Deauville [] ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Calvados in der Region Normandie. Es ist ein bekanntes Seebad mit einem bedeutenden Yachthafen. Dieser, die Pferderennbahn, die prächtigen Villen und Hotels, das Casino sowie der breite Sandstrand und seine Promenade tragen dazu bei, dass Deauville als einer der elegantesten normannischen Badeorte angesehen wird.

Bedeutendes Bauwerk ist die Kirche St. Laurent mit mittelalterlichem Hagioskop, einer sogenannten Lepraspalte.

Deauville war beliebtes Motiv der Impressionisten. Eine Gruppe von Vorimpressionisten traf sich regelmäßig im nahen Honfleur. Eine ihrer Leitfiguren, Eugène Boudin, starb 1898 in Deauville.

Geografie Geografische Lage Deauville liegt im Zentrum der Normandie, in jeweils gleicher Entfernung zwischen den drei regionalen Metropolen Caen, Rouen und Le Havre. Das Seebad befindet sich am linken Ufer der Mündung der Touques in den Ärmelkanal, gegenüber von Trouville-sur-Mer. Die Küste um Deauville und Cabourg trägt den Namen Côte Fleurie (Blumenküste) und öffnet sich zu Pays d’Auge. Das ursprüngliche Siedlungszentrum liegt auf dem Mont-Canisy, einem Hang über dem Meer.

Geologie Das flache Flussufer war früher sehr morastig. Im Winter der Jahre 1874/1875 wurde diese Uferzone durch ein großes Unwetter komplett verändert und um rund 400 Meter erweitert. Das auf diese Weise entstandene und nun trockenliegende Land wird heute in erster Linie von Freizeiteinrichtungen genutzt, die sich dort inmitten einer natürlichen Grünumgebung ansiedelten.

Nachbargemeinden Deauville liegt zwischen Trouville-sur-Mer auf der anderen Seite des Touques, Saint Arnoult im Landesinneren und Blonville-sur-Mer westlich.

Bevölkerung Deauville hat knapp über 4500 Einwohner, die sich auf einer Fläche von 357 Hektar verteilen. Durch den Tourismus wächst die Population an den Wochenenden und in den Schulferien auf das bis zu Zehnfache.

Geschichte mini|Eugène Boudin: Badezeit in Deauville Dosville war ein kleines Bauerndorf. Auf einem Hügel rund um die Kirche Saint-Laurent lebten die knapp hundert Einwohner vornehmlich von Landwirtschaft und Viehzucht. In den Sümpfen und Dünen am Fuße des Mont-Canisy, auf denen später das Seebad errichtet wurde, weideten Rinder und Schafe.

Im Jahr 1859 verkaufte der Bürgermeister Jean Louis Auguste Brunet die Sümpfe an den Herzog Charles de Morny, ein Halbbruder Napoléons III., der damit begann, auf dieser Ebene aus Sand und Sumpf „ein Königreich der Eleganz“ in der Nähe von Paris zu errichten. Morny erschuf in vier Jahren eine neue Stadt, ab 1860 Deauville genannt,La Mairie – Histoire Deauville.fr, abgerufen am 13. August 2017.Le Coteau Deauville.fr, abgerufen am 13. August 2017. die bald durch ihre Villen im neonormannischen Stil, durch die Pferderennbahn und die Eisenbahnanbindung an Paris aristokratische Gäste aus Frankreich und der ganzen Welt anzog. Der nachhaltige Aufschwung der Seebäder an der Côte Fleurie wurde in den 1860ern eingeleitet, als Napoléon III. sich des Öfteren hier aufhielt.

1911 wurde das Casino errichtet und mit dem Bau von Luxushotels die Entwicklung von Deauville weiter vorangetrieben. In den Folgejahren waren namhafte Künstler, Politiker und Geschäftsleute als regelmäßige Besucher der Stadt auszumachen: Josephine Baker, Maurice Chevalier, Sacha Guitry, Tristan Bernerd, Gustave Flaubert, André Citroën und Coco Chanel, Eugène Boudin, Raoul Dufy, Camille Saint-Saëns, Yves Saint Laurent bis hin zu Arthur Rubinstein, sie alle gingen die 643 Meter lange Promenade von Deauville auf und ab.

In den 1960er Jahren öffnete sich Deauville dem Ferientourismus. Angetrieben von Michel d’Ornano, dem Bürgermeister, und Lucien Barrière, Besitzer des Casinos und der Luxushotels, wurde Deauville zu einem internationalen Urlaubsziel ausgebaut. Das Seebad kombinierte damals sein Image als eleganter Ort mit dem Status einer modernen, gut ausgerüsteten Stadt, die sich auch neuen Technologien und dem Business-Reiseverkehr zuwendet.

