Frontenard [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Frontenaisiens, resp. Frontenaisiennes genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Arrondissement Louhans, 8,35 Kilometer westnordwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse, 32 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud und stößt auf drei Seiten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im Osten liegt Charette-Varennes und im Südosten Saint-Bonnet-en-Bresse, die beide zum Arrondissement Louhans gehören. Zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehören Toutenant im Südwesten, Pontoux im Westen und Navilly im Nordwesten der Gemeinde.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft des Vallée de la Saône, lediglich die Gebiete im Süden der Gemeinde gehören zur Bresse bourguignonne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zu 60 % im Bourg, die übrigen Einwohner verstreut in Weilern und in Einzelsiedlungen. Der Weiler L'Abergement ist fast so groß wie der Bourg und beherbergt einen ansehnlichen Teil der Bevölkerung.
Die Gemeinde weist 286 Hektar bewaldete Flächen auf, was 23,1 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 76 % Laubwald und 24 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Süden der Gemeinde – Bois de Biacrot, Le Taillis Bobin, La Bouchardière, Bois de la Recule, Bois de la Palouse –, kleinere Flächen liegen im Südosten – Bois Jeanjean – und entlang der Guyotte – Bois des Deux Vies.
In der Gemeinde werden 806,5 Hektar (etwa 65,5 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei in der Gemeinde kein Bioanbau betrieben wird. Rund 22 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 4 % wird Raps, auf 25 % wird Weichweizen und auf rund 23 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer An stehenden Gewässern befindet sich heute im Gemeindegebiet lediglich der Étang de Mervins, der zudem zur Hälfte in den Gemeinden Toutenant und Pontoux liegt. Aufgrund der großen Zahl an Biefs ist jedoch davon auszugehen, dass ehemals weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden. Zudem tauchen weiterhin Flurnamen auf, die auf das Bestehen von Étangs hinweisen (beispielsweise Étang de la Vigne, Étang de la Palouse und Étang Sarrazin).
Bei den fließenden Gewässern ist La GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie fließt von Süden her aus der Gemeinde Charette-Varennes ins Gemeindegebiet, bildet über etwa 1,6 Kilometer die Grenze zu Charette-Varennes. Östlich von L’Abergement durchquert sie das Gemeindegebiet, von Le Grand Pont bildet sie die Grenze zu Navilly für einen Kilometer und verlässt darauf die Gemeinde.
Aus dem Étang der Mervins bildet sein Bief, der Ruisseau de MervinsRuisseau de Mervins, Länge 5,4 km, Zufluss zu La Guyotte, Quelle bei in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 186 m, Mündung bei in Frontenard auf ca. 177 m, Ruisseau de Mervins auf sandre.eaufrance.fr die Grenze zu Pontoux und Navilly bis zur Mündung in den Doubs.
In der Gemeinde befinden sich etwa sechs weitere ehemalige Biefs, die heute bedeutungslos sind, da die zugehörigen Étangs aufgefüllt wurden.
Verkehrswege Durch die Gemeinde verläuft die Eisenbahnstrecke zwischen Dijon und Bourg-en-Bresse. In der Gemeinde befindet sich keine Haltestelle, auf der Strecke verkehren täglich je vier Züge in jeder Richtung.
Von Navilly im Norden nach Süden verläuft die Départementsstraße D996 durch die Gemeinde, durchquert den Bourg und verlässt die Gemeinde bei Les Crêts de la Faye nach Saint-Bonnet-en-Bresse. Die Straße folgt weitgehend dem Trassee der alten Römerstraße, die Dole mit Cuisery verband.
In Ost-West-Richtung verläuft die D73 zwischen Charette-Varennes und Pontoux. Sie verläuft ebenfalls durch den Bourg, auf dem Trassee der Römerstrasse, die Verdun-sur-le-Doubs mit Lons-le-Saunier verband. Erschließungen mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyDurch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63kV N° 1 Champ-Fournier – Navilly mit einer Spannung von 63 kV. Die Leitung kommt von Charette-Varennes, erreicht die Gemeinde im Südwesten bei Le Corley, verläuft nordnordwestlich (328°) bis L’Abergement, anschließend nach Norden (348°) bis Le Beuchot, wo sie sich nach Westnordwest wendet (295°) und die Gemeinde nach Navilly verlässt. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 4,62 Kilometer lang und wird von 11 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles - Dreiecks-Gittermast) getragen.
Weiler und Fluren Rund die Hälfte des Gemeindegebietes ist Überschwemmungsgebiet und steht nach starken Regenfällen unter Wasser. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: L’Abergement, La Bouchardière, La Culière, La Faye, Mervin, La Motte, La Palouse, Les Piochis, Au Pont, La Rangée, La Recule, Les Taillis-Bobin, Teppe-au-Ryard, La Vie-Gravée. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt links mit dem Flussbett von Le Doubs und setzt sich in einer kleinen Ebene fort, die durchbrochen wird von einem Ausläufer der Bresse-Ebene, auf dem der östliche Bourg angesiedelt ist und die Départementsstraße D73 verläuft. Anschließend setzt sich die Ebene fort, die zur Landschaft Vallée de la Saône gehört. La Guyotte verlässt hier die Bresse und wendet sich nach Norden, um in den Doubs zu münden. Etwas weiter in der Ebene ist ein ehemaliger Bief sichtbar, der halbkreisförmig Le Bois de Grand Vaivre umfließt. Bei Kilometer 4,0 zeigt sich ein markanter Anstieg um rund 12 Meter. Dabei handelt es sich um die Terrassenkante der Bresse-Ebene, die sich nach Süden fortsetzt. Entlang dem Abhang wurde die Départementsstraße D996 erstellt und noch etwas weiter das Trassee der Eisenbahnlinie Dijon – Bourg-en-Bresse. Anschließend folgt die Bresse-Ebene auf einer Höhe von rund 192 Metern.
