Konstantin Raudive (; * 30. April 1909 in der Gemeinde Asūne bei Dagda, Russland; † 2. September 1974 in Bad Krozingen) war ein lettischer Parapsychologe, Schriftsteller und Übersetzer.Maximilian Dietrich (Hrsg.): Zenta Mauriņa. Briefe aus dem Exil (1945–1951), Verlag Dietrich, Memmingen 1980, Seite 152 (Auszug)

Leben Raudive, aus einer katholischen Bauernfamilie, besuchte das Gymnasium Krāslava und ein Priesterseminar in Riga. Er studierte Psychologie in Paris, Madrid und Edinburgh. Er soll auch bei Carl G. Jung studiert haben.Lars A. Fischinger: Der Blick ins Jenseits, Band 2, 2004, Seite 18 (Digitalisat) Nach Aufenthalten in Italien und Finnland kehrte er 1938 nach Lettland zurück. Raudive war Professor für Psychologie an der Universität Riga. In Lettland veröffentlichte er 1940 das Werk Dzīves kultūrai. Mūsdienu cilvēka problēmas (dt. Leben für die Kultur. Probleme des heutigen Menschen). In dessen zweiter Auflage (1942) heißt es unter anderem:

Vor der Rück-Eroberung Lettlands durch die Russen 1944 floh Raudive mit der Schriftstellerin Zenta Mauriņa über Schlesien und das Erzgebirge nach Detmold. Dort heirateten beide im Jahr 1946. Schließlich wanderten sie nach Schweden aus, wo Raudive Professor an der schwedischen Universität Uppsala wurde.Irene Mellis: Wege der Freundschaft. 32 Jahre mit Zenta Maurina, Verlag Dietrich, Memmingen 1999, ISBN 3-87164-132-4, bzw. ISBN 978-3-87164-132-9 1965 wurde das Ehepaar dann in Bad Krozingen wohnhaft.

Angeregt durch Friedrich Jürgenson, den er Mitte der 1960er Jahre in Schweden aufsuchte,Bericht über die Raudives Zusammenarbeit mit Jürgenson erforschte Raudive während seiner letzten zehn Lebensjahre in Deutschland das Elektronische Stimmen-Phänomen (EVP) und war auf diesem Fachgebiet führend. Mit Hilfe eines Physikers und eines Elektronikers speicherte er unter strengen Laborbedingungen etwa 72.000 „Totenstimmen“ (Raudive Voices) auf Tonband. Er veröffentlichte Bücher, in denen er dieses Phänomen dokumentierte und erläuterte.Brian Schill: Stalking Darkness, 2008, ISBN 0-9815418-0-1 bzw. ISBN 978-0-9815418-0-8. S. 518 (Digitalisat)

Sein Nachlass (oder Teile) befindet sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach.Die Nachlässe und Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Bände 1–2, Deutsche Schillergesellschaft, 1999, ISBN 3-929146-85-1 bzw. ISBN 978-3-929146-85-1, Seite 633 Auch das Stadtmuseum von Bad Krozingen, wo ein Raum dem Arbeitszimmer seiner Frau nachempfunden wurde, widmet sich seinem literarischen und parapsychologischen Werk.

Schriften (Auswahl) Die Memoiren des Sylvester Perkons. Bd. 1–3. Westheim/Ziemetshausen: Wiborada Verl., 1947–1949 Der Chaosmensch und seine Überwindung. Betrachtungen über die Tragik unserer Zeit. Memmingen/Allg.: Dietrich, 1951 Das unsichtbare Licht. Zürich: Thomas-Verl., 1956 Asche und Glut. [Aus d. lett. Ms.] ins Dt. übertr. von Zenta Maurina. Memmingen: Dietrich, 1961 Helligkeit und Zwielicht: die Aufzeichnungen d. Bildhauers Sylvester Perkons. [Berechtigte Übertr. aus d. Lett. von Zenta Maurina]. München: Jolis Verl. Lenz, 1966 Unhörbares wird hörbar. [Hauptwerk] nebst Stimmenbeispiele, Kommentar: Wortlaut d. Stimmen, Erklärungen d. Experimentators [u.] Stimmenbeispiele, Schallplatte. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichl, 1968 – Überleben wir den Tod?: neue Experimente mit d. Stimmenphänomen. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichl, 1973. ISBN 3-87667-035-7 Der Fall Wellensittich: Untersuchungsbericht zur Frage d. Medialität bei sprechenden Vögeln. Zsgest. u. erg. von Annemarie Morgenthaler. Remagen: Verl. Der Leuchter Reichel, c1976. ISBN 3-87667-043-8

Literatur Zenta Mauriņa (Hrsg.): Konstantin Raudive zum Gedächtnis, Verlag Dietrich, Memmingen 1975, ISBN 3-87164-072-7 bzw. ISBN 978-3-87164-072-8

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Einzelnachweise

Kategorie:Parapsychologe Kategorie:Autor Kategorie:Hochschullehrer (Universität Lettlands) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Uppsala) Kategorie:Lettischer Emigrant in Schweden Kategorie:Lette Kategorie:Person (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1974 Kategorie:Mann