mini|hochkant|Jean de Forcade de Biaix, als Majorgeneral, um 1718 Jean Quérin de Forcade, Marquis de Biaix, sonst Johann Quirin von Forkade-Biaix genannt (* 14. Dezember 1663Bernhard R. Kroener: Potsdam: Staat, Armee, Residenz in der preussisch-deutschen Militärgeschichte. Propyläen, Frankfurt am Main 1993, S. 169, ISBN 3-549-05328-2. in Pau in Béarn; † 2. Februar 1729Evangelische Kirche Berlin-Friedrichstadt, Tote 1716–1731, S. 198. (französische Handschrift) in Berlin) war ein königlich preußischer Generalleutnant. Er war Chef des Infanterie-Regiments Nr. 23 und Kommandant der Residenz Berlin.
Leben Familie In älteren biographischen Handbüchern werden als seine Eltern der französische Feldmarschall Jaques de Forcade, Marquis de Biaix und Philippine d’Espalungue Baronne d’Arras genannt.Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. (NPAL) Band 2, Leipzig 1836, S. 179; Vgl. ff. NPAL, Band 4, Leipzig 1837, S. 390. Ob diese Namen absichtlich oder irrtümlich falsch angegeben wurden, bleibt ungewiss. Für Pau sind vor 1668 keine protestantischen Kirchenbücher überliefert.
Seine Eltern waren Jean de Forcade, seigneur de Biaix,Evangelische Kirche Berlin-Friedrichstadt, Trauungen 1674–1707, S. 73 (französische Handschrift). (1659–1684) und Madeleine de Lanne († nach 1701), Tochter des Ramon de Lanne, Bürger in Pau. Ein Jean de Forcade ist als Münzmeister für Béarn und Navarra (fermier des monnaies de Béarn et Navarre) überliefert.Christian Charlet, Fernand Arbez: Fermeture et réouverture des monnaies de Navarre et Béarn en 1662–1663. In: Revue numismatique. 6e série, Jg. 1997, Nr. 152, S. 223–264. Jean de Forcade, seigneur de Rontignon, kaufte das Lehen Biaix im Pau am 28. Februar 1659 vom Gratian von Turon, seigneur de Beyrie.Archives Départementales des Pyrénées-Atlantiques, Série E: Notaires et tabellions, Pau, Jean d’Agoeix, E2048. Am 10. Juni 1659 wurde er als seigneur de Biaix (Herr von Biaix) zum Orden des Adels von Béarn zugelassen.Gustave Chaix d’Est-Ange: Dictionnaire des Familles françaises anciennes ou notables à la fin du XIXe siècle. Band 18: FEL–FOR, 1922, S. 315–316. Das Lehen wurde einige Tage nach seinem Tod an seinen ältesten Sohn, Isaac, übergeben, der am 18. November 1684 zum Orden des Adels von Béarn als seigneur de Biaix zugelassen war.
Soweit bekannt ist, war Jean Quérin de Forcade-Biaix tatsächlich kein Marquis. Das Lehen Biaix war kein Marquisat, sondern eine Herrschaft. Sicher ist, dass er nie Herr von Biaix war. Die Herren von Biaix waren sein Vater, Jean de Forcade (1659–1684), sein Bruder, Isaac de Forcade (1684–1737) und sein Neffe, Jean-Jacob de Forcade (1738–?).Charles de Picamilh: Statistique générale des Basses-Pyrénées. Band 1, Pau 1858, S. 421. (Digitalisat)
Auswanderung nach Preußen Jean Quérin de Forcade verließ wie viele Hugenotten das Land nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes. Spätestens im Oktober 1685 (Terminus ante quem) kam er nach Brandenburg.
Am 15. April 1697 heiratete Jean Quirin de Forcade die Freiin Juliane von Honstedt (Hohnstaedt) aus dem Hause Erdeborn. Sie war die Tochter des Generalmajors Quirin, Erbherr von Honstedt, auf Sulzau, Weikenburg und Erdeborn, und dessen Frau Maria Magdalena Streiff von Löwenstein, auf Falkenau, Diedenhosten und Bacour. Ihre beiden Söhne waren: der preußische Generalleutnant Friedrich Wilhelm Quirin von Forcade (1699–1765) der Hofmarschall des Prinzen von Preußen Peter Isaak von Forcade (1702–1775); er war in der 1. Ehe mit Anna Elisabeth Cantenius verheiratet, nach ihrem Tod heiratete er Katharina von Eickstedt.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. II. Teil, 1. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landeskollegien in Stettin gehörigen Kreise. Stettin 1784, S. 264. (Digitalisat) Das Ehepaar hatte noch mehrere Töchter. Ferner eine Tochter: Sophia Philippina ⚭ Paul Albrecht Thevenin Sieur Des Glereaux ⚭ Georg Wilhelm von Aschersleben (* 1702; † 1775), preußischer Kammerpräsident von PommernJohann Gottfried Dienemann, Nachrichten vom Johanniterorden, insbesondere von dessen Herrenmeisterthum, Hrsg. Johann Erdmann Hasse, Verlag Georg(e) Lud(e)wig Winter, Berlin 1767, S. 360. (Digitalisat)
Militärische Werdegang Oktober 1686 war er Leutnant im Miliz des Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich II., in Frankfurt (Oder). 1688 war er Hauptmann in der Leibgarden der Kurfürst in Frankfurt (Oder). 1692 wurde er Hauptmann in der preußischen Garde in Crossen (Oder). Am 12. September 1702 wurde er Major in der weißen Garde (später Infanterie-Regiment Nr. 1). Am 12. August 1705 wurde er Oberstleutnant. 1711 wurde er Oberst. 1713 wurde er Kommandant der Residenz Berlin und wohnte im Kommandantenhaus an der Bastion 10, nahe dem Königstor. Februar 1716 erhielt er als Oberst das damalige in Berlin garnisonierende Infanterieregiment Nr. 23.Günther Gieraths: Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee, 1626-1807. Band 8, Berlin 1964, S. 79. (Digitalisat) Am 31. Mai 1718 wurde er Generalmajor. Am 2. Februar 1729, seinem Todestage, wurde er noch zum Generalleutnant ernannt.
Literatur Pierre Danty: Une famille béarnaise au service de la Prusse: les Forcade-Biaix. In: Société des Sciences Lettres et Arts de Pau et du Béarn, Hrsg.: Revue de Pau et du Béarn. Numéro 6 Année, Bordeaux 1978, S. 269–272. Gustave Chaix d'Est-Ange: Dictionnaire des Familles françaises anciennes ou notables à la fin du XIXe siècle. Band 18: FEL–FOR. 1922, S. 315–316. (gallica.bnf.fr Digitalisat) Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. (NPAL), Band 2, Gebrüder Reichenbach, Leipzig, 1836, S. 179. (Digitalisat); Vgl. ff. NPAL, Band 4, Leipzig 1837, S. 390. (Digitalisat)
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