Saint-Bonnet-en-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 7,5 Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 25,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt im Nordwesten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im Norden liegen die Gemeinden Frontenard und Charette-Varennes, im Nordosten Pierre-de-Bresse und im Südosten La Chapelle-Saint-Sauveur, im Süden liegen Dampierre-en-Bresse und La Racineuse, im Westen die zwei Gemeinden, die bereits zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehören: Saint-Didier-en-Bresse und Toutenant.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zur Hälfte im Bourg, die übrigen Einwohner weitgehend verstreut in Weilern und in Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 311 Hektar bewaldete Flächen auf, was 17,6 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 60 % Laubwald und 37 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Südwesten – Bois des Donzeaux, Bois des Serves –, im Nordwesten der Gemeinde und im Westen, an der Grenze zu Pierre-de-Bresse – Taillis des Joncs, Bois de la Mare à la Brune. Im zentralen Gemeindebereicht finden sich Pappelplantagen vor allem in den Feuchtgebieten entlang der Guyotte.

Zudem werden 1160,6 Hektar (etwa 65,9 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 100,1 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 35 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 3 % wird Raps, auf 18 % wird Weichweizen und auf rund 21 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An Stehenden Gewässern befinden sich heute im Gemeindegebiet fünf benannte Étangs nebst einer guten Handvoll namenloser Weiher. Aufgrund der noch bestehenden Biefs und Flurnamen kann angenommen werden, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang Bataille, Étang Châtelet, Étang Voillot, Étang Bobin).

Bei den fließenden Gewässern ist La GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie fließt von Süden her, bei Le Piochis, in das Gemeindegebiet und mäandriert in einem Bogen westlich, dann nördlich zum Bourg, weiter mit weiten Bögen nördlich, bis sie östlich von Le Grand Flais das Gemeindegebiet Richtung Charette-Varennes verlässt.

Im Westen der Gemeinde liegt der Étang de Charnaux, dessen Bief in den Grand Étang de Saint-Bonnet mündet und die Gemeinde verlässt. Außerhalb der Gemeinde bedient der Bief weitere Étangs bis er später in den Bief de Charbonneau mündet.

Etwas weiter nördlich liegt der Étang de la Favière, dessen Bief, der Ruisseau de Mervins, nach Toutenant entwässert, um letztlich in den Doubs zu münden.

Im Osten, bei Les Vernes beginnt der Ruisseau d’d’AloiseRuisseau d’d’Aloise, Länge 8,33 km, Zufluss zu Guyotte, Quelle bei in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 210 m, Mündung bei in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau d’d’Aloise auf sandre.eaufrance.fr, der Bief des Étang du Moulin und des Étang Vernat. Er verlässt die Gemeinde Richtung Osten und bildet ein kurzes Stück die Grenze zu La Chapelle-Saint-Sauveur.

Verkehrswege Durch die Gemeinde verläuft die Eisenbahnstrecke zwischen Dijon und Bourg-en-Bresse. In der Gemeinde befindet sich keine Haltestelle, auf der Strecke verkehren täglich je vier Züge in jeder Richtung.

Von Frontenard im Norden nach Süden verläuft die Départementsstraße D996 durch die Gemeinde, verläuft jedoch westlich am Bourg vorbei Richtung La Racineuse. Die Straße folgt weitgehend dem Trassee der alten Römerstraße, die Dole mit Cuisery verband.

