Škoda RegioPanter bezeichnet eine Plattform niederfluriger elektrischer Triebzüge des tschechischen Herstellers Škoda Vagonka.Railway Gazette, 26. Juni 2015: ČD and Škoda unveil InterPanter EMUŠkoda Pressemitteilung, 25. Juni 2015: Sie umfasst zwei- bis vierteilige Züge unterschiedlicher Ausführungen mit den herstellerseitigen Typenbezeichnungen 7Ev, 14Ev, 15Ev, 16Ev, 18Ev, 19Ev, 20Ev, 21Ev und 28Ev.

Erstkunde für diese Fahrzeuge war das staatliche tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen České dráhy (ČD), das im Jahr 2011 insgesamt 19 Triebzüge verschiedener Konfiguration orderte. Die ersten beiden Prototypen wurden am 3. November 2011 am Stammsitz von Škoda in Plzeň der Öffentlichkeit präsentiert.Škoda präsentiert den elektrischen Triebzug 7Ev Regiopanter

RegioPanter in unterschiedlichen Längen wurden von verschiedenen Eigentümern und Betreibern in Tschechien, der Slowakei, Lettland, Estland, Usbekistan und Bulgarien bestellt und kommen sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr zum Einsatz. Die Fahrzeuge sind für unterschiedliche Bahnstromsysteme verfügbar und werden auch als Batteriefahrzeuge geliefert.

Technische Merkmale mini|links|Ausfahrt des 440 009 in Hradec Králové hlavní nádraží (2013) mini|Innenraum eines RegioPanters der ČD-Baureihe 650.0

Die kleinste betriebliche Einheit besteht aus zwei kurzgekuppelten Triebwagen, die jeweils an einem Ende einen Führerstand besitzen. Konfigurationen als zwei-, drei- und vierteilige Einheit wurden bisher geliefert. Als InterPanter wurden auch fünfteilige Einheiten gebaut. In einem Werbeprospekt werden außerdem sechsteilige Konfigurationen genannt. 65 Prozent des Fahrgastraumes sind niederflurig ausgeführt. Die Einstiegshöhe der Niederflureinstiege ist auf 550 mm über Schienenoberkante bemessen. Für den Einsatz auf russischer Breitspur werden Versionen mit breiterem Wagenkasten angeboten, die das dortige Lichtraumprofil ausnutzen.

Der Wagenkasten besteht bis auf die Führerstände aus großflächig gezogenen Aluminiumprofilen. Jeder Triebwagen besitzt ein Trieb- und ein Laufdrehgestell.

Elektrischer Teil Die Fahrzeuge für den Betrieb mit 25 kV verfügen über einen Siemenstransformator Typ EFAT6145(7EV), der eine Leistung von 2 × 640 kVA aufweist. Die Ausgangsspannung beträgt 1878 V, die Ausgangsstromstärke 341 A. Zusammen mit der Kühlflüssigkeit wiegt der Transformator 2,8 t. Die Drehstrom-Fahrmotoren vom Typ Škoda ML 3942 K/4 erreichen eine Leistung von je 340 kW. Die Rückspeisung von Bremsenergie in die Fahrleitung ist vorgesehen. Die elektrische und pneumatische Ausrüstung wurde auf dem Dach angeordnet.

Akkumulatortriebwagen Für den Betrieb auf Strecken ohne elektrische Fahrleitung wurden Varianten mit zusätzlicher Traktionsbatterie geliefert. Darüber hinaus kann zur Reichweitenverlängerung zusätzlich ein Dieselmotor eingebaut werden.

Versionen und Einsatzgebiete Tschechien Typ 7Ev: erste Generation für den Regionalverkehr der ČD Erster Kunde für die RegioPanter-Plattform war die ČD. Am 14. Januar 2011 orderten die ČD insgesamt 15 dreiteilige und 4 zweiteilige Züge des Typs 7Ev für 2,511 Milliarden Kč. Die Bestellung gliederte sich wie folgt:

sieben dreiteilige Einsystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV, Baureihe 440) für den Einsatz in der Region Ústi (Strecken Litvínov – Ústí nad Labem sowie Kadaň – Most – Ústí nad Labem – Děčín) fünf dreiteilige Einsystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV, Baureihe 440) für den Einsatz in den Regionen Pardubice und Hradec Králové (Strecke Pardubice – Hradec Králové – Jaroměř) drei dreiteilige Zweisystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV und Wechselspannung 25 kV bei 50 Hz, Baureihe 640) für den Einsatz in der Region Olmütz (Strecken Šumperk – Zábřeh na Moravě und Olomouc – Prostějov – Nezamyslice) vier zweiteilige Zweisystemfahrzeuge (Gleichstrom 3 kV und Wechselspannung 25 kV bei 50 Hz, Baureihe 650) für den Einsatz in der Region Südböhmen (Strecke Strakonice – České Budějovice – České Velenice)

40 Prozent der Kaufsumme wurden über ein regionales Förderprogramm der Europäischen Union finanziert.Škoda Pressemitteilung, 8. März 2011: New Low-Floor EMUs BY Škoda Vagonka Will Head For RegionsRailway Gazette, 9. März 2011: CD orders Skoda regional EMUs Das erste Fahrzeug wurde im November 2011 vorgestellt.Railway Gazette, 24. November 2011: First RegioPanter multiple-unit rolled out Die Fahrzeuge wurden im Zeitraum ab dem zweiten Halbjahr 2012 bis Ende 2014 an die ČD ausgeliefert. Im September 2012 wurde der Prototyp 440 001 auf der InnoTrans in Berlin ausgestellt. Seit dem Herbst 2012 kommen die Fahrzeuge auf der Linie U1 (Děčín hl. n. – Most) in der Region Ústi planmäßig zum Einsatz und ersetzten dort die bislang verkehrenden lokomotivbespannten Garnituren.

