mini|hochkant|Reinhold Andert (2009) Reinhold Andert (* 26. März 1944 in Teplitz-Schönau, Reichsgau Sudetenland; † 22. November 2025 in Berlin) war ein deutscher Liedermacher und Autor.

Leben Reinhold Andert besuchte von 1958 bis 1962 das Bischöfliche Vorseminar in Schöneiche bei Berlin und absolvierte bis 1964 in Gotha eine Orgelbauerlehre. 1963 trat er der SED bei. Von 1964 bis 1969 studierte er Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin und war bis 1972 Assistent für Philosophie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, seitdem war er freischaffend.

mini|Andert bei der Abschluss­veranstaltung des V. Literatur­festivals der Berliner Jugend (1968) Von 1966 bis 1973 war er Mitglied des Oktoberklubs. Bis 1980 trat er beim Berliner Festival des politischen Liedes auf und war Teilnehmer der DDR-offenen Chansontage im Kloster Michaelsstein. In der Auseinandersetzung mit phrasenhaften politischen Texten prägte er das Motto „DDR konkret“. Nachdem er 1980 aus der SED ausgeschlossen worden war, wurden seine Texte kritischer und seine Auftrittsmöglichkeiten eingeschränkt. In dieser Zeit trat er mit Nachdichtungen des russischen Liedermachers Wladimir Wyssozki hervor. Nebenbei vertiefte er seine Geschichtskenntnisse und spezialisierte sich auf mitteldeutsche Ur- und Frühgeschichte. Die Ergebnisse dieser Zeit waren die beiden Bücher Der Thüringer Königshort und Der Fränkische Reiter.

Andert war ein Nachbar von Erich Honeckers Tochter Sonja Honecker. Nach dem Sturz Honeckers im Oktober 1989 drückte Andert gegenüber Sonja Honecker sein Unbehagen angesichts des Umgangs mit deren Vater aus, die ihn daraufhin zu einem Besuch einlud, bei dem Andert mit Margot Honecker ins Gespräch kam. Andert setzte sich über seine Kontakte zur Kirche für Erich und Margot Honecker ein, indem er bei der Suche einer Unterkunft behilflich war, und wurde später zu den Honeckers zu einem Gespräch nach Lobetal eingeladen, bei dem sich Erich Honecker bei Andert für dessen Hilfe bedankte. Im Frühjahr 1990 besuchte Reinhold Andert, begleitet von der Fotografin Christina Kurby, Erich Honecker in seinem Asyl in Lobetal und führte mit ihm mehrere Gespräche, die er später auch veröffentlichte.Nach dem Sturz. Gespräche mit Erich Honecker. Faber und Faber, Leipzig 2001. Ab Beginn der 1990er-Jahre war er verstärkt als Autor satirischer Texte tätig.

Reinhold Andert war verheiratet und hatte zwei Söhne. Er war Ehrenmitglied der Ernst-Busch-Gesellschaft.Ehrenmitglieder der Ernst-Busch-Gesellschaft. In: ernst-busch.org. Abgerufen am 25. November 2025. Andert starb im November 2025 im Alter von 81 Jahren im Klinikum im Friedrichshain. Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

Werke (Auswahl)

Filmografie 1988: In einem Atem

Literatur

Weblinks

Website von Reinhold Andert

Jochen Voit: Interview auf erinnerungsort.de, 2006

Einzelnachweise

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