mini|hochkant=0.9|Stammwappen der Geben-Schüser Die Herren Geben sind ein altes und weit verzweigtes süddeutsches Adelsgeschlecht, welches mit zahlreichen Nebenlinien in Freiburg im Breisgau ansässig war. Die Herren Geben sind eine Nebenlinie der Herren von Rothenburg und sind Stammes- und Wappengenossen der Herren Meyer-Niessen.

Durch die Belehnung mit Reichslehen, die beim Aussterben der Herzöge von Zähringen ans Reich heimgefallen waren, hatten die Herren Geben ihre Steuern nicht dem Grafen, sondern unmittelbar dem Kaiser zu entrichten. Dadurch nahmen sie unter dem Freiburger Adel eine bevorrechtete Stellung ein.J. P. J. Gewin, Blüte und Niedergang Hochadeliger Geschlechter im Mittelalter, 1957, S. 86.

Hintergrund mini|Schlachtbanner des Markgrafen von Baden bei der Schlacht bei Sempach und Wappen dessen Bannerträgers Henman Meyer-Niessen (Stammes- und Wappengenossen der Herren Geben) Das Geschlecht der Geben, Stammes- und Wappengenossen des Adelsgeschlechts Meyer-Niessen ist eines der ältesten Freiburger Adelsgeschlechter. Über dieses Geschlecht existiert umfangreiches Urkundenmaterial, das jedoch wegen fehlender beziehungsweise stets wiederkehrender Vornamen eine exakte Zuordnung bislang nicht ermöglicht.

In einer Urkunde die im Januar 1220 in Hagenau ausgestellt wurde, bestätigt Kaiser Friedrich II. die Urkunde des Würzburger Bischofs Otto über den Teilungsvertrag der Herren von Hohenlohe tritt der Stammvater der Herren Geben,J. P. J. Gewin: Blüte und Niedergang hochadeliger Geschlechter im Mittelalter, S. 22. Heinrich von Rothenburg, Küchenmeister des Königs, im Umfeld des süddeutschen Hochadels hervor. Die Herren von Hohenlohe waren durch Heirat mit den Grafen von Stühlingen verwandt aus denen wiederum die Herren von Toggenburg hervorgingen. Die Nähe der alten Rothenburgischen Stammburg Burg Nordenberg bei Uffenheim zur Hohenlohischen Stammburg Burg Hohlach lässt ein Verwandtschaftsverhältnis der beiden Familien vermuten. In der besagten Urkunde werden genannt: „Huius rei testes sunt Hermannus marchio de Baden, comes Sibertus de Werda, comes Heinricus filius eius, Cunradus burgravius de Nurenberc, Gerlachus de Butingen, Rainaldus dux Spoleti, Rudolfus advocatus de Raprehtiswilare, Rudolfus de Husinberc, Anselhelmus de Raboldestein, Cuno de Tiuffen (von Tiefenstein), Cunradus pincerna de Scipfa (Schenken von Schüpf), Berengerus frater eius, Rudolfus de Razinhusin, Cunradus de Werda, Heinricus magister coquine de Rotenburc et alii quam plures.“Hohenlohisches Urkundenbuch, Band 1, S. 26. Der Sohn des Küchenmeister Heinrich von Rothenburg, Gebino, ist der Begründer der Freiburger Linie. Heinrich von Rothenburg wird am 8. August 1224 als erster Zeuge einer Urkunde genannt worin Cölestinus (Celestin), der Abt des Schottenkloster Würzburg, eine Schenkung, welche Albert von Arra dem Kloster bei seiner letzten Ölung überließ.Archiv des Historischen Vereines von Unterfranken und Aschaffenburg, Band 16, S. 152. Eine Tochter oder Enkelin dieses Albert von Arra war mit Geben von Freiburg verheiratet, was die Abstammungsthese der Freiburger Geben von J. P. J. Gewins zu bestätigen scheint. Erste urkundliche Erwähnung des im Raum Freiburg ansässigen Geschlechts ist 1236 die Nennung der Zeugen „Gebene et frates sui“ in einer in Mühlhausen ausgestellten Urkunde.Adolf Socin: VI. Familiennamen aus Taufnamen. In: Mittelhochdeutsches Namenbuch Nach oberrheinischen Quellen des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1903, S. 141. () Einer seiner Brüder war der Nürnberger Mundschenk Heinrich II. von Rothenburg der durch die Heirat mit Getrud de Lapide (vom Stein)Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn, Bd. 1, S. 207. als Stammvater der Schenken von Schenkenstein angesehen werden darf. Nach der Erstnennung der Freiburger Linie folgte die Nennung eines „Herrn Geben“ als Freiburger Ratsmitglied, weiter „der alte Geben“ in den Jahren 1280 und 1286 und sein Bruder Konrad Geben (1280, 1318), seit 1292 als „Herr“ bezeichnet, und „der grosse Geben“ 1320.Kindler von Knobloch, Julius; Badische Historische Kommission (Hrsg.): Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A – Ha. Heidelberg, 1898, S. 426–427. Ob der 1335 in einer Verkaufsurkunde des Klosters Selden genannte „Cünze Geben“ identisch mit dem vorgenannten Konrad Geben ist, muss offenbleiben.ZGORh, Band 13, S. 198. Ob eine Verwandtschaft zu Gebino, dem Verfasser der Chronik des Klosters Petershausen bestand, ist nicht zu belegen.Franz Joseph Mone: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Band 1, S. 112.

