mini|hochkant=1.8|Ortsteil Monzel am Monzeler Hüttenkopf mini|Ortsteil Osann am Noviander Hüttenkopf Osann-Monzel an der Mosel ist eine Weinbaugemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz und besteht aus den 1969 zusammengeschlossenen Ortsteilen Osann und Monzel. Die Ortsgemeinde gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an.
Geographie Die Gemeinde Osann-Monzel befindet sich an der Mittelmosel, auf einer Anhöhe in ein (Monzel) bis zwei (Osann) Kilometer Entfernung vom Fluss. Der Ort liegt auf etwa 180 Metern über Normalnull, zwischen dem Monzeler Hüttenkopf und dem Noviander Hüttenkopf, in einem Seitental durch das im Tertiär eine Flussschleife der Mosel führte.
Der Schimmelsberg aufm Hüttenberg auf der Gemarkung von Monzel gilt mit als die höchste Erhebung der Moselberge.Schimmelsberg aufm Hüttenberg auf der Gemarkung Monzel; der Name wird erst beim Heranzoomen südlich des Gipfels angezeigt.
Geschichte Das Gebiet von Osann-Monzel wurde vermutlich erstmals während der Römerzeit besiedelt, nachdem Julius Caesar (100 v. Chr. bis 44 v. Chr.) Eifel und Mosel dem römischen Reich einverleibt hatte. In der Gemarkung Monzel wurden Trümmer gefunden, die als eine römische Villa rustica, also ein landwirtschaftliches Einzelgehöft, gedeutet wurden. Nach dem Ende der römischen Herrschaft gehörte das Gemeindegebiet ab 510 zum Frankenreich und nach dessen Teilung ab Mitte des 9. Jahrhunderts zu Lothringen. Lothringen seinerseits wechselte einige Male seine Zugehörigkeit zwischen dem ostfränkischen und dem westfränkischem Reich. Schließlich gehörte seit 925 das Gemeindegebiet, wenn auch mit Unterbrechungen, zum westlichen Grenzgebiet Deutschlands.
Es sind keine direkten urkundlichen Erwähnungen aus dieser Zeit bekannt, dennoch wird angenommen, dass sowohl Osann als auch Monzel schon im 7. oder 8. Jahrhundert gegründet wurden. Sicher ist, dass diese Orte seit wenigstens 950 existierten. Das ist aus einer Aufzählung von Besitztümern der Trierer Abtei Sankt Martin zu dieser Zeit bekannt, in der „osanna“ und „muncele villam“ genannt werden. Diese erste urkundliche Erwähnung wurde auf das Jahr 1008 datiert.Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Orte Osann und Monzel findet sich im Anhang zur „Vita Magnerici“, einer Biografie des Heiligen Magnerich, 570-596 Bischof von Trier. Dieses Dokument, das kein Datum enthält, wird auf das Jahr 1008 geschätzt, während der Anhang wohl um 1020 bis 1040 hinzugefügt wurde. Der Anhang ist eine Auflistung von Besitztümern, die der Trierer Abtei St. Martin noch um 950 gehörten, bevor sie durch den Trierer Erzbischof enteignet wurden. Außer Osann und Monzel werden dort auch Wehlen (heute Ortsteil von Bernkastel-Kues), Longkamp, Kommen, Salmrohr (heute Ortsteil von Salmtal), Fastrau (heute Ortsteil von Fell), Mertloch, Bitburg, Reinig und ein heute unbekannter Ort namens Eweson genannt.
Ein wichtiger Grundherr in Monzel blieb das Kloster Himmerod. 1323 bekannte Graf Johann I. von Saarbrücken, dass er die Vogtei im Hamm, Mettlach und Osann als Lehen von Erzbischof Balduin von Trier trage, alle verafterlehnt. 1412 gab Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken den Grafen von Daun und zu Bruch Osann und Monzel als Afterlehen. Von diesem kamen Osann und Monzel dann als Heiratsgut an die Grafen von Manderscheid.
Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bestand in Osann eine große jüdische Gemeinschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Anteil von fast 15 % der Gesamtbevölkerung hatte. Eine Synagoge bestand in Osann bereits vor 1898. Als diese wegen Baufälligkeit nicht mehr genutzt werden konnte, wurde 1898 eine neue, durch Spenden finanzierte Synagoge errichtet. Durch die Repressalien des NS-Regimes wohnte im Mai 1939 kein jüdischer Einwohner mehr im Ort.Osann mit Monzel (Gemeinde Osann-Monzel, VG Wittlich-Land, Kreis Bernkastel-Wittlich) Jüdische Geschichte / Synagoge, auf alemannia-judaica.de Der jüdische Friedhof Osann liegt nordwestlich des Ortes an einem Feldweg in Richtung Schützenhaus.
