mini|alt=Porträt Friedrich Freiherr von Georgi in der Uniform eines Generalobersts|Uniform eines Generalobersten (hier Friedrich Freiherr von Georgi, 1918) mini|alt=Rangabzeichen eines k.u.k. Generalobersten|Dienstgradabzeichen eines Generaloberst nach der Zirkularverordnung vom 13. September 1915

Die Liste der Generalobersten und Großadmirale Österreich-Ungarns enthält Generale der Gemeinsamen k.u.k Armee, die bis in den Rang eines Generaloberst () aufstiegen oder diesen Dienstgrad während ihrer Karriere zeitweilig innehatten. Ebenso sind die Großadmirale der k.u.k. Kriegsmarine erfasst, da diese den Generalobersten im Rang gleichgestellt waren.

Geschichte Die Dienststellung „General-Oberst“ war bereits ab dem 16. Jahrhundert bekannt, wo sie den befehlsführenden Offizier über das Fußvolk bezeichnete. Sie ist in diesem Zusammenhang älter als der einzelne Begriff „General“.Hubert Zeinar: Geschichte des österreichischen Generalstabes. Wien 2006, S. 68, Fn. 111. Nachdem der Titel eines Generalobersten 1854 in Preußen wieder eingeführt worden war, hatte er sich dort bald zu einem regulären Dienstgrad zwischen dem General der Waffengattung und dem Generalfeldmarschall als höchstem Dienstgrad entwickelt. Dies hatte mit der Einteilung des Deutschen Reiches in Armee-Inspektionen zu tun, die oberhalb der Korps-Ebene, aber unterhalb der Heeresführungsspitze angesiedelt waren und deren Inhaber als designierte Armeeführer im Kriegsfalle einen Rang erhalten sollten, der dieser herausgehobenen Dienststellung gerecht wurde.Reinhard Stumpf: Die Wehrmacht-Elite – Rang- und Herkunftsstruktur der deutschen Generale und Admirale 1933–1945. Boppard (Rhein) 1982, S. 136–139. In der k.u.k. Generalität gab es wegen anderer organisatorischer Verhältnisse einen solchen Dienstgrad ursprünglich nicht. Hier war der General (der Kavallerie, der Infanterie oder Feldzeugmeister) der höchste reguläre Dienstgrad, der zunächst mit der Führung von Korps, später Armeen oder Armeegruppen einherging. Darüber befand sich nur noch der seltene Rang des Feldmarschalls, von denen es bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges jedoch keinen aktiven gab.

Dies führte schon bald zu Komplikationen. Als die k.u.k Armee im Ersten Weltkrieg mit dem Heer des deutschen Kaiserreiches an der Ostfront kooperieren musste, machte sich das Fehlen einer Rangstufe bemerkbar. Es kam zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen deutschen und österreichischen Dienststellen, was letztlich den Ausschlag dafür gab, dass auch im k.u.k. Heer der Dienstgrad eines Generalobersten eingeführt wurde.Timothy C. Dowling: The Brusilov Offensive. Bloomington 2008, S. 47; Auch damals im Armeeoberkommando tätige Edmund von Glaise-Horstenau bemerkte, der Generaloberst sei „eine Charge, die im Hinblick auf die deutschen Armeeverhältnisse geschaffen worden war.“ vgl. Peter Broucek: Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 1. Wien 1980, S. 324. So sollte im September/Oktober 1914 die neu aufgestellte deutsche 9. Armee unter General der Artillerie Richard von Schubert die österreichische Front stützen. Das k.u.k. Armeeoberkommando forderte, die deutschen Truppen ihrer Leitung, d. h. derjenigen von General der Infanterie Franz Conrad von Hötzendorf zu unterstellen. Auch der nominelle Oberkommandierende der österreich-ungarischen Streitkräfte Friedrich von Österreich-Teschen war General der Infanterie. Da es den deutschen Führungsstellen widerstrebte, ihre Truppen unter ein fremdes Kommando zu stellen, wurde anstatt General Schubert einfach Paul von Hindenburg zum Oberbefehlshaber der 9. Armee ernannt. Dieser war Generaloberst und damit sowohl dem Chef des k.u.k. Generalstabes als auch dem k.u.k. Oberkommandierenden im Rang übergeordnet. Unter Berufung auf diese Tatsache lehnte die Oberste Heeresleitung (OHL) eine Unterstellung letztlich ab.Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914–1918. Band 1, Wien 1930, S. 350.