Nach Bader wurden die Herren Geben im 13. Jahrhundert neben anderen Adelsgeschlechtern mit dem Meieramt im Simonswald belehnt.Joseph Bader: Das Thal Simonswald unter dem S. Margarethenstifte zu Waldkirch. In: Freiburger Diözesan-Archiv Band 7, 1873, S. 27.

Herkunft Der Historiker J. P. J. Gewin erkennt eine Abstammung des in Freiburg ansässigen Adelsgeschlechts Geben vom Kaiserlichen Küchenmeister der Herzöge von Schwaben, Heinrich I. von Rothenburg (1189–1228), den er als Stammvater der Linien von Rothenburg und Gebin, Geben, Gewin in Rothenburg, Freiburg, Heilbronn, und der bayrischen Oberpfalz bezeichnet. Dessen Vater war Dietmar II. genannt Gebeno (1147–1189), Sohn des Gebeno von Thulbach (1130–1165), ein Geschlecht, welches aus den Robertinern hervorging.J. P. J. Gewin: Blüte und Niedergang hochadeliger Geschlechter im Mittelalter. S. 22.So auch dargestellt in: Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete. Band 21, C.A. Starke, 1942. In der Zeit zwischen 1216 und 1236 war im nahegelegenen Kloster Murbach ein Hugo von Rothenburg Abt des Konventa und Erbauer der Burg Hugstein,Xavier Mossmann: Cartulaire de Mulhouse, Band 1, S. 3. der wohl diesem Geschlecht zugeordnet werden darf. Die Stifterin der Franziskanerkirche in Luzern, Gutta von RothenburgP. F. Malachiam: Annales oder Jahrs-Geschichten der Baarfüseren oder Minderen Brüder S. Franc. ord. Colmar 1864, S. 66 (online) (wohl geborene von Weinsberg), war die Ehefrau des kaiserlichen Küchenmeisters Heinrich I. von Rothenburg, der als Stammvater der Herren Geben in Freiburg angesehen wird.J. P. J. Gewin: Die Verwandtschaften und politischen Beziehungen zwischen den westeuropäischen Fürstenhäusern im Frühmittelalter. H. L. Smits, Den Haag 1964, .

Ob und inwiefern der am 6. Mai 1111 in einer Schenkungsurkunde des Trudewin von Griesbach an das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen genannte Gebino hier zugeordnet werden kann, ist offen. In dieser Urkunde heißt es in der Zeugenreihe am Schluss: „Adelbertus comes de Morisberk“,laut Baumann Mörsberg, Kanton Zürich „advocatus predicti monasterii, hanc donationem suscepit. Eberhardus de Mezzingen“laut Baumann Metzingen bei Urach „Eberhardus filius eius. Werinherus de Chilicheim“,laut Baumann Kirchheim bei Ehingen „Hartmot de Wancheim“,laut Baumann Wankheim bei Tübingen „Walicho de Tanneggi“,Tanneck bei Bonndorf „Bertoldus frater eius. Gebino frater ipsius.“Dr. F. L. Baumann: Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen in Quellen zur Schweizer Geschichte Band 3 Laut Gewin bestand durch Heirat Cunrats von Rothenburg ein verwandtschaftliches Verhältnis zu den Herren von Griesbach, doch dies war mehr als 100 Jahre später.J. P. J. Gewin: Die Verwandtschaften und politischen Beziehungen zwischen den westeuropäischen Fürstenhäusern im Frühmittelalter. H. L. Smits, Den Haag 1964, . Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Gebeno († 1156) um den späteren Abt Gebeno des Klosters Wagenhausen, welches zusammen mit dem Kloster St. Fides Grafenhausen von Abt Siegfried des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen, gegründet wurde.

