+Bureau of MeteorologyIntensität tropischer Zyklone Kategorie Wind 10 Min. andauernd Böen Trop. Tief <34 kn <63 km/h — Eins 34–47 kn 63–87 km/h <66 kn <122 km/h Zwei 48–63 kn 88–142 km/h 67–90 kn 122–167 km/h Drei 64–85 kn 143–158 km/h 91–121 kn 167–224 km/h Vier 86–110 kn 159–204 km/h 122–150 kn 205–278 km/h Fünf > 111 kn > 205 km/h > 151 kn > 279 km/h Die Australische Zyklonsaison 2011–2012 begann offiziell am 1. November 2011 und endete am 30. April 2012. Der operative Plan der World Meteorological Organization sieht für die Gewässer auf der Südhalbkugel zusätzlich ein „tropisches Zyklonjahr“ vor. Dieses begann bereits am 1. Juli 2011 und endete am 30. Juni 2012.

Ursachen Bestandteil der australischen Zyklonsaison sind Stürme, die sich südlich des Äquators zwischen dem 90. und 160. Grad östlicher Länge bilden. Dazu gehören Australien, Papua-Neuguinea, der westliche Teil der Salomonen, Osttimor und die südlichen Bereiche Indonesiens. Tropische Wirbelstürme in diesem Gebiet werden von fünf Tropical Cyclone Warning Centres (TCWCs) überwacht: dem Bureau of Meteorology in Perth, Darwin und Brisbane in Australien; dem TCWC Djakarta in Indonesien und dem TCWC Port Moresby in Papua-Neuguinea.

Das Joint Typhoon Warning Center gibt für diese Region inoffizielle Warnungen aus, die für US-amerikanische Einrichtungen bestimmt sind. Dabei wird die Erweiterung „S“ verwendet, wenn sich der Sturm westlich von 135° östlicher Länge bildet und ein „P“, falls dies östlich dieser Linie geschieht.

Stürme Schwerer Tropischer Zyklon Alenga

Am 30. November begann das JTWC mit der Beobachtung eines Tiefdruckgebietes etwa 480 km südwestlich von Padang auf Sumatra, Indonesien. Dieses System zog langsam nach Südosten, bevor es nach einigen Tagen in Richtung Südwesten schwenkte, wobei es sich aufgrund geringer vertikaler Windscherung stetig entwickelte. Die TCWCs in Perth und Jakarta gaben am 3. Dezember bekannt, dass sich 1220 km südwestlich der indonesischen Hauptstadt ein schwaches Tief gebildet hat, doch war es am 4. Dezember in den Verantwortungsbereich von Météo-France in La Réunion gezogen, erhielt dort am 5. Dezember vom Mauritius Meteorological Service seinen Namen und intensivierte sich (nach der dort verwendeten Skala) bis zum schweren tropischen Sturm intensiviert. Im Laufe des 6. Dezembers änderte Alenga seine Zugrichtung erneut und wanderte in südöstlicher Richtung zurück in die australische Region. Dabei schwächte sich der Sturm zunächst ab. Am 7. Dezember um 7:10 Uhr UTC übernahm das TCWC in Perth den Alenga als Kategorie-2-Zyklon in seinen Verantwortungsbereich. Günstige Bedingungen sorgten am 8. Dezember für eine rapide Intensivierung in einen Kategorie-3-Zyklon. Als solcher erreichte Alenge mit zehnminütigen Windgeschwindigkeiten von 150 km/h nach der australischen Skala und mit einminütigen Windgeschwindigkeiten von 175 km/h nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala die größte Stärke.

Stärkere Windscherung führte dann zu einer raschen Abschwächung, die Konvektion erlosch, und das Zirkulationszentrum walzte sich aus. Am 9. Dezember stufte das TCWC Alenga zu einem tropischen Tief ab.

Tropischer Zyklon Fina

Am 20. Dezember meldete das TCWC Brisbane, dass sich zwischen Papua-Neuguinea und Neukaledonien ein tropisches Tief gebildet hat, das in südöstlicher Richtung zog. In den folgenden 24 Stunden zog das System in südsüdwestlicher Richtung, wobei sich die Konvektion infolge geringer Windscherung über dem Zirkulationszentrum konsolidierte. Am 21. Dezember stellte das TCWC fest, dass die zehnminütige Windgeschwindigkeit 65 km/h erreichte und gab dem System den Namen Fina. Doch kurz nachdem Fina zum benannten Zyklon wurde, setzte eine Abschwächung des Systems ein, weil ein Höhentrog, der über den Osten Australiens zog, eine Zunahme der Windscherung bewirkte. Diese führte zu einer Freistellung des bodennahen Zirkulationszentrum, und die Konvektion wurde 135 km vom Zentrum versetzt. Spät am 22. Dezember stufte das TCWC Brisbane Fina zu einem tropischen Tief ab. Spät am 25. Dezember wurde Fina ein außertropisches System.

