Pourlans [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Pourlantins, resp. Pourlantines genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde ist die nördlichste des Kantons Pierre-de-Bresse und damit des Arrondissements Louhans und liegt als einzige nördlich des DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr. Sie liegt 7,9 Kilometer nördlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 36,5 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud. Die Gemeinde grenzt im Nordwesten an Lanthes, im Nordosten an Bousselange und damit an das Département Côte-d’Or. Die Ostgrenze bildet Annoire im Département Jura, die Westgrenze Longepierre und Clux-Villeneuve im Arrondissement Chalon-sur-Saône. Lediglich im Süden besteht eine kurze gemeinsame Grenze mit Lays-sur-le-Doubs (2,5 Kilometer).
Durch ihre Lage nördlich des Doubs wird die Gemeinde vollständig der Landschaft Vallée de la Saône zugerechnet.
Der Bourg liegt auf einer Anhöhe auf rund 193 M.ü.M., unmittelbar südlich davon fällt das Gelände 14 Meter ab ins Doubstal.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 90 % im Bourg und rund 10 % in zwei Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 751 Hektar bewaldete Flächen auf, was 46,3 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 16 % Laubwald und 81 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen im Norden der Gemeinde. Östlich des Bourg besteht eine Pappelplantage von 6 Hektar, im Übrigen ist der Südteil nahezu waldlos.
Im Norden der Gemeinde liegt der Fôret domaniale de Pourlans mit einer Fläche von 659 Hektar. In diesem Wald befindet sich die Chêne Borgeot, deren Alter auf 320 Jahre geschätzt wird.
In der Gemeinde werden 681,5 Hektar (etwa 42,9 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei kein Bioanbau betrieben wird. Rund 15 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 11 % wird Raps, auf 30 % wird Weichweizen und auf rund 12 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer Stehende Gewässer befinden sich heute im Gemeindegebiet keine mehr. Aus den Biefs zu schließen, die noch vorhanden sind, müssten einst etwa 5 Étangs bestanden haben, die jedoch aufgelassen wurden.
An fließenden Gewässern wird die Gemeinde lediglich von La SablonneLa Sablonne, Länge 27,3 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Tavaux auf ca. 191 m, Mündung bei in Lays-sur-le-Doubs auf ca. 177 m, La Sablonne auf sandre.eaufrance.fr berührt. Sie fließt von Bousselange her ins Gemeindegebiet und bildet nahezu die gesamte östliche Gemeindegrenze.
Verkehrswege Die Gemeinde wird in West-Ost-Richtung von der Départementsstraße D673 (Clux-Villeneuve–Annoire) durchzogen. Diese Straße liegt auf dem Trassee der Römerstraße, die von Chalon-sur-Saône nach Besançon führte. Im Bourg zweigt die Départementsstraße D203 nach Süden ab und erreicht schließlich Pierre-de-Bresse. Auch dieser Verkehrsweg geht vermutlich auf das römische Straßennetz zurück, indem schon damals eine Verbindung zwischen Pierre-de-Bresse und Pourlans bestand.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Le Caire, Le Carcabot, La Crôte, La Gravière, Les Mares, Rougemont, La Sablonne (Gewässer), Sellière, La Tuilerie. Höhenprofil mini|400pxDie Gemeinde liegt vollständig im Vallée de la Saône. Das Profil zeigt im Norden den Forêt Domaniale de Pourlans, in dem Straßen für die Bewirtschaftung verlaufen, nördlich die Route tournante du Replat (etwa 360 Meter östlich, in Straßennähe befindet sich die Chêne Borgeot), etwas weiter südlich die Route forestière de Rougemont. Nach etwas über zwei Kilometern befindet sich der Rand des Forêt domaniale. Nördlich der ehemaligen Römerstraße, der heutigen Départementsstraße D673 liegt der Weiler Les Mares, südlich davon liegt der Bourg bis an die Kante zum Doubstal. Der Höhenunterschied beträgt hier 12 Meter. Dieser Steilhang ist jedoch fluvialen Ursprungs, nicht wie die Terrasse auf der Bresse-Seite. Die Ebene zieht sich gegen Süden zum Doubs, der etwa 2,5 Kilometer entfernt fließt.
