Bei der Landtagswahl in Württemberg-Baden am 19. November 1950 wurde die SPD erstmals stärkste Partei. Ministerpräsident Reinhold Maier (DVP) blieb im Amt. Die Wahl fand am gleichen Tag wie die Landtagswahl in Hessen 1950 und eine Nachwahl im Bundestagswahlkreis Arnsberg – Soest statt.
Ergebnisse Partei Stimmen Stimmanteil SitzeSPD 476.262 33,0 % 34CDU 379.487 26,3 % 28DVP 303.510 21,0 % 22DG/BHE 212.431 14,7 % 16KPD 70.368 4,9 % 0
Stimmberechtigte: 2.563.402 Abgegebene Stimmen: 1.476.865 Ungültige Stimmen: 34.807 Wahlbeteiligung: 57,6 %Tagesschau,
Ursachen Das Wahlergebnis war geprägt durch den Rückgang der Wahlbeteiligung von 71,7 % auf 57,6 % und den erstmaligen Antritt der DG/BHE. Die Gewinne der Vertriebenenpartei gingen vor allem zu Lasten der CDU.
Mitbestimmend für die Wahlentscheidung waren bundespolitische Themen: die umstrittene Westintegration, die in der Darstellung der SPD auf Kosten der deutschen Einheit ging und die Wiederaufrüstung, die im Hinblick auf den Koreakrieg intensiv diskutiert wurde. Die KPD halbierte angesichts des nordkoreanischen Angriffskrieges ihre Wahlergebnisse.
Sowohl die Wahl in Hessen, wie auch die in Württemberg-Baden zeigte ein einheitliches Bild: Verluste von CDU und KPD, denen Gewinne der Vertriebenenpartei gegenüberstanden.
Aus Sicht der CDU war die Niederlage in beiden Ländern auch eine Folge der Großen KoalitionUnion in Deutschland vom 25. November 1950, Seite 2, Online, die die Position der CDU unscharf erscheinen ließ.
Folgen Die Allparteienregierung des Kabinetts Maier II wurde durch die Sozialliberale Koalition aus DVP und SPD abgelöst. Entgegen der Stärke der Koalitionsparteien setzte die DVP durch, dass Reinhold Maier Ministerpräsident im Kabinett Maier III blieb.
Rechtsgrundlagen und Wahlverfahren Rechtsgrundlage war das vom Landtag am 3. August 1950 beschlossene Gesetz Nr. 372 über die Landtagswahlen (Landtagswahlgesetz) vom 5. Oktober 1950.
Die Abgeordneten wurden auf Grund von Wahlvorschlägen für die 26 Wahlkreise (Kreiswahlvorschläge) und auf Grund von Wahlvorschlägen für das ganze Land (Landeswahlvorschläge) gewählt. 85 Sitze entfielen auf die Kreiswahlvorschläge, 15 auf die Landeswahlvorschläge. Wahlberechtigt waren Bürger ab 21 Jahren.
Wahlkreiseinteilung Die Wahl erfolgte in 26 Wahlkreisen.
Nr. Wahlkreis Landesbezirk Beschreibung 1 Wahlkreis Stuttgart Württemberg Stadt Stuttgart 2 Wahlkreis Aalen Württemberg Landkreis Aalen 3 Wahlkreis Backnang Württemberg Landkreise Backnang und Schwäbisch Hall 4 Wahlkreis Böblingen Württemberg Landkreis Böblingen 5 Wahlkreis Crailsheim Württemberg Landkreise Crailsheim und Mergentheim 6 Wahlkreis Eßlingen Württemberg Landkreis Esslingen 7 Wahlkreis Göppingen Württemberg Landkreis Göppingen 8 Wahlkreis Heidenheim Württemberg Landkreis Heidenheim 9 Wahlkreis Heilbronn Württemberg Stadt Heilbronn und Landkreis Heilbronn 10 Wahlkreis Leonberg Württemberg Landkreise Leonberg und Vaihingen/Enz 11 Wahlkreis Ludwigsburg Württemberg Landkreis Ludwigsburg 12 Wahlkreis Nürtingen Württemberg Landkreis Nürtingen 13 Wahlkreis Öhringen Württemberg Landkreise Öhringen und Künzelsau 14 Wahlkreis Schwäb. Gmünd Württemberg Landkreis Schwäbisch Gmünd 15 Wahlkreis Ulm Württemberg Stadt Ulm und Landkreis Ulm 16 Wahlkreis Waiblingen Württemberg Landkreis Waiblingen 17 Wahlkreis Karlsruhe-Stadt Baden Stadt Karlsruhe 18 Wahlkreis Bruchsal Baden Landkreis Bruchsal 19 Wahlkreis Heidelberg-Stadt Baden Stadt Heidelberg 20 Wahlkreis Heidelberg-Land Baden Landkreis Heidelberg 21 Wahlkreis Karlsruhe-Land Baden Landkreis Karlsruhe 22 Wahlkreis Mannheim-Stadt Baden Stadt Mannheim 23 Wahlkreis Mannheim-Land Baden Landkreis Mannheim 24 Wahlkreis Mosbach Baden Landkreise Mosbach und Sinsheim 25 Wahlkreis Pforzheim Baden Stadt Pforzheim und dem Landkreis Pforzheim 26 Wahlkreis Tauberbischofsheim Baden Landkreise Tauberbischofsheim und Buchen
Gewählte Mitglieder Liste der Mitglieder des zweiten Landtages von Württemberg-Baden
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Einzelnachweise
Wurttembergbaden 1950 Wurttembergbaden #Landtag Kategorie:Landtag von Württemberg-Baden