Ein eigenes Wort des Jahres wird in der Deutschschweiz erst seit 2003 gewählt. Zuvor wurde für den gesamten deutschen Sprachraum ein gemeinsames Wort des Jahres gekürt, nachdem dieses aber immer häufiger einen reinen Deutschlandbezug hatte, entschieden sich Österreich 1999 und die Schweiz 2003, jeweils ein eigenes Wort des Jahres zu wählen. 2017 übernahm das Departement Angewandte Linguistik der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften die Trägerschaft vom Wort des Jahres Schweiz, und seit 2019 wird das Wort des Jahres Schweiz forschungsbasiert und interaktiv in den vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gewählt. Der Schweizerische Gehörlosenbund wiederum ermittelt seit 2016 eine Gebärde des Jahres.Hannoversche Allgemeine: „Gebärde des Jahres“: Donald Trump, abgerufen am 6. Dezember 2017.

Gesamtübersicht Jahr Wort des Jahres Unwort des Jahres Satz des Jahres Sonstiges 2003 Konkordanz Scheininvalide «Wählt Blocher, er hat diese Strafe verdient.» 2004 Meh Dräck Ökoterror «Switzerland – zero points.» Pressemitteilung des Jahres: auf der Website der Stadt St. Gallen. 2005 Aldisierung erlebnisorientierte Fans «Deutschland – wir kommen!» 2006 Rauchverbot erweiterter Selbstmord «Ich kann das!» 2007 Sterbetourismus Klimakompensation «Das Rütli ist nur eine Wiese mit Kuhdreck.» Mundartwort des Jahres: Pimpen 2008 Rettungspaket Europhorie «Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.» Abkürzung des Jahres: HarmoSNeues Wort des Jahres: doodeln 2009 Minarettverbot Ventilklausel «Ich bin nicht gut integriert in der Schweiz – ich bin Schweizer!» Jugendwort des Jahres: Sbeschtewosjehetsgitz 2010 Ausschaffung FIFA-Ethikkommission «Die Schweiz ist eine frustrierende Alpendemokratie.» Jugendwort des Jahres: hobbylos 2011 Euro-Rabatt Technologieverbot «Das Leben ist kein Bonihof.» Jugendwort des Jahres: Mopfer 2012 Shitstorm Bio «Vada a bordo, cazzo!» Jugendwort des Jahres: shaz 2013 Stellwerkstörung systemrelevant «Aff!» 2014 # Dichtestress «Es bleibt unbeständig.» Finanzwort des Jahres: NullzinspolitikNZZ online, 1. Dezember 2014. 2015 Einkaufstourist Asylchaos «Eine WM kann man nicht kaufen.» Finanzwort des Jahres: FrankenschockNZZ online, 30. November 2015.2016FilterblaseInländervorrang light«Vielleicht müssen wir die Granaten in Zukunft ohne Logo liefern, damit niemand weiss, woher sie stammen.»Ausdruck (Geste) des Jahres: Dabbing Seit 2017 wird das Wort des Jahres in der Schweiz unter Verantwortung des Departements Angewandte Linguistik der ZHAW und in mehreren Landessprachen, seit 2019 auch in Rätoromanisch, gewählt. Jahr Deutsch Französisch Italienisch Rätoromanisch2017#metoo#metoo ist das Deutschschweizer Wort des Jahres auf srf.ch, abgerufen am 8. Dez. 2017.; 2. Platz: weglachen; 3. Platz: Influencerharcèlement; 2. Platz: congé paternité; 3. Platz: influenceur/influenceuse – –2018Doppeladler; 2. Platz: Rahmenabkommen; 3. Platz: 079charge mentale; 2. Platz: sécheresse; 3. Platz: infoxgesto dell’aquila; 2. Platz: notte tropicale; 3. Platz: criptovalute –2019Klimajugend; 2. Platz: OK Boomer; 3. Platz: Flugschamvague verte; 2. Platz: fèminicide; 3. Platz: flygskamonda verde; 2. Platz: sciopero delle donne; 3. Platz: 5Gluf; 2. Platz: Diaspora; 3. Platz: unda verda2020Systemrelevant; 2. Platz: Maskensünder; 3. Platz: stosslüftencoronagraben; 2. Platz: gestes barrières; 3. Platz: luttespandemia; 2. Platz: responsabilità; 3. Platz: distanzamascrina; 2. Platz: extraordinari; 3. Platz: positivitad2021Impfdurchbruch; 2. Platz: Starkregen; 3. Platz: entfreundeniel; 2. Platz: précarité; 3. Platz: variantscertificato; 2. Platz: urgenza; 3. Platz: exploitrespect; 2. Platz: pazienza; 3. Platz: tgira2022Strommangellage; 2. Platz: Frauen-Ticket; 3. Platz: Schutzstatus Sboycotter; 2. Platz: sobriété; 3. Platz: soufflepenuria; 2. Platz: invasione; 3. Platz: coraggiomancanza; 2. Platz: status S; 3. Platz: 19 grads2023Monsterbank; 2. Platz: Chatbot; 3. Platz: Ghostingdécombres; 2. Platz: intelligence artificielle; 3. Platz: coûts de la santéGPT; 2. Platz: tunnel; 3. Platz: ecoansiaSolarexpress; 2. Platz: igl Rutsch; 3. Platz: regulaziun proactiva2024Unterschriften-Bschiss; 2. Platz: divers; 3. Platz: MurgangMarkus Gasser: «Unterschriften-Bschiss» ist Wort des Jahres 2024. Auf: srf.ch, 3. Dezember 2024.cessez-le-feu; 2. Platz: consentement; 3. Platz: quoicoubehnon binario; 2. Platz: allerta meteo; 3. Platz: nomofobiasegundimorant/segundimoranta; 2. Platz: vegliadissem; 3. Platz: festivitads2025Frauen-Nati; 2. Platz: Zollhammer; 3. Platz: Chlorhuhngénocide; 2. Platz: 39%; 3. Platz: grèvedazi; 2. Platz: permacrisi; 3. Platz: riarmoIA; 2. Platz: ballape da dunnas; 3. Platz: vita pajabla

