alternativtext=Logo: Erasmus+ Enriching lives, opening minds.|mini|Logo von Erasmus+ Erasmus+ (gesprochen Erasmus Plus) ist ein Programm der Europäischen Union zur Förderung der Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und der Mobilität von Einzelpersonen im Bereich der allgemeinen Bildung und beruflichen Bildung, von Jugend und Sport. Das Programm richtet sich an Schüler, Lehrlinge, Studenten, Lehrkräfte, Pädagogen, Jugendliche sowie allgemeines Verwaltungspersonal. Gefördert werden Kurzzeit- und Langzeitaustausche, Einzel- und Gruppenbegegnungen. Nach dem Grundsatz des lebenslangen Lernens besteht die Möglichkeit zu Studienaufenthalten, Praktika für Studenten und Auszubildende, Lehr- und Fortbildungsaktivitäten, Jugendaustausch, Jugendarbeit und Maßnahmen im Bereich des Sports in ganz Europa und teilweise darüber hinaus.

In Deutschland wird das Erasmus+-Programm von vier nationalen Agenturen umgesetzt, wobei diese beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für den Hochschulbereich, beim Pädagogischen Austauschdienst (PAD) für den Schulbereich, beim Bundesinstitut für Berufsbildung für die Bereiche Berufs- und Erwachsenenbildung und bei Jugend in Aktion für Jugendprojekte bzw. die außerschulische Jugendarbeit angesiedelt sind.Erasmus+ ab 2021, Gemeinsame Website der vier nationalen Agenturen zum Programm Erasmus+ in Deutschland, abgerufen am 20. Januar 2021 In Österreich wird das gesamte Programm von der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) als nationale Agentur für Erasmus+ umgesetzt.

Rechtsgrundlage und Zielsetzung Rechtsgrundlage der laufenden Programmgeneration 2021–2027 ist die Verordnung (EU) 2021/871 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2021. Die Ziele und Struktur von Erasmus+ werden im Programmleitfaden beschrieben.

Teilnehmer verbessern mit Erasmus+ ihre fachlichen, sprachlichen, sozialen und interkulturellen Fähigkeiten. Gleichzeitig wird ein erhöhtes Bewusstsein für ein gemeinsames Europa und seine Vielfalt geschaffen. Darüber hinaus unterstützt Erasmus+ auch die Internationalisierung der nationalen Bildungssysteme vom Kindergarten und über alle Schulformen und die Hochschulen bis hin zu den Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Erasmus+ unterstützt die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung von nationalen Bildungsabschlüssen und fördert europaweite Netzwerke. Weiters beinhaltet das Programm Exzellenzinitiativen wie die Europäischen Hochschulen, gemeinsame Masterabschlüsse, Zentren der beruflichen Exzellenz, Jean-Monnet-Maßnahmen (Europastudien) und Erasmus+ Lehrkräfteakademien.

Erasmus+ verfolgt seit der Programmgeneration 2021–2027 vier inhaltliche horizontale Prioritäten: Inklusion und Vielfalt Digitaler Wandel (als Teil des Digital Education Action Plan) Umwelt und Bekämpfung des Klimawandels (im Zusammenhang mit dem European Green Deal) Teilhabe am demokratischen Leben

Geschichte der EU-Bildungs- und Jugendprogramme

Das erste EU-Bildungsprogramm ging 1987 unter dem Namen Erasmus an den Start und richtete sich allein an Studenten. Weitere Vorläuferprogramme waren das Sokrates-Programm I (1994–1999) und II (2000–2006) und das Programm Lebenslanges Lernen (2007–2013). 2014 wurden alle EU-Bildungs- und Jugendprogramme in das neu aufgesetzte Programm Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport integriert.Grünes Licht für Erasmus+: EU-Mittel für Qualifikationen und Beschäftigungsfähigkeit für mehr als 4 Millionen Personen, Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 19. November 2013, abgerufen am 27. Februar 2014. Die Gründerin dieses Programms ist die italienische Pädagogin und Universitätsprofessorin Sofia Corradi.

