Eduard Joachim von Reichel alias Joachim von Kürenberg (* 21. September 1892 in Königsberg i. Pr.; † 3. November 1954 in Meran) war ein deutscher Schriftsteller. Er war Erzähler und Dramatiker, wurde aber vor allem mit biografischen Romanen um bedeutende Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts bekannt.

Leben Als Nachfahre von 1861 nobilitierten Salzburger Exulanten besuchte Reichel Gymnasien in Königsberg und Rathenow. Er wurde Offizier im Regiment der Gardes du Corps. Er studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Königsberg, Berlin, Zürich und Heidelberg. Im Ersten Weltkrieg war er von 1914 bis 1918 Attaché in Konstantinopel, Rom und Wien.

Er wirkte als Dramaturg in Bremen, Düsseldorf und Wien und war seit 1930 freier Schriftsteller. Da er nicht für den Nationalsozialismus schreiben wollte, erhielt er in Deutschland Berufsverbot und ab 1936 wurden alle seine Schriften verboten. Listeneintrag Joachim von Reichel (Pseud.: Kürenberg) auf der Liste der im Nationalsozialismus verbotenen Publikationen, Autoren und Verlage bei codingdavinci.de. 1935 emigrierte er in die Schweiz. Bei einem Besuch in Italien wurde er verhaftet und von 1943 bis 1945 in der Festung Landsberg gefangengehalten. In der Nachkriegszeit lebte Reichel in Hamburg.

Ehrungen Goldene Ehrenmedaille für Kunst und Wissenschaft (1937) Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei Mitglied der Kunstakademie Bukarest

Werke (als Leutnant Joachim von Reichel) Balkan-Erlebnisse eines deutschen Geheimkuriers. Ullstein, Berlin 1917 Essays, 1925 Mord in Tirol, Drama 1930 Der Maulwurf, Drama 1931 Holstein, die Graue Eminenz, 1932 Rußlands Weg nach Tannenberg, 1934 Menzel, die kleine Exzellenz, 1934 Krupp. Kampf um Stahl, 1935 Johanna von Bismarck, Berlin 1935 Waffenstarrendes Mittelmeer, 1939 War alles falsch? (1940) Katharina Schratt, Bern 1941 Die tanzende Heilige, 1941 Die Kaiserin von Indien, 1946 Carneval der Einsamen, Bern 1947 Heinrich von Kleist, 1948 Die Kaiserin von Indien, Hamburg 1948 Geld spielt keine Rolle, 1949 Bella donna, 1950 Voltaire, 1951 Carol II. und Madame Lupescu, Bonn 1952 Nacht der Unsterblichkeit, 1953 The Kaiser, London 1954

Werke Kürenbergs wurden ins Englische, Französische, Italienische, Finnische, Schwedische, Spanische, Ungarische und Japanische übersetzt.

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Einzelnachweise

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