Tropisches Tief 03U (Benilde)

Am 21. Dezember berichtete das TCWC Perth in seinen tropischen Wetterprognosen, dass sich etwa 770 km nordöstlich von West Island der Cocos (Keeling) Islands ein tropisches Tief zu entwickeln begann. Während der folgenden Tage wurde das System weiter beobachtet. Es wandert langsam in einer westsüdwestlichen Richtung und gelangte am 28. Dezember westwärts über den 90. östlichen Längengrad ins Verantwortungsgebiet des von Météo-France auf La Réunion, wo sich das System weiter organisierte und schließlich als Tropischer Zyklon Benilde seinen Höhepunkt erreichte.

Tropischer Zyklon Grant

Eine Gewitterzone nordnordöstlich von Darwin wurde am 21. Dezember als Tropisches Tief 04U klassifiziert. Das System driftete auf einem herumirrenden Kurs einige Tage nördlich der Tiwi Islands hin und her, bevor es nach Süden zog und sich am 25. Dezember in einen Kategorie-1-Zyklon intensivierte. Das System zog langsam auf die Cobourg Peninsula zu und erreichte im Tagesverlauf die Kategorie 2 nach der australischen Zyklonskala. Nach der Überquerung der Halbinsel zog Grant über den Van-Diemen-Golf und gelangte östlich von Point Stuart früh am 26. Dezember zum zweiten Mal über Land. Nach dem Landfall verlor Grant an Kraft und wurde schließlich als ex-tropisches Tief eingestuft, als er Jabiru passierte. Am Flugplatz Jabirus zeichnete die Wetterstation in den 24 Stunden bis zum 26. Dezember um 9:00 Uhr Ortszeit eine Niederschlagsmenge von 71 mm und Windböen von bis zu 61 km/h auf.

Am 27. Dezember zog das System zunächst nach Südosten durch Arnhem Land, wobei es enorme Regenmengen ablud. Von der Ediths Fall Ridge wurden 385 mm Niederschlag gemeldet. Diese Niederschläge führten zu Sturzfluten und Überschwemmungen. Durch Zyklon Grant hervorgerufene Überschwemmungen überfluteten bei Katherine den Stuart Highway, spülten Fahrzeuge von Brücken und führten auf der Central Australian Railway zur Entgleisung eines Güterzuges der Bahngesellschaft Genesee & Wyoming, weil die Gleise unterspült waren. The Ghan wurde deswegen in Katherine gestoppt. Am folgenden Tag zog das System nach Osten und brachte erhebliche Niederschläge in die Einzugsgebiete von Roper River und McArthur River. Schließlich erreichte das System den Golf von Carpentaria, wo das System die Groote Eylandt überquerte und auch die Reintensivierung einsetzte, doch führte die Zufuhr trockener Luft vom Süden und Windscherung dazu, dass es nicht mehr zu einer wesentlichen Reintensivierung kam, sondern am 29. Dezember um 0:00 Uhr UTC das TCWC Brisbane die letzte Warnung zu Grant ausgab. Das System zog weiter ostwärts und verlor am 2. Januar östlich der Cape York Peninsula seine tropischen Eigenschaften.

Schwerer Tropischer Zyklon Heidi

Am 9. Januar meldete das TCWC Perth, dass sich nördlich von Port Hedland in Western Australia ein tropisches Tief gebildet hat. Das System wanderte südwärts auf die Küste von Pilbara zu und intensivierte sich einen Tag später in einen tropischen Zyklon. Dieser erhielt den Namen Heidi. Es erreichte am 11. Januar die Kategorie 2 der australischen Skala. Nachdem das System mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 55 Knoten seinen Höhepunkt erreicht hatte, gelangte es früh am 12. Januar direkt östlich von Port Hedland über Land und wurde einige Stunden nach dem Landfall in die Kategorie 1 zurückgestuft. Günstige Bedingungen führten dazu, dass sich Heidi über Land nur langsam abschwächte, doch spät am 12. Januar wurde das System etwa 45 km nordöstlich von Tom Price in ein tropisches Tief abgestuft.

Das Resttief von Heidi zog weiter nach Süden durch die Gascoyne-Region, wobei durchschnittlich 30 mm Niederschlag fielen; örtlich waren die Niederschläge jedoch wesentlich stärker, wie etwa in Mount Vernon mit 117 mm und in Tangadee mit 74 mm Regen. Die Gebiete an der Küste meldeten durchweg höhere Niederschlagsmengen. In Port Hedland wurden 128 mm Regen und Windböen von 131 km/h gemessen, Wallal Downs meldete 166 mm Niederschlag. Für mehr als 3500 Verbraucher in Port Hedland war zeitweise die Versorgung mit elektrischem Strom unterbrochen. In: Weatherzone, 12. Januar 2012. Die Hafenbehörde von Port Hedland hatte vor dem Eintreffen des Zyklons den Hafen der Stadt geschlossen; die Produktion auf den Öl- und Gasfeldern vor der Nordwestküste Australiens wurde angehalten und der Flugverkehr zwischen Perth und Port Hedland wurde eingestellt.

Tropisches Tief 10U

Ein tropisches Tief, das sich früh am 24. Januar etwa 120 km nördlich von Maningrida im Northern Territory befand, zog langsam west-südwestwärts.

Mehr als 220 mm Niederschlag wurden von der Wetterstation Stokes Hill aufgezeichnet, 206 mm Regen vielen am Point Fawcett im Bereich der Tiwi Islands und eine Regenmenge von 170 mm meldete das Bureau of Meteorology am Darwin International Airport. Aus dem Nordwesten des Darwin-Daly Districts und dem Norden des Arnhem Districts wurden Windböen mit Geschwindigkeiten von 78 km gemeldet. Hunderte von Bewohnern der Außenbezirks Darwins waren von Stromausfällen durch heruntergerissene Versorgungsleitungen betroffen. Die Auswirkungen des herannahenden Tiefes führten dazu, dass Veranstaltungen im Rahmen des Australia Day verlegt wurden.

Tropischer Zyklon Iggy

Am 21. Januar wies das JTWC erstmals auf ein Gebiet mit Konvektion und einer schwachen bodennahen Zirkulation hin, das sich etwa 480 km entfernt von Port Hedland befand. Das TCWC Perth meldete am 24. Januar, das sich etwa 720 km nordnordwestlich von Exmouth, Western Australia ein Tief gebildet hat. Das Tief zog einige Zeit westwärts, bevor es spät am 25. Januar scharf nach Süd-Südosten abdrehte in Richtung der Küste der Pilbara. Das System intensivierte sich stetig und wurde am Vormittag des 26. Januar zum Kategorie-1-Zyklon Iggy. Früh am 27. Januar intensivierte sich Iggy 610 km nordwestlich von Exmouth in einen Kategorie-2-Zyklon. Am 28. Januar erreichte Iggy die größte Intensität mit einem zentralen Luftdruck von unter 970 hPa. Einen Tag später wurde das System stationär, aufquellendes Wasser behinderte deswegen die weitere Entwicklung. Spät am 29. Januar schwächte sich Iggy deswegen in einen Kategorie-1-Zyklon ab. Am 30. Januar begann das System zunächst langsam nach Südwesten und erreichte schon bald erneut die Kategorie 2 der australischen Zyklonskala. Früh am nächsten Tag schwächte sich Iggy erneut um eine Kategorie ab, um am 1. Februar erneut die Kategorie 2 zu erreichen. Iggy verlor die Intensität eines Zyklons am 2. Februar und gelangte in der Nähe von Jurien Bay über Land und verlor die tropischen Eigenschaften. Warnungen vor Sturm und Starkregen wurden deswegen für die Gebiete zwischen Kalbarri, Morawa, Wongan Hills, Narrogin und Harvey, also auch für Geraldton, Perth and Mandurah. Iggy war der erste ehemalige Zyklon seit Zyklon Bianca (2011), der sich auf diese Region auswirkte. In Lancelin wurde im Zusammenhang mit Zyklon Iggy eine Niederschlagsmenge von 98 mm registriert. Am 3. Februar löste sich Iggy über Land auf.

Während seiner Entstehungsphase löste Iggy Unwetter, Tornados und Überflutungen auf Java, Bali und Lombok in Indonesien aus, wodurch mindestens 16 Personen getötet und mehrere Tausend Häuser zerstört wurden.

Tropischer Zyklon Jasmine