So werden das Hochschulbildungsprogramm Erasmus, das Master- und Doktorandenprogramm Erasmus Mundus, Erasmus für Jungunternehmer, Comenius für Schulbildung, Leonardo da Vinci für Berufsbildung und Grundtvig für Erwachsenenbildung seit 2014 unter dem Namen Erasmus+ weitergeführt. Für den Zeitraum 2021 bis 2027 forderte das Europäische Parlament Anpassungen im Detail sowie eine Verdreifachung des Budgets. Auch Ursula von der Leyen hatte sich in ihrer Bewerbungsrede als Kommissionspräsidentin der Forderung des Parlaments nach einer annähernden Verdreifachung des aktuellen Budgets von 14,7 auf 41,2 Milliarden Euro angeschlossen. Der Haushaltskompromiss der europäischen Staats- und Regierungschefs vom Juli 2020 belief sich jedoch auf nur 21,2 Milliarden für die nächste Programmgeneration. Bildungspolitiker aller Bundestagsfraktionen (außer AfD) haben deshalb in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Geld für Erasmus+ gefordert. Das Vereinigte Königreich war seit dem Brexit zunächst nicht mehr Teil des Programms und kehrt 2027 als assoziierter Drittstaat zu Erasmus+ zurück. Im Dezember 2020 haben die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten eine politische Einigung über das neue Programm Erasmus+ (2021–2027) erzielt.Kommission begrüßt politische Einigung über das Programm Erasmus+, Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 11. Dezember 2020, abgerufen am 20. Januar 2021 Die neue Programmgeneration von Erasmus+ begann somit im Jahr 2021.

Erasmus+ ab 2028 Das aktuelle EU-Programm Erasmus+ hat eine Laufzeit bis Ende des Jahres 2027. Die Europäische Kommission hat am 16. Juli 2025 einen Vorschlag für das Nachfolgeprogramm ab 2028 vorgelegt. Darin sind für die neue Programmgeneration von Erasmus+ insgesamt 40,8 Milliarden Euro vorgesehen. Die Verhandlungen über die genaue Ausgestaltung des EU-Programms sind Teil des Trilogs zum mittelfristigen Finanzrahmen, der den Haushalt der Europäischen Union für die Jahre 2028–2034 absteckt.

Für Deutschland haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministeriums des Innern und für Heimat sowie die Kultusministerkonferenz gemeinsam Forderungen für das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ ab 2028 formuliert.

Programmbereiche Erasmus+ Schulbildung

Im Bereich Schulbildung (=Allgemeinbildung) unterstützt Erasmus+ grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kindergärten und anderen Bildungseinrichtungen. Gefördert werden europaweite Mobilitäten von Schülern, Lehrkräften und Pädagogen sowie von sonstigen Mitarbeitern von Kindergärten und Schulen. Diese Auslandsaufenthalte erfolgen immer über eine entsendende Institution. Schulen und Kindergärten können über eine Zulassung (Akkreditierung) oder im Rahmen von kurzfristigen Projekten an Erasmus+ teilnehmen.

Erasmus+ Kooperationspartnerschaften widmen sich über einen längeren Zeitraum einem selbstgewählten Thema. Sie unterstützen Entwicklung, Übertragung und Umsetzung neuartiger Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer Learning (Lernen unter Gleichgestellten) und Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene. Möglich sind auch kleinere Partnerschaften mit kürzeren Laufzeiten, kleineren Förderbeträgen und geringerem Verwaltungsaufwand sowie virtuelle Projekte zwischen Schulen und Kindergärten im Rahmen von eTwinning. Die Online-Plattform ermöglicht Schulen und Kindergärten grenzüberschreitende Online-Projekte und fördert die nationale und internationale Vernetzung von Pädagogen mittels europäischer Fortbildungen und Konferenzen. Jean-Monet-Aktionen fördern die Lehre und das Unterrichten von EU-bezogenen Themen an Schulen und Bildungseinrichtungen.