Klima Das Klima in Pourlans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Februar und März als trockenste Monate 77 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt
Toponymie Pourlans wird erstmals 787 erwähnt: In pago Amaorum… in villa Porlingus (deutsch: Im Gau des Amaus, im Ort Porlingus). Im September des Jahres 787 schenkte Fridericus Graf von Amoux Ländereien seiner Grafschaft dem Kloster Saint-Claude, darunter Pourlans. Der Name geht vermutlich auf die burgundische Besiedlung und damit auf eine germanische Namensgebung zurück.
Geschichte Bei der Départementsstraße D673 handelt es sich ursprünglich um die Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Besançon verband. Denkbar ist, dass die Verbindungsstraße D203 nach Süden ebenfalls auf die späte Römer- oder frühe Merowingerzeit zurückgeht. Eine erste Besiedlung kann durchaus um die Zeitenwende erfolgt sein.
Im 13. Jahrhundert gehörte Pourlans dem Hause de Vienne und war ein Afterlehen von Longwy. Die de Viennes schenkten den Besitz dem Herzog von Burgund Robert II., im 15. Jahrhundert waren die de Courcelle Lehensnehmer und 1656 gelangte es schließlich an die Jesuiten von DijonCollège des Godrans in Dijon auf pop.culture.gouv.fr, französisch, abgerufen am 15. April 2026.. 1332 erließ Jean de Vienne eine Grundordnung mit 50 Artikeln, die weitgehend jener von Seurre entsprach. Pourlans gehört seit 1905 zum Kanton Pierre-de-Bresse, vorher war es Teil des Kantons Verdun-sur-le-Doubs.
Die ältesten Texte, in denen die Kirche erwähnt wird, stammen aus 1540, der Baustil scheint aus dem 14. Jahrhundert zu stammen, sie ist Johannes dem Täufer geweiht. Das erste Pfarrhaus stand gegenüber dem Eingang zur Kirche, heute ist das Gebäude Gemeindesaal. Die Mairie-École wurde 1874 erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts bildete die Schweinezucht eine der Haupteinnahmequellen, dank des südlichen Abhangs ins Doubstal wurde zudem Weinbau auf rund 60 Hektaren betrieben. In der Gemeinde befand sich eine Käserei, eine Ziegelei und eine Mühle. Erst 1900 wurde die Brücke erbaut, die Pourlans mit Lays-sur-le-Doubs verbindet. 1988 bestanden noch 20 Landwirtschaftsbetriebe.
1944, als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, gründete der Immoblienagent Paul Mouret im Wald von Pourlans eine Widerstandsgruppe der Résistance, nachdem er zuvor in Navilly aktiv gewesen war. Sie organisierte Fluchtwege für Verfolgte, führte Sabotage an der von den Deutschen benutzten Bahninfrastruktur durch und leitete die Waffen weiter, die ihr aus Flugzeugen per Fallschirm abgeworfen wurden. Die Herren von Pourlans Der Herzog von Burgund gab Pourlans den de Vienne zu Lehen, mit denen die Herzöge verschwägert waren. Die Familie, die sich später d’Antigny nannte, besaß Pagny, Seurre, Pourlans, Longepierre, Mervans, Louhans, Sainte-Croix und weitere Lehen von den Herzögen von Burgund.Im 15. Jahrhundert erscheint eine Familie de Courcelle als Besitzer des Lehens und nach 1656 ist das Collège des Jésuites des Godrans die Herren von Pourlans.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Jean-Baptiste von Pourlans
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %22010511520,9
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Frauen auf, die 52,3 % der Bevölkerung ausmachen. Dabei sind 50 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Demgegenüber sind 34 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Eine auffällige Lücke klafft bei der Gruppe der 15- bis 29-Jährigen, die lediglich 5,5 % der Bevölkerung ausmachen. Generell ist die Bevölkerung eher jung, obwohl die Bautätigkeit moderat ist und ein Generationenwechsel nur in bestehenden Gebäuden erfolgen kann. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19991211192+4,3 % = 5 WE davon Hauptwohnsitz 93Zweit- oder Ferienwohnsitz14vakant14
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe1Baugewerbe2Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie4Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen6Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen1Land- und Forstwirtschaftsbetriebe6 In der Gemeinde befinden sich ein Bauhandwerksbetrieb, zwei Schreinerei-/Zimmereien und zwei Gîtes. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Pierre-de-Bresse oder in Seurre.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Pourlans keine Produkte zugelassen.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École maternelle, die der Académie de Dijon untersteht und von 18 Schülern in einer Klasse besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.
Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Literatur
Weblinks
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Pourlans
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté