machern Kategorie:Ersterwähnung 1350 Kategorie:Gemeindeauflösung 1994