Ziel des Programmbereichs Schulbildung ist es, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und Schulformen innerhalb der Europäischen Union sowie die Mobilität von Schülern und Lehrkräften zu fördern. Teilnehmen können alle, die am Bildungsprozess von der Vorschule bis zum Ende des Sekundarbereichs II mitwirken. Außerdem bietet Erasmus+ Lehrkräften aller Schularten die Möglichkeit, sich auf der eTwinning Plattform miteinander zu vernetzen und gemeinsam internationale Onlineprojekte in einem virtuellen Klassenzimmer durchzuführen. In Deutschland wird der Programmbereich von Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im Pädagogischen Austauschdienst umgesetzt, in Österreich von der OeAD-GmbH.

Erasmus+ Berufsbildung

Im Bereich Berufsbildung unterstützt Erasmus+ die länderübergreifende Zusammenarbeit von Berufsbildungseinrichtungen und anderer Organisationen mit Bezug zur beruflichen Bildung. Gefördert werden Mobilitäten von Schülern in der beruflichen Erstausbildung, von Lehrlingen sowie von Lehr- und Fachkräften der beruflichen Bildung. Aufenthalte sind in ganz Europa sowie auch weltweit möglich. Sie erfolgen immer über eine entsendende Institution, die über eine Akkreditierung oder im Rahmen von kurzfristigen Projekten an Erasmus+ teilnimmt.

Erasmus+ Kooperationspartnerschaften widmen sich über einen längeren Zeitraum einem selbstgewählten Thema. Sie unterstützen Entwicklung, Transfer und Implementierung innovativer Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer Learning und Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene. Möglich sind auch kleinere Partnerschaften mit kürzeren Laufzeiten, kleineren Förderbeträgen und geringerem Verwaltungsaufwand. Die Online-Plattform eTwinning ermöglicht Schulen grenzüberschreitende Online-Projekte und fördert eTwinning die nationale und internationale Vernetzung von Pädagogen mittels europäischer Fortbildungen und Konferenzen. Zur Förderung von Exzellenz und Innovation in der beruflichen Bildung unterstützt Erasmus+ Zentren der beruflichen Exzellenz und Allianzen für Innovation sowie Kapazitätsaufbau.

Leonardo war ein EU-Programm zur Förderung der Aus- und Weiterbildung, insbesondere der grenzüberschreitenden beruflichen Bildung und ist seit 2014 ein Programmbereich von Erasmus+. In Deutschland wird der Programmbereich von der nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) umgesetzt, in Österreich von der OeAD-GmbH.

Erasmus+ Hochschulbildung

Ziel von Erasmus+ im Bereich Hochschulbildung ist es, die Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa und weltweit sowie den Austausch von Studierenden, Graduierten, Lehrenden (Dozenten) und allgemeinem Hochschulpersonal zu fördern. Zentrale Bestandteile sind die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland anhand des European Credit Transfer Systems (ECTS) und die finanzielle Unterstützung von Austauschaufenthalten. Es können Studienaufenthalte, Auslandspraktika im Rahmen bzw. nach Abschluss des Studiums, Lehraufenthalte sowie Fortbildung von allgemeinem Hochschulpersonal gefördert werden. Seit 2021 werden die horizontalen Ziele des Erasmus-Programms durch die besondere Berücksichtigung von Inklusion, sozialer Teilhabe und grünem Reisen in der Finanzierung von Auslandsaufenthalten unterstützt. Alle Informationen dazu hält die EU-Kommission im jährlich erscheinenden Programmleitfaden bereit.

Hochschulaktivitäten zwischen Programm und Partnerländern (weltweit) werden seit 2015 als International Credit Mobility (Internationale Hochschulmobilität) durchgeführt.