miniatur|Helmut Diez miniatur|Mitwirkende beim Workshop der Britischen Designer unter Leitung von Helmut Diez (Mitte),„Another element of the nexus of mutual benefit was the workshops, held at the show’s opening weekend. An impressive group of international industrialists – Carl Magnusson, president of design for Knoll international, Sergio Buttiglieri, productmanager for Driade/Aleph, Anthologie-Quartett’s art director Rainer Krause, Phillipe Thonet from Thonate, and Paul Jensen, Fritz Hansen’s international sales director – worked with the designers over two days, examining the pieces and discussing their suitability for marketing. A highly charged and intensely creative atmosphere was generated…“, DOMUS No. 753/Album, Gio Ponti, Oktober 1993, S. 6–7. von links nach rechts: Sergio Buttiglieri (Driade Italien), Carl Magnusson (Knoll International, New York), Poul Myend Jensen (Fritz Hansen Dänemark), Phillip Thonet (Thonet Deutschland)„Diez invited manufacturers with contrasting product ranges and philosophies including Paul Mygind Jensen from Fritz Hansen, Philippe Thonet, Sergio Buttiglieri of Driade, Rainer Krause of Anthologie Quartett and Carl Magnusson of Knoll…“ (Blueprint 93-98, 1993, S. 108.); ähnlich in Domus 753-756 (1993).
Helmut Diez, auch Helmut C. Diez, (* 1953 in Neustadt bei Coburg) ist ein deutscher Unternehmer, Berater, Coach, Designer und Künstler. Er gründete 1982 IPM – Interdisziplinäres Projektmanagement, das als Denkfabrik und Projektmanagementgesellschaft fungiert. Diez ist Mitgründer und Inhaber von Dolphin Space.Einen Eindruck von der Kindertherapie bei Dolphin Space vermitteln diese Beiträge. Er entwickelte heute gebräuchliche Modelle der Beschäftigungssicherung, war von 1992 bis 1994 Leiter des Designlabor BremerhavenWeser Kurier. 27. April 1994, S. 23., das seinerzeit auf Rang 3 der 21 deutschen Designzentren rangierte,Eduard Richard Zapp: Design und Designzentren, Diss., Bochum 2000, S. 200. und entwickelte ein eigenes musikalisches, bildnerisches und fotografisches Werk, darüber hinaus Therapie- und Spitzensportprogramme. Zudem ist er federführend im architektonischen und städtebaulichen Bereich tätig, zuletzt in Istanbul. Bis 2011 hat er mehr als 400 Projekte realisiert.„Helmut Diez … hat schon über 400 innovative Projekte in Prozess- und Produktgestaltung, Technologie, Architektur und Kunst umgesetzt“ (Luxus-Nacht im Zweibaum-Apartment, in: Weserkurier, 4. Oktober 2011).
Biografie Familie, Ausbildung und Beruf
Helmut Diez wurde 1953 als Sohn von Wolfgang Diez († Mai 1986) geboren. Dieser zog mit seiner Familie 1960 nach Stuttgart, 1969 nach Nürnberg. Helmut Diez lebte von 1970 bis 1972 in Hamburg und in Dänemark sowie bis 1974 in Schweden. Ab 1974 studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Entwicklungspolitik in Nürnberg und in Bremen. Sein Studium schloss er mit seiner Diplomarbeit über die Beurteilung von Vorgesetzten und Mitarbeitern dargestellt am Entwurf eines neuen Beurteilungssystems der Porst Gruppe 1978 ab.Helmut Diez: Ausgewählte Probleme der Beurteilung von Vorgesetzten und Mitarbeitern dargestellt am Entwurf eines neuen Beurteilungssystem der Porst Gruppe. Nürnberg, 29. September 1978.
Mitarbeiterbeteiligung, Beschäftigungssicherung, Unternehmensentwicklung
Diez, der die besagte Diplomarbeit über die Porst-Gruppe vorgelegt hatte, war auf dieser Grundlage an der Entwicklung des sogenannten Porst-Modells beteiligt, genauer gesagt der Beurteilung von Mitarbeitern und Vorgesetzten. Der von Hannsheinz Porst ausgelöste Prozess wurde in der Öffentlichkeit zu dieser Zeit heftig diskutiert. Porst hatte sich 1971 von der Belegschaft als „Unternehmer verabschiedet und als neuer Mitarbeiter empfohlen“.Die Porst-Gruppe, in: Die Zeit, 6. Februar 1976. Den Mitarbeitern wurde weitgehende Autonomie in der Gestaltung ihrer Arbeit eingeräumt, sowie ausschließlicher Anspruch auf die Gewinne. In der Porst-Gruppe waren zu dieser Zeit noch 2500 Mitarbeiter beschäftigt, fünf Jahre später waren es weniger als 1400. Als sich Udo Knop, Vorstandsmitglied der Bank für Gemeinwirtschaft und bis Ende 1975 Vorsitzender des Beirats der Unternehmensgruppe dem von Porst bevorzugten Modell entgegenstellte, berief Hannsheinz Porst den Bankier und Ekkehard Schumann aus dem Beirat ab.Wieder Krach bei Porst. Die Bank für Gemeinwirtschaft kündigt die Zusammenarbeit , in: Die Zeit, 27. Januar 1978. Helmut Diez hatte das analytische Arbeitsbewertungssystem auf der Basis seiner Diplomarbeit als Grundlage für die vorgesehene transparente Vergütung entworfen, das mit der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen am 1. Januar 1977 tarifiert wurde. Im Vorfeld hatte er schon während des Studiums den Auftrag erhalten, Kriterien für die besagte transparente Entlohnung zu entwickeln, die ausschließlich von den Anforderungen der jeweiligen Stelle abhängen sollte. Bei Porst wurden die Vorgesetzten aber nicht nur entsprechend den Anforderungen entlohnt, sondern durch die Mitarbeiter beurteilt und gegebenenfalls abgewählt.Von der Utopie zur Wirklichkeit, in: Die Zeit, 6. Februar 1976.
Auch in nachfolgenden Projekten verfolgte Diez das Ziel größerer Mitarbeiterbeteiligung. Er war Anfang 1976 einer der ersten Organisationsentwickler Deutschlands und erarbeitete Förderungs- und Coaching-Konzepte für Gruppen und Individuen.U. a. dokumentiert durch Herbert Kubicek, etwa im Abschlussbericht des HdA-Projektes „Erweiterung von Handlungsspielräumen von Mitarbeitern“, hrsg. vom Projektträger des HdA-Programms, der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt, Bonn 1978. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Arbeiten, an denen Diez bis dahin maßgeblich beteiligt war, erfolgte durch Horst Steinmann und dessen Nürnberger Lehrstuhl für Unternehmensführung sowie durch Herbert Kubicek, der auch Leiter des wissenschaftlichen Begleitprojekts im Programm Humanisierung des Arbeitslebens war. Daneben entwickelte Diez ab 1974 Formen des Assessment-Centers für die Mitarbeiterauswahl in Nürnberg, bei denen das Ziel darin bestand, den Bewerbern ein möglichst stressfreies und transparentes Auswahlverfahren anzubieten.
Grundlage für diese Initiativen und für das Management komplexer Projekte war das von Diez 1982 gegründete Interdisziplinäre Projektmanagement/Interdivisionary Project Management (IPM).Art. Helmut Diez, in: Skizzen und Porträts aus Bremerhaven, publicon, Bremerhaven 1994, S. 46. Es fungiert seither als Netzwerk und integriert Experten aus den für das jeweilige Projekt erforderlichen Bereichen mit dem Ziel, Lösungen für politische und wirtschaftliche Entscheider unter Beteiligung der Betroffenen zu erwirken. Mit IPM entwickelte Diez Modelle der BeschäftigungssicherungMatthias Knuth: Beschäftigtentransfer: ein Instrument für den Wandel – ein Instrument im Wandel. Beschäftigtentransfer – ein unterschätztes arbeitsmarktpolitisches Instrument?, hrsg. v. Friedrich-Ebert-Stiftung und Deutscher Gewerkschaftsbund, 30. Juni 2011 (knapper Überblick). in instabilen Branchen und Regionen. Dazu gehörten Beschäftigungsgesellschaften und Beschäftigungspläne.2. Beschäftigungsgesellschaften und -pläne als Instrument der Arbeitsmarktpolitik, Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 1999.
Für Olympia Leer konzipierte IPM 1982/1983 in seinem ersten größeren Projekt einen Beschäftigungsplan.Rainer Duhm, Eckhardt Hildebrandt, Ulrich Mückenberger, Eberhardt Schmidt (Hrsg.): Wachstum alternativ. Kritisches Gewerkschaftsjahrbuch 1983/84. Berlin 1984, S. 55ff., hier: S. 62. Dieser bestand aus einem Business-Plan für die Fortsetzung der Produktion, einem Qualifizierungsplan unter Bündelung aller Fördermöglichkeiten des Arbeitsförderungsgesetzes sowie einem regionalen Innovationszentrum.Helmut Diez, Wolfgang Diez, Hans-Georg Draheim, Alfred Frosch: Fortführungskonzeption für das Zweigwerk der Olympia Werke AG in Leer/Ostfriesland, Leer, Februar 1983 (64 S.). Diese Konzeption wurde zur Vorlage für die nachfolgenden Beschäftigungsgesellschaften und -pläne in Deutschland.Filmdokumentation der Universität Oldenburg, verantwortlich Arbeitskreis Leer: Olympia Leer – Macht, was ihr wollt, aber macht was. Dezember 1983, 47:00 min. 1983 veröffentlichte Diez mit Michael Grauvogel, dem späteren Vizepräsidenten der Arbeitnehmerkammer Bremen, einen Ratgeber für Belegschaften,Zitiert von Armin Höland, Jürgen Daviter, Volkmar Gessner, Zentrum für Europäische Rechtspolitik, Kommission der Europäischen Gemeinschaften (Hrsg.): Forschungs- und Aktionsprogramm zur Entwicklung des Arbeitsmarktes. Rechtliche, steuerliche, soziale und administrative Hindernisse für die Entwicklung örtlicher Beschäftigungsinitiativen, Bd. II: Fortführung von Krisenunternehmen durch die Belegschaften, Luxemburg 1986, S. 34 (online, PDF). im nächsten Jahr ebenfalls mit Grauvogel: Gründung eines Belegschaftsvereins.Helmut Diez, Michael Grauvogel: Gründung eines Belegschaftsvereins. In: Hans Ziegenfuß, Heiner Heseler, Hans-Jürgen Kröger (Hrsg.): „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren“. Hamburg 1984, ISBN 3-87975-259-1, S. 259 f. Derartige Belegschaftsvereine sollten der Stärkung der Belegschaften durch Hinzuziehung der Familien und des örtlichen Umfeldes sowie der Kollegen außerhalb des Betriebes dienen.