mini|Egon Geerkens (links) 1988 bei einer Spendenübergabe zugunsten des Kuratorium ZNS im Bonner Kanzlerbungalow Egon „Bubi“ Geerkens (* 16. August 1944 in Osnabrück) ist ein deutscher Unternehmer.
Werdegang Sein erstes Vermögen erwirtschaftete der gelernte Elektriker Geerkens mit der Reparatur teurer Unfallwagen. In der Folgezeit handelte er mit Antiquitäten und übernahm 1972 in Osnabrück das Juweliergeschäft Emil Gudemann, welches er zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen ausbaute.J. Korge: Reich mit Schrott und Diamanten. In: Spiegel Online vom 13. Dezember 2011 Mitte der 1980er Jahre entwickelte er gemeinsam mit einem Partner die Osnabrücker Theaterpassage, die später an die Iduna-Versicherungen verkauft wurde. Im Jahr 1996 trat er als Privatinvestor für den Bau der Luisenresidenz in Berlin-Mitte auf, die zu 30 % über den „Zweiten Förderweg“ des Sozialen Wohnungsbaus finanziert wurde.Projekt: Wohn- und Geschäftshaus Luisenstraße 48-52 auf stadtentwicklung.berlin.de, abgerufen am 19. Dezember 2011sk: DT erhält ein Lager in der „Luisenresidenz“: Nachbarschaftshilfe fürs Deutsche Theater. In: Berliner Zeitung vom 27. Juni 1996. Abgerufen am 18. Dezember 2011 2010 erklärte er, angeblich seit 1978 in Bezug auf Niedersachsen keine öffentlichen Gelder mehr erhalten zu haben. 2011 betonte er, nicht gewerblich mit Immobilien gehandelt, sondern diese nur zur privaten Vermögensanlage gekauft und entwickelt zu haben. Sein Osnabrücker Juweliergeschäft gab Geerkens 2007 auf; es wurde aus dem Handelsregister gelöscht.fhv/wie: Schillernde Persönlichkeit: Edelsteine und Immobilien: Der Wulff-Förderer Egon Geerkens. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 14. Dezember 2011. Abgerufen am 114. Oktober 2015
Nach seinem Umzug in die Schweiz 2003 nahm er im Oktober 2008 als „Familienunternehmer“ an einer Delegationsreise mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff nach Indien und China teil, sowie laut der Zeitschrift stern im März 2009 nach Japan und sechs Monate später in die USA.B. Erichsen: Vorwürfe gegen Christian Wulff: Mit dem Gönner auf Reisen. In: stern.de vom 14. Dezember 2011. Abgerufen am 18. Dezember 2011 Dies wurde unter anderem vom SPD-Abgeordneten Wolfgang Jüttner kritisiert, der bei Geerkens Teilnahmen keinerlei Nutzen für die niedersächsische Wirtschaft erkennen konnte. (PDF; 71 kB). In: SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, 29. Januar 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2011. In: ndr.de, 14. Dezember 2011. Abgerufen am 19. Dezember 2011 Geerkens gab 2011 an, zu diesem Zeitpunkt „längst kein Unternehmer mehr gewesen zu sein“ und die Reisen komplett selbst bezahlt zu haben.
Kreditaffäre Christian Wulff Einer breiteren Öffentlichkeit wurden Geerkens und seine Ehefrau im Dezember 2011 im Rahmen der Kreditaffäre um den damaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff bekannt. Wulff erhielt am 25. Oktober 2008, 14 Tage nach der Rückkehr von der Delegationsreise nach Indien und China, vom Konto von Edith Geerkens einen Privatkredit über eine halbe Million Euro zu einem jährlichen Zinssatz von 4 %, den er zur Finanzierung seines Hauses in Großburgwedel nutzte.Wulff-Freund Geerkens: "Christian musste sein Leben neu ordnen". In: Spiegel Online vom 13. Dezember 2011 Egon Geerkens hatte ihn bei der Wahl der Immobilie unterstützt.Wulffs Privatkredit-Affäre: Egon Geerkens hat mitverhandelt. In: Manager Magazin vom 21. Dezember 2011. Abgerufen am 21. Dezember 2011 Geerkens erklärte später dem Spiegel, er habe die Konditionen des Kredits mit Wulff ausgehandelt.heb: Hauskredit-Affäre: Neue Vorwürfe gegen Wulff. In: Spiegel Online vom 16. Dezember 2011. Abgerufen am 20. Dezember 2011 Zudem soll er für Wulff einen Kontakt zu seiner Hausbank Baden-Württembergische Bank (BW Bank) hergestellt haben, mit deren Darlehen Wulff den Privatkredit ablöste. Wulff bezeichnete Geerkens als „fast väterlichen Freund“, der auch schon Freund seiner Eltern gewesen sei. Geerkens war Trauzeuge bei den beiden Hochzeiten Wulffs 1988 und 2008.M. Bewarder, U. Müller, M. Neller: Wulff, das Haus und der 500.000-Euro-Kredit. In: Die Welt vom 13. Dezember 2011
Privates Geerkens ist seit Mitte der 1990er Jahre verheiratet mit Edith (* ca. 1962), einer ehemaligen Angestellten seines Schmuckhandelsgeschäftes.heb: Neue Vorwürfe gegen Wulff. In: Spiegel Online vom 16. Dezember 2011 Das Paar hat zwei Kinder. 2003 siedelte er in die Schweiz über, nachdem er zwischenzeitlich in Marbella gewohnt hatte. In: Financial Times Deutschland vom 13. Dezember 2011 Als Grund für die Übersiedelung gab er eine Krebserkrankung an. Egon Geerkens lebt in Luzern am Ufer des Vierwaldstättersees und verfügt über einen Wohnsitz in Coral Springs (Florida).U. Ritzer: Geerkens, der Freund mit dem Geld In: Süddeutsche Zeitung vom 14. Dezember 2011 In der Presse wird Geerkens als medienscheu beschrieben.
Einzelnachweise
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