Irene Epple-Waigel (* 18. Juni 1957 als Irene Epple in Seeg im Allgäu) ist eine deutsche ehemalige Skirennläuferin. Ihre jüngere Schwester Maria war ebenfalls im Alpinen Skiweltcup erfolgreich.

Biographie Ihr erster großer Erfolg war der zweite Platz bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften 1978 in der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. Eine weitere Medaille verpasste sie im Riesenslalom: Nach dem 1. Lauf lag sie überraschend mit Startnummer 26 und mit 0,11 Sekunden Vorsprung vor ihrer Schwester (und letztlich Siegerin) Maria in Führung, fiel aber noch auf Rang 4 zurück. Sie gewann in Lake Placid 1980 die olympische Silbermedaille im Riesenslalom und war im Skiweltcup 1981/82 Siegerin im Riesenslalom und in der Kombination. Bei der Schlussfeier in Lake Placid war sie Fahnenträgerin der bundesdeutschen Mannschaft. Epple gewann zwischen 1973 und 1981 sechs deutsche Meisterschaften, jeweils drei im Abfahrtslauf und im Riesenslalom. Sie wurde 1980 zur Deutschen Sportlerin des Jahres gewählt. Während ihrer Karriere erlitt sie einen Kreuzbandriss im Knie, der sechs Jahre lang unbehandelt blieb und zu einer Kniegelenksarthrose führte.

In der Saison 1981/82 gab es am 4. März 1982 den einzigen Doppelsieg für die Epple-Schwestern: Im Riesentorlauf von Waterville Valley gewann Irene mit 0,26 Sekunden Vorsprung auf Maria. Im Gesamt-Weltcup erreichte Irene Epple mit Platz 2 ihre beste Platzierung ihrer Karriere. Irene Epple war Anfang der 1980er Jahre mit dem britischen Mittelstreckenläufer Sebastian Coe liiert.

In der Saison 1982/83 gewann Irene Epple am 9. Januar 1983 in Verbier mit der Start-Nr. 5 den ersten Damen-Super-G der Weltcupgeschichte.Quelle: Arbeiter-Zeitung Wien vom 10. Januar 1983, S. 9.

Nach ihrer Karriere studierte Epple Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1992 wurde sie mit der Arbeit Die Wirkungen unterschiedlich resorbierbarer Kohlenhydrate auf den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel von adipösen und normalgewichtigen Probanden promoviert und arbeitete als Unfallärztin. Im November 1994 heiratete sie den damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel.Sport-Bild & Audi präsentieren die Ski-WM ’93 – Alles über die spannenden Rennen vom 3. bis 14. Februar in Morioka (Japan), Sport-Bild vom 3. Februar 1993, S. 31ff, 33. Sie hat mit ihm einen Sohn (* 1995)., stern.de, 12. Juni 2001.Konstantin Waigel, Der Spiegel 1/1996, 31. Dezember 1995. 2004 wurde ihr der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“ verliehen.Ministerin Hohlmeier gibt Preisträger 2004 für den Sportpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten bekannt: Ausgezeichnet werden: Dr. Irene Epple-Waigel aus Seeg in der Kategorie "Hochleistungssportlerplus", bildungsklick.de, 23. Juni 2004

Epple engagierte sich im Stiftungskuratorium der Tabaluga KinderstiftungUnsere Drachenpost, Ausgabe 2018, S. 32, Homepage der Tabaluga Kinderstiftung und im Rahmen der Weihnachtspäckchenaktion Geschenk mit Herz (initiiert von der Nichtregierungsorganisation humedica e. V.) für Kinder in Not.Geschenke mit Herz, merkur.de, 7. November 2008: „An der Aktion ‚Geschenk mit Herz‘ unter Schirmherrschaft von Irene Epple-Waigel beteiligt sich der Gemeindekindergarten ‚Villa Kunterbunt‘.“ Sie war langjährige Schirmherrin der Stiftung Kindergesundheit und wurde 2016 zur Ehrenkuratorin berufen. Von 2002 bis 2014 (Wiederwahl 2008) war sie zwei Amtszeiten für die CSU Kreisrätin im Kreistag des Landkreises Ostallgäu.Homepage des Landratsamtes Ostallgäu: Bayerischer Rundfunk, 16. Juni 2017, abgerufen am 16. Juni 2017.Sieben Allgäuer erhalten Bayerischen Verdienstorden, merkur.de, 31. Juli 2023, abgerufen am 24. Oktober 2025: „Irene Eppel-Waigel, ehemalige Skirennläuferin. Sie war von 2002 bis 2014 Kreisrätin im Kreistag des Landkreises Ostallgäu.“

