mini|Der Grieshof – einer der Urhöfe der Gemeinde Strengen; Blickrichtung Südost. Im Hintergrund li. Giggler Spitze, re. Gamsbergkopf

Strengen ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Landeck im Bundesland Tirol (Österreich). Sie liegt im Gerichtsbezirk Landeck.

Geographie Die Gemeinde Strengen liegt im Stanzertal an der Rosanna. Im östlichsten Punkt der Gemeinde mündet die Trisanna in die Rosanna, gemeinsam münden sie als Sanna in den Inn. Dieser tiefste Punkt der Gemeinde liegt 900 Meter über dem Meer. Nach Süden steigt das Gebiet in der Verwallgruppe auf 2500 Meter an, wobei die höchsten Gipfel der Kleingfallkopf (2440 m), die Pezinerspitze (2550 m) und das Niederjöchl (2316 m) sind. Im Norden wird die Gemeinde von der Parseiergruppe der Lechtaler Alpen begrenzt. Hier sind die höchsten Erhebungen die Feuerköpfe (2827 m), der Dawinspitz, auch Dawinkopf genannt (2970 m), die Eisenspitze (2859 m) und der Südliche Schwarze Kopf (2947 m). Weder die Dawinspitze noch die Eisenspitze befinden sich auf dem Gemeindegebiet von Strengen. Die Eisenspitze liegt auf dem Gemeindegebiet von Flirsch, die Dawinspitze (Dawinkopf) auf dem Gemeindegebiet von Grins.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 23 Quadratkilometer. Davon sind 54 Prozent bewaldet, zwölf Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 21 Prozent sind Almen.

Gemeindegliederung Strengen besteht nur aus dem gleichnamigen Ort Strengen. Daneben liegen folgende Siedlungen auf dem Gemeindegebiet (West nach Ost): Riefen, Egg, Unterverill, Verill, Kramategg, Obermühl, Obweg, Unterweg, Balzerlen, Grieshof, Bühele, Brunnen, Unterbrunnen, Weiher, Hof, Lorett, Klaus, Dorf, Bahnhof und die Steigsiedlung. Nachbargemeinden

Geschichte Strengen liegt zwischen Landeck und dem Arlberg, an einer alten Römerstraße. Das Ortsbild in seiner Mischung aus romanisch geprägten Mauerhäusern und bajuwarischen Holzhäusern ist noch recht gut erhalten. Die Gemeinde hieß bis in Neuzeit Rall (wie Rall im Trentino), gemeinsam mit Flirsch Rallsberg. Der Name Rall ist rätoromanischen Ursprungs: Das Toponym basiert auf dem vorromanischen bzw. lateinischen Wort *ōru (was „Rand“, „Saum“ oder „Grenze“ bedeutet; vgl. das heutige bündnerromanische Wort ur); daraus bildete sich eine Zugehörigkeitsform *ūrále, die einen Ort beschreibt, der an einem solchen Rand oder einer Geländekante liegt.Anreiter, P. (2021): Die Vortonvokale in Tiroler Toponymen. Österreichische Namenforschung 49: 12 https://www.praesens.at/praesens2013/wp-content/uploads/daten/LESEPROBE_10281495_49(2021).pdf Erst später wurde die Gemeinde auch „Strengen am Rallsberg“ genannt. Mit dem Bau der Arlbergbahn fiel die Bezeichnung Rallsberg weg. Die Gemeinde heißt seitdem Strengen am Arlberg. Nach Karl Finsterwalder existierte 1336 ein gewisser Jakob der Streng, auf dessen Vorfahren der heutige Ortsname Strengen zurückzuführen sein könnte. In Peter Anichs Atlas Tyrolensis von 1774 wird der Ort als Gstreng erwähnt, wodurch etymologisch auch ein vorrömischer oder romanischer Ursprung dieses heutigen Flurnamens denkbar wäre (etwa castrin, von castrum für römisches Militärlager). Die Urhöfe bzw. Weiler waren: Außer- und Innergrießhof (1754: 7 Häuser); Balzerlen, Blahen, Blasgen und Brunnen (1754: 19 Häuser, 1837: 8 Häuser); Bühele, Dichten und Egg (1754: 3 Häuser); Hof (1754: 18 Häuser); Klaus und Loch (1754: 5 Häuser); Loret (1754: 1, 1837: 3 Häuser); Obermühl und Obweg (1754: 4 Häuser); Unterweg (1754: 17 Häuser); Perflör (1754: 3 Häuser); Riefen (1754: 14, 1837: 9 Häuser); und Verill (1754: 7, 1837: 7 Häuser). Der Hauptort Strengen selbst zählte 1754 acht Häuser, 1837 bereits bis zu 145 Häuser.Historisches Ortslexikon Tirol. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte (2014)