Klima Das Klima in Frontenard ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,0 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 78 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2699 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Name geht zurück auf die gallorömische Eigentumsbezeichnung Frontiniacum – dem Frontinus gehörend – und ist seit 1093 als Frontena bezeugt, 1118 wird ein Garoldus de Frontiniaco erwähnt. In der Umgebung finden sich noch Frontenaud im Département Saône-et-Loire und Frontenay im Département Jura, die auf dieselbe Namensgebung zurückblicken.
Geschichte Seit dem 13. Jahrhundert ist eine Burg in Frontenard belegt, die Ortsbezeichnung Motte hat sich bis heute gehalten. 1491 erhielt die Gemeinde eine Grundordnung von Oudet de Reigner und seiner Gattin Jeanne de Vienne. Gemäß dieser Grundordnung hatten die Einwohner das Wasser im Schlossgraben mit Ruten zu schlagen, um zu vermeiden, dass die Frösche quakten, während die Dame schlief. Später ging die Herrschaft an wechselnde Besitzer über, Charles de Sauliez, Christophe Bouton, Pierre Mareschal und andere, schließlich 1729 an François de Truchis und seine Gattin Dame Catherine de Chanteret. Am 16. August 1636 massakrierte eine Bande die Bevölkerung, legte Feuer und das Dorf brannte bis auf ein einziges Haus nieder.
1721 wurde erstmals eine Schule erwähnt, 1779 bestanden je eine Knaben- und eine Mädchenschule. 1828 befand sich diese hinter der Kirche, später gegenüber, bis sie in den 1850er Jahren mit der Mairie zusammen im Gebäude der heutigen Gemeindeverwaltung untergebracht wurde. Die Kirche besteht aus Ziegelsteinen und stammt aus dem 15. Jahrhundert, Chor und Südkapelle sind in Flamboyantstil erbaut. Die Kirche wurde im 18. und 19. Jahrhundert erweitert und renoviert, sie ist dem Heiligen Martin geweiht. 1830 bestand ein Café an der Kreuzung im Dorf, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war in jedem der Eckhäuser an der Kreuzung eine Schenke untergebracht. Eine Mühle an der Guyotte brannte 1914 ab. 1988 bestanden noch 17 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Frontenard In Frontenard befand sich eine Kastellanei, die direkt dem Herzog von Burgund, später dem König von Frankreich unterstand. Im 15. Jahrhundert war Oudet de Régnier Kastellan in Frontenard. Er war mit einer de Vienne verheiratet.Im 16. Jahrhundert waren die Kastellane: Antoine de Saubiez, Charles de Saubiez, Christophe Bouton und Pierre Mareschal.Im 17. Jahrhundert folgten: Nicolas Mathieu, Maire von Chalon, Edme Vadot, Echevin von Chalon. Seine Ehefrau, Abigaïl Mathieu war bereits zweimal verheiratet und wurde nun wieder Witwe. Sie überließ 1624 die Herrschaft, die Kastellanei und die Burg ihrem Bruder Nicolas Mathieu, stellvertretender Gerichtsherr der Vogtei Chalon-sur-Saône. 1664 erscheint Jeanne Mailly, die Witwe von Nicolas Mathieu und 1692 Henry Louis de Fourcy († 22. Juli 1713), Maître des requêtes mit seiner Ehefrau Jeanne de Villers (* 1. April 1668, † 21. November 1727).Im 18. Jahrhundert wurde das Lehen übernommen durch Antoine Hiacinte de Mainville, Comte von Marigny und seine Ehefrau, Catherine Gabrielle Elisabeth de Fourcy. Am 20. Juni 1729 erwarben Jean François de Truchis (* 12. Februar 1682), Offizier bei den Gendarmes de la garde und seine Ehefrau Catherine de Chanteret († 13. Oktober 1737) das Lehen Frontenard. Das Lehen verblieb seither im Besitz der Familie de Truchis.
Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Martin von Frontenard mini|Frontenard Kirche und altes Schulhaus
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %20410010421,0
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist nahezu ausgeglichen, wobei 37 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 42 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind. Die Gemeinde hat praktisch keine Bautätigkeit und dadurch auch kein Bevölkerungswachstum. So zeigt sich eine zunehmende Überalterung (Durchschnitt Arrondissement Louhans: 44 % unter 45 und 36 % über 60 Jahre alt). Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199914714124+14,0 % = 18 WE davon Hauptwohnsitz 104Zweit- oder Ferienwohnsitz13vakant30
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:
+Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes GewerbeBaugewerbe5Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie4Information und Kommunikation1Finanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen2Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen1Sonstige Dienstleistungen1Land- und Forstwirtschaftsbetriebe8