Die Schirmherrschaft für die 1. Alpine Skiweltmeisterschaften der Gehörlosen in Nesselwang im Allgäu vom 23. Februar bis 2. März 2013 übernahm Epple gemeinsam mit ihrem Ehemann.

Erfolge Olympische Spiele (auch WM) Innsbruck 1976: 10. Abfahrt, 15. Riesenslalom Lake Placid 1980: 2. Riesenslalom

Weltmeisterschaften Garmisch-Partenkirchen 1978: 2. Abfahrt, 4. Riesenslalom Schladming 1982: 7. Kombination, 8. Abfahrt, 14. Riesenslalom

Weltcupwertungen Irene Epple gewann je einmal die Disziplinenwertung im Riesenslalom und in der Kombination. Saison Gesamt Abfahrt Riesenslalom Slalom Kombination Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 1972/73 41. 3 – – 47. 3 – – – – 1973/74 34. 2 – – – – 24. 2 – – 1974/75 13. 60 7. 38 19. 5 13. 11 – – 1975/76 10. 73 6. 42 12. 16 22. 4 9. 11 1976/77 18. 49 7. 43 – – 19. 2 – – 1977/78 11. 62 6. 36 8. 30 – – – – 1978/79 3. 189 5. 81 3. 105 – – – – 1979/80 5. 141 6. 51 4. 83 31. 5 9. 21 1980/81 5. 181 4. 71 3. 78 42. 1 10. 31 1981/82 2. 282 5. 69 1. 120 20. 23 1. 85 1982/83 6. 117 18. 24 7. 65 38. 2 3. 40 1983/84 4. 178 2. 94 12. 33 34. 3 2. 77 1984/85 35. 35 24. 15 22. 20 – – – –

Weltcupsiege Epple errang insgesamt 44 Podestplätze, davon 11 Siege: Datum Ort Land Disziplin 12. März 1980 Saalbach-Hinterglemm Österreich Riesenslalom 4. Dezember 1980 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom 4. Dezember 1981 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom 10. Dezember 1981 Pila Italien Riesenslalom 18. Dezember 1981 Piancavallo Italien Kombination 8. Januar 1982 Pfronten Deutschland Riesenslalom 13. Januar 1982 Pfronten/Grindelwald Deutschl./Schweiz Kombination 4. März 1982 Waterville Valley USA Riesenslalom 9. Januar 1983 Verbier Schweiz Super-G 7. Dezember 1983 Val-d’Isère Frankreich Abfahrt 11. Dezember 1983 Val-d’Isère Frankreich Kombination

Auszeichnungen Am 24. März 2011 wurde ihr von Ministerpräsident Horst Seehofer in der Bayerischen Staatskanzlei das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt.Bekanntgabe der Ordensträgerinnen und Ordensträger, bundespraesident.de, 1. Mai 2011 Außerdem ist sie Trägerin des Silbernen Lorbeerblattes. Der Bayerische Verdienstorden wurde ihr am 5. Juli 2023 durch Ministerpräsident Markus Söder verliehen.Ordensträger Bayerischer Verdienstorden – Teilnehmer an der Aushändigung am 5. Juli 2023, auf bayern.de, abgerufen am 7. Juli 2023.

Dokumentation Peter Solfrank: Irene Epple-Waigel und die Allgäuer Alpen, Bergheimat, BR Fernsehen in der ARD Mediathek, 25. Mai 2014;bergheimat: Irene Epple-Waigel und die Allgäuer Alpen, br.de, 10. Juni 2014 Erstsendung: 27. Dezember 2010

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Einzelnachweise

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