Ab 1794 standen die beiden Orte unter französischer Herrschaft, 1815 wurden sie auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Osann wurde Sitz der Bürgermeisterei Osann im Landkreis Wittlich. Seit 1946 sind die Orte Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurden die Gemeinden Osann und Monzel aufgelöst, aus den aufgelösten Gemeinden wurde die neue Gemeinde Osann-Monzel gebildet.
Statistik zur Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl von Osann-Monzel bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: JahrEinwohner181588718351.16718711.38419051.39819391.427JahrEinwohner19501.53319611.52719701.48719871.44220051.646JahrEinwohner20101.61120141.61220151.64620201.724
Religion Osann-Monzel ist überwiegend römisch-katholisch geprägt.Gemeindestatistik zum 31. Dezember 2021 Die Pfarreien St. Peter Osann und St. Nikolaus Monzel gehören der zum 1. Januar 2022 gegründeten Pfarreiengemeinschaft St. Matthias – Rechts und Links der Mosel an.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Osann-Monzel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl WGK GfMO Gesamt 2024 per Mehrheitswahl (WGK) 16 Sitze 2019 10 6 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 11 5 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz:
Bürgermeister Armin Kohnz wurde 2014 Ortsbürgermeister von Osann-Monzel. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 66,51 %Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 70,9 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Bisherige Bürgermeister der Gemeinde:
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kulturdenkmäler In Osann-Monzel gibt es 28 Bauwerke, die in der Liste der Kulturdenkmäler der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz aufgeführt sind. In der katholischen Pfarrkirche Sankt Peter Osann befindet sich eine Orgel des österreichisch-deutschen Orgelbauers Anton Turk.
Naturdenkmäler Einziges Naturdenkmal der Gemeinde ist die sogenannte „Siegeslinde“ am Kriegerdenkmal in Osann, die nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges im Jahre 1871 gepflanzt wurde.
Vereine In Osann-Monzel gibt es ca. 20 Vereine und Institutionen. Die Angebote reichen von Sport (Fußball, Tennis, Tischtennis, Schießsport, Motorsport) über Kultur (Musik, Chöre, Theater, Tanz, Karneval, Heimatpflege) bis zu Geselligkeit (Frauengemeinschaft) und Förderkreisen der beiden Kirchengemeinden.
Wirtschaft und Infrastruktur Tourismus Seit 2008 führen der Mosel-Camino als Teil des Jakobswegs nach Santiago de Compostela und seit 2014 der Moselsteig durch den Ort.
Seit August 2021 führt der Eifel-Pilger-Radweg von Himmerod über Klausen durch den Ort bis an die Mosel.
Weinlagen in Osann-Monzel Osanner Kirchlay Osanner Rosenberg Monzeler Kätzchen Monzeler Paulinslay
Wie überall im Anbaugebiet Mosel werden überwiegend Riesling, Müller-Thurgau und Dornfelder angebaut.
Medizinische Versorgung In Osann-Monzel gibt es einen Allgemeinmediziner sowie einen Zahnarzt und einen Pflegedienst. Überregionale sowie Intensiv-Versorgung bietet das Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich mit seinen Standorten in Wittlich und Bernkastel-Kues.
Bildung In Osann-Monzel gibt es eine Grundschule im Ortsteil Osann, die in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht ist. Die Kindertagesstätte „Zwergenvilla“ befindet sich ebenfalls in einem denkmalgeschützten Gebäude im Ortsteil Monzel. In der Kreisstadt Wittlich (12 km) sowie in Bernkastel-Kues (10 km) finden sich weitere weiterführende Schulen.
Ansässige Unternehmen CTR Fahrzeugtechnik GmbH, 100 Beschäftigte
Persönlichkeiten
Hugo Pfeil (* 1885 in Bassenheim; † 1967 in Monzel), römisch-katholischer Priester, Opfer des NS-Regimes und Träger des Bundesverdienstkreuzes Alfons Bonnekoh (1930–2024), Sportmediziner Christa Klaß (* 1951 in Osann), Ökonomierätin, von 1994 bis 2014 Abgeordnete des Europäischen Parlamentes Thomas Streit (* 1965), ehemaliger deutscher Fußballspieler
Weblinks
Homepage von Osann-Monzel
Einzelnachweise Landschaft im Wandel - Digitale Topographische Karte 1:25 000 (DTK25) von 1890 bis 2019. Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (Hrsg.). (online, abgerufen am 27. August 2020) Bruno Dietrich: Morphologie des Moselgebietes zwischen Trier und Alf. 1910. (online in Internet Archive, abgerufen am 27. August 2020)
Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Deutscher Ortsname lateinischer Herkunft