Zeyern ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktrodach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Pfarrdorf Zeyern liegt an der Rodach und an der Zeyern, die innerorts linksseitig in die Rodach mündet. Im Westen grenzt das Naturschutzgebiet und Geotop Rabensteiner Höhe mit Zeyerner Wand an. Die B 173 tangiert den Ort westlich. Sie führt nach Oberrodach (2,3 km südwestlich) bzw. nach Hammer bei Wallenfels (3,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Oberrodach zur B 173 (1,5 km südwestlich) und nach Remschlitz (1,3 km nordwestlich). Anliegerwege verbinden mit der Wöhrleinschneidmühle (1 km südwestlich) und der Zigeunerschneidmühle (0,8 km nordöstlich).

Zeyern liegt am Frankenweg, einem etwa 520 Kilometer langen Fernwanderweg in Bayern, der im Jahr 2004 eröffnet wurde.

Geschichte Zeyern wurde urkundlich erstmals indirekt im Jahr 1260 mit „Friedrich von Zeyern“ genannt. Dieser war wohl ein Dienstmann der Grafen von Andechs und Zeuge im Friedensvertrag nach einem zwölf Jahre dauernden Krieg zwischen dem Bischof von Bamberg und den Grafen von Orlamünde. Ein Sitz der Herren von Zeyern in dem Ort wurde 1513 erwähnt. Das Geschlecht starb 1610 mit Christoph von Zeyern zu Friesen aus. Zeyern gehörte zum Hochstift Bamberg. Im Oktober 1553 ließ Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach im Verlauf des Zweiten Markgrafenkriegs den Ort niederbrennen.Pfarrei-zeyern.de: St. Leonhard Zeyern, Geschichte. Während des Dreißigjährigen Kriegs zerstörten protestantische Truppen am 19. Mai 1632 Zeyern durch einen Brand.

Zeyern bildete mit der Buchschneidmühle, Friedersdorfer Mühle, Neuschneidmühle, Rabensteinerschneidmühle, Wöhrleinschneidmühle und Zigeunerschneidmühle eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 75 Anwesen. Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Kronach inne. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach inne. Grundherren waren das Kastenamt Kronach (62 Anwesen: 28 Güter, 4 zerschlagene Güter, 5 Tropfsölden, 21 Tropfhäuser, 1 halbes Tropfhaus, 3 Schneidmühlen), der Lehenhof Bamberg (8 Anwesen: 5 Häuser, 3 Schneidmühlen), die Fleischmännischen Lehen (1 Mahlmühle), das Seniorat von Redwitz (1 Sölde, 2 halbe Sölden, 1 Schneidmühle). Außerdem gab es noch eine Pfarrkirche, einen Pfarrhof mit Pfarrgut, ein Schulhaus und eine Gemeindeschmiede mit Haus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 521f. Hier werden unter Einberechnung der kirchlichen und kommunalen Gebäude 79 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Zeyern ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Zeyern gebildet, zu dem Buchschneidmühle, Friedersdorfer Mühle, Großvichtach, Kleinvichtach, Kreuzmühle, Neuschneidmühle, Oberrodach, Oberrodacher Mühle, Rabensteinerschneidmühle, Wöhrleinschneidmühle und Zigeunerschneidmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Zeyern, zu der Buchschneidmühle, Friedersdorfer Mühle, Neuschneidmühle, Rabensteinerschneidmühle, Wöhrleinschneidmühle und Zigeunerschneidmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1836 zum Patrimonialgericht Unterrodach. Ab 1862 gehörte Zeyern zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt. Um 1900 wurde auf dem Gemeindegebiet Wallenfels Bahnhof gegründet.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 604f. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,480 km².

Am 1. Mai 1978 wurde Zeyern im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Marktrodach eingegliedert.

Baudenkmäler Katholische Pfarrkirche St. Leonhard Ehemaliges Forsthaus Kraus-Mühle Gasthaus zum Goldenen Löwen Wohnhäuser Wegkapellen und Bildstöcke

Einwohnerentwicklung Gemeinde Zeyern Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 496 493 471 522 499 490 507 509 475 496 434 444 470 481 508 466 449 470 671 680 704 669 693HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 85 84 86 88 90 101 128 Quelle

Ort Zeyern Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005Einwohner 460 454 490 475 414 427 664 645 683 672 627Häuser 70 85 84 81 84 96 123 196 Quelle

Wappen Blasonierung: „In Silber zwei schräg gekreuzte, rot bewehrte schwarze Bärentatzen, dahinter ein aufrechter blauer Floßhaken mit goldenem Schaft.“Urkundenrolle des Staatsministeriums des Inneren vom 16. Dezember 1929 Nr. 3008 e 58

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach St. Leonhard (Zeyern) gepfarrt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 521.

Vereine CSU-Ortsverein Zeyern Frankenwaldverein Zeyern Freiwillige Feuerwehr Zeyern Jagdgenossenschaft Zeyern Musikverein 1853 Zeyern e. V.

Söhne und Töchter Paul Müller (1892–1963), Politiker (NSDAP) und Tierarzt

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Marktrodach) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1260 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)