Deutscher Sprachraum Wort des Jahres Jahr Wort des Jahres Erklärung 2003 Konkordanz Konkordanzdemokratie als der Versuch, eine möglichst grosse Zahl von Akteuren (Parteien, Verbände, Minderheiten, gesellschaftliche Gruppen) in den politischen Prozess einzubeziehen und Entscheidungen durch Herbeiführung eines Konsenses zu treffen. 2004 Meh Dräck (Mehr Dreck); von dem Castingshow-Jurymitglied Chris von Rohr geprägter Begriff, der damit mehr Echtheit von den Kandidaten forderte. 2005 Aldisierung Definiert als «Die zunehmende Suche auch besser verdienender Konsumenten nach dem günstigsten Angebot in immer mehr Konsumbereichen». 2006 Rauchverbot Initiative zur Einführung eines Rauchverbotes. 2007 Sterbetourismus Verstärktes Auftreten von Menschen, die in die Schweiz reisen, um dort Sterbehilfe zu erhalten; insbesondere bezogen auf den Verein Dignitas. 2008 Rettungspaket Im Zuge der Finanzkrise ab 2007. 2009 Minarettverbot Kontroverse um den Bau von Minaretten und anhängige Volksabstimmung. 2010 Ausschaffung Eidgenössische Volksinitiative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative)». 2011 Euro-Rabatt Im Zusammenhang mit dem günstigen Kurs des Franken gegenüber dem Euro. 2012 Shitstorm Verdeutlichung der Macht, aber auch der Gefahren sozialer Medien. 2013 Stellwerkstörung Versinnbildlicht das Jahr, das reich an SBB-Pannen und arm an prägenden Ereignissen war, gleichzeitig eine Metapher für ein Land, das nicht recht vom Fleck kommen will. 2014 # Gewählt wurde das Zeichen # (Gartehag, Doppelkreuz), wie es in Sozialen Medien in Kombination mit einem Schlüsselwort als sog. Hashtag oft eingesetzt wird. 2015 Einkaufstourist Die Schweiz wolle Hochpreisinsel bleiben und trotzdem von den günstigen Preisen im Ausland profitieren. Die Aufnahmezentren für die Wirtschaftsflüchtlinge aus der Schweiz seien die Einkaufszentren von Konstanz bis Lörrach.Einkaufstourist ist das Wort des Jahres 2015, srf.ch, 2. Dezember 2015. 2016 Filterblase «Paradox: Je vernetzter die Welt, desto isolierter ist das Individuum in seiner Nische von Gleichgesinnten. […] Diese virtuellen Räume, auch ‹Echokammern› genannt, in denen man stets nur in seinen eigenen Vorlieben und Ansichten bestätigt wird, sind vom Web-User nicht nur selbstgewählt, sondern werden durch Algorithmen verstärkt: Social Media wie Facebook sind so programmiert, dass Gleiche zu Gleichen und Gleichgesinnte zu Gleichgesinnten kommen.»«Filterblase» ist das Schweizer Wort des Jahres 2016, watson.ch, 7. Dezember 2016. 2017 #metoo «Das Wort wirkt 2017 wie kein zweites. Es zeigt an; es zieht lange Verdrängtes ins Licht, es schliesst soziale Medien und öffentlichen Diskurs kurz. So findet es innert Tagen vom Filmgeschäft in Hollywood in den Alltag hier und jetzt – auch in der Schweiz. Hier ist #metoo das Wort, das sich 2017 viral verbreitet hat.»Wort des Jahres Schweiz auf zhaw.ch Angewandte Linguistik, abgerufen am 9. Dezember 2017. 2018 Doppeladler Die Jubelgeste einiger Schweizer Fussballnationalspieler im WM-Spiel gegen Serbien führte zu Diskussionen weit über den Fussball hinaus. 2019 Klimajugend Von Februar bis November fanden mehrere grosse Kundgebungen zur Umsetzung des Weltklimaabkommens statt. Organisiert wurden sie von der jugendlichen Bewegung Klimastreik. 2020 systemrelevant 2013 war er das Unwort des Jahres, in der Corona-Pandemie polarisierte der Begriff erneut. «Einerseits hat der Bundesrat bestimmt, welche Sektoren unabdingbar sind für die Gesellschaft und für die Wirtschaft. Andererseits hat sich jeder Einzelne gefragt: Bin ich nicht auch relevant in diesem System?»«Systemrelevant» ist das Wort des Jahres 2020, srf.ch, 8. Dezember 2020, abgerufen am 30. Dezember 2020. 2021 Impfdurchbruch 2022 Strommangellage 2023 Monsterbank Mit dem Begriff «Monsterbank» bezeichnen viele Medien, aber auch politische Parteien die im März 2023 aus der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS hervorgegangene Grossbank.«Monsterbank» ist Schweizer Wort des Jahres 2023, srf.ch, 28. November 2023, abgerufen am 28. November 2023.2024 Unterschriften-Bschiss 2024 wurde bekannt, dass kommerzielle Unterschriftensammler Unterschriften und Identitäten auf Sammelbögen für Volksinitiativen gefälscht haben sollen.2025 Frauen-Nati «Der Frauenfussballsommer führte zu einem Boom: Clubs in der Schweiz wurden überrannt von Nachwuchsspielerinnen, deren Traum es wohl ist, einmal in der Frauen-Nati zu spielen.»Wort des Jahres 2025. Medienmitteilung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) vom 2. Dezember 2025 (PDF).