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Strengen

Katholische Pfarrkirche Strengen hl. Martin Wallfahrtskapelle Strengen Maria Hilf Gedeckte Holzbrücke über die Rosanna von 1764, mit 18 m Spannweite. Eine Besonderheit im Stanzertal waren mehrere der letzten „Schellenschmieden“ Tirols, wo in Handarbeit Kuhglocken geformt wurden. Ihr Klang soll sich von maschinell erzeugten unterscheiden. Die beide letzten Betriebe im Ort haben vor einigen Jahren den Betrieb eingestellt. Der heute nunmehr einzige aktive Schellenschmiedemeister Österreichs arbeitet in Pettneu am Arlberg. schellenschmied.at, abgerufen am 1. September 2019. – Bildbericht über das Wirken der letzten in Österreich betriebenen, alten Schellenschmiede in Pettneu am Arlberg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren Von den 79 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 74 im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 19 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren und zehn in der Bauwirtschaft. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (22) und der Handel (9 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)7996121Produktion6102962Dienstleistung25225258 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Derzeit pendeln die meisten Berufstätigen aus, der Tourismus ist anders als bei den Gemeinden im Stanzertal Nahe St. Anton am Arlberg nur wenig entwickelt.

Im Jahr 2011 lebten 536 Erwerbstätige in Strengen. Davon arbeiteten 64 in der Gemeinde, beinahe neunzig Prozent pendelten aus.

Verkehr

Straße: Über Jahrzehnte hinweg litt vor allem der Dorfkern in der engen Talsohle stark unter einer enormen Verkehrsbelastung. Mit dem Bau des Strenger Tunnel der Arlbergschnellstraße und dessen Eröffnung im Juni 2006 konnte das Verkehrsaufkommen stark reduziert werden. Bahn: Strengen hat einen Bahnhof der Arlbergbahn, der Personennahverkehr per Bahn im Stanzertal wurde jedoch stark reduziert, den öffentlichen Verkehr übernehmen Regionalbusse.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Allgemeine Vorwärts Strengen, 4 Aktiv 2000 und 4 Bürgerliste Strengen. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 Gemeinsam für Strengen und 6 Allgemeine Vorwärts Strengen. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 Allgemeine Vorwärts Strengen und 6 Gemeinsam für Strengen. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Bürgerliste Strengen, 4 Allgemeine Vorwärts Strengen und 4 Gemeinsam für Strengen. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 5 Bürgerliste Strengen, 4 Allgemeine Vorwärts Strengen und 4 Gemeinsam für Strengen.

Bürgermeister

1998–2010 Erich Haueis (SPÖ) 2010 Martin JuenRücktritt von Juen als Bürgermeister von Strengen. Kronen Zeitung, 11. September 2010. seit 2010 Harald Sieß (Allgemeine Vorwärts)Sieß ist neuer „Dirigent" des Strenger Gemeinderats. meinbezirk.at, 20. November 2010.

Wappen Der Gemeinde wurde 1984 folgendes Wappen verliehen: In Rot eine gestürzte silberne Spitze, darin eine schwarze Kelle.

Die silberne Spitze symbolisiert die Talenge, die Kelle steht für das historisch wichtige Bauhandwerk.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde • 2000: Herbert Lorenz, Altbürgermeister 2012: Erich Haueis, AltbürgermeisterVerdiente Gemeindebürger geehrt. meinbezirk.at, 24. Oktober 2012.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Johannes Ruez (1678–1762), Holzbildhauer Simon Alois Maaß (1758–1846), Priester, „der alte Fließer Pfarrer“ Johann Lorenz (1871–1946), Seelsorger und DekanJohann Lorenz (1871-1946), Seelsorger und Dekan Norbert Strolz (1922–1990), Maler

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Strengen Maria-Hilf Gnadenkapelle

Einzelnachweise

Kategorie:Lechtaler Alpen Kategorie:Verwallgruppe Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Sanna (Inn)