miniatur|Martinskirche (Nürnberg)
St. Martin ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Nürnberger Ortsteil Gärten hinter der Veste. Sie wurde 1934 am Standort einer früheren Notkirche im neoromanischen Stil erbaut, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1948 wieder aufgebaut. Sie gehört zur gleichnamigen Pfarrei St. Martin, die dem Erzbistum Bamberg zugeordnet ist. Die Martinskirche ist als Baudenkmal mit der Nummer D-5-64-000-1679 beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege eingetragen. Ihre 1991 erbaute Orgel macht die Kirche zu einer wichtigen Stätte für diverse Musikveranstaltungen.
Geschichte
Gründung und Notkirche Am 1. Juli 1917 wurde die Kaplankuratie St. Martin eingerichtet. Bereits am 16. September wurde die Notkirche geweiht. Am 1. Mai 1922 wurde St. Martin zur Pfarrei erhoben. Am 10. Mai 1926 beschloss die Kirchenverwaltung den Bau einer gesamten Pfarranlage. Diese beinhaltete den Plan zum Bau von Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus mit Jugendheim, Kindergarten und Krankenpflegestation. Das Pfarrhaus wurde am 16. November 1927 fertiggestellt, das Gemeindehaus am 22. Mai 1928. Die Notkirche wurde nach der Fertigstellung der Martinskirche abgetragen und im Nürnberger Stadtteil Schniegling für die Gemeinde St. Konrad wieder aufgebaut. Dort wurde sie im Februar 1944 bei einem Fliegerangriff endgültig zerstört.
Kirchenbau bis heute Einen Architektenwettbewerb der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst gewann der Wiener Architekt Clemens Holzmeister mit einer Anlage im Stil einer neoromanischen Kirchenburg. Aus Kostengründen wurde Rolf Behringer damit beauftragt, eine kleinere Version des Holzmeister-Entwurfs zu planen. Die Kirche wurde 1934 fertiggestellt und am 22. September 1935 geweiht.Frankenkurier Nürnberg Ausgabe vom 6. August 1934 - Einzusehen im Zentralarchiv Nürnberg auf Mikrofilm Nach der Zerstörung in der Nacht vom 10. auf den 11. August 1943 im Zweiten Weltkrieg wurde die Martinskirche 1948 nach dem Plan von Rolf Behringer wieder aufgebaut und am 29. August geweiht. 1980/81 wurde der Innenraum neu gestaltet. Unter anderem wurde der Altar um ein Bild von Oskar Koller ergänzt. 2010 wurde der Innenraum komplett modernisiert.
Orgel mini|120px|Kuhn-Orgel 1985 wurde der Orgelbauverein St. Martin ins Leben gerufen, um die alte Orgel der Gebrüdern Hindelang aus dem Allgäu zu ersetzen. Für wurde die Firma Orgelbau Kuhn aus Männedorf in der Schweiz gewonnen. Diese erbaute ein stattliches Instrument mit insgesamt 46 Registern auf drei Manualen und Pedal mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur. Diese Orgel wird unter anderem als Austragungsort der Internationalen Orgelwoche Nürnberg verwendet als auch als Veranstaltungsort der Kirchenmusiktage der Katholischen Stadtkirche Nürnberg genutzt.
Die Disposition der Kuhn-Orgel lautet wie folgt:
I Hauptwerk C–g3 1. Bourdon 16′ 2. Principal 8′ 3. Offenflöte 8′ 4. Bourdon 8′ 5. Gambe 8′ 6. Octave 4′ 7. Nachthorn 4′ 8. Quinte ′ 9. Superoctave 2′ 10. Mixtur IV-V 2′ 11. Cornet V 8′ 12. Trompete 8′ II Positiv C–g3 13. Principal 8′ 14. Quintatön 8′ 15. Bourdon 8′ 16. Principal 4′ 17. Rohrflöte 4' 18. Flageolet 2' 19. Larigot ′ 20. Sifflöte 1′ 21. Scharf IV 1′ 22. Sesquialter II ′ + ′ 23. Trompete 8′ 24. Klarinette 8′ Tremulant III Récit expressif C–g3 25. Gambe 16′ 26. Salicional 8′ 27. Voix céleste 8′ 28. Flûte harmonique 8′ 29. Flûte traversière 4′ 30. Nazard ′ 31. Octavin 2′ 32. Tierce ′′ 33. Basson 16′ 34. Trompette harmonique 8′ 35. Hautbois 8′ Tremulant Pedal C–f1 36. Untersatz 32′ 37. Principal 16′ 38. Subbass 16′ 39. Octavbass 8′ 40. Gemshorn 8′ 41. Choralbass 4′ 42. Pommer 4′ 43. Mixtur IV ′ 44. Posaune 16′ 45. Trompet 8′ 46. Clairon 4′ Koppeln: Normalkoppeln Spielhilfen: 128-facher Setzer
Zusätzlich besitzt die Gemeinde eine am 8. November 2003 eingeweihte Truhenorgel des holländischen Orgelbauers Henk Klop. Diese wird für barocke Orgelkonzerte, als Continuo-Instrument zur Begleitung von Solisten und Ensembles und als Begleiter für Vespern genutzt.
Glocken Im Turm von St. Martin befinden sich 5 Stahlglocken. Sie wurden vom Bochumer Verein gegossen und erklingen in der Tonfolge A° c' d' e' g'. auf glockenklaenge.de. Abgerufen am 2. August 2017 Die große Glocke wird nur an Hochfesten der katholischen Kirche geläutet. Die Glocken im Einzelnen.Dieter Schmidt: Das Nürnberger Glockenbuch, Seiten 193 u. 194
Nr. Name Gussjahr Gießer, Gussort Durchmesser(mm) Masse(kg) Schlagton Inschrift 1 S. Martine 1935 Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation, Bochum 1980 3178 A0 +3 S. MARTINE / ORA PRO NOBIS! / VON DEN MÄNNERN DER PFARREI ST. MARTIN, NBG. / 1935. WENN IHR DOCH HEUTE HÖREN WOLLTET, SEINE STIMME / UND NICHT VERSTOCKEN WOLLTET, EUER HERZ! 2 S. Christophere 16701986 c1 +5 S. CHRISTOPHERE / ORA PRO NOBIS! / 1935 / IM KREUZ IST HEIL 3 S. Frederice 1490 1385 d1 +1 S. FREDERICE / ORA PRO NOBIS! / 1935 / RUHELOS IST UNSER HERZ, / BIS ES RUHE FINDET IN DIR, O GOTT! 4 S. Monica 1380 1170 e1 -3 S. MONICA / ORA PRO NOBIS! / VON DEN FRAUEN DER PFARREI ST. MARTIN, NBG. / 1935. DIE GOTT FÜRCHTET ERNTET LOB 5 Regina Pacis 1170 711 g1 -1 REGINA PACIS / ORA PRO NOBIS! / VON DEN JUNGFRAUEN DER PFARREI ST. MARTIN, NBG. / 1935. MEINER STIMME BETENDER KLANG / SEI JUNGFRAU DIR LOBENDER SANG!
Weblinks
St. Martin im Internet
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Bamberg Martin Martin Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Bauwerk von Clemens Holzmeister Martin Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Saalkirche in Bayern Kategorie:Martin-von-Tours-Kirche (Patrozinium) Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut