Der TSV DUWO 08 ist ein Sportverein aus den Hamburger Stadtteilen Duvenstedt und Wohldorf-Ohlstedt. Die erste Fußballmannschaft der Männer spielte 18 Jahre in der höchsten hamburgischen Amateurliga. Größter Erfolg war die Teilnahme an der deutschen Amateurmeisterschaft 1971. Die erste Fußballmannschaft der Frauen stieg 2015 in die drittklassige Regionalliga Nord auf.
Geschichte Duvenstedter Männerturnverein von 1908 Im Sommer des Jahres 1908 gründeten junge Männer aus Duvenstedt in der Gaststätte „Friedrichshöh“ den Duvenstedter Männerturnverein von 1908. Beteiligt waren unter anderem Söhne der noch heute in Duvenstedt lebenden Familien Berner, Iden, Krogmann und Wiebrow. Man fand Schriftführer, Kassenwart und zwei Übungsleiter Breitensport und der ortsansässige Lehrer Johannes Körner übernahm den Vorsitz des neuen Vereins.Blick in die Vereinsgeschichte. In: 75 Jahre – DUWO 08 – 1908-1983, Festausgabe der DUWO-Post zum 75. Jubiläum 1983, Hamburg 1983, S. 17 ff. Dank der Beiträge konnten sehr bald die nötigen Turngeräte wie Reck, Barren und Pferd angeschafft werden. Einige Zeit später erfolgte der Beitritt zur Deutschen Turnerschaft und damit verbunden auch die Teilnahme an den Kreis- und Landesturnfesten.
Schon ein Jahr nach der Gründung des Vereins wurde auch eine Fußball-Mannschaft aufgestellt, die umgehend für den Spielbetrieb im Kreis Stormarn gemeldet wurde. Gespielt wurde auf wechselnden Wiesen im Dorf. Zu Auswärtsspielen ging es unter anderem nach Ahrensburg und Harksheide. Aufgrund der Sportpolitik musste 1924 jedoch die reinliche Scheidung zwischen Turnen und Sport auch hier vollzogen werden.
Sportverein Duvenstedt von 1924 Die Fußballer, nun auf sich alleine gestellt, gründeten noch im selben Jahr auf Initiative von Berthold Leverenz den Sportverein Duvenstedt von 1924. Gespielt wurde zunächst auf einer Weide des Landwirtes Iden, später auf Ernst Diedrichs Obstplantage und danach auf dem Acker des Bierverlegers Kremer. Über die C-Klasse kam man leistungsmäßig nicht hinweg, aber – so die Vereinschronik – das hatte auch einen Vorteil: Da man schon ganz unten spielte, konnte man auch nicht absteigen. Im Regelfall belegte das Team einen Mittelplatz.
Sportverein Wohldorf-Ohlstedt Ebenfalls 1924, am 9. Februar, gründete sich der SV Wohldorf-Ohlstedt. Auch hier stand die reinliche Scheidung zumindest mittelbar Pate, denn einige Spieler kamen vom Männerturnverein in Duvenstedt, andere kamen aus Rahlstedt oder Bergedorf zum neuen Verein. Der Club errichtete seinen ersten Sportplatz auf dem Ohlstedter Platz gegenüber der Gastwirtschaft Ohge, die auch erstes Vereinslokal wurde.Alf Schreyer, Spuren der Vergangenheit in Wohldorf/Ohlstedt. In: 75 Jahre – DUWO 08 – 1908–1983, Festausgabe der DUWO-Post zum 75. Jubiläum 1983, Hamburg 1983, S. 11 ff. Von 1925 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Otto Wagner Vorsitzender des Vereins, dann wurde Eduard Krüger als neuer „Vereinsführer“ eingesetzt. Unter Wagners Ägide stieg der SVWO, der schon 1927 über je drei Herren- und Jugendmannschaften verfügte, 1933 in die A-Klasse auf, die fortan 2. Kreisklasse hieß. 1934 rückte die Mannschaft in die 1. Kreisklasse auf, welche nach der Gauliga und der Bezirksklasse die dritthöchste Spielklasse war. Diese wurde drei Jahre lang gehalten.HFV (Hg.): 100 Jahre Fußball in Hamburg, daselbst 1995, Tabellenanhang (keine Seitenzahlen) Auch die Handballerinnen, bereits 1926 wurden zwei Damen-Handball-Mannschaften aufgestellt, kamen bis 1928 in die zweithöchste Spielklasse und stiegen später sogar in die Gauliga auf, bevor sie Mitte der 1930er auseinanderfielen.
TSV DUWO 08 (seit 1946) Nach Kriegsende Ende September 1945 war der SV Wohldorf-Ohlstedt wieder aktiv. Ein großes Problem – neben den vielen Alltagsproblemen jener Zeit – war der fehlende Sportplatz. Ohges Weide war mit Notwohnungen für ausgebombte Hamburger bebaut worden, also nutzte man den Platz in Duvenstedt mit. Mit Waldemar Siggelkow und Max Kramp fand man auch zwei unbelastete Vorsitzende. In Duvenstedt schlossen sich bereits Anfang 1946 die Turner und die Sportler wieder zusammen, die reinliche Scheidung von 1924 war vergessen. Damit hatten die Duvenstedter Turner aber immer noch keine Turnhalle – die gab es in der Ohlstedter Schule am Walde – und die Ohlstedter Fußballer noch keinen eigenen Fußballplatz – über den nun wiederum die Duvenstedter verfügten und so schlossen sich noch 1946 die Vereine aus Duvenstedt und Wohldorf-Ohlstedt zum heutigen TSV DUWO 08 zusammen, wobei „DUWO“ für Duvenstedt-Wohldorf-Ohlstedt steht. Da aber „een Duv“ auf Plattdeutsch auch eine Taube ist, wurde der Vogel zum neuen Wappentier des neuen Vereins.
Auf Dauer reichte der Sportplatz in Duvenstedt aber nicht aus und so gelang es – nachdem es seit 1949 ein Ohlstedter Provisorium gab – 1956 an der Sthamerstraße in Ohlstedt eine neue Sportanlage mit zunächst einem und später zwei Fußballplätzen zu errichten. Auch an die Leichtathleten war dabei gedacht worden, denn der Aschenplatz bekam auch eine Laufbahn. Da es zunächst keine Umkleideräume am Platz gab, erreichte der Verein bei der Hamburger Hochbahn die Erlaubnis, einen der Durchgänge durch den Hochbahnwall kurz vor der Endhaltestelle Ohlstedt zuzumauern und als Umkleide zu nutzen, bis dann 1967 tatsächlich eine Umkleidehaus mit Sanitäranlagen direkt am Platz gebaut wurde.Bernhard Lingnau: Endlich ein Umkleidehaus. In: 75 Jahre – DUWO 08 – 1908–1983, Festausgabe der DUWO-Post zum 75. Jubiläum 1983, Hamburg 1983, S. 29 ff. Die in den 1960er Jahren gegründete Tennis-Abteilung baute direkt an den Fußballplätzen außer einem Dutzend Tennisplätzen 1972 auch ein neues Vereinsheim, nachdem das alte – hölzerne – 1971 ein Raub der Flammen geworden war.
Einige Spieler der zweiten Fußball-Mannschaft, die mit ihrem Reservistendasein unzufrieden waren, verließen 1969 den Verein und gründeten den Duvenstedter SV, so dass es seither wieder zwei Sportverein im äußersten Hamburger Norden gab, lange gab es eine spürbare Rivalität zwischen den beiden Clubs.Wissenswertes rund um den Traditionsverein. In: 100 Jahre TSV DUWO 08, Jubiläumsausgabe der DUWO-Post zum 100-jährigen Bestehen des TSV DUWO 08, Hamburg 2008, S. 6 ff.
Sportpark Der TSV DUWO 08 plant zum Jahr 2016 einen neuen Sportpark mit Kunstrasenplatz, umlaufenden Tartanbahnen sowie Weit- und Hochsprunganlagen.Sportpark Homepage
Sportarten Fußball Nachdem bereits die Wohldorf-Ohlstedter Fußballer Erfolge feiern konnten (s. o.), konnte ab 1947 auch der Fusionsverein DUWO 08 daran anschließen. In der fünften Spielklasse gestartet, stieg man gleich zweimal in Folge auf. Der Aufschwung der folgenden Jahre ist maßgeblich mit dem Namen Willi „Ille“ Sextro verbunden. Der ehemalige Spieler des SC Concordia war nicht nur seit 1948 mehrfach Trainer der ersten Mannschaft, sondern engagierte sich bis kurz vor seinem Tode Anfang der 1970er Jahre auch in anderen Funktionen, z. B. als Ligaobmann, im Verein.Günther Berner: Die erste Fußballliga. In: 100 Jahre TSV DUWO 08, Jubiläumsausgabe der DUWO-Post zum 100-jährigen Bestehen des TSV DUWO 08, Hamburg 2008, S. 36 f.
In der Spielzeit 1955/56 wurde die Mannschaft Meister der Hammonia-Staffel und stieg damit erstmals in die Amateurliga Hamburg auf, damals nach der Fußball-Oberliga Nord die zweithöchste Spielklasse. Zum ersten Spiel in der neuen Spielklasse kam der SC Victoria auf den frisch eingeweihten Platz an der Sthamerstraße und 2.000 Zuschauer wollten die Gäste von der Hohenluft sehen. Aber nach nur einem Jahr ging es wieder herunter in die Hammonia-Staffel.Liga 16 Jahre in der höchsten Hamburger Klasse!. In: 75 Jahre – DUWO 08 – 1908–1983, Festausgabe der DUWO-Post zum 75. Jubiläum 1983, Hamburg 1983, S. 53 ff.
Nachdem die Mannschaft 1964 die Verbandsligazugehörigkeit nur durch einen Entscheidungsspielsieg gegen den Walddörfer SV verteidigen konnte, folgte ein Jahr später der Abstieg in die Fünftklassigkeit. Der sofortige Wiederaufstieg gelang, ehe DUWO 1968 passend zum 60. Vereinsjubiläum ins Hamburger Oberhaus zurückkehrte. Diesmal hielten sich die Ohlstedter in der nun Landesliga genannten Klasse. Am Ende blieb man 15 Jahre in der höchsten Hamburger Spielklasse. Am erfolgreichsten schnitt die Mannschaft in der Spielzeit 1970/71 ab. Bereits im Eröffnungsspiel des neuen Stadions, das heute Heinrich-Kruse-Stadion heißt, konnte die Mannschaft den damaligen Regionalligisten Phönix Lübeck mit 2:1 besiegen. Lange wurde um die Meisterschaft und damit die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur Regionalliga mitgespielt, am Ende reichte es zu Platz drei hinter dem VfL Pinneberg und der SpVgg Blankenese, was die Qualifikation für die deutsche Amateurmeisterschaft bedeutete. In der ersten Runde ging es gegen den südbadischen Vertreter FC Gottmadingen. Am Bodensee erreichten die Hamburger ein 1:1 und damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Ohlstedt. 2.500 Zuschauer, bis heute Zuschauerrekord für ein Pflichtspiel an der Sthamerstraße, hofften auf den Sieg, der den Einzug in das Viertelfinale gegen die Sportfreunde Saarbrücken bedeutet hätte. Nach 90 Minuten hieß es 2:2, in der Verlängerung passierte nichts mehr. Da es noch keine Auswärtstorregel gab, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Zwar konnte DUWOs Torwart zwei Elfmeter parieren, da der Gottmadinger Keeper aber gleich dreimal das Duell gegen den Ohlstedter Schützen gewann, hieß es am Ende 4:5 im Elfmeterschießen und der Traum von weiteren Fahrten durch die Republik war ausgeträumt.
Trotz der Enttäuschung hatte sich der TSV DUWO 08 aber als feste Größe in der höchsten Hamburger Spielklasse etabliert. Viele Spieler des Vereins wurden in die Hamburger Auswahl berufen. Bernd Lorenz brachte es ab 1967 sogar zu elf Spielen in der Amateurnationalmannschaft. Er wechselte bereits 1970 in die Fußball-Bundesliga zu Werder Bremen. Lediglich in der Spielzeit 1977/78 waren die Ohlstedter in Abstiegsgefahr. Gegen die SpVgg Blankenese musste ein Entscheidungsspiel absolviert werden. Mit 6:1 wurden die Blankeneser zurück in die Elbvororte geschickt. Ob es daran lag, dass man schon vorher in Feierlaune war? Das Los hatte ein Heimspiel beschert und der Terminplan dazu geführt, dass man im Rahmen der Festlichkeiten um 70. Vereinsjubiläum spielen konnte. Nachdem zweimal das Jubiläumsjahr Glück gebracht hatte (Aufstieg 1968 und Klassenerhalt 1978) stiegen DUWOs Fußballer ausgerechnet im Jahr des 75-jährigen Bestehens in die Landesliga ab.
Nach dem sofortigen Wiederaufstieg musste DUWO 1986 die Hamburger Eliteliga wieder verlassen und stürzte 1989 in die Bezirksliga ab. Mit Hilfe spendabler Mäzene gelang 1996 die Rückkehr in die Landesliga. Als einige der Sponsoren ihre Zahlungen einstellten musste der Verein zwei Jahre später den freiwilligen Rückzug in die Kreisklasse antreten. Zwischenzeitlich gelang 2006 die überraschende Rückkehr in die Landesliga. Nach zweimaligem Abstieg spielt DUWO seit 2008, wieder ein Abstieg in einem Jubiläumsjahr, in der Kreisliga. Erst sieben Jahre später gelang – im Schatten der inzwischen deutlich erfolgreicheren Damen – zumindest die Rückkehr in die Bezirksliga.„Aufstiegsrunde zur Bezirksliga: Fragezeichen nach Abbruch“, auf: www.sportnord.de, abgerufen am 8. Juni 2015.
Die Frauenmannschaft von DUWO spielte seit 2007 in der Verbandsliga Hamburg, der höchsten Hamburger Spielklasse.Frauen- und Mädchenfußball im TSV DUWO 08. In: 100 Jahre TSV DUWO 08, Jubiläumsausgabe der DUWO-Post zum 100-jährigen Bestehen des TSV DUWO 08, Hamburg 2008, S. 39 f. Dort wurde die Mannschaft im Jahre 2015 Vizemeister hinter dem TSC Wellingsbüttel. Da der Meister sich nicht für die Regionalliga bewarb und aus Schleswig-Holstein ebenfalls keine Mannschaft aufsteigen wollte, stiegen die Duwo-Frauen in die Regionalliga auf. Als abgeschlagener Tabellenletzter folgte der direkte Wiederabstieg.