In Ost-West-Richtung verläuft die D115, die Verdun-Ciel mit La Chapelle-Saint-Sauveur verbindet und durch den Bourg verläuft. Sie folgt weitgehend dem Trassee der Römerstraße, die Verdun-sur-le-Doubs mit Poligny verband. Erschließungen mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyDurch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63kV N° 1 Champ-Fournier – Navilly mit einer Spannung von 63 kV. Die Leitung kommt von Dampierre-en-Bresse, erreicht die Gemeinde im Süden bei Le Palenchat, verläuft nördlich (358°) bis Grand Taperey, anschließend weiter nach Norden (2,7°) bis zum Étang Voillot, wo sie die Gemeinde nach Charette-Varennes verlässt. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 2,6 Kilometer lang und wird von 12 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles - Dreiecks-Gittermast) getragen.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: La Crochère, Les Donzeaux, Gonthier, Grande-Rue, Grand-Flais, Grand-Taperey, Mirebelle, Petits-Flais, Petit-Taperey, La Recule, La Varenne, Les Vernes, Vernes-Guyottes. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil ist dasjenige einer typischen Gemeinde in der Bresse, deren tiefster Punkt bei 182, der höchste bei 197 Metern liegen. Dabei wird die Gemeinde von La Guyotte durchzogen, einem der wenigen natürlichen Gewässer in der westlichen Bresse, die nach Norden fließt und in den Doubs mündet. Zudem weist die Gemeinde etliche recht großflächige Étangs auf, die ursprünglich oft durch Mönche in Handarbeit angelegt wurden. So beginnt das Profil im Westen mit dem Grand Étang de Saint-Bonnet, wenig weiter östlich liegt der Étang Charnaux. Auf dem Gebiet, das auf der natürlichen Höhe liegt, liegen das Eisenbahntrassee, die Départementsstraße D995 und ganz östlich der Bourg. Nun folgt das Tal der Guyotte, die den tiefsten Punkt bildet. In einer nächsten Vertiefung fließt der Bief, der den Étang du Moulin entwässert. In den folgenden drei Senken liegt der Étang du Moulin, in der ersten das Wehr, in den beiden nächsten die Étangflächen. In der Folge gewinnt das Gelände wieder die gewachsene Höhe, bis es sich ganz im Osten wieder zum nächsten Bief absenkt.

Klima Das Klima in Saint-Bonnet-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die ersten Erwähnungen von Orten in der Gemeinde gehen zurück auf das 6. Jahrhundert und gehören damit zu den ältesten dokumentierten Erwähnungen in der Bresse. Thapariacum (heute: Grand-Taperey) wird 561 erwähnt, 563 erscheint Blaicum (heute: Grands-Flais).

Der Ort selbst wird erstmals 1190 als Stagnum Sancti-Boneti (lateinisch stagnum = Teich, Weiher oder Étang) genannt. 1270 wird der Ort als Saint Bonnost, 1326 als Sambonot bezeichnet. Seit 1844 trägt er die Bezeichnung Saint-Bonnet-en-Bresse. Beim Heiligen, auf den sich der Name bezieht, handelt es sich um Bonitus von Clermont.

Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurde die Gemeinde umbenannt und trug während einiger Zeit den Namen Bonnet-sur-Guyotte .

Geschichte Der Ort liegt an der alten Römerstraße, vie gravée, die von Verdun-sur-le-Doubs nach Poligny führte. Bei Saint-Bonnet-en-Bresse überquerte sie die Guyotte, setzte sich über Mirbel, Petit-Taperey nach La Chapelle-Saint-Sauveur fort, um schließlich Bellevesvre zu erreichen. Eine weitere Verbindung zog sich von Saint-Bonnet-en-Bresse nach Terrans und weiter nach Pierre-de-Bresse.

In Petit-Taperey bestand ein Fachwerkhaus mit Galerie, Graben und Zugbrücke. Dort pflegten die Herzöge von Burgund zu jagen und das Haus wird als Schloss bezeichnet. Sowohl Grand-Taperey als auch Les Flais waren eigene Herrschaften und Gerichtsbarkeiten.

