Die Bahnstrecke Lubań Śląski–Leśna ist eine Nebenbahn in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie zweigt in Lubań (Lauban) von der Bahnstrecke Wrocław Świebodzki–Zgorzelecab und führt im polnischen Teil der Oberlausitz durch das Queistal nach Leśna (Marklissa).

Geschichte

Die Preußischen Staatseisenbahnen eröffneten die Strecke am 15. Mai 1896. mini|links|Verladeanlage mit Hochbunker in Leśna (2010) Ein Jahrhunderthochwasser im Jahr 1897 beschädigte auch die Strecke. Zum Hochwasserschutz entstand ab 1900 am Queis die Talsperre Marklissa, für deren Bau umfangreiche Materialtransporte notwendig waren. Ab 1903 begann bei Kerzdorf der Abbau von Basalt zur Schotterproduktion. Der Steinbruch erhielt eine eigene Anschlussbahn. 1927 baute ein anderes Basaltwerk mit Steinbruch in Schadewalde eine Verladeanlage direkt am Bahnhof Marklissa, die bis heute besteht. Die Verbindung zwischen Steinbruch und Bahnhof stellte ursprünglich eine Seilbahn her.

Wegen des hohen Güterverkehrsaufkommens wurde die Strecke und auch die Anschlussbahn zum Hartbasaltwerk A. Reiske Lauban Ende der 1920er Jahre elektrifiziert. Am 22. Juni 1928 begann der elektrische Eisenbahnbetrieb. Der Sommerfahrplan von 1939 verzeichnete täglich acht Personenzugpaare zwischen Lauban und Marklissa.Deutsches Kursbuch Sommer 1939 – gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Bahnstrecke weitgehend unbeschädigt, obwohl um Lauban größere Auseinandersetzungen stattfanden. mini|links|Bahnhof Leśna (2026) Seit dem Ende des Krieges im Mai 1945 liegt die Strecke auf polnischem Staatsgebiet. Betreiber der Strecke waren fortan die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP). Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch (zunächst provisorische) polnische ersetzt. Die PKP nahmen zunächst auch den elektrischen Betrieb mit den noch vorhandenen Fahrzeugen und deutschem Personal wieder auf. Ab 8. Juli 1945 erfolgte jedoch die Demontage der Oberleitung als Reparation für die Sowjetunion. Der Fahrplan der PKP von 1946 verzeichnete zwei Zugpaare.

Am 1. Oktober 1991 wurde der zuletzt mit zwei Zugpaaren abegwickelte Reiseverkehr eingestellt. Im Güterverkehr wurde zu diesem Zeitpunkt nur der Anschluss eines Basaltwerkes bei Księginki noch bedient. Am 3. Juli 2002 wurde die Stilllegung der Strecke genehmigt.

Infolge der Verlagerung der Basaltproduktion zu einem Steinbruch bei Leśna wurde die Strecke bis zum 7. April 2008 wieder betriebsfähig hergerichtet. Die Verladeanlage mit Hochbunker am Bahnhof Leśna wurde wieder in Betrieb gesetzt, der Antransport des Schotters erfolgt mit Lastkraftwagen. Am 11. August 2008 wurde der Güterverkehr wieder aufgenommen.

Fahrzeugeinsatz

Die Deutsche Reichsbahn setzte ab 1928 im Reiseverkehr die elektrischen Triebwagen der Baureihen ET 87 und ET 25 ein, die bedarfsweise mit Beiwagen verstärkt wurden. Den Güterverkehr übernahmen die schweren sechsachsigen Lokomotiven der Baureihe E 91.3.

Siehe auch

Elektrischer Bahnbetrieb in Schlesien

Literatur

Ingo Neidhardt: Eisenbahn-Album Schlesien Band 1 - Elektrischer Betrieb 1911–1945. SSB Medien, Zittau 2025, ISBN 978-3-9826224-7-7, S. 49–51 Wilfried Rettig: Eisenbahnen im Dreiländereck Ostsachsen (D)/Niederschlesien (PL)/Nordböhmen (CZ) – Teil 2: Neben-, Klein- und Schmalspurbahnen, Bahnbetriebs- und Ausbesserungswerke, Bahnpost, EK-Verlag, Freiburg 2011, ISBN 978-388255-733-6

Weblinks

Beschreibung auf atlaskolejowy.net (polnisch) Beschreibung auf auf bazakolejowa.pl (polnisch) Daten auf jelenia.rail.pl

Einzelnachweise

Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Niederschlesien