Am 26. und 27. Mai 2011 fand in Deauville unter französischer Präsidentschaft der 36. G8-Gipfel statt. mini|Der Strand von Deauville mini|Bahnhof von Trouville-Deauville mini|Lage der Häfen

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016Einwohner 5051 5232 5664 4682 4261 4364 3973 3678 Quellen: Cassini und INSEE

Wirtschaft und Infrastruktur 90 % der Wirtschaft von Deauville profitiert vom Tourismus. Das Kur- und Seebad Deauville bietet eine umfassende Fremdenverkehrs- und Freizeitinfrastruktur. Dazu zählen rund 2000 Zimmer in einem Umkreis von zwei Kilometern. Geboten werden Ferienwohnungen mit Hotelservice, Zimmer in alten Villen, Sterne-Luxushotels und Niederlassungen großer Hotelketten. Auf den Speisekarten der 40 Restaurants der Stadt stehen neben traditionellen Gerichten der normannischen Küche und Meeresspezialitäten auch internationale Spezialitäten.

Verkehr Bahnhof Der Bahnhof von Trouville-Deauville ist ein Kopfbahnhof. Das heutige Empfangsgebäude stammt von dem Architekten Jean Phillipot und wurde 1931 in Betrieb genommen. Es ersetzte eine Anlage, die 1863 durch den Herzog von Morny errichtet wurde, jedoch in den 1920er und 1930er Jahren nicht mehr den Anforderungen entsprach. Das neue Empfangsgebäude umschließt Gleise und Bahnsteige von drei Seiten.

Deauville ist über Lisieux mit Paris (Bahnhof Saint-Lazare) verbunden. Eine Nebenbahn führt entlang der Küste weiter nach Dives-Cabourg.

Häfen Deauville hat zwei Häfen mit insgesamt rund 1250 Liegeplätzen.

Zwischen 1860 und 1866 wurde das „Gezeitenbassin“ erbaut. Zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des Ersten Weltkrieges entwickelte sich der Hafen sowohl zum Wirtschaftshafen als auch zum Hafen für Freizeitboote und -yachten weiter. Schließlich erforderte das ansteigende Aufkommen an Booten und Schiffen die Entwicklung und den Neubau weiterer Hafenanlagen. Hierzu wurde der äußere Hafen der Stadt geschlossen und im Jahre 1930 deutlich vergrößert wiedereröffnet.

Flughafen Der Flughafen Deauville mit 2550 Metern Piste ist für den Verkehr fast aller Flugzeuge auf Linien- oder Charterflügen eingerichtet.

Autobahn Deauville ist über die Autobahnen A132 und A13 mit Paris und der Regionalhauptstadt Caen verbunden. Die Fahrzeit nach Paris beträgt etwa 2 Stunden.

Freizeit Neben dem Casino und den Pferderennbahnen bietet Deauville vier Golfplätze in einem Umkreis von 10 km, ein Reiterzentrum, Wassersportzentrum, Tennisplätze, Segelschule, Kinder- und Jugendclubs, Freizeitpark. Zahlreiche Boutiquen mit den wichtigsten Aushängeschildern großer Marken (Hermès, Vuitton…) sowie eine kleine Filiale des Pariser Luxuskaufhauses Printemps laden zum Einkaufen. Der lange Sandstrand, gesäumt von der berühmten Promenade Les Planches lockt mit einem Angebot an bunten Sonnenschirmen und Liegestühlen.

Casino mini|Das Casino von Deauville Das Casino von Deauville ist das viertgrößte Frankreichs, mit 320 Glücksspielautomaten und der ganzen Palette an Tischspielen.

Das Casino öffnete 1864 seine Pforten, wurde jedoch 1895 stark zerstört. Die Ruine wurde 1912 durch einen Neubau von Georges Wybo ersetzt, welcher seine Inspiration von Bauwerken des 18. Jahrhunderts nahm, beispielsweise vom Petit Trianon, dem Opernhaus des Schlosses von Versailles, oder auch von den vielen kleinen Theatern entlang der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

Die Casino-Architektur aus dem Zeitalter nach Ludwig XVI. (nach der französischen Revolution) wurde mehrfach verändert, um sich wechselnden Geschmäckern anzupassen. So wurde etwa die Fassade der Vorderseite (am Boulevard Cornuché) um 6 Meter nach vorn versetzt, wodurch zwei große Galerien an der Seeseite entstanden.

Das Casino von Deauville ist eines der bedeutendsten Casinos in Europa und das drittwichtigste Frankreichs. In dem Casino finden regelmäßig große Veranstaltungen, Poker- und Bridgeturniere des Europa- und Weltcups etc. statt. Des Weiteren gehören auch ein Kino und ein Nachtclub zum Casino.