Aber auch sonst erwies sich die Rangstruktur als unpraktikabel zur langfristigen Führung von Massenheeren, in denen anders als zuvor angenommen zwischen den Armeekommandos und dem Armeeoberkommando oft eine weitere Führungsebene eingeschoben werden musste. Erstmals trat dieses Problem im Mai 1915 auf als beim Kriegseintritt Italiens die beiden österreich-ungarischen Truppengruppierungen an der Front (Armeegruppe Rohr und 5. Armee) beide von einem Vollgeneral befehligt wurden. Der designierte Oberbefehlshaber dieser neuen Südwestfront, Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen, war selbst nur Vollgeneral und rangierte im Dienstalter sogar hinter den ihm unterstellten älteren Generalen. Eine Beförderung zum Feldmarschall bot sich nicht an, denn damit hätte er auf der gleichen Stufe wie der Oberkommandierende der k.u.k. Streitkräfte, der diesen Rang seit Dezember 1914 innehatte, gestanden. Kurzerhand wurde der Erzherzog daher am 22. Mai 1915 zum ersten Generaloberst in der Geschichte der k.u.k. Monarchie ernannt.Peter Broucek: Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen Edmund Glaises von Horstenau. Band 1. Graz 1980, S. 148, Fn. 24. Einen Monat darauf wurde auch Generalstabschef Conrad von Hötzendorf in diesen Rang erhoben. Offiziell geschah dies in Anerkennung seiner Verdienste in der Schlacht von Gorlice-Tarnów,Lawrence Sondhaus: Franz Conrad Von Hötzendorf. Architect of the Apocalypse. Boston 2000, S. 175. inoffiziell half diese Maßnahme jedoch auch bei dem Problem der Unterstellung deutscher Truppen, wie der Südarmee, die von einem Vollgeneral befehligt wurde. Allerdings sahen die Regularien der k.u.k. Streitkräfte diesen neuen Rang noch nicht vor. Die offizielle Einführung erfolgte im September 1915.Gunther Erich Rothenberg: The Army of Francis Joseph. West Lafayette 1998, S. XIII. Am 13. September 1915 legte die Zirkularverordnung Abt. 13, Nr. 55340 die Rangabzeichen des neuen Ranges fest; die ersten regulären Beförderungen erfolgten im Februar 1916.Generaloberste der k.u.k. Armee. weltkriege.at; abgerufen am 19. Oktober 2016. Bis zur Demobilisierung der Armee am 11. November 1918 erreichten 25 Offiziere diesen Dienstgrad als höchste Stufe ihrer militärischen Laufbahn. Weitere acht Generaloberste wurden darüber hinaus später noch zum Feldmarschall ernannt während Karl I. als Kaiser ab dem 2. Dezember 1916 automatisch zum Oberkommandierenden der Bewaffneten Macht und ranghöchsten Soldat aufstieg.Antonio Schmidt-Brentano: Die k.k. bzw. k.u.k. Generalität 1816–1918. Wien 2007, passim. Damit stellten die wesentlich kleineren k.u.k. Streitkräfte etwa ebenso viele Generalobersten wie die Streitkräfte des Deutschen Kaiserreiches.

Liste der Generalobersten

+ Legende: Ernennung gibt das Datum der offiziellen Ernennung zum Generaloberst an. Rangdienstalter gibt das Datum an unter dem die beförderten Offiziere in die Dienstalterslisten eingetragen wurden. Dieses kann vom Ernennungsdatum stark variieren. Anmerkungen gibt Hintergründe zur Laufbahn und Dienststellung des Offiziers an und soll die Ernennung in einen Kontext einbetten. Die Zeilen derjenigen Offiziere, die später noch zum Feldmarschall befördert wurden und die deshalb nur zeitweilig als Generalobersten chargierten, wurden zur besseren Kenntlichmachung grau hinterlegt.