Ritter Milon de Sennecey schenkte 1270 die Erträge aus dem Wald von Saint-Bonnet den Benediktinern von Saint-Pierre in Chalon-sur-Saône, die diese wiederum dem Pfarrer von Saint-Bonnet-en-Bresse abtraten. Später gehörte die Herrschaft wechselnden Familien, 1372 Marquet de Saubiez, Vogt und Steuereinnehmer von Montmorot, er besaß unter anderen auch die Herrschaft La Faye bei Saint-Germain-du-Bois. Später waren die Boutons Herren von Saint-Bonnet, 1479 schenkte sie der König an Jean de Saubiez de Frontenay, Notar von Sagy und Louhans zur Nutzniessung durch ihn und seinen ältesten Sohn. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zur Revolution gehörte die Herrschaft und die Gerichtsbarkeit Philibert-Bernard Gagne de Perrigny, Herr von Louhans und zahlreichen weiteren Orten, anschließend Bénigne Le Gouz und Louis Barnabé de Baudéan, Graf von Parabère, seinen Schwiegersöhnen. Ritter François Esmonin, Präsident auf Lebenszeit des Gerichtshofes von Besançon wurde Herr von Aloise und Petit-Taperey.

Die Kapelle des Saint-Bonnet ist schon lange zerstört, die Dorfkirche ist der Heiligen Maria Magdalena geweiht, in Flais besteht noch eine Kapelle, die dem Heiligen Benedikt geweiht ist. Gegen Rheuma pflegte man an einer Quelle, rund 200 Meter südlich der Kirche, zum Heiligen Maurus zu beten. Eine Mühle ist seit 1550 belegt, sie war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Betrieb. Der Jahrmarkt von Saint-Bonnet ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt, der Marché du muguet (Maiglöckchen-Markt) ist ebenfalls berühmt.

Die erste Mairie wurde 1827 erbaut, 1869 wurde sie neu aufgebaut, zusammen mit einem Klassenzimmer. Seit 1871 verfügte Saint-Bonnet über eine Bahnstation an der Linie Chalon-sur-Saône – Dole. Man sieht noch den Kamin einer Pumpstation, an der die Dampflokomotiven mit Wasser versorgt wurden. 1883 wurde die Linie Dijon – Bourg-en-Bresse eröffnet, wodurch Saint-Bonnet zu einem Eisenbahnknotenpunkt wurde und sich vorwiegend um den Bahnhof entwickelte. Ein schönes Hotel-Restaurant besteht noch heute. In den 1950er Jahren wurde die Linie Chalon-Dole und der Bahnhof geschlossen. Die heutige Mairie befindet sich im alten Pfarrhaus, 1988 bestanden noch rund 40 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Saint-Bonnet Die Herrschaft Saint-Bonnet war im 15. Jahrhundert ein Lehen der de Saubiez. Jean de Saubiez wurde 1478 in der Kirche Saint-Bonnet beigesetzt. Sein Sohn übernahm anschließend das Lehen und gab es weiter an die Boutons. 1686 gelangte es an einen Gonthier, dessen Ehefrau war Anne de Bretaigne, Comtesse du Perroux, Dame von Saint-Bonnet, Toutenant, le Perroux und weiteren, wie Donzeaux mit einer Schlossruine (Weiler zwei Kilometer südlich des Bourg von Saint-Bonnet an der D996). Später besaß Philibert Bernard Gagne de Perrigny (1689–1759) das Lehen. Er war Kammerpräsident am Parlement von Burgund. Er vererbte es an seine Schwiegersöhne, Ritter Bénigne Le Gouz (* 4. März 1719, † 21. August 1800), Herr von Saint-Seine, Erster Präsident des und Louis Barnabé de Baudéan (* 14. März 1714, † nach 1770), Comte von Parabère, Hauptmann des königlichen Karabinierregiments und Ehrenkanoniker der Kathedrale von Auch.

In Petit Taperey (Weiler südlich des étang du moulin und des étang Vernot, nördlich der D115) befand sich eine weitere Herrschaft. Sie gehörte im 18. Jahrhundert einem Henri de Bataille de Mandelot, Marquis de Mandelot. Ihm folgte Ritter François Esmonin, Kammerpräsident am Parlement von Besançon, Herr von Aloise und Petit Taperey.