Im Casino von Deauville wurde 1989 das Snookerturnier European Open 1989 ausgetragen.

Pferderennbahnen Mit den zwei Pferderennbahnen Hippodrome de la Touques und Clairefontaine bietet Deauville sieben Monate im Jahr dem Pferdesport ein internationales Schaufenster. Im Juni eröffnet das Jump'in Deauville die Reitsaison, das die weltweit besten Reiter etlicher teilnehmender Nationen anzieht. Bei den zeitgleichen Auktionen der Jährlinge wechseln prämierte Pferde der ganzen Welt die Besitzer.

Jeden August kommen seit 107 Jahren die besten Polospieler der Welt, um am Coupe d’or teilzunehmen. 15 Tage im Oktober werden Pferde sowie der Reitsport im Calvados mit den Equi’days à Deauville gefeiert. Die erfolgreichsten Gestüte der Region öffnen den Besuchern die Tür, während Deauville spezielle Pferderennen und Auktionen organisiert. Jährlich zu dieser Zeit findet der traditionelle Wettkampf der schönsten alter Zeit entstammenden Pferdegespanne statt, zu dem Teams der ganzen Welt anreisen.

Hippodrome de la Touques Die größere der beiden Pferderennbahnen ließ 1864 Herzog von Morny, ein Pferdenarr errichten. Sie erstreckt sich über mehr als 75 Hektar, davon 20 Hektar reine Rennbahn.

Es existieren drei Rundkurse in Form des klassischen Ovals und drei große, zentral gelegene Polofelder, auf denen während der Saison die internationale Weltspitze spielt. Das Interieur schließt auch große Zuschauertribünen ein, von denen die erste aus Holz schon beim Bau im Jahre 1864 nach dem Vorbild Fontainebleaus errichtet wurde.

Die Pferderennbahn de la Touques wurde 1864 eingeweiht. Die nach dem Vorbild von Longchamp 1950 errichtete gegenwärtige Tribüne wurde vom Architekten Lefranc entworfen. In einem 1880 erbauten Haus in normannischem Stil, dem Pavillon des balances (dt. Pavillon der Waagen), werden die Jockeys vor und nach dem Rennen gewogen. 1994 wurde das Hippodrom dank der Bereitstellung finanzieller Mittel örtlicher Verbände einer „Verjüngungskur“ unterzogen, bei der Pferderennbahn, Tribünen und Restaurant saniert wurden.

Der Veranstaltungskalender 2007 verband 47 auf 7 Monate verteilte Treffen; damit stand dieses Hippodrom an erster Stelle der französischen Pferderennbahnen.

Daten der Rennbahn: Fläche: 75 Hektar, davon 20 Hektar Rennbahn Rennbahnen: ein inneres 1900 Meter langes Oval mit einer Geraden der Länge 800 Meter; ein mittleres auf Rasen (2000 m); ein äußeres (2100 m) Länge der Ziellinie: 450 Meter Breite: 25 – 30 Meter Innenradius: 210 Meter Besucherplätze: 10.000, davon 2000 auf der Tribüne Parkplätze: 2000

Rennbahn Clairefontaine Als einzige drei-disziplinarische Pferderennbahn der normannischen Küste empfängt die Rennbahn von Deauville-Clairefontaine die Wettbewerber im Traben, Hindernislauf und Springreiten. Wettbewerbe von großer internationaler Bedeutung sind in jedem Jahr «Das große Hindernislaufen von Deauville», «Das große Springreiten» und «Der große Preis von Clairefontaine», welche auf der Rennbahn ausgetragen werden. Die Rennbahn befindet sich zwischen den Gemeinden Bénerville und Tourgéville, rund 2 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Angesichts der stetig wachsenden Bedeutung der Pferderennen auf dem Hippodrome de la Touques zeigte sich sehr schnell die Dringlichkeit in den Pays d’Auge eine Pferderennen für Springreiten zu errichten, um die Saison zu verlängern. Die Gesellschaft für Pferderennen von Pont-l’Evêque errichtete 1875 die Pferderennbahn von Croix Brisée in Pont-l’Évêque. Doch lag diese Rennbahn zu weit hinter Deauville und im Jahre 1924 wurde der Rennbetrieb auf dieser Anlage eingestellt. Im selben Jahr kaufte die Stadt Deauville das Gebiet Clairefontaine in Tourgéville und errichtete dort Tribünen, Boxen und Zimmer für die Pfleger. Die Pferderennbahn der Gemeinde war geboren: „Das kleine Clairefontaine“. Sie wurde offiziell am 8. August 1928 vom Landwirtschaftsminister eröffnet.