Die Triebzüge der Baureihe 440, die im Ústecký kraj eingesetzt werden, wurden 2021–2022 zu Zweisystemeinheiten der Baureihe 640.1 umgebaut. Begründet ist das vor allem mit der Elektrifizierung der Strecke Kadaň – Prunéřov – Kadaň mit Wechselspannung 25 kV und 50 Hz und dem schon länger geplanten Durchlauf der Züge von Děčín.

Im September 2017 orderten die ČD weitere neun Einheiten des Typs 7Ev in Ausführung der zweiteiligen Baureihe 650, die seit Ende 2018 auf der Linie P1 auf der Strecke Plzeň – Horažďovice im Einsatz stehen.České dráhy uzavřely obří obchod. Od Škody nakoupí ‚Pantery‘ za miliarduVšechny vlaky mezi Plzní a Horažďovicemi budou za rok bezbariérové Mit Dezember 2023 lief der Verkehrsvertrag der ČD auf dieser Strecke aus. In der Folgeausschreibung für diese Verkehre wurde verlangt, dass der Gewinner diese – aus EU-Fördermitteln mitfinanzierten und daher an dieses Einsatzgebiet gebundene – Fahrzeuge übernehmen muss. Somit wurden diese Einheiten, 650 009–017, an Arriva vlaky verkauft, welche diese Strecke seit Dezember 2023 bedient und die Fahrzeuge in weiterer Folge mit ETCS ausgestattet hat.

Die ČD vermarktet diese Fahrzeuge und die Folgeserien auch aktiv als RegioPanter, dieser Name ist auf den Zügen in Form eines Schriftzuges mit einer stilisierten Großkatze angebracht.

Region Südmähren: 18Ev und 19Ev Im Dezember 2019 unterzeichnete der Jihomoravský kraj (Region Südmähren) einen Vertrag zur Lieferung von 31 vierteiligen (18Ev, Baureihe 530) und 6 zweiteiligen (19Ev, Baureihe 550) Triebzügen für den Einsatz im Ballungsraumverkehr um Brünn, um dort die überalterten Züge der Reihe 560 zu ersetzen. Die Vereinbarung hat ein finanzielles Volumen von 6,5 Milliarden Kronen.„Jihomoravský kraj a Škoda podepsaly smlouvu na vlaky za 6,5 miliardy“ auf zdopravy.cz Wie bei den Zügen für die ZSSK wird ein Teil der Produktion, die Montage und Fertigstellung von 29 Zwischenwagen, durch ŽOS Trnava übernommen.

Auch wenn diese Züge durch die ČD betrieben werden, erfolgte die Beschaffung im Gegensatz zu den Fahrzeugen für die anderen Regionen durch die Gebietskörperschaft selbst. Die Region Südmähren ist Eigentümer der Fahrzeuge, weshalb diese Fahrzeuge auch in dessen rot-weiß-schwarzen Design versehen sind. Die in Tschechien als Weinanbaugebiet bekannte Region hat die einzelnen Fahrzeuge nach Rebsorten benannt, welche in Südmähren vorkommen. Die gesamte Flotte wird auch als Moravia bezeichnet, nach der ersten Lokomotive, die von Brünn nach Wien fuhr.

Folgebeschaffungen der ČD: 15Ev und 20Ev sowie Akkuzüge 15Ev3 und 15Ev5

Im gleichen Jahr unterzeichneten die ČD einen Auftrag über bis zu 50 Zweiwagenzüge (Typ 15Ev), die schließlich als Baureihe 650.2 bestellt und ab 2020 ausgeliefert wurden. Äußerlich sind die Fahrzeuge vor allem an geänderten Scheinwerferumrandungen zu erkennen.

Im November 2020 schloss die ČD einen Rahmenvertrag im Wert von umgerechnet etwa 360 Millionen Euro über maximal 60 Dreiwagenzüge der Baureihe 640.2 (Typ 20Ev) ab. In einem ersten Abruf wurden 29 Züge bestellt. Sie werden seit 2023 ausgeliefert. Die Züge besitzen rund 240 Sitzplätze und erhalten das europäische Zugsicherungssystem ETCS.