Unwort des Jahres

Von 2003 bis 2016 wurde durch eine private Jury ein Unwort des Jahres bestimmt.

Satz des Jahres Jahr Satz des Jahres Erklärung 2003 «Wählt Blocher, er hat diese Strafe verdient.» Kolummnenkommentar im Tages-Anzeiger von Cabaretist Franz Hohler im Vorfeld der Bundesratswahlen 2003 im Bezug auf Politiker Christoph Blocher (SVP). 2004 «Switzerland – zero points.» Nach der Einlage von Piero Esteriore beim Eurovision Song Contest 2004. 2005 «Deutschland – wir kommen!» Erfolgreiche Qualifikation der Schweizer Fussballnationalmannschaft zu Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. 2006 «Ich kann das!» Aussage von Doris Leuthard vor ihrer Wahl zur Bundesrätin. 2007 «Das Rütli ist nur eine Wiese mit Kuhdreck.» Zitat von Ueli Maurer zur Diskussion über die Bundesfeier auf der Rütliwiese. 2008 «Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.» Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück zum Umgang mit der Schweiz als angebliches Steuerparadies. 2009 «Ich bin nicht gut integriert in der Schweiz – ich bin Schweizer!» Antwort des U-17 Fussball-Weltmeisters Granit Xhaka auf eine Reporterfrage. 2010 «Die Schweiz ist eine frustrierende Alpendemokratie.» Protokolliert 2008 von Peter R. Coneway, US-Botschafter in Bern, in einer internen Depesche, welche 2010 von Wikileaks veröffentlicht worden ist. 2011 «Das Leben ist kein Bonihof.» 2012 «Vada a bordo, cazzo!» (ital., sinngemäss: «Gehen Sie verdammt nochmal zurück an Bord!») Im Zusammenhang mit dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia als Sinnbild für die heutige Haltung, «die Chefs gehen, die Angestellten baden alles aus». 2013 «Aff!» Reaktion des Bundespräsidenten Ueli Maurer auf einen Kameramann, der ihn im Bundeshaus bedrängte. 2014 «Es bleibt unbeständig.» Häufige Aussage der Schweizer Meteorologen zur Prognose des Wetters im sehr wechselhaften und von schlechtem Wetter geprägten Sommer 2014. 2015 «Eine WM kann man nicht kaufen.» Ausspruch im Original von Sepp Blatter: «Einen Weltcup kann man nicht kaufen.» Die Jury habe beeindruckt, mit welchem Trotz Sepp Blatter allen Enthüllungen im Jahr 2015 widerspricht. 2016 «Vielleicht müssen wir die Granaten in Zukunft ohne Logo liefern, damit niemand weiss, woher sie stammen.» Aussage des Aargauer SVP-Nationalrates Andreas Glarner am Vorabend des 1. August in einem Interview mit dem Aargauer Regionalsender Tele M1. Ein «IS»-Attentäter hatte bei einem Terroranschlag in der Türkei Schweizer Granaten eingesetzt, worauf in der Schweiz der Ruf nach einem Verbot von Kriegsmaterialexporten laut wurde.

Weitere Ausdrücke