Theodor Friedrich Ernst Gerding (* 15. November 1820 in Winsen (Aller); † nach 1874) war ein deutscher Naturwissenschaftler und Lehrer.J. C. Poggendorff: Biographisch-Literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten ... ; S. 36 Jost Weyer: Chemiegeschichtsschreibung von Wiegleb 1790 bis Partington 1970; S. 235
Leben Ein naher Verwandter war nach Argentinien ausgewandert.cementeriobritanico.org: Theodor Gerding war in Göttingen Schüler von Friedrich Wöhler und Johann Benedict Listing.
1848 war er Apotheker in Körner (Thüringen). Archiv der Pharmazie und Berichte der Deutschen ..., S. 127 Er wurde Lehrer der Naturwissenschaften in Jena und Altena in Westphalen. Seit 1858 war er Direktor und Dozent für Naturwissenschaften und Technologie an dem von ihm gegründeten Technikum in Göttingen (gegründet 30. April 1860), das die Ausbildung von Technikern für chemische Fabriken bezweckte. Polytechnische Centralhalle
Er untersuchte den Kino-Gerbstoff und stellte Physodin dar. Physodin (PDF; 372 kB) Er verfasste Schulbücher, populärwissenschaftliche Schriften und einige chemisch-technische Werke.CERL Thesaurus: Gerding, Theodor Dabei stand er mit Friedrich Carl Adolf Stohmann und 1854–1867 mit Liebig in Verbindung.
Seit 1874 fehlt von ihm jede Spur. Da die alten Kirchenbücher und Akten in Winsen verbrannt sind, konnte bisher auch sein Todesdatum nicht ermittelt werden.
Veröffentlichungen Das Centrifugalgebläse in seiner Anwendung zum Glasblasen; Jena, 1851 mit Robert Galloway (* 1822 in Cartmel): Robert Galloway's Vorschule der qualitativen chemischen Analyse: für den ersten Unterricht auf Schulen und Universitäten, sowie insbesondere zum Privatgebrauche; 1853 Vorschule der qualitativen chemischen Analyse für den ersten Unterricht auf Schulen und Universitäten; 1853 mit William Gregory (1803–1858): Handbuch der organischen Chemie; 1854 Die Steinkohlengasbeleuchtung Beitrage zur Kenntnis der Flechten; Im: Archiv der Pharmacie; Band 87 (1856); S. 1–9 Analysen vom Hochofen zur Teichhütte bei Gittelde am Harz; 1857 Rundschau in der Natur für Gebildete aller Stände und höhere Lehranstalten; 1858 Illustrirte Volks-Chemie für Hausfrauen und Gewerbsleute: Allgemein verständlich und meist durch Recepte dargestellt; Meidinger, 1860 Nichtmetalle und Leichtmetalle; 1860 Schwere Metalle; 1861 Programm für das Technikum zu Göttingen; 1862 Sieben Bücher der Naturwissenschaft; 1862 Organische Verbindungen; 1864 Compendium der Technologie; Leipzig 1864 Die Gewerbe-Chemie oder die Chemie in ihrer Beziehung zur allgemeinen Kunst und Gewerbethätigkeit; Göttingen, 1864 Geschichte der Chemie; Leipzig 1867 Schule der Physik für Lehranstalten und zum Privatgebrauch Der Lebensprocess und die Ernährung der Pflanzen, insbesondere die der nutzbaren Getreidearten; 1870 Die Werkstätte der Natur; Münster, Aschendorff, 1871 Über flüssige und feste Leuchtstoffe; 1871 Die natürlichen und künstlichen Düngemittel in ihrer Anwendung auf den Boden : Vortrag; Wurzen Ueber Branntwein-Fabrikation und ihren Einfluss auf die Entwickelung der Landwirthschaft : Vortrag; Wurzen, 1876 Will. Gregory-Gerding's organische Chemie, oder kurzes Handbuch der organischen Chemie Die Eisenindustrie, oder, die Gewinnung des Eisens aus dessen Erzen; 1874 Die allgemeinen Grundlehren des wissenschaftlich chemischen Lehrgebäudes mit besonderer Rücksicht auf Physik und Stöchiometrie oder die Theoreme der physikalischen, reinen und mathematischen Chemie; 1874 Populäre Vorlesungen über Naturkräfte und deren Anwendung; 1874.
Literatur
Günther Beer: Das private Göttinger Technicum von 1860 bis 1865 und sein Dirigent Dr. Theodor Gerding. In: Göttinger Jahrbuch, Bd. 64 (2016), S. 109–127.
Weblinks
Belege
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