mini|Das Gleichnis vom Schatz im Acker von Rembrandt (um 1630) Das von Jesus von Nazaret erzählte Gleichnis Schatz im Acker wird in den Evangelien im Neuen Testament der Bibel einzig durch das Evangelium nach Matthäus überliefert und gehört somit zum Matthäischen Sondergut. Eine Variante dieses Gleichnisses ist auch im nichtkanonischen Thomasevangelium in Logion 109 zu finden.
Inhalt Der Inhalt wird in der Einheitsübersetzung folgendermaßen wiedergegeben:
Eine Parallelstelle gibt es in den übrigen kanonischen Evangelien nicht, aber eine ähnliche Fassung findet sich im Thomasevangelium, Logion 109:
Dem Gleichnis schließt sich direkt das Gleichnis von der kostbaren Perle an und ähnelt diesem in Aufbau und Aussage.
Auslegung
Allegorische Deutungsansätze Die allegorische Auslegungspraxis wird vor allem in Brüdergemeinden und anderen bibeltreuen Gemeinschaften gepflegt. Hier geht man davon aus, dass Jesus selbst der beschriebene Mensch sei. Bei dem Schatz handelt es sich um die neutestamentlich Gläubigen.Dirk Schürmann, Stephan Isenberg: Der vergessene Reichtum - Das Geheimnis Gottes in den Epochen seines Handelns. Daniel, Retzow 2009, S. 49. Andere Ausleger deuten den Schatz auf das Volk Israel.William McDonald: Kommentar zum Neuen Testament. CLV, Bielefeld 1997, S. 90
Deutung auf das Reich Gottes hin Eine weitere Interpretation, so z. B. von Georg Singe vertreten, geht davon aus, dass der Schatz im Acker ein Bild für das Reich Gottes abgibt und das Gleichnis einen Weg zu Gott aufzeigt. Der Mensch, der den Schatz gefunden hat, muss zunächst alles verkaufen was er hat, um in Besitz des Ackers und des darin verborgenen Schatzes zu gelangen. Danach gehört ihm der SchatzGeorg Singe: Theologische Grundlagen für eine postmoderne Soziale Arbeit. Münster 2006, S. 68ff.
Nach Dietrich Bonhoeffer müsse man, um Christ zu sein, mit voller Hingabe Christ sein. Dieses Gleichnis sei das erste Merkmal der „teuren Gnade“, das Bonhoeffer anführt und von der „billigen Gnade“ unterscheidet.
Neuere Deutungen Klaus Berger deutet das Gleichnis von der Aussage „und verkaufte alles was er besitze“. Er kommt zu der Auslegung, dass zum frühesten Christentum ein „Befreiungsschlag“ gehörte, der den Abschied von Besitz und Familie bedeutete.Klaus Berger: Kommentar zum Neuen Testament. 2. Auflage, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2012, ISBN 978-3-579-08129-8, S. 76f.
Literatur Heinrich Kahlefeld: Gleichnisse und Lehrstücke, Knecht, Frankfurt am Main 1963, S. 171–176,192. Gerhard Lohfink: Die vierzig Gleichnisse Jesu, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2020, ISBN 978-3-451-38670-1, S. 65–73.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gleichnisse Jesu Kategorie:Matthäusevangelium