miniatur|St. Agathe in Schopfheim-Fahrnau St. Agathe in Schopfheim ist eine ehemalige evangelische Kirche im Stadtteil Fahrnau.

Geschichte Die erste schriftlich gesicherte Erwähnung einer Kirche in Fahrnau (Ecclesia Varnovva) erfolgte im Jahr 1143.Wirtembergisches Urkundenbuch, 1849 ff, Band 2, S. 172 Das 1344 zunächst als Liebfrauenkirche (zu Varnowe ze unserre Frowun) genannte Gotteshaus wurde bereits 1501 als Agathenkirche bezeichnet (sant Agten gotzhus zu Farnow). Nachdem diese zwischen 1360 und 1370 Filialkirche Schopfheims war, wurde sie 1470 als Pfarrkirche bezeichnet. Über das Äußere dieser Kirche ist nichts bekannt.

Die ältesten Teile der heute erhaltenen Kirche werden aus der Zeit um 1480 vermutet.Wolfgang Bechtold (Hrsg.), Annemarie Heimann-Schwarzweber: Topographie der historischen Sehenswürdigkeiten. In: Der Kreis Lörrach, 1971, S. 97 Nach Einführung der Reformation im Markgräflerland 1556 wurde St. Agathe wieder zur Filialkirche. In den Jahren 1722 bis 1723 erfuhr das Gebäude eine Erweiterung und Renovierung, an die eine Gedenktafel an der Ostwand im Inneren erinnert. In den Jahren 1847 bis 1848 kam es zu weiteren Renovierungsarbeiten.Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, S. 327 (09.3)

Nachdem 1911 Fahrnau wieder zur eigenständigen Pfarrei erhoben worden war, plante man ab 1913, die Kirche zu vergrößern. Durch die beiden Weltkriege verzögert, kam es nie zur Umsetzung der Pläne und nach Ende des Zweiten Weltkrieges sprach man sich für einen Neubau aus, der schließlich Anfang der 1960er Jahre mit der Matthäuskirche ausgeführt wurde. Seit deren Fertigstellung 1964 diente St. Agathe nicht mehr für Gottesdienste, aber seit 2006 kann hier wieder kirchlich geheiratet werden. Das Haus ist heute ein kulturelles Zentrum des Stadtteils Fahrnau und wird für Konzerte genutzt.

Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung 1997–2000 fand man 1998 in der Südwestecke des Kirchenraumes zwei Fragmente von Wandbildern in Kalk-Secco-Malerei deren Entstehung in die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts datiert wurde. Die Fragmente weisen vom Stil her eine Verwandtschaft zu den Wandmalereien in der Peterskirche von Blansingen aus. An der Südwand fand man zudem Fragmente einfacher Wandbilder die aus dem 13./14. Jahrhundert stammen könnten. Aus konservatorischen Gründen wurden die Wandbilder mit Glasflies wieder bedeckt.Siehe Zimdars. 2017/2018 erfolgte eine Außensanierung des Baus.

Zum Erhalt und zur Nutzung von St. Agathe gründeten 1979 die Stadt Schopfheim und die Evangelische Kirchengemeinde Fahrnau ein Kuratorium für die Zukunft der "alten" Kirche.Siehe Sänder S. V. 2000 wurde der Verein Freunde von St. Agathe gegründet, der dann 2021 aufgelöst und 2024 durch einen Beirat der Stadt Schopfheim und der Evangelischen Kirchengemeinde Fahrnau ersetzt wurde.

Beschreibung Die Kirche St. Agathe besteht aus einem mit rechteckigem Satteldach bedeckten Saalbau, der an seiner Ostseite einen Dachreiter trägt. An der Nord- und Südseite befindet sich je ein Zifferblatt der Turmuhr. Im oberen Teil sind zu allen Seiten dreifach gegliederte, rechteckige Schallöffnungen. Das Pyramidendach ist im unteren Drittel leicht eingeknickt. Im Inneren erinnern zwei Epitaphe an den Stabhalter Tobias Fluri (5. März 1745) und seine Frau Anna Fluri, geborene Blankenhorn (5. November 1746), sowie an Maria Salome Beyer (September 1720), die Tochter des Pfarrers Johann Jacob Beyer.

Bis 1963 hatte das Gotteshaus zwei Glocken (d″ und e″). Die 1949 vom Bochumer Verein gegossenen Stahlglocken wurden an eine Diasporagemeinde in Österreich verschenkt. Eine Hammond-Orgel mit zwei Manualen und einem Pedal stand von 1957 bis 1964 im Gotteshaus. Sie wurde zur Matthäuskirche überführt.Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, S. 328

Literatur Johannes Helm: Kirchen- und Kapellen im Markgräflerland, Müllheim/Baden 1989, ISBN 3-921709-16-4, S. 327–328. Klaus Schubring: Die St. Agathenkirche in Fahrnau. In: Jahrbuch Schopfheim 1985, S. 34–43 Dagmar Zimdars, Peter Schmidt-Thomé: Unter der Lupe: St. Agathe in Fahrnau. In: Das Markgräflerland, Jg. 2000, Bd. 2, S. 16–25 UB Freiburg Dagmar Zimdars: Agathenkirche in Fahrnau, Stadt Schopfheim, Kreis Lörrach. In: Piero della Francesca im Markgräfler Land. Über den Umgang mit Wandmalerei. „Denkmalpflege ist zeitgebunden wie alle anderen Äußerungen der Kultur“. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg – Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege, 2000, S. 200–203 PDF Emil Faller: Die Sankt Agathenkirche zu Fahrnau. In: Ein Lichtgang durch die Vergangenheit des Dorfes Fahrnau. Uehlin, Fahrnau 1957, S. 47–49Hier wird noch die Auffassung vertreten, dass St. Agathen die alte Kirche ist und nicht die untergegangene in Ehner-Fahrnau.

Weblinks

Eintrag Ehem. ev. Kirche St. Agathe in der Datenbank Bauforschung/Restaurierung des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg Neue „Kümmerer“ für St. Agathe auf der Website der Stadt Schopfheim. Jana Sänger: Findbuch 044. Fahrnau, Kirchenbezirk Markgräflerland, Laufzeit von 1761 – 2023 (LkA KA, 044. Fahrnau), PDF des Landeskirchlichen Archivs Karlsruhe

Einzelnachweise

Agathenkirche Fahrnau Schopfheim, St. Agathe Schopfheim, Agathenkirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kulturdenkmal in Schopfheim