Der Waldparkring Mingolsheim war von 1949 bis 1958 eine Motorsport-Rennstrecke im Bad Schönborner Stadtteil Mingolsheim.

Geschichte mini|links|Infotafel am Wachhaus Die Rennstrecke lag auf dem Gelände eines ehemaligen Militärdepots der Wehrmacht. 1948 entstand seitens der Bürgerschaft die Idee, aus der gut ausgebauten Lagerstraße im Wald eine kleine Rennbahn zu schaffen.Der "Waldparkring" bei Bad Schönborn: Als aus einem Munitionslager eine längst vergessene Rennstrecke wurde. In: ka-news.de, 28. Februar 2021. Abgerufen am 29. Dezember 2021.

Gemeindeverwaltung und Verkehrsverein unterstützten den Plan des „Motorsportring Kraichgau“ finanziell. Am 10. Oktober 1948 wurde der Waldpark mit einem Volksfest eingeweiht und übergeben. Zum Programm gehörten damals unter anderem ein Radrennen und ein Geschicklichkeitsfahren für Motorräder. Zu der Veranstaltung erschienen angeblich 10.000 Besucher.

Die Gemeindeverwaltung ließ die Strecke im Frühjahr 1949 ausbauen, dass sie auch die an eine Automobilrennstrecke gestellten Anforderungen erfüllen konnte. Die Fahrbahnbreite wurde auf sechs Meter und in den Kurven auf acht Meter verbreitert. Außerdem wurden eine Boxenanlage und ein Turm für die Rennleitung errichtet.

1949 erhielt der Vorstand des „Motorsportrings“ von der obersten Motorsportbehörde in Hamburg eine Rennstreckenlizenz. 1958 wurde der Rennbetrieb aufgegeben.

Die Ruinen der vielen Munitionsgebäude und Baracken sind inzwischen zugewachsen, sind aber immer noch erkennbar. Das vormals freie Gelände ist mittlerweile von einem Wald überwuchert. Die ehemals offiziell 6–8 Meter breite Strecke ist nur noch als 2–3 Meter breiter Waldweg zu erkennen. Der zunehmend schlechter werdende Zustand des Weges gestattet kaum mehr historische Oldtimer-Treffen, Fahrrad- oder Velomobil-Wettbewerbe, welche in den letzten Jahren des inoffiziellen Betriebs nach der Schließung hier stattfanden. Der Rundkurs wird heute nur noch von Spaziergängern, Joggern und Sportlern genutzt.

Veranstaltungen mini|links|Grundmauernreste der Munitionslager wurden von der Natur zurückerobert Jährlich wurde das Motorradrennen „Kraichgauer Waldparkring“ ausgerichtet. Das erste offizielle „Kraichgau Motorrad Rennen“ fand am 19. Juni 1949 statt.Veteranenfreunde Karlsdorf-Neuthard 1991 e. V.: Die zweite Ausgabe wurde am 11. Juni 1950 angesetzt. Ein drittes, bereits für den 3. September 1950 angesetztes Rennen wurde im Vorfeld abgesagt.

In den 1950er-Jahren folgten weitere Rennen (Sonderprüfungen) und Radrennveranstaltungen, wie drei Internationale Radrennen auf dem Waldparkring, die von 1949 bis 1952 vom Kronauer Radsportverein „Ideal“ ausgerichtet wurden.RSV „Ideal“ Kronau: Des Weiteren fanden noch Trainingsfahrten statt, die nach mehreren schweren und tödlichen Unfällen 1958 gänzlich aufgegeben wurden.

Streckenbeschreibung Die 1,4 km lange, entgegen des Uhrzeigersinns befahrene Streckenführung beinhaltete zu Beginn des Betriebes im mittlerweile zugewachsenen Infield ein Fahrerlager, das in etwa im Bereich zwischen der „Zielkurve“ und der „Rechtskurve“ platziert war. Den Zuschauern standen 5 einzelne Tribünen in der West-, der Nord- und der Zielkurve, sowie Reihensitzbänke entlang der Start-Zielgerade zur Verfügung die 1470 nummerierte Sitzplätze boten. Die höchstgelegene Stelle des Kurses befand sich mit 146 m ü. NN. kurz vor dem Ausgang der Westkurve. Die niedrigste war die auf 135 m Seehöhe liegende Nordkurve.

Galerie

Die Bilder entstanden im März 2026 und sind in Richtung der ehemaligen Fahrtrichtung aufgenommen.

Einzelnachweise

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