Im Dezember 2021 riefen die ČD weitere 31 dreiteilige Einheiten aus dem Rahmenvertrag mit Škoda Transportation ab, welche für die Regionen Mittelböhmen, Ústí nad Labem und Hradec Králové vorgesehen sind. 22 Züge (640 234–255) sind für das PID-Netz um Prag vorgesehen und erhielten die grau-rote PID-Farbgebung. Sie besitzen 16 Sitzplätze in der 1. Klasse und damit doppelt so viele wie die RegioPanter der anderen Regionen. Insgesamt sind 225 Sitze eingebaut. mini|Baureihe 690.2 im Batteriebetrieb2023 beschlossen die ČD und Škoda, die vier letzten Züge der Serie zusätzlich zur regulären Zweisystemausrüstung mit Traktionsbatterien auszurüsten. Dafür sind zur üblichen elektrischen Ausrüstung drei LTO-Akkumulatoren auf dem Dach eingebaut. Die Reichweite im Akkumulatorbetrieb soll mindestens 80 Kilometer betragen. Im Mai 2024 wurden Probefahrten mit dem Triebzug 690 247 durchgeführt. Seit dem Dezember 2024 sind vier Züge des Typs Škoda 15Ev3 auch auf nicht-elektrifizierten Strecken in der mährisch-schlesischen Region im Osten Tschechiens im Einsatz auf der Linie S6 Ostrava – Veřovice im Einsatz. Sie erhielten die Baureihenbezeichnung 690.2 (Typ 15Ev3) und eine angepasste Lackierung mit grünen Elementen. Die Akkumulatorfahrzeuge sind rund 1,4 Millionen Euro teurer als die reinen Oberleitungsfahrzeuge.

Da beide insgesamt 110 Einheiten umfassenden Rahmenverträge vollständig ausgeschöpft warenEurailpress, 7. Januar 2022: Tschechien: ČD ordert weitere RegioPanter – Rahmenvertrag ausgeschöpft, wurde 2022 eine weitere Ausschreibung gestartet, um 15 weitere Akkuzüge für die mährisch-schlesische Region zu beschaffen.

Im Jahr 2024 wurden als Ergebnis der Ausschreibung 15 Fahrzeuge des modifizierten Typs Škoda 15Ev5 als Baureihe 690(.0) bestellt. Die zweiteiligen Züge mit einer Dauerleistung von 1360 kW erhalten 150 Sitzplätze, davon acht in der 1. Klasse. Im Unterschied zu den 15Ev3 haben die 15Ev5 Akkumulatoren von ABB statt Toshiba. Sie haben eine höhere Kapazität und ermöglichen eine höhere Traktionsleistung (10,9 kW/t). Zudem wurde die Sitzplatzzahl erhöht, indem einer der vier Eingangsbereiche entfiel.

RegioJet; 15Ev, 20Ev sowie Dieselbatterie-Hybridzüge 27Ev Im Mai 2024 bestellte RegioJet 23 RegioPanter, die ab 2026 im Regionalverkehr um Ústí nad Labem eingesetzt werden sollen. Die 15 Zweiwagen- und 8 Dreiwagenzüge werden wie die weitgehend baugleichen für die ČD gelieferten Züge in die Baureihen 650.2 und 640.2 eingereiht. Sie sind 53 beziehungsweise 80 Meter lang und bieten 142 oder 228 Sitzplätze. Für die Fahrgäste sind WLAN, Steckdosen und USB-Ladebuchsen verfügbar.

Im September 2025 stellte Škoda das Konzept eines um einen Dieselmotor ergänzten batterieelektrischen RegioPanter vor. Zusätzlich zur Zweisystemausrüstung (3 kV und 25 kV) werden Traktionsbatterien und ein Diesel-Powerpack mit Generator eingebaut. Der Dieselmotor erhöht die Reichweite und soll mit HVO-Kraftstoff betrieben werden. Ist kein Bedarf für die hohe Reichweite vorhanden, können die Dieselmotoren ausgebaut werden. Bis Dezember 2029 soll RegioJet 18 zweiteilige und 16 dreiteilige Triebzüge (Typ 27Ev) erhalten und wird sie anschließend im Nordosten Böhmens einsetzen.

Übersicht TypBaureiheNummernEigentümerBildAnzahlBaujahreKonfigurationStromsystemAnmerkungen18Ev 530001–031Jihomoravský kraj 100px 312022 vierteilig 25 kV, 50 Hz~19Ev 550001–006Jihomoravský kraj 100x100px 6 zweiteilig 25 kV, 50 Hz~7Ev 640001–008České dráhy 100x100px 8 2012–2014 dreiteilig 3 kV=25 kV, 50 Hz~7Ev 640.1 (ex 440)101–112České dráhy 100px 12 2012–2014, Umbau 2021/2022 dreiteilig 3 kV=25 kV, 50 Hz~ Umbau von Einsystem- (3 kV=) auf Mehrsystemfahrzeuge (3 kV= und 25 kV, 50 Hz~) und Umbenennung von 440 auf 64020Ev 640.2201–260České dráhy 100px 60 2022–2024 dreiteilig 3 kV=25 kV, 50 Hz~20Ev640.2261–268Regiojet82025–2026dreiteilig3 kV=25 kV, 50 Hz~7Ev 650001–008České dráhy 100x100px 8 2012–2018 zweiteilig 3 kV=25 kV, 50 Hz~7Ev650009–017Arriva vlaky