Sitz mini|Umkirch – Links das alte Schloss der Herren Geben mini|Haus Zum Ritter Das Geschlecht der Geben hatte seinen Stammsitz im Wasserschloss in Umkirch. Später ging dieses an die Pfalzgrafen von Tübingen und an die Herren zu Lichteneck über, bevor es die Herren von Kageneck (Adelsgeschlecht) erwarben. Diese ließen in der Zeit zwischen 1743 und 1744 das mittlerweile baufällig gewordene Wasserschloss abbrechen und an dessen Stelle ein neues Schlösschen im Herrenhausstil errichten. Dieses Schloss ist unter dem Namen Schloss Hohenzollern bekannt und bis heute erhalten.

Neben dem Wasserschloss in Umkirch besaßen die Herren Geben auch Häuser in der Stadt Freiburg. Dank einer Urkunde über die Stiftung der Adelheid Schlüchin Pfründe vom 31. Oktober 1373 ist die genaue Lage eines dieser Häuser bekannt. Dabei handelt es sich um das Haus des bei der Schlacht bei Sempach gefallenen Ritters Leutfrit (Geben-)Schüser. In der Urkunde heißt es: „...ab einem huse, heisset zem Langen, ist gelegen uf dem kilchhof ze Friburg in der alten statt zwischen herrn Luitfrides Schuisers eins ritters huse und dem huse zem Juden….“Prof. Dr. Peter P. Albert: Urkunden und Regesten zur Geschichte des Freiburger Münsters, Urk. 220 Mit „kilchhof“ dürfte der heutige Münsterplatz gemeint sein, somit war es wahrscheinlich eines der drei älteren Häuser, welche 1756 von der Gesellschaft Zum Ritter abgebrochen wurde, die an dieser Stelle das repräsentative Haus Zum Ritter errichteten. Das Gebäude befand sich an der Südseite des Münsterplatzes rechts neben dem alten Kaufhaus in exklusiver Lage, was für den einstigen Reichtum der Familie spricht.

Nachkommen der Nebenlinie Geben-Schüser leben unter dem heute üblich gewordenen Familiennamen Schäfer im Gebiet der ehemaligen Grafschaft Hauenstein. Auch Teile des ehemaligen Rittergutes Cronheim sind heute im Besitz dieser Nebenlinie.

Wappen Die Geben führten im rot gerandeten goldenen Schild einen roten Schrägrechtsbalken. Als Helmzimier führte die Linie der Schüser ein mit drei wachsenden Flügen bestecktes Hifthorn mit Fessel.Kindler von Knobloch, Julius; Badische Historische Kommission [Hrsg.] Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A – Ha; Heidelberg, 1898, S. 427. Das Wappen der Herren Geben befindet sich am dritten Pfeiler auf der Nordseite gegen Osten auf einem Tragstein im Freiburger Münster.Münsterbau-Verein, Freiburg, Breisgau – Freiburger Münsterblätter: Halbjahrsschrift für die Geschichte und Kunst des Freiburger Münsters, 6.1910, S. 58 online

Linien der Herren Geben Maurer vertritt die Ansicht, dass sich das Adelsgeschlecht Geben von den Kaufleuten der Stadt Freiburg herausgebildet hat. Er nennt als Beispiel für seine Theorie zwei Ratsmitglieder: den Zollner Rudolf und den 1220 genannten Münzmeister Johannes, den Stammherrn der adligen Familie Geben, welche sich im 14. Jahrhundert in die Nebenlinien Blageben, Schüser, Baner, Müller-Geben, und Sigstein teilte. Er begründet seine Theorie damit, „dass im Jahr 1384 Henni Blageben und Hartmann Baner Geben noch zu den Kaufleuten gezählt wurden“.Heinrich Mauerer: Ursprung des Adels in der Stadt Freiburg i. B., in ZGORh. Band 5 NF, S. 480. Dass zwischen der Erstnennung 1220 und seinem Beispiel mehr als 160 Jahre liegen, übergeht er ebenso wie den Umstand, dass zahlreiche urkundliche Hinweise die Mitglieder der Familie Geben schon lange vor dieser Zeit mit den Adelszusätzen „Ritter“ oder „Edelknecht“ erwähnen.

Nebenlinie Müller-Geben mini|Siegel Konrad Geben